Der Deutsche Fachjournalisten-Verband (DFJV) veröffentlicht heute ein Papier mit zehn Thesen zum Verhältnis von Weblogs zum klassischen Journalismus.

Die neuen Möglichkeiten, im Internet zu publizieren und zu interagieren, werden oft unter dem Begriff “Web 2.0″ zusammengefasst. Besonders die Option, ohne großen Aufwand eigene Text-, Video- oder Audiobeiträge im Netz zu veröffentlichen, wird von vielen Nutzern begeistert aufgegriffen. Das hat zur Folge, dass oft vor dem Zerfall des Informations- und Nachrichtenmonopols der klassischen Medien gewarnt wird. Daraus leiten sich wiederum Stimmen ab, die den Journalismus als solches durch diese Entwicklung gefährdet sehen und daher reflexhaft davor warnen, beziehungsweise diese neue Erscheinung pauschal disqualifizieren wollen.

Der DFJV nimmt dagegen in seinen Thesen eine differenziertere Betrachtungsweise vor und macht vor allem auf die Chancen aufmerksam, die sich für Journalisten durch die neuen Publikationsformen wie Blogs, Pod- und Videocasts ergeben. Der Verband stellt daher mit seinem Positionspapier zehn Thesen über die gegenseitigen Bezüge zwischen den neuen Publikationsmöglichkeiten des “Web 2.0″ und dem klassischen Journalismus auf.

Die Thesen des DFJV lauten wie folgt:

1. Blogs sind keine Konkurrenz zu journalistischen Angeboten, sondern eine Ergänzung. Sie können nicht auf die Infrastruktur von vollausgestatteten Redaktionen zurückgreifen und sind daher auf die Berichterstattung von Medien angewiesen. Ein Ersatz der traditionellen Medien durch diese neuen Angebote kann schon deshalb nicht stattfinden, weil zahlreiche Blogs Berichterstattung aus den Medien aufgreifen, zitieren und kommentieren und Diskussionen so erst angestoßen werden.

2. Blogs können durch eigene Berichterstattung über Medien die interne Blattkritik ergänzen, wenn sie von den Medien ernst genommen werden. Zudem können Blogs Berichterstattungsfehler aufdecken und so zur gesteigerten Qualität der Medien beitragen. Sie sind daher ein Raum für das unmittelbare Echo der Medienkonsumenten.

3. Auch “Leserreporter” und “Leserfotografen” können ein journalistisches Angebot nur ergänzen, niemals ersetzen. Dabei weist der DFJV darauf hin, dass die Leser bei ihren Einreichungen unter Umständen in Konflikt mit dem Presserecht geraten können. Es obliegt der Verantwortung der Verlage, dies durch Prüfung zu verhindern.

4. Blogs können als Quelle für Insider-Informationen, Ideengeber und generelles Recherchemittel dienen. Naturgemäß ist dabei der subjektive Charakter eines Weblogs zu beachten. Eine Prüfung der Inhalte ist obligatorisch, der Journalist bewahrt auch bei Blogs seine Gate-Keeper-Funktion.

5. Obwohl Blogs vor allem Meinungen widerspiegeln, können Journalisten dort auch Expertenwissen in spezialisierten Fach-Blogs finden. Diese Nischen können vor allem für Fachjournalisten wertvoll sein.

6. Blogs sind frei von den wirtschaftlichen und hierarchischen Zwängen des Verlagsbetriebs und verfolgen in der Regel keine kommerziellen Interessen. Damit bieten sie den nötigen Freiraum, um als kreativer Ideengeber für die klassischen Medien dienen zu können.

7. Durch ihre Subjektivität eröffnen Blogs Journalisten einen ungefilterten Blick in Debatten über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Im Idealfall können Journalisten so auf ein breiteres Meinungsspektrum zurückgreifen und Debatten besser beschreiben.

