Es wird alles anders werden
Valerie Wilson Wesley, die Erfinderin der sympathischen farbigen Privatdetektivin Tamara Hayle, hat ihre bisherige Heldin vorerst in Pension geschickt, und sich diesmal Eheproblemen unter Schwarzen zugewandt, die, wie man sich denken kann, sich von denen der Weißen in nichts unterscheiden.
“Das Unheil”, damit beginnt der Roman, “brach in einer Freitag nacht im Juni herein, eine Woche nach dem zehnten Hochzeitstag der Hutchinsons.” Es war ein heißer Tag gewesen, und in der Nacht hatte es sich auch nicht abgekühlt. Eva und ihr Mann Hutch waren sich wie üblich auf die Nerven gegangen. Da überraschte Hutch seine Frau mit der Mitteilung, er müsse weg von hier. Er sei nicht mehr glücklich. “Es herrscht keine Freude zwischen uns”, erklärt er ihr kurz und bündig. Eva – sie ist die zweite Frau von Hutch – fällt aus allen Wolken und macht ihrem Mann eine veritable Szene. Aber nichts hilft. Hutch zieht aus, und Eva bleibt weinend und unglücklich zurück. Erst viel später gewinnt sie dem Alleinsein vorübergehend auch positive Seiten ab.
Nach und nach erhält der Leser Einblick in eine verwickelte Familiengeschichte. Wir erfahren von Hutchs strengem Vater, von Evas verstorbener Mutter Louisa, mit der sich Eva vorübergehend überworfen hatte, als sie als Unverheiratete ihre Tochter Charley gebar, von ihrem Stiefsohn Steven, der aus Hutchs erster Ehe mit Irene stammt, und ihrem toten Baby aus ihrer Ehe mit Hutch.
Hutch sucht und findet zunächst Zuflucht bei seinem Freund Donald Mason und seiner Frau Raye. Donald ist ein notorisch untreuer Ehemann und wundert sich, dass einem ehrenwerten Mann Hutch so etwas wie Eheüberdruss widerfahren ist. Er rät ihm zur Scheidung. Aber davon will Hutch nichts wissen. Es kommt dann zu allerlei Missverständnissen, Verwicklungen, Verwirrungen und Turbulenzen zwischen einzelnen Eheleuten, Freunden und Kindern. Man geht kurzfristig Beziehungen ein, die über manche innere Ödnis und Betrübnis hinweghelfen. Natürlich spielen Gefühle wie Wut, Zorn, Verzagtheit, Niedergeschlagenheit, Schuldgefühle und auch Vorurteile eine Rolle. Eva und Hutch versuchen, sich wieder einander zuzuwenden, aber das ist leichter gedacht als getan, Eifersucht und ähnliche, oft einander widerstreitende Emotionen spielen ihnen häufig einen Streich, und es dauert dann noch eine ganze Weile, nachdem jeder für sich seine Lektion gelernt hat, ehe sie sich die zerstrittenen Eheleute endgültig versöhnen und Hutch zu Eva zurückkommt.
Valerie Wilson Wesley ist ein großartiger Roman gelungen mit witzigen Dialogen, feiner Ironie und glaubwürdigen Personen. (Ursula Homann)
Titel: Es wird alles anders werden
Autor: Valerie Wesley Wilson
Verlag: Diogenes
Seiten: 421
ISBN: 3257062907
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