Der Schmetterlingseffekt



Im winterlichen Oslo versucht die nicht gerade übermäßig erfolgreiche Psychologin Igi mit dem plötzlichen Tod ihres Vaters fertig zu werden, der von einem unbekannten Mann mit dem Auto überfahren wurde.

Im Arbeitszimmer des Verstorbenen, der als Privatdetektiv arbeitete, findet sie eine Schmetterlingsbrosche, die offensichtlich der letzten Klientin ihres Vaters, Siv Underland gehört.

Als Igi der jungen Frau das Schmuckstück zurückbringen will, trifft sie diese nicht an, doch vieles deutet darauf hin, dass sie vor etlichen Tagen ihre Wohnung überstürzt verlassen haben muss.

Auf der Rückfahrt von dort kommt Igi an einer brennenden Kirche vorbei und findet dort eine Frauenleiche. Es ist nicht Siv – diese wird erst einen Tag später mit zwei Einschusslöchern tot im tiefen Schnee entdeckt.

Doch es muss eine Verbindung zwischen den beiden toten Frauen geben, denn bei der Leiche aus der Kirche handelt es sich um eine seit Jahren verschwundene frühere Nachbarin Sivs, mit der sich diese als Kind stark verbunden fühlte.

Igi vermutet, dass auch der Unfall ihres Vaters mit den Verbrechen an den beiden Frauen zusammenhängt und beschließt, die rätselhaften Todesfälle auf eigene Faust aufzuklären.

Sie gerät dabei an undurchschaubare Gestalten – einen düsteren Mann, der sich der schwarzen Magie verschreiben hat, eine seltsame Heilerin, korrupte Grundstücksspekulanten, skrupellose Psychiater und andere merkwürdige Leute.

Sie begibt sich in höchste Gefahr und muss nicht nur einmal um ihr Leben fürchten, ehe es ihr gelingt, das scheinbar unentwirrbare Knäuel aufzurollen und den komplizierten Kriminalfall zu klären.

Obwohl die Handlung des Romans teilweise ein wenig abstrus erscheint, ist die Geschichte von der ersten bis zur letzten Zeile spannend und humorvoll geschrieben, so dass mir die Lektüre Spaß gemacht hat.

Sicher, das Thema sexueller Missbrauch, das der Geschichte zu Grunde liegt, ist vielleicht mittlerweile etwas abgenützt, einiges an dem Plot erscheint ziemlich konstruiert und Kommissar Zufall wird zu häufig bemüht; aber die Stärke des Romans ist die durch und durch sympathische Heldin.

Igi ist alles andere als perfekt, hat mit Ordnung nichts am Hut, ist im Beruf nicht gerade ein As, qualmt wie ein Schlot und lebt in einer turbulenten Ehe mit Benny, der sich eigentlich eher zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlt, gerne Frauenkleider trägt und Igis Schminkutensilien benutzt.

Das Buch gehört gewiss nicht zur Gattung “anspruchsvolle Literatur”, aber es ist unterhaltsam und witzig – eine entspannende Ferienlektüre.

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von “Evas Leseland”.

Titel: Der Schmetterlingseffekt
Autor: Pernylle Rigg
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 3442724864

Abgelegt unter Krimi

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