8. Journalisten können Blogs als Interaktionsinstrument mit ihren Lesern, Zuhörern und Zuschauern nutzen. So kann der Journalist in den Dialog jenseits des Leserbriefes treten. Außerdem hat der Journalist die Möglichkeit, auf dieser Plattform die “Geschichte hinter der Geschichte” darzustellen, etwas was in den klassischen Medien aufgrund Zeit- und Platzmangels nicht möglich ist.

9. Der journalistische Nachwuchs kann bei entsprechender Bereitschaft von den neuen Publikationsformen Blog und Podcast profitieren. Nachwuchsjournalisten können durch diese Kommunikationsformen das Verfassen von Text-, Video- und Audiobeiträgen üben und entsprechende Erfahrung sammeln. Gleichzeitig können sie von der direkten Reaktion ihres Publikums profitieren.

10. Journalisten sollten sich daher der neuen Entwicklung offen und gelassen nähern und diese Formate selbst ausprobieren.

“Eine rückwärtsgewandte Kritik an diesen neuen Publikationsmöglichkeiten bringt die Branche nach Ansicht des DFJV nicht weiter. Es gilt, sich vor allem mit den Chancen dieser ohnehin unumkehrbaren Entwicklung auseinanderzusetzen”, so Thomas Dreesen, Vorstandssprecher des DFJV. “Gleichzeitig warnen wir davor, dass Verlage versuchen, Medienkonsumenten als Content-Lieferanten zu missbrauchen, um dadurch redaktionelle Ressourcen wegrationalisieren zu können”, gab Dreesen zu bedenken. “Um den Qualitätsstandard in einem Medium zu halten und zu steigern, werden auch in Zukunft fachlich qualifizierte Journalisten nicht zu ersetzen sein.”, so Dreesen weiter.

Nach dem Erfolg der ersten fünf Hörbücher zum ProSieben-Wissenskrimi “Galileo Mystery” geht die Reihe in die zweite Runde. Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse kommen am 12. Oktober fünf weitere Titel in den Handel. Die Einzel-CDs sind für einen Preis von 14,95 Euro erhältlich. Die Lizenz zu “Galileo Mystery” erhält Hersteller NFP musicas* von MM MerchandisingMedia, dem Licensing-Unternehmen der ProSiebenSat.1 Group.

Genau wie der Wissenskrimi auf ProSieben beschäftigen sich die “Galileo Mystery”-Hörbücher mit faszinierenden Rätseln, mysteriösen Geheimnissen und rätselhaften Prophezeiungen. Auf jeder CD spricht Moderator Aiman Abdallah einleitende Worte. Getreu dem Motto “Was Sie noch wissen wollten” bietet die Hörbuchserie weiterführende, exklusive Informationen rund um die spannenden Mysterien des TV- Formats.

Wiedergeburt – das Leben nach dem Tod
Eine Frage des Glaubens für die Einen, Unsinn für die Andern. Wiedergeburt ist ein religiöses Phänomen, das es in fast allen Kulturen gibt. Unter uns sind Menschen, die sich erinnern, die von ihren früheren Leben wissen, aber unsere akademische Welt will nichts davon wissen. Ein Irrtum? ISBN 978-3-938729-91-5

Wolfskind – das Tier im Menschen
Wolfskinder – es gab sie wirklich. Sie tauchten immer wieder auf und brachten ihre Gesellschaft aus dem Gleichgewicht. Seit Jahrhunderten geht eine Faszination von diesen Wesen und ihren animalischen Pflegeeltern aus. ISBN 978-3-938729-92-2

Supervulkane – die tickende Magmabombe unter uns
Wir leben alle auf dem Feuer. Im Laufe der Menschheitsgeschichte sind abertausende Menschen Opfer von Vulkanausbrüchen geworden – rund um den Erdball. Bisher gibt es kein wirkliches Warnsystem, das uns sicher vor dieser Macht aus dem Erdinneren beschützen kann. Die Menschen haben gelernt, mit dieser Gefahr zu leben und wissen, wie schnell sie Opfer werden können. ISBN 978-3-938729-90-8

