Dust to Dust
Erstellt am: September 24th, 2007Detective Sam Kovak und seine Partnerin Nikki Liska untersuchen einen augenscheinlichen Selbstmord. Ein junger Cop, Andy Fallon, hat sich erhängt, man findet ihn in seinem Schlafzimmer und auf dem Spiegel kann man das Wort “sorry” lesen. Da der Tote der Sohn eines ehemaligen Polizisten ist, soll der Fall möglichst schnell aufgeklärt und zu den Akten gelegt werden. Detective Kovak jedoch hat kein gutes Gefühl bei dieser Sache, irgendetwas scheint ihr ganz und gar nicht zu stimmen.
Je länger Nikki und Sam sich mit der Sache befassen, umso unwahrscheinlicher erscheint es ihnen, das sich der junge Mann umgebracht hat. Da gibt es plötzlich weitere Tote und alles deutet darauf hin, das man es mit korrupten Cops zu tun hat.
Leider konnte mich dieser Tami Hoag Roman nicht begeistern, da er eine sehr deprimierende Story hat und die Autorin zu viele Abkürzungen benutzt, an die sich der Leser erst gewöhnen muß (z. B. DB = dead body, IA = Internal Affairs usw.). “Dust to Dust” ist eine Fortsetzung zu “Ashes to Ashes” (Feuermale), Detective Kovak hat somit seine eigene Geschichte bekommen. Jedoch kann dieser Roman keinesfalls mit den vorherigen Tami Hoag Geschichten mithalten.
Titel: Dust to Dust
Autor: Tami Hoag
Verlag: Bantam Books
Seiten: 354
ISBN: 0553106341
Paradise County
Erstellt am: September 24th, 2007Nach dem angeblichen Selbstmord ihres Vaters ist Alexandra Haywood am Boden zerstört. Nicht nur das von Charles Haywoods ganzem Vermögen nichts mehr übrig geblieben ist, Alex Leben scheint durch seinen plötzlichen Tod total aus den Fugen zu geraten. Als sie auf Whistledown, der Farm ihres Vaters in Kentucky ankommt, hat sie vor Joe Welch zu kündigen, dem langjährigen Manager und Pferdetrainer des Anwesens. Joe ist geschieden und alleinerziehender Vater von 3 Kindern. Als er die schockierende Nachricht erhält das er seinen Job los ist und sämtliche Pferde verkaufen soll, an denen sein Herz hängt, ist er nicht bereit so leicht aufzugeben.
Er konfrontiert Alex mit seinem Arbeitsvertrag, der nicht so leicht zu umgehen ist. Daraufhin muss Alex ihm klarmachen das wenn kein Geld mehr da ist, Joe auch nicht erwarten kann, weitere Lohnzahlungen zu erhalten. Den beiden bleibt also nichts anderes übrig als Frieden zu schließen. Das sind aber noch lang nicht alle Probleme, mit denen Alex kämpfen muss. Hinzu kommt das ihr Verlobter urplötzlich eine andere reiche Frau geheiratet hat und dann taucht auch noch Neely, Alex fünfzehnjährige Halbschwester urplötzlich auf Whistledown auf. Sie ist von der Schule weggelaufen.
Die Gegend im Shelby County, in der sich die Farm Whistledown befindet, wird von allen ansässigen Paradise County genannt. Hier scheint man keine Verbrechen zu kennen. Aber niemand weiß, dass bereits seit vielen Jahren jemand seine perversen und grausamen Vorlieben unerkannt zwischen all den friedlichen Leuten auslebt. Und dieser Jemand hat plötzlich sein Augenmerk auf Alex gerichtet. Was wird mit ihr passieren?
Ein spannender und faszinierend gut geschriebener Roman von Karen Robards. Endlich mal wieder ein Buch bei dem eher die Liebesgeschichte im Vordergrund steht und die Mysterystory die unterhaltsame Beigabe ist. Heißer Sex und ein ekliger Bösewicht garantieren nicht nur allen Fans der Autorin ausgezeichneten Lesespaß!
