Georg Forster – Reise um die Welt



Eine wirklich sensationelles literariisches Juwel ediert der Frankfurter Eichborn Verlag: Georg Forsters berühmte Reise um die Welt – vollständig, originalgetreu und erstmals illustriert mit den prächtigen Tier- und Pflanzenbildern aus eigener Feder.
Ein Tag im Juli 1772. Ein grandioser Tag für einen 17-Jährigen. Georg Forster und sein Vater brechen auf, um die Welt zu umsegeln – mit niemand Geringerem als dem legendären Captain Cook. Es ist ein Geheimauftrag der englischen Admiralität: Man will den sagenumwobenen Südkontinent finden, den man jenseits von Neuseeland vermutet. Drei Jahre werden die Forsters unterwegs sein und dabei 300.000 Kilometer zurücklegen.
Eine derartig endlose Reise hat es in der humanen Historie bislang nicht gegeben. Es ist eine Reise voller Entbehrungen, Strapazen und Abenteuer, mit ungewissem Ausgang. Die Mannschaft droht zu meutern, als das Schiff in das ewige Eis der Antarktis gerät. Georg Forster aber zeichnet und zeichnet und entdeckt Hunderte von Vogel- und Pflanzenarten. Forsters Vater will mit einem bunt bebilderten Reisebericht reicht und berühmt werden. Doch es gibt einen Konkurrenten an Bord: Captain Cook. Der will selber über die Reise verfassen: man gerät sich in die Haare.. Der junge Georg Forster, diplomatischer als sein cholerischer Vater, rettet die verfahrene Situation. Er selbst schreibt jetzt die „Reise um die Welt“. Sie erscheint 1777, allerdings ohne die fantastischen Illustrationen. Dennoch: Das Buch wird ein über die Grenzen hinaus getragener Überraschungscoup und macht seinen Verfasser schlagartig berühmt.

Als Georg Forster ‚Reise um die Welt‘ in Jahren 1778-80 den deutschen Lesern vorgelegt wurde – die englische Fassung war bereits 1777 erschienen – bezeichnete Wieland diesen Reisebericht als „eines der merkwürdigsten Bücher“ seiner Zeit. Eine bedeutende Reisebeschreibung, ohne Frage nach Gehalt und Schreibart die beste von allen Darstellungen, die über die epochalen Entdeckungsreisen Cooks geschrieben wurden.
Und das Meisterstück gelang: Im März 1777, einen Monat vor der offiziellen Ausgabe, lag Forsters Buch auf Englisch vor, 1778 erschien die deutsche Ausgabe bei Haude und Spener in Leipzig. Jeweils ohne Forsters Illustrationen.
Um ihr Buch zu finanzieren, mussten die mittellosen Deutschen alles zu Geld machen, was sie besaßen. Viel war da nicht – außer dem Schatz der Aquarelle und Zeichnungen, die Georg während der Schiffsreise unter zum Teil abenteuerlichen Umständen angefertigt hatte. Ein reicher Konkurrent der Forsters, Joseph Banks, seines Zeichen naturkundlicher Begleiter der ersten Cook-Expedition, nahm die Bilder als Sicherheit für eine Summe Geldes entgegen, die er den Deutschen lieh. Die konnten es nie zurückzahlen und Georg mußte mitanschauen, wie fast alle seiner Zeichnungen unveröffentlicht im Schlund eines Archivs verschwanden, aus dem sie über 200 Jahre nicht mehr auftauchen sollten. Lediglich zwei Dutzend Vogelzeichnungen, die für König Georg III. agemeistert, von diesem aber zurückgewiesen und schließlich über die Vermittlung Goethes an Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha und Altenburg verkauft worden waren, wurden 1971 in der DDR publiziert.
Mithilfe des Museums für Natural History in London erscheint erstmalig überhaupt Georg Forsters grandioser Reisebericht zusammen mit seinen prächtigen Aquarellen und Zeichnungen, die er während der Weltreise anfertigte – eine veritable Sensation. Die von Frank Vorpahl besorgte Bildauswahl aus über 500 Tier- und Pflanzenzeichnungen gibt der Neuheit einer Spezies Vorrang vor rein ästhetischen Kriterien. Besondere Berücksichtigungen finden Tiere und Pflanzen von denen Georg Forster vor ihrem Aussterben Zeugnis ablegen konnte. Außerdem will die Auswahl Einblick in die Arbeitsweise Forsters geben, neben kompletten Blättern finden sich daher auch einige Skizzen und halbkolorierte Blätter. Immerhin hatten die Naturforscher auf ihrer 1111 Tage währenden Reise nur 290 Tage Landgang – zwischen Botanisiertrommel und Schreibpult mussten die Forscher daher mit höchster Effizienz händeln.
Kaum war das Schiff „Endeavour“ im Jahre 1771.wieder nach England zurückgekommen, als man schon den Entwurf zu einer neuen Reise machte, auf welcher die südlichen Gegenden unsrer Erdkugel weiter erforscht und untersucht werden sollten. Zwey tüchtige, starke Schiffe, die Resolution und die Adventure, wurden zu dem Ende als Königliche Schiffe vom sechsten Range (Sloops) ausgerüstet, und die Kapitäne Jacob Cook und Tobias Furneaux zu Befehlshabern ernannt. Genannt wird aber insbesonders Forster, sogar posthum, auf einer Grabschrift:

Weltumsegler! Du suchtest auf pfadlosem Ozean Zonen,
Wo die Unschuld der Ruh böte vertraulich die Hand!
Edler Forscher, was fandest du dort? Die Kinder der Erde
All‘ an Schwachheit sich gleich, alle dem Tode geweiht.
Sohn der Freiheit! Du öffnetest ihr die männliche Seele,
Ihr, die vom Himmel herab sandte der Vater zum Heil.
Ach! Es wandte die Göttin sich schnell von der blutigen Erde;
Forster! Du schwebtest mit ihr, hin wo dein Suchen sich lohnt….

Friederike Brun (1765-1835)

Georg Forster Reise um die Welt
Illustriert von eigener Hand
Mit einem biographischen Essay von Klaus Harpprecht und einem Nachwort von Frank Vorpahl, 648 Seiten ISBN 978-38218-6203-3
Preis € 79,00 / SFr 138

(Jead Lüdeke)

Abgelegt unter Biographien

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