Verschwörung – das Geheimnis um den Tod Jesu
Für viele Menschen ist Jesus seit 2000 Jahren eine reale historische Gestalt. Und doch gibt es immer wieder Deutungen, die neue, von der Überlieferung abweichende Hypothesen aufstellen. Besonders die letzten Stunden und seine Auferstehung, dem Kernstück des christlichen Glaubens, sorgen immer wieder für Diskussionsstoff. ISBN 978-3-938729-93-9

Ninjas – Die dunklen Kampfgötter
Berühmt sind sie – und berüchtigt. Eigentlich ist nichts an ihnen sympathisch, und doch haben sie die Welt des Kinos, der Internetspiele, der Populärliteratur erobert. Kämpfer mit legendären Schwertern und grausamen Methoden. Partisanen, Spione, Mörder, das alles sind sie in der japanischen Geschichte, die dunklen Wesen neben den edlen Samurai. Sie sind Legende und Wirklichkeit. ISBN 978-3-938729-94-6

Weitere Angaben:
Die “Galileo Mystery”-Hörbücher sind eine Produktion der NFP musicas*, einem Geschäftsbereich der NFP media rights, Halle/Saale und werden durch Monopol Records vertrieben. Die Lizenz zu “Galileo Mystery” erhält NFP musicas* von MM MerchandisingMedia. Empf. VK 14,95 Euro.

Die Sünderin

Erstellt am: Oktober 11th, 2007

Die Mittzwanzigerin Cora Bender hat alles, was auf den ersten Blick zum Glücklichsein entschieden beiträgt – ihren Mann Gereon, ein gemeinsames Kind und einen verantwortungsvollen Job im Familienbetrieb ihrer Schwiegereltern. Erst auf den zweiten Blick und bei genauerem Hinsehen entdeckt man Cora Benders Narben, die auf Begegnungen mit düsteren Rivalen des Glücks hindeuten – eine verunziert ihre Stirn und etliche ihre Armbeugen.

Doch es sind nicht nur die äußerlichen Verletzungen, die sie geschickt kaschiert, sondern auch die Qualen, die ihre Seele erlitten hat. Nur manchmal – wenn Gereon mit unschöner Regelmäßigkeit auf Ausübung seiner ehelichen Pflichten beharrt und Cora sich dem aus Dankbarkeit und Ergebenheit fügt – geben sie ihr Schatten-Dasein auf und werden offensichtlich, schwer bezähmbar. An einem heißen Sommernachmittag, den Cora mit Mann und Kind am Otto-Maigler-See verbringt, rächt sich das dunkle Kapitel ihres Lebens mit aller Macht, bricht aus ihr jäh hervor und treibt sie dazu, mit einem Obstmesser auf einen Mann einzustechen, der den furiosen Angriff nicht überlebt.

Als wenig später die Polizei am Tatort eintrifft und sie festnimmt, legen sich noch nie empfundene Gefühle inneren Friedens balsamisch auf die inneren Wunden der Mörderin. Sie ist geständig. Der Fall ist klar – nicht jedoch für Hauptkommissar Rudolf Grovian, dessen beherzte Ermittlungen den Hintergründen für die Wahnsinnstat immer näher kommen.

Beinahe sachlich und distanziert, jedoch zugleich mit großem Einfühlvermögen schildert Petra Hammesfahr die Geschehnisse in ihrem Roman “Die Sünderin”. Dramaturgisch brillant zeichnet sie zunächst für ihre Leser ein scheinbar schlüssiges, einfach strukturiertes Persönlichkeitsbild der Protagonistin und lässt es im Zuge von Grovians Nachforschungen immer brüchiger und irritierender werden. Zusammen mit dem engagierten Kommissar, der nur auf ungewöhnlichen Wegen an die Wahrheit gelangt, taucht man stetig tiefer in die Psyche der Täterin – immer im Glauben, sich dem Motiv zusehends zu nähern. “Die Sünderin” ist ein ebenso beeindruckender wie bedrückender, intelligenter wie bis zur letzten Seite spannender Kriminalroman.