Kritik geschrieben von Isolde Wehr, Herausgeberin von Die romantische Bücherecke
Titel: Paradise County
Autor: Karen Robards
Verlag: Pocket Books
Seiten: 352
ISBN: 0671786458
The Saving Graces
Erstellt am: September 24th, 2007Though these sisters of the heart and soul have seen it all, talked through it all, Emma, Rudy, Lee, and Isabel will not be prepared for a crisis of astounding proportions that will put their love and courage to the ultimate test.”
Es geht um vier unterschiedliche Frauen, die sich über zehn Jahre regelmäßig treffen, ihre großen und kleinen Probleme besprechen und ihre Geheimnisse teilen. Jede dieser Frauen hat Schwierigkeiten, die sie überwinden muss: Kinderlosigkeit, die Liebe zu einem verheirateten Mann, eine Krebserkrankung und einen überaus dominanter Ehemann. Gemeinsam überwinden sie jedoch alles und jeden und alles wird gut.
Die Grundlage der Geschichte ist auch gleichzeitig ihre Schwäche: die Probleme sind so klar abgegrenzt und ‘typisch’, dass es einfach unglaubwürdig klingt, dass in einer Gruppe von vier Frauen diese Probleme gleichzeitig und vehement auftreten. Und es ist sehr schnell abzusehen, dass am Ende jede Frau das bekommt, was ihr gefehlt hat und dass alle Probleme gelöst werden. Das Schicksal hält keine Überraschungen bereit und man weiß von Anfang an, woran man ist.
Zwei Dinge machen das Buch aber doch absolut ideal als Urlaubslektüre oder für ein langes verregnetes Sommerwochenende. Zum einen sind die ‘Saving Graces’ doch das, was man sich als Frau wünscht: Beste Freundinnen, für jede Lebenslage eine, die einem helfen, kritisieren, und einem bedingungslos zur Seite stehen. In diesem Buch wird dieser Wunsch wahr. Zum anderen ist es der humorvolle Stil der Autorin, der einen fesselt und immer weiterlesen läßt. Wie oft muss man laut loslachen, weil die Kommentare so trocken und charakteristisch sind, dass man sie selber schon gesagt haben könnte. Dabei wird jedes Kapitel wird von einer anderen Frau erzählt. So erhält man Einblick in die verschiedenen Sichtweisen, und die Geschichte wird abwechslungsreich und interessant. Man erkennt sich selbst in diesen Frauen wieder, eben weil sie und ihre Probleme so klassisch sind.”
Kritik geschrieben von Dorothee Büttgen, Herausgeberin von Bookworm’s Lair.
Titel: The Saving Graces
Autor: Patricia Gaffney
Verlag: HarperTorch
Seiten: 506
ISBN: 0061097101
American Psycho
Erstellt am: September 24th, 2007American Psycho is a bleak, bitter, black comedy about a world we all recognize but do not wish to face and it takes us to a head-on collision with America’s greatest dream – and its worst nightmare.”
Als das Buch in den USA 1991 erschien, war es ein Skandal. Der Autor hatte damit seine Karriere aufs Spiel gesetzt und danach fast 10 Jahre lang außer ein paar Kurzgeschichten nichts mehr veröffentlicht. Die einen Kritiker verdammten es wegen seiner unglaublichen Brutalität, die anderen lobten es als hervorragendes Spiegelbild der 80er Jahre. Zeit, sich selber mal ein Bild davon zu machen.
Beide Kritikergruppen haben absolut recht. 14 Menschen werden insgesamt von Patrick Bateman getötet … die 7 Männer schnell und relativ undramatisch, die 7 Frauen langsam, qualvoll und sehr detailliert beschrieben. Den Autor in der Beziehung ‘phantasievoll’ zu nennen ist gar kein Ausdruck. Die Szenen verfolgen einen noch Tage später. Dabei habe ich noch nicht mal jeden Satz davon gelesen, sondern bin mit den Augen nur drübergeflogen und zum Ende gesprungen. Das ist vielleicht feige, aber mein Magen hat’s mir im Endeffekt gedankt.
