Buddhas kleiner Finger
Pjotr ist Insasse einer psychiatrischen Klinik weil glaubt, seine wahre Identität wäre die des Adjutanten von Tschapajew, eines in Russland legendären Feldkommandanten der Roten Armee während des Bürgerkrieges. Dieser geheimnisvolle Tschapajew rettet ihn aus einer prekären Situation und nimmt ihn als Politkommissar zu sich. Dabei lernt Pjotr auch die schöne Maschinengewehrschützin Anna kennen, der er oft aber vergeblich näher zu kommen versucht.
Zwischendurch “träumt” er immer wieder von der Nervenklinik und den etwas eigenartigen Heilungsverfahren eines Professors. Auch die Geschichten seiner drei Zimmerkollegen erlebt er auf diese Weise sehr realitätsnah mit.
Von ausgiebigen Alkohol- und Drogenkonsum begleitet, bringt ihm Tschapajew die buddhistische Lehre näher und die ganze Sache wird dadurch zunehmend irreal.
Das Buch ist bei den meisten Literaturkritikern in den höchsten Tönen gelobt worden. Mir selbst hat es sich nicht ganz erschlossen, was vermutlich an mir liegt. Mein Eindruck war der eines durch Drogen und Alkohol ziemlich umnebelten und, dadurch angeregt, mit Begeisterung ziemlich abgedrehten philosophischen Gesprächen frönenden Siddhathra im heutigen Russland.
Die Handlung selbst ist schon in hohem Maß skurril, aber diese ausgiebigen Dialoge um die Nichtexistenz allen Seins machen den Roman zu einen nicht einfach zu lesenden Lektüre. Man sollte das Nachwort vor der Geschichte selbst lesen, wenn man sich das Verstehen leichter machen will. Ein vielschichtiges, nicht so zum zwischendurchlesen geeignetes Buch.
Kritik geschrieben von Alfres Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Titel: Buddhas kleiner Finger
Autor: Viktor Pelewin
Verlag: Volk & Welt
Seiten: 422
ISBN: 3353011404
Abgelegt unter Literarisches Quartett