Petra Hammesfahr, die sich mit ihren Romanen “Der Puppengräber” und “Die Mutter” in die Bestseller-Listen schrieb, wurde 1951 geboren. Sie lebt als Schriftstellerin und Drehbuchautorin (“Der stille Herr Genardy”) in Kerpen bei Köln. (Ensa Maurer)

Titel: Die Sünderin
Autor: Petra Hammesfahr
Verlag: Rowohl Verlag
Seiten: 442
ISBN: 3499227554

Der Leuchtturmmörder

Erstellt am: Oktober 11th, 2007

Nur fern von den Menschen fühlt Geoffroy Lefayen sich menschlich. Als Konsequenz aus dieser Selbsterkenntnis geht er zunächst zur See und wird später Leuchtturmwärter. So landet er auf der Leuchtturminsel Cordouan, die eine Bootsstunde von der französischen Küste entfernt liegt und den – wie er in Reisebroschüren beworben wird – “König der Leuchttürme” beherbergt.

Sein Flehen, dass keine Menschenseele seinen dortigen, für ein halbes Jahr geplanten Einsatz stören möge, wird freilich nur kurzfristig erhört. Nicht mal einen Monat lang kann Geoffroy sein Einsiedler-Dasein genießen, als Kathleen und Steven, die auf Cordouan heiraten wollen, die Insel erreichen – und bleiben: dank Geoffroys Geschick als Präparator zu totem Leben, lebenden Toten erweckt und für die Ewigkeit vermählt. Wochen später kündigt das Wasser- und Schifffahrtsamt erneut einen Besucher an, doch es kommt kein Ingenieur, sondern die Ingenieurin Lise, zu der Geoffroy sofort eine tiefe Zuneigung verspürt, die ihn wortlos zu verstehen scheint und sich voller Begeisterung für seine Tier-Präparate zeigt. Erst ihr gelingt es, Geoffroy vom Fluch des Leuchtturms zu befreien.

Brillant spielt Vincent de Swarte in seinem Roman “Der Leuchtturmmörder” mit den Gefühlen der arglosen Leser. Unweigerlich zerrt er sie in den Wahnsinn seines liebenswürdigen, mordenden Protagonisten, dessen Psyche er detailliert offenlegt, und stürzt sie in ein emotionales Wechselbad aus Mitgefühl und Fassungslosigkeit, dem man sich nicht entziehen kann.

Vincent de Swarte, 1963 geboren und heute in Paris lebend, studierte in Bordeaux, arbeitete danach einige Jahre lang als Werbetexter und hat zwei Kinder- und Jugendbücher geschrieben. Mit “Der Leuchtturmmörder” legte er ein fulminantes Debüt als Roman-Autor hin und wurde für das Psychogramm seines Serientäters wider Willen vom französischen Verband der Psychiater mit dem “Prix Charles Brisset” ausgezeichnet. (Ensa Maurer)

Titel: Der Leuchtturmmörder
Autor: Vincent de Swarte
Verlag: Suhrkamp Taschenbuch
Seiten: 142
ISBN: 3518396250

Auf dem Weg nach oben

Erstellt am: Oktober 11th, 2007

Seit einigen Jahren mischt in der literarischen Krimiszene eine farbige Privatdetektivin mit. Nachdem vier von ihr erfolgreich gelöste Fälle auch bei uns in der Bundesrepublik bekannt geworden sind, hat sie die besten Aussichten, zur Kulturfigur aufzusteigen. Es ist die sympathische Tamara Hayle, Ex-Polizistin, Anfang 30, geschieden und alleinerziehende Mutter eines heranwachsenden Sohnes namens Jamal. Sie ist energisch, lebenstüchtig, warmherzig und humorvoll und entsprang der Fantasie der amerikanischen Schriftstellerin Valerie Wilson Wesley.

