About a Boy



Den zwölfjährigen Marcus könnte man wohl als den typischen Loser bezeichnen. Er trägt statt der modernen angesagten Jugendmode total uncoole, von der Mutter aufgeschwatzte Klamotten, hat eine unmögliche Haarfrisur, eine dicke Brille, hört die falsche Musik – und zu allem Überfluss singt er auch noch gelegentlich ganz in Gedanken spontan vor sich hin. Kein Wunder, dass der arme Kerl in seiner neuen Schule zum Prügelknaben wird.

Fiona, seine alleinerziehende Mutter ist dem unglücklichen Jungen auch keine rechte Stütze, denn sie hat genug mit sich selbst und ihren Depressionen zu tun. Will, ein sechsunddreißigjähriger Faulenzer hat da offenbar das bessere Ende der Wurst erwischt. Gemütlich lebt er in den Tag hinein – zu arbeiten braucht er nicht, denn seinen Lebensunterhalt kann er locker aus den Tantiemen bestreiten, die ihm zufließen, weil sein mittlerweile verstorbener Vater vor Jahren ein sehr beliebtes Weihnachtslied komponiert hat. Seine Zeit vertreibt sich Will mit dem Herumstöbern in Plattenläden, mit dem Ansehen langweiliger Fernsehsendungen, mit Kiffen und mit der Jagd nach weiblichen Sexualobjekten.

Als sich eines Tages die Wege von Will und Marcus kreuzen, beginnt für beide eine komplizierte Beziehung in deren Verlauf sich nicht nur Marcus langsam entwickelt sondern auch Will neue Seiten an sich entdeckt.

Das Buch spielt in London in den Jahren 1993 und 1994. Hornby beschreibt eine Szenerie, die er offenbar aus eigenem Erleben sehr gut kennt, denn seine Figuren, die Art, wie sie reden, was sie tun, das alles wirkt vollkommen lebensecht und ehrlich. Der Roman ist unterhaltsam im besten Sinne. Er ist spannend, lustig, turbulent, anrührend, manchmal auch traurig und er hat durchaus literarisches Niveau – es macht Freude, ihn zu lesen und obwohl er einen gewissen Tiefsinn vermittelt, wirkt er an keiner Stelle piefig oder lehrerhaft, der erhobene Zeigefinger ist nirgends zu sehen.

Marcus’ Pubertätsprobleme werden genauso einleuchtend erörtert, wie Wills Suche nach dem Sinn des Lebens. Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gezeichnet – da ist Fiona, die chaotische Mutter von Marcus, Clive, sein ganz sympathischer aber doch untauglicher Vater und Elli, eine fünfzehnjährige Rebellin, die niemanden so sehr verehrt wie den Nirvana-Sänger Curt Cobain.

Einziger Schwachpunkt ist der doch etwas zu lieblich geratene Schluss, der mir persönlich zu sehr nach Hera-Lind schmeckt.

Trotzdem ein empfehlenswertes Buch. Ich könnte mir übrigens vorstellen, dass sich die Geschichte sehr gut für einen Film eignen würde (mit George Clooney als Will und dem Jungen aus “The Sixth Sense” als Marcus).

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von “Evas Leseland”

Titel: About a Boy
Autor: Nick Hornby
Verlag: Droemer
Seiten: 320
ISBN: 3426616904

Abgelegt unter Romane

Einen Kommentar schreiben

Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.



DigitalVD.de News-Reader zum kostenlosen Download DigitalVD.de News-Reader

Der DigitalVD.de News-Reader ist eine kostenlose Software mit der Neuheiten aus der DVD- und Heimkino-Szene automatisch auf dem eigenen PC gelesen werden können. Ihr werdet kostenlos und automatisch rund um die Themen Film und Heimkino auf dem Laufenden gehalten.

[Beschreibung und Download]