Auf der anderen Seite enthält die Story die witzigsten und absurdesten Szenen, die mir seit langem in einem Roman untergekommen sind. Auf fast schon nervtötende Weise beschreibt der Erzähler (Patrick Bateman höchstpersönlich) detailliert die Garderobe von jedem Menschen, den er trifft … inklusive des Krawatten-Designers. Der Wettkampf der Yuppies untereinander, wer die exklusivste Visitenkarte besitzt (bei dem Bateman sich übrigens geschlagen geben muss) ist unbeschreiblich. Am besten wird jedoch die Oberflächlichkeit der 80er deutlich, in der es nur auf Namen und Marken ankommt und keiner dem anderen zuhört. Weil jeder die gleichen exklusiven Klamotten und die gleiche Frisur trägt, erkennt man sich untereinander schon nicht mehr, verwechselt Namen und verbringt ganze Abende in teuren neuen Restaurants mit Menschen, die man beim Verabschieden mit dem falschen Namen anspricht. Es ist egal, wer man in Wirklichkeit ist, solange man oben mit dabei ist.
Insofern ist es kein Wunder, dass Bateman unentdeckt bleibt. Er gibt selbst mehrmals zu, ein psychopatischer Serienkiller zu sein, aber da ihm keiner zuhört, ist das von keinerlei Konsequenz. Selbst ein ausführliches telefonisches Geständnis von Bateman auf einem Anrufbeantworter hat keine Folgen, da der Angerufene überzeugt davon ist, er hätte mit Bateman zu der Zeit des Anrufs zu Abend gegessen.
Mein Tipp: unbedingt lesen, weil das Buch einem die 80er von ihrer besten und schlimmsten Seite zeigt. Wer die Grausamkeiten nicht verträgt, kann die Seiten ja überspringen. Schließlich ist es nur ein Buch.
Kritik geschrieben von Dorothee Büttgen, Herausgeberin von Bookworm’s Lair.
Titel: American Psycho
Autor: Bret Easton Ellis
Verlag: Picador
Seiten: 399
ISBN: 0679735771
Wheel of Time Zyklus
Erstellt am: September 24th, 2007Der Wheel of Time (Rad der Zeit) Zyklus von Robert Jordan ist einfach zu umfangreich, um auf jedes Buch einzeln einzugehen. Im Deutschen werden die Bände in 2 bis 3 einzelne Bücher aufgeteilt, die Nummerierung ist also anders, genauso wie die Kosten im Deutschen höher sind (etwa. 20x ca. 16DM gegenüber 8x ca.24DM). Band 8 ist im Sommer 2000 das letzte gewesen, die Story ist aber noch nicht am Ende, es kann noch einiges weitergehen Aber worum geht es? In Jordan’s Welt steht das Rad der Zeit für die Ewigkeit, es wird von der “Einen Macht” betrieben und die Speichen stehen für verschiedene Zeitalter, die sich immer wiederholen werden. Das Rad webt “Muster”, die sich bei jeder Wiederholung eines Zeitalters leicht verändern können und ein sehr häufig gehörter Satz ist: “Das Rad webt, wie das Rad es wünscht”. Damit wird ausgedrückt, dass das Schicksal der Menschen im Prinzip weit vorbestimmt ist und der sie darstellende kleine Faden im Muster ein sehr geringer Teil eines übergeordneten Ganzes darstellt.
Aber es gibt auch Menschen – “ta’veren” genannt – um die sich teilweise das Muster dreht, die das Schicksal ihrer Umwelt stark beeinflussen können. Und um eine Gruppe solcher ta’veren dreht sich die Story. Natürlich wissen die Protagonisten am Anfang überhaupt nichts von ihrer Rolle. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Anzahl an Protagonisten im weiteren Verlaufe der Reihe noch ansteigt…
Es beginnt in einem kleinen, ruhigen Kaff namens Emonds Feld, wo noch nie etwas Außergewöhnliches passiert ist. Kurz vor dem Volksfest Bel Tine erreicht eine Aes Sedai, eine der weiblichen Zauberkundigen auf dieser Welt, mit ihrem Warder, ein mit ihr spirituell verbundener Krieger, das Dorf, welches schon kurz darauf von Trollocs und Myrdraal, Kreaturen des Bösen, überfallen wird. Und damit beginnt eine Geschichte, deren Ausmaß sich zu diesem Zeitpunkt kaum erahnen lässt.
