Wie ein einziger Tag



Mit siebzehn Jahren lernt Noah Allie, kennen und lieben.

Nachdem die beiden einen kurzen Sommer voller Glück verbracht haben, muss das junge Mädchen mit den Eltern zurück in ihre Heimat. Vierzehn Jahre lang hört Noah nichts von seiner Jugendliebe. Obwohl er Allie zahllose Briefe geschrieben hat, ist nie eine Antwort zurückgekommen.

Doch obwohl im Leben von Noah inzwischen viel passiert ist, kann er Allie nicht vergessen.

Und eines Tages steht sie vor seiner Tür. Die junge Frau ist verlobt und möchte kurz vor ihrer Hochzeit noch einmal mit Noah reden, ihn noch einmal sehen, bevor sie einem anderen das Ja-Wort gibt.

Aufs neue verlieben sich die beiden ineinander und Allie entscheidet sich schließlich schweren Herzens, sich von ihrem Verlobten zu trennen und bei Noah zu bleiben.

Fünfzig Jahre später leben Noah und Allie in einem Altenheim. Beide sind krank und gebrechlich, doch noch immer ist ihre Liebe stark und unbesiegbar.

Bei dem Buch handelt es sich um einen Liebesroman im klassischen Sinne. Es geht um die eine wirkliche, wahre, große, unbesiegbare und ewig währende Liebe.

Insgesamt beurteile ich den Roman zwiespältig. – Da ist auf der einen Seite die etwas überzuckerte erste Hälfte des Buches, die das Zusammenkommen des jungen Noah und der jungen Allie schildert.

Mit diesem Teil des Romans hatte ich gewisse Schwierigkeiten, kam mir die ganze Geschichte doch mehr als einmal kitschig, und unglaubwürdig vor. Obwohl Sparks einige sehr treffende und wunderschöne Bilder gelingen, spart er nicht an Pathos.

Und da ist der zweite Teil des Buches, der mich mit der Geschichte weitgehend versöhnt hat! Die Liebe der beiden alten Menschen, die jetzt eben nicht mehr nur auf äußerlicher Anziehungskraft und momentaner Übereinstimmung beruht, sondern auf einem langen, gemeinsam verbrachten Leben, auf Erinnerungen an Schönes und Trauriges, erscheint mir wahrhaftig, nachvollziehbar und unglaublich rührend.

Eine Stelle im zweiten Teil hat mich jedoch richtig geärgert. Ganz gegen Ende wird behauptet, dass man ein Mann nicht gleichzeitig ein guter Vater sein könne und ein guter Arzt. Was soll den der Quatsch?! Ein normaler Mensch wird schließlich nicht mit einem goldenen Löffel im Munde geboren, sondern muss für sich und seine Familie den Lebensunterhalt verdienen. Ist es diesem Menschen vorzuwerfen, wenn er versucht, seinen Job gut zu machen?

Ganz allgemein muss ich aber das völlige Fehlen von Humor bemängeln. Ein gelegentlicher Spritzer Ironie hätte der Handlung sicher gut getan! Und diese unglaubliche Güte der beiden Hauptpersonen, vor allem Noahs – so etwas gibt es einfach nicht! Wenigstens ein oder zwei kleine Fehlerchen hätten den Personen etwas mehr Glaubwürdigkeit verliehen und sie dem Leser gewiss nicht weniger sympathisch gemacht – ganz im Gegenteil!

Wer ruhige Lektüre mag, wer gerne etwas Erbauliches fürs Herz liest, dem kann ich den Roman durchaus empfehlen. Ein nettes Buch für den Strandkorb! – Hohe Literatur ist es jedoch nicht.

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von “Evas Leseland”.

Titel: Wie ein einziger Tag
Autor: Nicholas Sparks
Verlag: Heyne
ISBN: 3453130510

Abgelegt unter Romane

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