Studienführer Journalismus, Medien, Kommunikation
Nach vier Jahren ist der beliebte Studienführer zu den Kommunikationsberufen endlich in einer zweiten, völlig überarbeiteten Version erschienen. Angesichts der vielen neuen Studiengänge in diesem Bereich eine sehr gute Entscheidung.
Das Hauptproblem des Buches sei gleich vorab erwähnt: Die Vorstellungen der einzelnen Studiengänge erfolgen aufgrund von Selbstangaben der betreffenden Fachbereiche. Eine kritische Evaluierung darf man also nicht erwarten, als erste Orientierungshilfe ist der Studienführer allerdings gut geeignet.
Die Berufsbezeichnung “Journalist” ist nach wie vor nicht geschützt. Entsprechend uneinheitlich und unübersichtlich präsentiert sich auch die Ausbildungslandschaft – über die Anerkennung oder den marktwert möglicher Abschlüsse sollte man sich vorab separat informieren. Das Arbeitsamt könnte da eine gute Anlaufstelle sein.
Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt: Wissenschaftliche Kommunikationsstudiengänge an deutschen Hochschulen und Angebote zur Aus- und Fortbildung. Die einzelnen Studiengänge und Ausbildungsangebote werden knapp und standardisiert dargestellt. Kein schlechter Ansatz, kann der Studienführer doch maximal als Vorauswahl nützlich sein. Alle Basisdaten zu den Studiengängen sind erfasst, das Material bei freien Trägern wie etwa den Journalistenschulen ist allerdings etwas dünn ausgefallen und beschränkt sich oft auf eine magere halbe Seite.
Besonders die hohe Zahl der möglichen Abschlüsse macht deutlich, dass das Ausbildungsangebot sehr heterogen ist. Genauere Vorstellungen über den angestrebten Abschluss oder die präferierte Struktur der Ausbildung sind also von Vorteil – nach der Vorauswahl muss man sich natürlich sowieso bei den möglichen Ausbildungsträgern genauer erkundigen. Die meisten Hochschulen, die ein MA oder ein Diplom in Journalistik anbieten, haben den internen Numerus Clausus außerdem wegen der hohen Bewerberzahl extrem hoch angesetzt – bei vielen Hochschulstudiengängen sollte eine eins die erste Ziffer der Durchschnittsnote sein. Da interne NC’s allerdings selbstverständlich von Jahr zu Jahr schwanken, muss man die aktuelle Meßlatte eh bei den betreffenden Hochschulen erfragen. Die Gefahr, dass der Studienführer durch jahresbezogene Informationen dadurch zu schnell seine Aktualität einbüßt, ist damit weitgehend gebannt. Schließlich ist nicht damit zu rechnen, dass sich im Laufe eines Jahres die Hälfte aller Studienordnungen ändern wird.
Alles in allem: Wer einen kommunikationswissenschaftlichen Beruf anstrebt, sollte dem Studienführer eine Chance geben. Als erste Orientierungshilfe erspart er eine Menge Eigenrecherche und liegt außerdem preislich im akzeptablen Rahmen. (Tim Kaiser)
Titel: Studienführer Journalismus, Medien, Kommunikation
Autor: Walter Hömberg, Renate Hackel-de Latour
Verlag: UVK Medien
Seiten: 350
ISBN: 3896692674
Abgelegt unter Schule und Bildung