5 junge Einwohner des Dorfes – Rand, Perrin, Mat, Egwene und Nynaeve – verlassen mit der Aes Sedai das Dorf, denn diese war auf der Suche nach 3 jungen Männern, von denen sich einer als der “Wiedergeborene Drache” herausstellen sollte. Im Kampf zwischen dem Schöpfer und dem Dunklen König hat im sogenannten Schattenkrieg Lews Therin Thelamon – “Der Drache” – eben diesen in ein Verlies stecken können. Doch konnte dieser noch die Hälfte der Einen Macht verderben, die nur Männern zugänglich ist: Saidin (die weibliche Hälfte heißt Saidar). Durch nutzen von Saidin wurden fortan alle männlichen Aes Sedai wahnsinnig, so auch Lews Therin, der im Wahn alle tötete, die ihm etwas bedeuteten. Er und seine Mitstreiter verwüsteten große Teile der Welt und seit diesem Zeitpunkt gibt es keine männlichen Aes Sedai mehr.
Nun bröckeln aber die Siegel am Kerker des Dunklen Königs und seine Anhänger – “Schattenfreunde” – versuchen, ihn zu befreien. Die Prophezeiung sagt, dass Lews Therin eines Tages wiedergeboren wird und als Wiedergeborener Drache den Dunklen König zum “Letzten Gefecht” herausfordern und die Welt erneut zerbrechen wird.
Doch der Weg dorthin ist nahezu unendlich lang, die Charaktere machen eine unheimliche Wandlung und Entwicklung durch. Alle 5 der anfänglichen Helden haben irgendeine Besonderheit, die über die Bände hinweg entwickelt wird. Schon bald erkennt man in den gereiften Persönlichkeiten kaum noch die jungen Menschen wieder, die einem in Band 1 vorgestellt wurden. Faszinierend ist auch die Tatsache, dass Jordan wirklich so gut wie allem eine Bedeutung gibt: viele Nebencharaktere tauchen ein oder zwei Bände nach ihrem ersten Erscheinen wieder in einer ganz anderen Rolle auf. Manche, die anfänglich kaum Beachtung wert zu sein scheinen, entpuppen sich als finstere Gegner, die immer wieder zuschlagen. Völker oder Teile der Welt, die zu Beginn nur vage beschrieben werden, offenbaren später ihre komplette Geschichte und ein komplexes Sozialsystem. Sind die 5 Helden am Anfang noch immer gemeinsam unterwegs, so trennen sich ihre Wege später und ganze Bände legen ihren Schwerpunkt nur auf 2 von ihnen. Ich kenne keine weitere Reihe, die so komplex, durchdacht und in sich stimmig ist, wie die WoT Reihe! Dinge, die zu Beginn noch wie eherne Gesetze aussehen, werden bald doch verändert, zu Beginn große Mächte werden später zu kleinen Spielbällen und im Prinzip kann alles, an das ich der Leser gewöhnt hat, umgeworfen werden durch die zahlreichen Verkettungen der Ereignisse auf Jordan’s Welt. Wie schon gesagt, jeder Band hat wenige Schwerpunkte und endet meist mit der Erfüllung einer der Prophezeiungen. Dabei kann es auch schon mal passieren, dass eine wichtige Person am Ende eines Buches in massive Schwierigkeiten gerät, deren Auflösung aber nicht vor Mitte des Folgebandes präsentiert wird. Der Spannungsbogen ist so geschickt konstruiert, dass man gar nicht anders kann, als sofort nach dem Ende eines Buches mit dem nächsten anzufangen.
Kritik geschrieben von Info Strauch, Herausgeber von Brack’s Bücherkiste
Titel: Wheel of Time Zyklus
Autor: Robert Jordan
Verlag: St. Martin’s Press
Seiten: 625
ISBN: 0312864256
Timeline
Erstellt am: September 24th, 2007Eine Gruppe von Studenten stößt bei ihren archäologischen Ausgrabungen auf eine Nachricht Ihres Professors, der seit ein paar Tagen verschwunden ist. Die Nachricht lässt sich allerdings fast exakt auf das 14. Jahrhundert zurückdatieren. Wie ist der Professor dort hingelangt? Und wie kann er wieder zurückkommen? Für drei der Studenten beginnt das Abenteuer ihres Lebens, als sie mit Hilfe der Quantentechnologie zurück ins Jahr 1357 geschickt werden, um Ihren Professor zu retten und wieder den Weg in unser Jahrhundert zu finden. Und es wäre kein Roman von Michael Crichton, wenn es nicht haarscharf wäre und einige überraschende Wendungen eintreten würden.
Die Geschichte basiert auf einer Technologie, die es so wohl (noch) nicht gibt (aber wer weiß schon, was in irgendwelchen dunklen Laboren auf der Welt gerade ausgeheckt wird).
Crichton hat den Stand der Technik, wie er heute vorhanden ist, als Basis genommen und extrapoliert, was sein könnte. Bis zur Zeitreise ist es da nur ein kleiner Schritt. Und gerade die Rückkehr ins späte Mittelalter, eine Zeit, von der man auch nicht so viel weiß, macht das Ganze so spannend und neu. Ein faszinierendes Rennen gegen die Zeit, das man so leicht nicht aus der Hand legen kann. Und schon gar nicht auf den letzten 50 Seiten.
Leider wird für meinen Geschmack auf den Aspekt des Zeitparadoxons etwas zu flüchtig eingegangen (was passiert, wenn man in die Vergangenheit reist, dort seinen eigenen Großvater tötet und dann konsequenterweise gar nicht geboren werden würde), obwohl die Geschichte genügend Gelegenheit bieten würde, dieses Thema weiterzuspinnen. Aber vielleicht hebt Crichton sich das ja für ein anderes Mal auf.
Kritik geschrieben von Dorothée Büttgen, Herausgeberin von “Bookworm’s Lair” (www.bookwormslair.de)
Titel: Timeline
Autor: Michael Crichton
Verlag: Knopf
Seiten: 444
ISBN: 0679444815
Der Prinz auf dem weißen Pferd
Erstellt am: September 23rd, 2007Ein Prinz reitet auf einem weißen Pferd durch eine Wüste in einem seltsamen Land. Er kennt weder seinen eigenen Namen, noch weiß er so recht woher er kommt. In seiner Welt gibt es allerdings nur einen runden Mond, nicht einen Herzförmigen, einen Quadratischen und einen Ovalen wie hier. Er ist auf dem Weg zum Knochenschloss, wo er den Messingdrachen besiegen soll. Warum, weiß er auch nicht recht. Sein etwas eigenartiges Pferd und ein kurz erscheinende Frau namens Gemael die Rote scheinen darauf zu bestehen.
Eine witzige Geschichte mit kuriosen Figuren in einer eigenartigen Welt. Kurzweiliger und unterhaltsamer Lesestoff. Alice im Wunderland mit einem Fantasyhintergrund.
Leseproben:
(…)
“Aber du hast gerade gesprochen.”
“Nein”, sagte das Pferd.
“Doch. Gerade ist es wieder geschehen.”
“Das bildest du dir nur ein”, behauptete das Ross.
(…)
“Versuch es du Narr” donnerte es.
“Bleib hier” bat der Prinz rasch. “Gib dich nicht mit Leuten ab, die dich ‘Narr’ schimpfen!”
Dann erinnerte er sich daran, dass er Gemant kurz zuvor ‘Idiot’ genannt hatte, und klappte rasch den Mund zu.
(…)
“Warum hast du nicht gesagt, dass er ein mächtiger Zauberer ist?” brüllte der Ritter.
