Wie der Tod so spielt



‘Mord’, so Irmis Überzeugung, ‘ist eine optimale Waffe im Kampf der Geschlechter’. Selbst wenn Herb, der Gatte ihrer Freundin Ira, das nicht mehr dementieren kann, so bestätigt er doch zumindest die Effizienz dieser kühnen These: Als Verlierer der Fehde – in Einzelteile zersägt und der heimischen Tiefkühltruhe deponiert. Hätte er sich beim Gespräch über die Scheidung finanziell kooperativer gezeigt, wäre ihm das vermutlich nicht passiert. Und hätte Irmi sich bei einer Nacht in der Ausnüchterungszelle nicht – getreu dem Motto “Tu’ Gutes und rede darüber” – ausgerechnet Charlie anvertraut, wäre Herb wohl ein Einzelfall geblieben. Doch Charlie lässt prompt ihren Freund Pete, der offiziell als Privatdetektiv agiert, inoffiziell aber als Profi-Killer aktiv ist, an ihrem Wissen teilhaben. Und der wiederum nutzt eben das, um Irmi, Ira und Hannah zu erpressen: Allerdings fordert er kein Geld als Garantie für sein Schweigen, sondern die Mitarbeit der drei Freundinnen. Deren Skrupel, sich fortan professionell um die Entsorgung lästiger aber vermögender Ehemänner zu kümmern, währen nur kurz und lösen sich schließlich in Wohlgefallen auf, als ihnen ein stattlicher Vorschuss für den ersten Auftrag, die Ermordung eines Medienanwalts, übergeben wird. Der wird verjubelt, der Anwalt erledigt und bald darauf kreuzt das nächste Opfer die Schusslinie des mordenden Trios. Schließlich wollen Designer-Klamotten, Lifestyle und prosecco-selige, kulinarische Exzesse beim Lieblings-Italiener “Pasalino” finanziert sein.

Angelika Buschas Erstlingswerk “Wie der Tod so spielt” ist ein Roman, trotz etlicher Toter aber wahrlich kein Kriminalroman. Zu vorhersehbar, überzogen und konstruiert ist das, was passiert, zu detailliert und wiederholt werden unwichtige Nebensächlichkeiten ausgewalzt – einerseits. Andererseits aber lässt die Autorin ihre Leser, an für den Plot entscheidenden Stellen, mit Fragen zurück. Ihr schnoddriger Stil macht Spaß, doch zu einer rundum vergnüglichen Lektüre wird das Buch aufgrund inhaltlicher Nachlässigkeiten nicht. (Ensa Maurer)

Titel: Wie der Tod so spielt
Autor: Angelika Buscha
Verlag: List
Seiten: 429
ISBN: 3612650092

Abgelegt unter Krimi

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