Gewöhnlich kommen Leute zu Tamara, weil ihnen von den Behörden Unrecht getan wurde und sie kein Geld haben, sich an andere Stellen zu wenden. Doch diesmal verspricht der Auftrag, mehr Gewinn abzuwerfen, denn er kommt von Mandy Magic, dem bekannten Radiostar von Essex County. Ihre Mitternachtssendung “The Magic Hours”, die aus einer Mischung von Klatsch, verrückten Bekenntnissen und gesundem Menschenverstand besteht, ist in drei Staaten die beliebteste Talk-Show. Jetzt allerdings ist Mandy arg in Bedrängnis. Fand sie doch vor ihrem Büro einen anonymen Zettel mit nur drei Worten: “Movin’on up”, “auf dem Weg nach oben”. Außerdem war kurz zuvor ihr Friseur Tyrone Mason im Lotus Park erstochen worden. Tamara, die wie Mandy im Mietskasernenviertel von Newark, New Jersey, aufgewachsen ist und keine glückliche Kindheit hatte, merkt recht bald, dass Mandy nicht mit der vollen Wahrheit herausrückt, die irgendwie mit ihrer Vergangenheit zusammenhängt. Sie nimmt die Vertrauten von Mandy genau unter die Lupe: die Adoptivtochter Taniqua, ihren Berater Kenton Daniels III. – er ist der Sohn eines Arztes aus wohlhabender Familie- , Rufus Greene, ihren einstigen Zuhälter und Vater ihrer Adoptivtochter, sowie ihre Freundin und Sekretärin Pauline Reese, Mandy Magics “graue Eminenz”.

Sie fragt sie alle gründlich aus und stellt auch Mandy nochmals zur Rede. So erfährt sie nach und nach, dass Mandy in ihrer frühen Jugend auf den Strich gegangen war, dass Tyrone sie damit erpresste und dass der reiche Besitzer eines Senders, ein älterer Herr, sie gefördert und ihren Aufstieg ermöglicht hat – natürlich nicht ohne entsprechende Gegenleistungen. Tamara hat alle, die mit Mandy tagtäglich zu tun haben, in Verdacht. Als zwei von ihnen ermordet werden, Pauline und Kenton, bleibt nur noch Taniqua übrig. Vieles spricht gegen sie. Aber zur großen Überraschung von Tamara und sicher auch des pfiffigsten Krimilesers entpuppt sich eine unscheinbare Nebenfigur als der gesuchte Übeltäter mit einer entsprechenden tragischen Vorgeschichte, in der Mandy eine Hauptrolle spielt und von der Tamara erst erfährt, als es für Mandy beinahe zu spät ist.

Tamara fällt, nachdem der Fall gelöst ist, in tiefe Depression. Wie gut, dass ihr alter Freund Jake Richards zur Stelle ist, der sie tröstet und sie darauf hinweist, dass das Leben eben vielschichtig ist, nicht nur schwarz und weiß, und dass man auch die Grautöne verstehen müsse.

Valerie Wilson Wesley erzählt plastisch und farbig, spart nicht mit originellen Vergleichen und lässt ihre Protagonistin Tamara in einer unverblümten Sprache denken und reden. Die logisch aufgebaute, mit viel Lokalkolorit und sozialkritischen Untertönen angereicherte Geschichte ist spannend bis zur letzten Seite. Man liest sie mit wachsendem Vergnügen, Großartig ist auch die Darstellung der einzelnen Charaktere. (Ursula Homann)

Titel: Auf dem Weg nach oben
Autor: Valerie Wilson Wesley
Verlag: Diogenes
Seiten: 268
ISBN: 3257062559

Wir sind im dritten Jahrtausend!
Heutzutage ist ein Computer im Haushalt ebenso selbstverständlich wie eine Waschmaschine. Hinzu kommt, dass PCs längst nicht mehr nur zum Rechnen genutzt werden, sondern immer mehr der Unterhaltung und der Kommunikation dienen. Ob Sie nun Musik hören, Filme oder Fotos ansehen oder telefonieren – oft ist der PC das Gerät all dieser Tätigkeiten. All diese Möglichkeiten machen Hintergrundwissen erforderlich, das Sie in den praxisnahen Handbüchern aus dem Hause Markt+Technik finden!

