Elianes Glanz



In einer sehr merkwürdig anmutenden Sprache, teils bizarr und teils manieriert, beginnt die Erzählung über einen Auslandsdirektor einer französischen Farbenfirma.

Beginnend mit der sphinxhaften Begegnung einer unbekannten Frau, wird eine Geschichte erzählt , in der der Held des Romans für seine Firma einen Vortrag über Farben halten soll. Er bedient sich dafür historischer Farbenlehren. Teils angelehnt an Goethes Farbenlehre, teils an Anthologien große Denker und Wissenschaftler, auch an Nachrichten über die Malerei der klassischen Antike, entwirft er diesen Vortrag. Er basiert aber auch auf seinen eigenen Untersuchungen über die Farbanstriche im Mittelalter und in der Renaissance.

Nach langer Vorrede wird das Manuskript für diesen Vortrag überraschend gestohlen und taucht als Veröffentlichung in einem Wissenschaftsmagazin auf. Ubus, ein anonymer Täter, folgt dem Erzähler wie magisch überall hin. Daneben gibt es “Eliane”, die unbekannte Schöne, die als Fiktion und Wirklichkeit die Erzählung durchzieht.

Dem Inhalt nach ist das Buch eher ein wenig langweilig. Man weiß nie so recht, was will der Erzähler uns eigentlich vermitteln. Sollen Berufsintrigen angeprangert werden, oder ist die Suche nach der unbekannten Schönen Sinn und Inhalt der Erzählung.

Es drängt sich der Verdacht auf, als ginge es mehrheitlich um die Formulierungsgabe und Fabulierkunst und um das Hintergrundwissen in den Farbenlehren. Die Schönheit und Ästhetik der Sprache wird noch dadurch unterstrichen, dass sehr plötzlich ganz gewöhnliche Ausdrücke der Alltagssprache den Fluss der Erzählung stoppen. So z. B. erscheint mitten in der Darstellung der Phantasien über Elianes mögliche Lieben der Ausdruck …..”die Sau”…..,– falls sie sich mit einem anderen eingelassen haben sollte.

Immer wieder wechseln Phantasie und Wirklichkeit, werden Träume beschrieben, und es entstehen neue Ebenen des Erzählens.

Es scheint um das Plagiat zu gehen, im Beruf und in der Liebe.

Ubus, der unbekannte Kollege und Plagiator, kann erfunden oder echt sein, so wie Eliane echt ist und zuletzt erfunden wird in der Figur einer Geliebten.

Die letzte Frage des Helden : “wann beginnt denn nun mein eigentliches Leben” könnte symbolhaft dafür stehen: wie lässt sich Phantasie und Wirklichkeit mit dem eigentlichen Leben in Verbindung bringen.

Es ist ein rätselhaftes und schwer verständliches Buch für höchste literarische Ansprüche. (Claudine Borries)

Titel: Elianes Glanz
Autor: Luigi Malerba
Verlag: Wagenbach
Seiten: 189
ISBN: 3803131529

Abgelegt unter Liebe und Leidenschaft

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