“Ich hab dir alles gesagt, was ich über ihn weiß!” heulte Ysome. “Und außerdem hast du behauptet, es mit jedem Gegner aufnehmen zu können.”
Dann sahen sie den Prinzen. Der Ritter sank sofort auf die Knie. “Gnade, Unbesiegbarer Gebieter!” schluchzte er.
Ysome eilte an dem Ritter vorbei, blieb dicht vor dem Prinzen stehen, machte einen Knicks und küsste ihm die Hand. Im Anschluss daran sah sie demütig zu ihm auf und hauchte ergeben:
“Mein Befreier …”
“Nun”, wandte Gemant ein, “eigentlich bin ich gekommen, um dich zu retten.”
“Schweig!” zischte Ysome und bedachte ihn mit einem giftigen Blick.
(…)
“Blas jetzt die Trompete, die dir Themistra gab.”
Zuerst konnte der Prinz sie gar nicht finden, und anschließend fiel es ihm schwer, dem Instrument irgendeinen Ton zu entlocken. Er hatte das Gefühl, als bemühe er sich, einen Ballon aufzublasen – war ihm schon immer ziemlich schwer gefallen war. Schließlich bot ihm Vultikan seine Hilfe an – und für zehn Minuten war der Prinz auf dem linken Ohr taub.
Zuletzt ist die Geschichte in der Heyne Jubiläumsreihe mit dem Titel “Im Reich der Fantasy” erschienen.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Titel: Der Prinz auf dem weißen Pferd
Autor: Heyne
Verlag: Tanith Lee
Seiten: 142
ISBN: 3453098544
Das Foundation-Projekt
Erstellt am: September 23rd, 2007Die Menschheit hat Millionen Planeten in der Galaxis besiedelt. Seit Tausenden Jahren besteht dieses galaktische Imperium unter der Führung eines Kaisers auf Trantor. Ihm zur Seite steht ein Kanzler, der zur Zeit Eto Demerzel heißt, in Wirklichkeit aber der Roboter Daneel ist.
Von ihm unterstützt, arbeitet Professor Hari Seldon an der Universität hartnäckig an der neuen Wissenschaft Psychohistorik. Seine Karriere und sein Kampf gegen den Untergang des Imperiums mit Hilfe seiner Familie und Freunde nehmen immer neue, oft unerwartete Wendungen.
In der Fortsetzung zu “Die Rettung des Imperiums” schildert Asimov gleichzeitig mit dem Leben der Hauptfigur Hari Sheldon eine Art historischen Abriss einer fiktiven, zukünftigen Zivilisation. Obwohl diese Zukunft nicht sehr wahrscheinlich erscheint, weil es kaum wahrscheinlich ist, dass die Menschheit in Tausenden Jahren so wenig Fortschritte macht, ist es trotzdem ein sehr guter Science Fiction-Roman. Nicht umsonst zählt der Autor zu den unbestrittenen Klassikern in diesem Genre.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at.
Titel: Das Foundation-Projekt
Autor: Isaac Asimov
Verlag: Heyne
Seiten: 478
ISBN: 3453127706
Luthiens Wagnis
Erstellt am: September 23rd, 2007Der Aufstand geführt von Luthien, der wegen seines magischen Umhangs “Roter Schatten” genannt wird, gewinnt in der Stadt Montfort langsam aber sicher die Oberhand.
Der Hexenkönig Grünspatz unterschätzt die Rebellen zwar noch immer, aber sendet trotzdem eine mächtige Armee unter dem grausamen und gewitzten Zyklopengeneral Belsen’Krieg gegen sie. Luthien kommt dadurch in arge Zeitnot und bittet den Zauberer Brind’Amour um Hilfe.
Wie der erste Teil “Das Joch der Zyklopen” ist auch “Luthiens Wagnis” eher Fantasy-Dutzendware. Die Protagonisten sind meist ziemlich eindimensional gut, geistreich und edel oder böse, hinterhältig und schlecht.
In langatmig erzählten Kampfszenen metzeln die Guten heldenhaft und akrobatisch reihenweise ihre Feinde nieder.
