Mährische Rhapsodie
Konecny erzählt mit viel Ironie vom mehr oder weniger erfolgreichen Liebesleben seines Helden. Nebenbei erfährt man so manches über den Alltag in der sozialistischen Tschechoslowakei. Er schafft die Kombination von Humor und Sex ohne Probleme und unterhält den Leser dabei ausgezeichnet. Die Geschichte ist aus der Sicht des Helden geschrieben und häufig ziemlich deftig.
Nur manchmal gleitet sie etwas zu viel ins Selbstmitleid ab und verliert den manchmal ironischen, manchmal deftigen Humor.
Leseprobe: Eine alte Frau ächzt unter ihren vollen Einkaufstaschen. Pankácek wie immer galant, doch gutes Benehmen rächt sich. Unterwegs schwallt uns die Omi an, wir sollen uns doch die Haare schneiden lassen. So lange wie wir trügen es doch nur Lumpen und Schwule. Wir schleppen ihre Taschen, und sie redet wie ein Wasserfall. Als Pankácek schnell zwischen ihre Sätze reinwirft: “aber Oma, auch unser Herr Jesus hat doch langes Haar getragen”, sagt sie: “Na, du weißt ja, wie er geendet ist!”. Das muss sogar Pankácek einsehen.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Titel: Mährische Rhapsodie
Autor: Jaromir Konecny
Verlag: Ariel-Verlag
Seiten: 186
ISBN: 3930148129
Abgelegt unter Erzählungen
