Garp und wie er die Welt sah
Erstellt am: Oktober 30th, 2007Garp wird unter, gelinde gesagt, sehr eigenartigen Umständen gezeugt und dann von seiner sehr eigenwilligen, aber auch selbstbewussten Mutter allein aufgezogen. Er beschließt schon relativ früh, und nicht zuletzt um das Herz seiner Lesewütigen zukünftigen Frau zu gewinnen, Schriftsteller zu werden. Während er noch mit den Anfängen kämpft, schreibt seine Mutter bereits ihre Biographie und hat einen durchschlagenden Erfolg mit dem Buch. Dadurch ist der jung verheiratete Garp relativ frei von finanziellen Zwängen und kann sich neben seiner Tätigkeit als Hausmann, ausgiebig dem Schreiben widmen. In seiner Ehe und seinem Berufsleben geschehen nicht besonders außergewöhnliche Krisen und Hochs, bis es eines Tages zu einer schrecklichen Katastrophe kommt.
Obwohl der Roman keinen eigentlichen Plot hat, nimmt er den Leser vom Anfang bis zum Ende gefangen. Dramatisches Geschehen ist mit Humor und manchmal absurden Personen und Ereignissen vermischt und wirft die Emotionen bei der Lektüre von einer Ecke in die Andere. Ob die Hauptfigur sich ständig fast übertrieben um seine Kinder sorgt, die Autoraser in seiner Gegend mit fast religiösen Eifer verfolgt, zwischen Appetit auf fremde Frauen und ehelicher Treue kämpft oder der Frauenbewegung mit schwankenden Gefühlen gegenübersteht, man ist immer an seiner Seite, auch wenn man ihn nicht recht verstehen oder nachvollziehen kann.
Man verfolgt sein Leben wie das eines guten Bekannten oder Freundes, oft kopfschüttelnd aber immer mit Anteilnahme, eher ohne sich mit ihm zu identifizieren. Vielleicht macht das einen Teil der Außergewöhnlichkeit des Buches aus.
Bei einer beachtlichen Anzahl von Nebenfiguren zeigt Irving eine Vorliebe für exotische Persönlichkeiten. Sie und fast allen anderen werden mit großer Sympathie von ihm behandelt, und nur einige wenige, wie z. B. der junge Mann mit dem Garps Frau ihn betrügt, werden ohne Nachsicht als “Bösewichte” beschrieben.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Titel: Garp und wie er die Welt sah
Autor: John Irving
Verlag: Rowohlt
Seiten: 644
ISBN: 3499225042
Das Truthuhn-Paradies
Erstellt am: Oktober 30th, 2007Maria Thanner nimmt wirklich allerhand auf sich, um ihrer Heimatstadt Paderborn zu entkommen: Sie verzichtet dankend darauf, die Firma ihres Vaters zu übernehmen und landet ohne Aussicht auf einen Job in Berlin, wo sie niemanden kennt. Letzteres freilich ändert sich sehr bald: Kurz nach dem Aufwachen von ihrer ersten Nacht im neuen Zuhause trifft sie ihren Nachbarn Björn Hook. Zu allem Überfluss erfährt sie wenig später, dass sie nicht so allein ist, wie sie sich fühlt, denn – Maria ist schwanger.
Das sorgt zwar für Irritationen, doch die halten sich – im Gegensatz zum Wirbel, den Björn verursacht – schwer in Grenzen. Der hat nämlich etliche Ideen, die zumindest er für grandios hält, doch die Kalkulation der Durchführbarkeit ist seine Sache nicht. Das selbst auferlegte zölibatäre Dasein bereitet ihm zunehmend Kopfzerbrechen und der Plan, Truthühner, die er für Außerirdische hält, von einer niedersächsischen Geflügelfarm zu befreien, konnte nur durch das Mitwirken eines unglücklichen Zufalls vom Weg vorzeitigen Scheiterns abgebracht werden.
Stephan Sareks Buch “Das Truthuhn-Paradies” ist ein kurzweiliges Lesevergnügen, das sich 81 Seiten lang ausschließlich den Hauptfiguren Maria und Björn widmet. Erst mit dem zweiten Kapitel prasseln weitere Personen, die mehr oder weniger gewichtige Rollen spielen, auf die Leser ein. Kontinuierlich zieht sich jedoch Sareks Faible für Skurriles, Alltägliches, Groteskes, Anarchistisches und sprachliche Albernheiten durch die Handlung.