In dieser neuen Auflage seines Standardwerkes – aktualisiert auf Windows Vista und den aktuellen Stand der PC-Entwicklung -, bietet IT-Spezialist Christian Immler allen, die mehr wissen wollen, umfassendes Wissen rund um den PC.

In seinem PC-Handbuch begleitet Christian Immler Sie Schritt für Schritt in die Tiefen der Hardware- und Software-Arbeit mit dem Computer – von der Hardwareeinrichtung über die optimale Einrichtung eines Windows-Vista-Systems nach dem ersten Start, Internettechnik, Netzwerk, bis zu Multimedia und Tuning. Zusätzlich erhalten Sie in einem hilfreichen Kapitel mit Problemlösungen Tipps und Tricks für die tägliche Arbeit mit Windows Vista, bei Hardware- und Startproblemen. Und wenn gar nichts mehr geht hilft die ‚Rettungs-CD’: Die CD bietet nicht nur ausgezeichnete Software, sondern rettet Sie auch bei einem Totalabsturz, wenn nichts mehr geht.

Zielgruppe: Das PC-Handbuch rettet Anfänger vor dem Verzweifeln und verschafft Fortgeschrittenen als Nachschlagewerk schnelle Lösungen.

CD: Bootfähige ‚Erste Hilfe-CD’, mit der Sie bei einem Crash Ihre Daten retten können; sie enthält ein Rettungs-Betriebssystem für Notfälle („einlegen und starten“), AntiVirus (Vollversion mit 90-Tage Updates), Burning Studio 6 – Brennprogramm (Vollversion), Duden, Stadtpläne, MP3-Player, Wörterbuch, alle Internetadressen aus dem Buch, sowie weitere nützliche Freeware.

Das PC-Handbuch, ISBN: 978-3-8272-4265-5, 832 Seiten, Hardcover, 1 CD, € 29,95 [D]

Qualität statt Quantität – mit dieser Vorgabe will der Arbeitskreis Hörbuchverlage im Börsenverein des Deutschen Buchhandels das Profil des Mediums schärfen. “Nachdem die erste große Euphorie auf dem Markt vorbei ist, geht es für die Hörbuchverlage darum, für die Zukunft gerüstet zu sein”, sagt Peter Bosnic (steinbach sprechende bücher) vom Sprecherkreis im Arbeitskreis Hörbuchverlage. Für das Jahr 2007 rechnet der Börsenverein bei Hörbüchern mit einer moderaten Umsatzsteigerung. Im ersten Halbjahr belief sich das Plus auf acht Prozent, das ergibt die Konsumenten-Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die der Börsenverein in Auftrag gegeben hat. Im vergangenen Jahr wurden mit Hörbüchern rund 160 Millionen Euro umgesetzt. Knapp die Hälfte aller Hörbücher wird in Buchhandlungen gekauft, die andere Hälfte verteilt sich auf Warenhäuser, Supermärkte, Downloads, den klassischen Versandhandel und den Versand über das Internet.

“Download-Portale sind der einzige wirklich überzeugend wachsende Verkaufskanal für Hörbücher”, sagt Christine Härle (Eichborn LIDO), “auch wenn derzeit nur etwa fünf Prozent der Hörbücher als Download gekauft werden.” 2006 stieg der Umsatz mit Hörbuchdownloads um rund 180 Prozent auf knapp 6 Millionen Euro, in der ersten Jahreshälfte 2007 stieg er immerhin noch um gut 30 Prozent. Das hängt eng zusammen mit der Einstellung der Käufer. “Den typischen Hörbuchhörer gibt es nicht, aber eines verbindet die meisten Nutzer von Hörbüchern: Sie sind sehr offen für moderne Technologien”, so Härle. 82 Prozent aller Hörbuchkäufer haben zu Hause einen Computer, bei den Buchkäufern sind es nur 75 Prozent; Zugang zum Internet haben 83 Prozent der Hörbuchnutzer und 73 Prozent der Buchkäufer. Zudem reagierten die Hörbuchnutzer besonders stark auf Prominenz im Fernsehen und anderen Medien. “Wenn ein bekannter Entertainer oder Schauspieler ein Hörbuch produziert, dann schlägt sich das direkt im Hörbuchmarkt nieder”, so Härle.