Das Buch ist halbwegs unterhaltsam geschrieben aber in kaum einer Weise bemerkenswert.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at.
Titel: Luthiens Wagnis
Autor: R.A.Salvatore
Verlag: Heyne
Seiten: 349
ISBN: 3453133498
Der Herr der Ringe
Erstellt am: September 23rd, 2007Es ist schon eine Weile vergangen, seit meiner ersten Bekanntschaft mit Tolkiens Romantrilogie “Der Herr der Ringe”.
Seitdem habe ich die Bücher immer mal wieder hervorgenommen, um darin zu schmökern, mich in eine andere Realität zu begeben, zu träumen und mit meinen Gedanken in fremden, unbekannten Welten herumzustromern. Die drei Bände gehören wohl zu den meistgelesenen Exemplaren meines Bücherschrankes. Und nicht nur ich hatte daran meine Freude, auch mein Mann, meine Kinder und unzählige Freunde und Bekannte haben sie mit Begeisterung verschlungen.
Die Geschichte spielt in Mittelerde, einer fiktiven Welt, die bevölkert ist von seltsamen Wesen. Hobbits, die nur halb so groß sind wie wir Menschen, feengleiche Elben, Zwerge, Zauberer, Drachen, böse Orks, noch bösere Geister und so manch andere Gestalten sind dort anzutreffen.
Frodo, ein Hobbit, gelangt in den Besitz eines mächtigen Zauberringes. Da dieser Ring von Sauron, dem finstersten aller Wesen geschaffen wurde, wohnen ihm zerstörerische Kräfte inne und deshalb muß der Ring vernichtet werden. Diese Aufgabe, die Frodo zuwächst, erscheint fast unmöglich zu bewältigen. Begleitet von 3 weiteren Hobbits, sowie von Elben, Menschen – auch diese gibt es in Mittelerde-, Zwergen und Gandalf, dem Zauberer, tritt der Halbling die gefahrvolle Reise ins Land Mordor, das Reich des Bösen an, wo allein der Ring zerstört werden kann. Natürlich versuchen alle Mächte der Finsternis dies zu verhindern und so müssen die Gefährten nicht nur gegen Gollum, den Vorbesitzer des Ringes – eine Mischung aus Kriechtier, Insekt und Hobbit -, sondern auch gegen Orks, Trolle, Balrogs, schwarze Reiter, fliegende Geister, Riesenspinnen und andere Kreaturen kämpfen.
Schließlich, nach verlustreichen Kriegen und einem entbehrungsreichen Marsch, den Frodo allein mit seinem Diener Sam durch das Land Mordor unternimmt, siegt das Gute und auf die Bewohner von Mittelerde wartet eine glückliche Ära.
Dieses umfangreiche Werk ist ein wundervolles Märchen. Es entführt in eine Welt voller Fantasie und lädt ein zum Besuch nie gekannter Gegenden. Tolkien entwirft ein komplettes Universum und entwickelt hierfür nicht nur die entsprechende Religion und Mythologie sondern auch eine genaue Geografie und sogar eine gut durchdachte eigene Sprache. Wenn man sich wirklich auf die Geschichte einlässt kann man ganz darin versinken und völlig vergessen, dass man sich in Wahrheit im Lande von Finanzämtern, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Rentenanpassungsgesetzen, im Zeitalter von Atomkraftwerken, Computern und Globalisierung befindet.
In den letzten Jahren hat Tolkien viele Nachahmer gefunden. Wer kennt nicht unendlichen Regalmeter in den Bücherläden, gefüllt mit zahllosen Fantasyromanen, -geschichten, -erzählungen und -spielen? Doch nicht ein einziger von all’ den vielen Autoren hat auch nur annähernd jene Meisterschaft erreicht, mit der Tolkien zu fesseln vermag.
Selbst wer Fantasyromane eigentlich nicht mag, sollte den “Herrn der Ringe” lesen, denn dieser Klassiker ist einfach gut.
Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von “Evas Leseland”.
Titel: Der Herr der Ringe
Autor: John Ronald Reuel Tolkien
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 1100
ISBN: 3608935444
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