“Das Truthuhn-Paradies” ist der dritte Roman des in Berlin lebenden Autors Stephan Sarek. Er wurde 1957 geboren und war nach seiner kaufmännischen Ausbildung als Feuerwehrmann, Sanitäter, Landschaftsgärtner und Seefunker tätig. Darüber hinaus agierte er als Komparse in über 150 Filmen und Fernseh-Serien. (Ensa Maurer)
Titel: Das Truthuhn-Paradies
Autor: Stephan Sarek
Verlag: dtv
Seiten: 188
ISBN: 3423204346
Little Alien
Erstellt am: Oktober 30th, 2007Ellie hat ihr Dorf mit seinen Fachwerkhäusern, dem heiligen Georg auf dem Marktplatz-Brunnen und den an lilafarbenen Leinen geführten Pekinesen gründlich satt. Daran können weder ihre beste Freundin Luise noch der Job als “Blutwegputzerin im Operationssaal des Kreiskrankenhauses” etwas ändern. Spontan und mit nur zwei Hundertmarkscheinen im Gepäck beschließt sie, der Tristesse adieu zu sagen und in Berlin ein neues Leben anzufangen.
Das beginnt im Dom, wo sie die erste Nacht verbringt, und treibt sie schon am nächsten Tag in den Bann eines personifizierten Wunders, eines Pasta verschlingenden Gottes, der gerade von ihr entdeckt wieder vom Metropolen-Getümmel verschluckt wird. Von einer nie erlebten Leidenschaft getrieben macht sich Ellie auf die Suche nach dem Fremden, landet dabei in einer Jazz-Bar, wo sie zur Sängerin wird und den Pianisten Willi kennen lernt, der es überdies hartnäckig darauf abgesehen hat, sie zu seiner Lebenspartnerin zu machen. Doch Ellie will nicht Willi, sondern ihren Pasta-Gott.
“Little Alien” ist die Geschichte einer zum Scheitern verurteilten Liebe – einerseits. Andererseits jedoch erzählt Bianca Döring in ihrem Buch vom Getrieben-sein und Sich-treiben-lassen, von Sehnsüchten und exzessivem Leben. Sie tut das mit bravouröser assoziativer Sprachgewalt und viel bizarrem Humor, mit einem Gespür für das Wechselspiel zwischen erzählerischer Rasanz und Gemächlichkeit sowie einem unbestechlichen Blick für Details.
Bianca Döring wurde 1957 in Schlitz geboren und lebt seit Mitte der 90er-Jahre als freie Schriftstellerin in Berlin. “Little Alien” ist – nach dem 1999 erschienenen Werk “Hallo Mr. Zebra” – der zweite Roman der Autorin, die sich lange Zeit auf die Veröffentlichung von Gedichten und Erzählungen beschränkte. (Ensa Maurer)
Titel: Little Alien
Autor: Bianca Döring
Verlag: dtv premium
Seiten: 234
ISBN: 3423242205
Das Geheimnis von Longwell House
Erstellt am: Oktober 30th, 2007Als Eileen Howard von ihren Eltern zu ihrem achtzehnten Geburtstag eine Überraschung versprochen bekommt, hat sie sich darunter ganz gewiss nicht eine erzwungene Heirat vorgestellt. So fährt sie kurz darauf zu ihrer Tante nach London, mit dem festen Vorsatz lieber eine Arbeit anzunehmen, als durch eine Heirat mit einem Unbekannten den Familienbesitz zu retten. In London nimmt sie unter anderem einen Job als Kellnerin an und lernt sie einen jungen Mann kennen. Eileen weiß, er ist die große Liebe ihres Lebens, doch er bietet ihr lediglich an, seine Mätresse zu werden, schließlich hat er keine Ahnung das ihre Eltern adelig sind und sie nur so den Job als Kellnerin ausübt. Empört lehnt sie ab und die beiden sehen sich nicht wieder.
Danach ist Eileen fast bereit die von den Eltern vorgeschlagene Ehe einzugehen, aber auch hier steht ihr ihr Eigensinn und Trotz im Weg und so verlieren die Howards ihr Anwesen. Ihre Eltern gehen als Verwalter nach Frankreich und Eileen nimmt eine Stelle als Gouvernante an. Bald schon erfährt sie, das man ihrem neuen Arbeitgeber nachsagt, seine Frau getötet zu haben. Überhaupt gehen in Longwell House einige seltsame Dinge vor. Einzig ihre Schützlinge, mag Eileen einfach nicht missen.
Dann jedoch schlägt das Schicksal wieder zu…
Rebecca Michéle weiß wie sie die Vergangenheit zum Leben erwecken kann. Ihre Romane lassen sich leicht lesen und sind gute Unterhaltung für einen ruhigen Nachmittag. Auch “Das Geheimnis von Longwell House” fällt in diese Kategorie. Nicht nur für Fans der Autorin zu empfehlen.
Kritik geschrieben von Isolde Wehr, Herausgeberin der romantischen Bücherecke und Moments
Titel: Das Geheimnis von Longwell House
Autor: Rebecca Michéle
Verlag: Stieglitz
Seiten: 237
ISBN: 3798703566
Der Mann aus St.Petersburg
Erstellt am: Oktober 30th, 2007Am Vorabend des 1.Weltkrieges wird der englische Adlige Stephen Walden wird vom ersten Lord der Admiralität Winston Churchill gebeten, die Verhandlungen mit dem russischen Vertreter, den Neffen seiner aus Russland stammenden Frau Lydia Fürst Alexeij Andreijewitsch Orlow über einen Beistandspakt mit Russland zu führen.
In der Schweiz erfahren russische Anarchisten davon und der Attentäter Felix Kschessinsky reist nach London um Orlow zu töten und damit die Verhandlungen zum Scheitern zu bringen.
Doch im Laufe der Ereignisse stellt sich heraus, dass die gutbürgerliche Lydia und der Anarchist Felix ein gemeinsames Geheimnis aus ihrer Vergangenheit in Russland teilen. Und auch die rebellische achtzehnjährige Tochter der Waldens, Charlotte wird plötzlich in die Ereignisse hineingezogen …
Ähnlich wie in “Die Nadel” benutzt Follett den Ausnahmezustand eines in der normalen britischen Gesellschaft auftauchenden Killers um diese unter der Extremsituation besonders deutlich zu beschreiben. Diese Mischung aus kritischer Beschreibung der damaligen Zustände, den persönlichen Konflikten der Beteiligten und den politischen Begleitumständen, den Versuchen, den Attentäter zu fassen und dessen Pläne und Aktionen zur Ermordung seines Opfers sorgt für eine niemals Langatmig werdende Geschichte.
Follett versteht sein Handwerk und schrieb einen zwar nicht herausragenden aber soliden und kurzweiligen Roman.
Der Lektor des Buches hat aber anscheinend zeitweise geschlafen, weil manchmal ein kaum zu entziffernder, regelrechter Buchstabensalat darin zu finden ist.
Kritik geschrieben von Alfres Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Titel: Der Mann aus St.Petersburg
Autor: Ken Follet
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 413
ISBN: 3404105311
Im Strom der Zeit
Erstellt am: Oktober 30th, 2007Als Dr. Danziger das Geheimnis der Zeitreisen entdeckt, ist Si Morley einer der Wenigen, die dazu fähig sind. Er reist in das Ende des 19. Jahrhunderts, kommt zurück um Bericht zu erstatten und kehrt dann wider in diese Zeit zurück um Julia, ein Mädchen dieser Zeit zu heiraten.
Inzwischen sind dem Zeitreiseprojekt die Gelder gestrichen worden, und Dr. Danziger existiert durch einen Eingriff in die Vergangenheit nicht. Ruben Prien, ein anderer, ehrgeiziger Beteiligter am Projekt, kann sich jedoch dunkel an diese verschwundene Vergangenheit erinnern und kontaktiert Si Morley, als dieser kurz in der Jetzt-Zeit auftaucht um ihn zu einer neuen Mission zu überreden. Sie wollen verhindern, dass der 1. Weltkrieg stattfindet.
In der Fortsetzung von “Von Zeit zu Zeit” braucht Finney ungefähr das halbe Buch, um den Übergang vom Vorgänger zur eigentlichen Handlung vorzudringen. Und es ist oft nicht ganz einfach, der etwas verwirrenden Geschichte bis dahin zu folgen. Von dort an beschränkt sich der Autor aber auf die Hauptperson und alles geht sehr geradlinig weiter.
Offensichtlich hat er sich auch eine Menge Informationen über die beschriebene Vergangenheit angeeignet und er lässt den Leser im Überfluss daran teilhaben. Viele Bilder und ausführliche Beschreibungen von Häusern, Varietékünstlern und sonst noch allen Möglichen im New York des Jahres 1912 erschlagen den Leser geradezu, wenn er nicht ein ausgeprägtes Interesse daran mit dem Autor teilt.
Keine typische Science Fiction Geschichte und durchaus lesenswert, wenn auch etwas mühsam.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Titel: Im Strom der Zeit
Autor: Jack Finney
Verlag: Heyne
Seiten: 359
ISBN: 3404141652
Hiob
Erstellt am: Oktober 29th, 2007Der Jude Mendel Singer lebt ein bescheidenes aber zufriedenes Leben im Russland der Jahrhundertwende. Seine Frau erwartet ihr viertes Kind und als es zur Welt kommt, ist es schwer behindert. Damit beginnt Mendels Pechsträhne und hält für sehr lange Zeit an. Seine Frau und er leben nur mehr nebeneinander her und als seine anderen Kinder in das Erwachsenenalter kommen, gibt es auch eine Menge Probleme. Seine beiden gesunden Söhne sollen zum Militärdienst eingezogen werden und seine Tochter treibt sich mit im Dorf stationierten Kosaken herum.
Einer seiner beiden Söhne flieht vor dem Soldatenleben nach Amerika und Mendel entschließt sich, seinen behinderten Sohn zurücklassend, dem inzwischen erfolgreichen Sohn dorthin zu folgen. Anfangs scheint in der Neuen Welt sich alles zum Besseren zu wenden, doch Mendels Pechsträhne ist noch nicht vorüber.
Roth beschreibt, wie der Titel schon klar macht, einen vom Unglück verfolgen Gläubigen. Eine Odyssee eines armen Mannes durch die Widrigkeiten und Rückschläge eines an Schicksalsschlägen reichen Lebens. Dies ist in einer ausgesprochen gelungenen Sprache beschrieben. Stimmungs- und Landschaftsbeschreibungen sind farbig aber arten nicht in Langatmigkeit aus, obwohl der Großteil des Buches daraus besteht. Das Leben des Mendel hat ja, bis auf die Ausreise nach Amerika, wenig Abwechslung zu bieten. Die ständigen Unglücksschläge nimmt er hin und lebt sein tief in der Tradition und im Glauben verwurzeltes, wenig abwechslungsreiches Leben weiter. Wenige Bücher stellen die Welt und die Menschen des osteuropäischen Judentums so eindringlich dar. Nur selten von einem leisen Humor durchbrochen, ist die Grundstimmung fast immer gedrückt. Fast spürt man beim Lesen die Last, die das Leben die meiste Zeit für die beschriebenen Personen bedeutet. “Hiob” ist sicher nicht jedermanns Sache, aber er entlässt den Leser auf keinen Fall ohne Eindruck.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Titel: Hiob
Autor: Joseph Roth
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Seiten: 217
ISBN: 3462015109
Ein Lächeln der Liebe
Erstellt am: Oktober 29th, 2007Duncan MacTavish, ein junger Schotte, erfährt aus heiterem Himmel, dass er auch noch einen Großvater, Lord Neville Thackeray, in England hat und dass er dessen Erbe ist, aufgrund eines Versprechens seiner Mutter. Sein schottischer Großvater, Lord Archibald MacTavish, lässt Duncan nach England reisen aber nur, wenn er verspricht möglichst bald zu heiraten und Kinder zu zeugen. Da auch er keine Erben mehr außer Duncan hat, möchte er den erstgeborenen Sohn seines Enkels als Erben für seinen Besitz haben.
Lord Neville Thackeray hat bereits eine Braut für seinen Erben ausgesucht, die wunderschöne Ophelia Reid. Diese hat aber keine Lust einen Barbaren aus dem schottischen Hochland zu heiraten und verstreut in der Londoner High Society Gerüchte über ihn, um so ihre Eltern zu einer Aufhebung des Eheversprechens zu bringen.
Sabrina Lambert ist ein Hausgast der Reids, da eine ihrer Tanten mit der Mutter von Ophelia befreundet ist. Sie selber ist stets Gegenstand von Getuschel, da das Gerücht geht, in ihrer Familie besteht ein Hang zum Selbstmord. Aus diesem Grund sind auch ihre Tanten ledig geblieben und da Sabrina nicht unbedingt dem sonstigen Schönheitsstandard entspricht, hat sie sich ebenfalls damit abgefunden wohl niemals einen Mann zu finden.