Weil die steilen Wachstumskurven der vergangenen Jahre im Hörbuchbereich abflachen, will der Arbeitskreis die Hörbuchverlage fit für die Zukunft machen. “Es wurden 2007 zwar mehr Hörbücher gekauft, allerdings ist der durchschnittliche Preis für ein Hörbuch im Vergleich zum Vorjahr gesunken”, so Theresia Singer (headroom sound production) vom Arbeitskreis Hörbuchverlage. Der Durchschnittspreis lag im ersten Halbjahr bei 13,60 Euro, im Jahr davor lag er noch bei 15,44 Euro (minus 12 Prozent). “Das Potenzial liegt in der Klasse, nicht in der Masse”, so Singer. Deshalb müssten hohe Qualitätskriterien an die Produktion von Hörbüchern gelegt werden. “Der Reiz eines Hörbuchs liegt für den Hörer in der mitreißenden Präsentation von Literatur”, sagt Singer. Das sei in der Produktion aufwändig und kostspielig. “Doch nur wenn man diesen Aufwand betreibt, werden Hörbuchnutzer langfristig für das Medium begeistert.”

Digitaler Rechtehandel ist ein globales Thema: Aus 44 Ländern waren rund 300 Rechtemanager nach Frankfurt gekommen, um sich beim 21. Rights Directors Meeting darüber zu informieren, wie sie digitale Rechte erfolgreich vermarkten können.

Das Motto des diesjährigen Rights Directors Meetings “From Fear Factor to Revenue Stream. Managing Digital Rights” zeigte dabei die beiden Seiten des immer wichtiger werdenden Geschäftsfeldes auf: Bedenken und Umsatzchancen. Um den „Angstfaktor zu schmälern“, führte Evan Schnittmann, Vice President Business Development & Rights Oxford University Press zunächst Schritt für Schritt in das komplexe Thema des digitalen Rechtehandels ein.

Er stellte bereits gängige Geschäftsmodelle wie Ebooks Sales vor und solche, die erst noch im Entstehen sind. “Achten Sie besonders auf CafeScribe”, empfahl Schnittmann. Gemeint ist damit ein “Textbook based Social Networking”-Modell. Auch im Kommen sei das DailyLit-Modell, bei dem per E-Mail vertriebene Bücher Umsatz bringen.

Die sich anschließenden, praxisnahen Vorträge von Maja Thomas, Hachette Book Group, Annette Beetz, Gräfe & Unzer Verlag, Lucy Vanderbilt, HarperCollins UK, und Franziska Hildebrandt, Campus Verlag, verdeutlichten anschaulich, wie komplex das Thema digitale Rechtevermarktung ist und welche Fallstricke drohen.

Eine große Herausforderung sind zum Beispiel Vertrags- und Preisgestaltung sowie Abrechnungsmodelle und das grenzüberschreitende digitale Geschäft. Nicht jeder Verlag, der Übersetzungsrechte veräußert, verkauft auch digitale Rechte für das entsprechende Land, so eine Erfahrung. Ein Kuriosum aus der Ecke der Bedenkenträger, das auch Nachfragen der Zuhörer auslöste.

Zudem eignet sich nicht jedes Buch, nicht jeder Inhalt für digitale Zusatzgeschäfte. Es gilt also, genau abzuwägen – auch ob sich der Aufwand lohnt. Außerdem gilt, so Annette Beetz, je einzigartiger der zu vermarktende Inhalt auch im weltweiten Vergleich ist, desto mehr ist er wert. Feste Richtwerte für Verträge gebe es derzeit aber nicht, so Franziska Hildebrandt. In diesem Geschäftsfeld ist sehr vieles noch individuelle Verhandlungssache.

Nicht unter Wert sollten auch digitale Hörbuchrechte verkauft werden, so Maja Thomas. Denn digitale Audiobooks seien in den USA momentan das am schnellsten wachsende Marktsegment. Vanderbilt wiederum ermunterte ihre Kollegen, über erprobte Pfade hinaus mutig zu sein und Dinge auszuprobieren.

Dabei dürften sie mitunter auch Konflikte innerhalb des Verlags nicht scheuen. Nicht nur bei HarperCollins UK müssen sich die Rechtemanager mit der Marketingabteilung einigen. Erstere wollen digitale Rechte verkaufen, letztere Inhalte zum kostenlosen Download bereitstellen. “Eine fortwährende Diskussion”, bestätigte auch Beetz, die dennoch dafür plädierte, digitalen Content nicht kostenfrei abzugeben.

Deutscher Buchpreis geht an Julia Franck

Erstellt am: Oktober 10th, 2007

Erneut ist der Sieger des Deutschen Buchpreises eine Siegerin: Julia Franck erhielt gestern Abend im Frankfurter Römer die Auszeichnung für ihren Roman «Die Mittagsfrau» (S. Fischer). Durchgesetzt hat sie sich gegen fünf weitere Finalisten.

In dem Roman erzählt Julia Franck vor dem Hintergrund zweier Weltkriege die verstörende Geschichte einer Frau, die ihren Sohn verlässt, ohne sich selbst zu finden. Das meiste sei frei erfunden, so die Autorin, die sich beim Schreiben dennoch von einer Begebenheit in ihrer Familie inspirieren ließ: Ihre Großmutter hatte ihren Vater 1945 auf einem Bahnsteig stehen lassen und ist nie wieder zurückgekehrt.

Nicht nur die Geschichte beeindruckte die Jury. “Das Buch überzeugt durch sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität. Ein Roman für lange Gespräche”, so die Begründung der Jury-Mitglieder, die sich mit großer Mehrheit für die Berliner Autorin als Preisträgerin für den deutschsprachigen Roman des Jahres 2007 entschieden haben.

Mit ihrem Buch “Die Mittagsfrau” hat sich Julia Franck gegen fünf Mitfinalisten durchgesetzt. Nominiert waren neben der 37-jährigen Preisträgerin Thomas Glavinic (Das bin doch ich, Hanser), Michael Köhlmeier (Abendland, Hanser), Katja Lange-Müller (Böse Schafe, Kiepenheuer & Witsch), Martin Mosebach (Der Mond und das Mädchen, Hanser) und Thomas von Steinaecker (Wallner beginnt zu fliegen, FVA). Franck erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.

“Die Verleihung des Deutschen Buchpreises hat Hunger auf literarische Neuentdeckungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gemacht und im Ausland das Vertrauen in die Qualität der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur wachsen lassen”, sagte Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Vorsitzender der Akademie Deutscher Buchpreis, bei der Feierstunde.

Mit dem zum dritten Mal vergebenen Deutschen Buchpreis 2007 zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Partner sind Florian und Gabriele Langenscheidt, der Spiegel-Verlag, die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main.

Auf der Buchmesse ist Julia Franck am Messe-Mittwoch von 15 bis 16 Uhr auf dem Stand des Spiegel Verlag (Halle 3.0 D 101) in einem Gespräch mit dem Jury-Mitglied Mathias Schreiber (Spiegel) zu erleben.

Reise um die Welt von Georg Forster

Erstellt am: Oktober 10th, 2007

Abenteurer und Forscher, Schriftsteller, Aufklärer und Revolutionär: Georg Forster ist der geheime, der verdrängte, unterschlagene Klassiker der deutschen Literatur. Als sein Bericht von James Cooks Weltumsegelung seinem erstaunten deutschem Publikum vorgelegt wurde, sprach nicht nur Wieland von einem “der merkwürdigsten Bücher unserer Zeit” – im Sinne von bemerkenswert natürlich! Fast 230 Jahre nach seiner deutschen Erstausgabe gibt es die REISE UM DIE WELT in einer verschwenderisch schönen Prachtausgabe im Folioformat – erstmals mit den in britischen Archiven vergessenen Originalzeichnungen des Autors.

Weitere Buchbesprechungen im Lesertreff: