Der Marsch ins Reich der Caoba
Caoba – so nennen die Südamerikaner das wertvolle Mahagoniholz, das nur im tiefsten Dschungel wächst.
Um es zu ernten müssen die Holzarbeiter, meist bettelarme Indios, gewaltige Anstrengungen auf sich nehmen, sie werden ausgebeutet und müssen bis zur totalen Erschöpfung schuften – viele von ihnen überleben die Strapazen nicht. Der Indio Celso ist einer der Ausgebeuteten. Um sich das Geld für seine Hochzeit zu verdienen geht er zunächst für zwei Jahre freiwillig in eine Monteria, wo das Holz geschlagen wird. Rasch erwirbt er sich den Ruf eines besonders intelligenten, fleißigen und belastbaren Mannes. Als sein Arbeitsvertrag abläuft und Celso endlich in sein Heimatdorf zurückkehren möchte um dort sein geliebtes Mädchen zu heiraten, versucht der Chef des Holzunternehmens mit allen Mitteln einen solch guten Arbeiter in seinem Unternehmen zu halten. Dies gelingt ihm nur mit betrügerischen Tricks und durch die tätige Mithilfe zweier Anwerbeagenten, die sich als gemeine und hinterhältige Schurken erweisen.
Celso kann seinem Schicksal nicht entgehen und muss erneut den Weg in die Monteria antreten – er weiß, dass er weder die Frau, die er liebt, noch seinen Heimatort jemals wiedersehen wird. Bar jeder Hoffnung sinnt er auf Rache.
Der Autor, hinter dessen Pseudonym B.Traven sich vermutlich der deutsche Anarchist Ret Marut, verbirgt, lässt auch in diesem Buch nie einen Zweifel daran aufkommen, auf welcher Seite sein Herz schlägt. Mit deutlichen und klaren Worten beschreibt er die unzumutbaren Arbeits- und Lebensbedingungen der armen Holzarbeiter. Obwohl das Buch vor fast siebzig Jahren erschien, wirkt die Sprache so zeitgemäß, so frisch und unverkrampft, als sei der Roman erst gerade geschrieben worden. Traven scheut weder vor klaren Stellungnahmen noch vor derben Kraftausdrücken zurück und lässt dabei auch nie Ironie und Humor vermissen.
Gerade weil er nicht in Weinerlichkeit oder belehrendes Gewäsch verfällt, vermag der Roman seine Leser bis heute zu bewegen.
Es fehlt ihm allerdings – zumindest stellenweise – die packende Dramatik, mit der mich “das Totenschiff”, Travens wohl berühmtester Roman, begeistert hat.
Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von “Evas Leseland”.
Titel: Der Marsch ins Reich der Caoba
Autor: B. Traven
Verlag: Diogenes
ISBN: 3257211066
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