Als Duncan und Sabrina sich treffen, scheinen sich die richtigen gefunden zu haben. Aber bis zum gemeinsamen Glück, ist es noch ein langer Weg.
Meine Meinung: Wie immer garantiert Johanna Lindsey ihren Leserinnen eins: jede Menge Spaß. Der Roman ist kurzweilig und unterhaltsam allerdings verstrickt sich die Autorin am Schluss etwas zu sehr in Missverständnissen. Auch aufgrund der vielen handelnden Personen hat man das Gefühl die Liebesgeschichte kommt zu kurz. Trotzdem gilt: Hier hat man Spaß beim Lesen.
Kritik geschrieben von Isolde Wehr, Herausgeberin der romantischen Bücherecke (http://www.die-buecherecke.de)
Titel: Ein Lächeln der Liebe
Autor: Johanna Lindsey
Verlag: Heyne (Rondo)
Seiten: 400
ISBN: 3453181883
Die Netzflickerin
Erstellt am: Oktober 29th, 2007Ein alter Mann blickt auf sein Leben zurück. Es ersteht in der Erinnerung eine anrührende Liebesgeschichte zwischen einem jungen Holländer und einer jungen Frau, der Netzflickerin , die sich dem Widerstand gegen die deutsche Besatzung während des zweiten Weltkrieges in Holland angeschlossen hatte. In verwirrender Verstrickung gerät dieser junge Holländer in den Verdacht des Verrats gegen die Mitglieder der Widerstandsgruppe um diese junge Frau.
Die herzerwärmende Sprache, das politisch schwierige Thema von Zeiten des dritten Reichs in Holland,— das Schicksal jüdischer Menschen dort, — es wird zunächst nur skizziert, aber man ahnt, was los war.
Mit versöhnlicher Weisheit führt das Buch zur Aufklärung der vergangenen Irrungen und Wirrungen . Das Buch erscheint zuweilen in der Form wie eine Biographie. Es ist ein ernstes Buch mit tiefen menschlichen Klängen, sehr zu Herzen gehend, so wie schon “Das Wüten der ganzen Welt” vom selben Autor. (Claudine Borries)
Titel: Die Netzflickerin
Autor: Maarten’t Hart
Verlag: Piper
Seiten: 440
ISBN: 3492228003
Der Club der grünen Witwen
Erstellt am: Oktober 29th, 2007Helga Riemer, Liliane Junker, Elli Thompson, Dorothee Drees und Marie-Louise Oster genannt Lou sind Freundinnen. Eigentlich haben sie nur eins gemeinsam, das Leben in der Schillerstraße, in der sie alle wohnen, bietet herzlich wenig Abwechslung, deswegen treffen Sie sich wöchentlich zu einem Frauenabend bei dem hemmungslos geschwatzt, getrunken und gegessen wird. So können Sie über ihre Probleme mit untreuen Ehegatten, zu wenig Sex oder Streit mit den Kindern reden. Und bei einem dieser Abende erzählt Dorothee von ihrem Herzenswunsch, sie möchte ein Buch schreiben. Und als wahre Freundinnen, wollen die anderen sie natürlich unterstützten.
So entscheidet man sich für einen Krimi und jede der Frauen soll eine eigene Kurzgeschichte dem Buch zu steuern, in dem sie auf Papier jemanden umbringen. Und diese Figuren die den Tod verdienen, kennen die Frauen nur allzu gut aus dem richtigen Leben. Und so entscheidet das Los, wer wen „umzubringen“ hat. Keine der Fünf ahnt auch nur andeutungsweise, was für ein Chaos sie damit auslösen, nicht nur für sich selber, sondern auch für die anderen Bewohner der Schillerstraße.
Marte Cormann ist anscheinend hier ein Deutschland ein absoluter Geheimtip. Wer noch kein Buch der Autorin gelesen hat, dem ist wirklich was entgangen. Witzig, lebensecht und absolut unterhaltsam, so kann man ab besten diese tolle Geschichte beschreiben die auch schon verfilmt wurde.
Kritik geschrieben von Isolde Wehr, Herausgeberin von Die romantische Bücherecke und Moments
Titel: Der Club der grünen Witwen
Autor: Marte Cormann
Verlag: Heyne
Seiten: 220
ISBN: 3453116771
Weitere Buchbesprechungen im Lesertreff: