Gelber Kaiser



1931 herrschen in China fast überall die Kriegsherrn über ihre jeweiligen gebiete. In der Provinz Hunan ist es General Zhang. Dort ist auch der Missionar John Farlane tätig und wird vom General in seien Bemühungen unterstützt. Farlane hat sich diese Unterstützung durch von ihm in die Wege geleitete Waffenkäufe in Amerika erkauft. Als es zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und dem General wegen gefolterter und hingerichteter Angehörigen seiner Gemeinde kommt, zeigt er sein wahres Gesicht. Er bedroht ihn und Farlane gibt nach.

Farlanes Sohn George hat einen chinesischen Leibwächter namens Da Wang, der ein heimliches Mitglied der Kommunisten ist. Der erbärmlichen Lebensumstände der unteren Schichten sorgen für regen Zulauf in deren, von den Kriegsherren eher verachteten Bauernarmeen. General Zhang ist sich wegen des Streites nicht mehr sicher, ob ihn Farlane noch bei den Waffenkäufen unterstützt, und nimmt seinen Sohn als Geisel. Die Sache eskaliert und Farlane und seine Frau verlieren ihr Leben. Da Wang befreit George mit einer List aus General Zhangs Kerker und flieht mit ihm. Gemeinsam erleben sie den Erfolg der chinesischen Revolution. Da Wang steigt dabei politisch bis in die Nähe Maos auf und George lebt als begeisterter Anhänger des Kommunismus in China. Erst die Kulturrevolution trennt sie und Farlane mit seinem Sohn Stenton nur mit Hilfe Da Wangs schwer verletzt nach Hongkong entkommen.

Doch die beiden Männer sollen noch eine wichtige Rolle spielen. Als alter Mann ist Da Wang der führende Kopf hinter einer gewagten, militärischen Aktion, die die Welt an den Rand eines großen Krieges führen könnte. Da haben aber auch noch einige andere Personen in dieser Sache ihre Hände im Spiel.

Der Chinakenner Scofield hat hier einen ausgezeichneten Politthriller geschrieben, der gleichzeitig etwas von einer Familiensaga an sich hat. Gekonnt wechselt er zwischen den beiden Zeitebenen und macht so die Motivation mancher Protagonisten langsam klarer. Er beherrscht das Kunststück, die Handlungen der Personen mit einem dramatischen, politischen Geschehen spannend zu verknüpfen, hervorragend. Die ganzen Beziehungen unter den Protagonisten sind zwar etwas unrealistisch weit hergeholt, aber für die Spannung der Geschichte ein Gewinn. Wer mit Politthrillern nicht grundsätzlich wenig anzufangen weiß, wird dieses Buch vermutlich mit Genuss verschlingen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Gelber Kaiser
Autor: Raymond A. Scofield
Verlag: Droemer
Seiten: 560
ISBN: 3426612054

Abgelegt unter Romane

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