Ich, der Robot

„Das Buch ist eine durch eine Zwischenhandlung verbundene Kurzgeschichtensammlung. Der Autor ist einer der bekanntesten Klassiker in diesem Genre. Heute vielleicht nicht mehr so herausragend wie in der Entstehungszeit seiner Bücher aber allemal noch lesenswert. Kaum ein anderer Autor hatte mehr Einfluss auf andere SF-Autoren und selbst auf manche Wissenschafter (z.B. KI) als Asimov. Zuletzt ist „“Ich, der Robot““ auf deutsch zusammen mit „“Geliebter Roboter““ und „“Der Zweihundertjährige““ unter dem Titel „“Meine Freunde, die Roboter““ (ISBN: 3-453-12766-8) erschienen.

Robbie
Robbie
1940
30 Seiten

Die kleine Gloria hat einen Roboter als Kindermädchen. Als ihre Mutter sich wegen ihrer zu nahen Beziehung zu ihm Sorgen macht, gibt sie ihn weg. Gloria wird daraufhin immer zurückgezogener und die Familie zieht nach New York um sie durch die neue Umgebung von ihrer Trauer um ihren maschinellen Freund abzulenken. Doch es hilft alles nichts, Gloria versucht weiter ihren „“Robbie““ wiederzufinden.

Die kleine, sentimentale Geschichte spielt am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts, in der Anfangszeit des Asimov-Universums. Der darin vorkommende Roboter kann noch nicht sprechen.

Runaround
Runaround
1942
28 Seiten

Auf einer Expedition zu einem stillgelegten Bergwerk am Merkur spielt der mitgenommene Roboter verrückt. Die zwei mit ihm dort festsitzenden menschlichen Forscher Donovan und Powell benutzen dort seit Jahren deaktivierte Roboter und ihren Kopf, um die Ursache dafür zu finden. Eine Kurzgeschichte über die berühmten Roboterregeln von Asimov. Durchschnitt.

Vernunft
Reason
1941
27 Seiten

Donovan und Powell sind auf einer Raumstation stationiert, die Sonnenenergie mittels eines Unwandlers an die Erde weiterleitet. Zur Unterstützung bekommen sie die Bauteile des neuen Robotertyps QT1. Nachdem sie ihn zusammengebaut haben und „“Cutie““ genannt haben, entwickelt er eigenartige Vorstellungen. Er hält sich als ein den Menschen überlegenes Wesen und glaubt nicht, von ihnen geschaffen worden zu sein. Stattdessen hält er den Umwandler für seinen Schöpfer und sich selbst für dessen Prophet. Donovan und Powell versuchen mal wütend, mal gerissen, den Roboter von den Tatsächlichen Umständen zu überzeugen.

Wieder spielen Donovan und Powell die Hauptrolle. In dieser Geschichte geht’s aber etwas humoriger zu und auch die Grundidee ist origineller und hat in der Science Fiction zahlreiche Nachahmer gefunden.

Erst den Hasen fangen
Catch the Rabbit
1944
31 Seiten

Donovan und Powell sollen den neuen Roboter Dave auf einem Asteroiden bei Bergwerksarbeiten überwachen. Dave unterstehen fünf andere Roboter, die fast so etwas wie Körperteile von ihm selbst sind. Wie üblich, tauchen bald Probleme auf. Die beiden menschlichen Überwacher versuchen alles Mögliche, um die Sache Aufzuklären. Sie erkennen, daß Dave und seine fünf „“Finger““ immer bei Notsituationen verrückt spielen. Weil sie nicht dahinter kommen, was da schief läuft, lösen sie selbst so eine Situation aus und bringen sich dabei aber nur selbst in Lebensgefahr.

Diese Geschichte hat nicht ganz die Qualität der Vorhergehenden, ist aber auch noch sehr gut.

Ein Lügner
Liar!
1941
28 Seiten

Nach der Montage stellt sich bei einem Roboter heraus, dass er Gedankenlesen kann. Die Robotpsychologin Dr. Calvin soll mit Anderen herausfinden, warum das so ist. Diese Untersuchung ist nicht ohne Fallstricke, weil der Roboter die intimsten Gedanken der Beteiligten kennt. Durch das erste Robotergesetz, niemals einen Menschen zu verletzten oder das auch nur durch Untätigkeit zuzulassen, fühlt er sich veranlasst, den Menschen auch bei ihrer privaten Konflikten behilflich zu sein. Und damit sorgt er für einige Verwirrung und bringt sich auch selbst in eine Zwickmühle.

Eine durchaus originelle Idee stand bei dieser Kurzgeschichte Pate. Wie bei „Runaround“ geht es um die Konflikte zwischen den verschiedenen Robotergesetzen und die Probleme, die daraus entstehen. Offensichtlich ein Lieblingsthema des frühen Asimov.

Kleiner verlorener Robot
Little lost Robot
1947
41 Seiten

In einem gesperrten Gebiet im Weltraum wird der neue hyperatomische Motor hergestellt. Besondere Umstände bei dieser Arbeit erfordern Roboter, bei denen das erste Robotergesetz modifiziert wurde. Als sich einer dieser Roboter nach einem missverständlichen Befehl auf einem Frachtschiff zwischen zweiundsechzig absolut identischen Robotern versteckt, kann ihn niemand von ihnen unterscheiden. Dr. Calvin und Dr. Bogert von der Firma U.S. Robot werden hingesandt um das Problem zu lösen. Mit Hilfe verschiedener Versuche mit den dreiundsechzig Robotern versuchen sie den Problematischen herauszufiltern. Aber aufgrund seiner Modifikation ist es ihm immer wieder möglich, sie zu überlisten.

Wieder präsentiert Asimov eine Kurzgeschichte mit Dr. Calvin. Überhaupt sind seine Charaktere durch ihr wiederholtes Vorkommen für das Kurzgeschichtenformat auffallend komplexe Persönlichkeiten. Beim Thema der Geschichte spielen, wie fast immer, die Robotergesetze die Hauptrolle.

Flucht
Paradoxical Escape
1945
33 Seiten

Die beiden Firmen U.S.Robot und Consolidated Robot Corp. sind heftig mit der Entwicklung eines interstellaren Raumschiffes beschäftigt. Als das Rechengehirn von Consolidated Robot Corp. bei einer dafür benötigten Berechnung zerstört wird, bietet die U.S.Robot für die Berechnung dieser Aufgabe eine Riesensumme. Da U.S.Robot das einige noch funktionierende Robotsupergehirn hat, hofft die Konkurenzfirma, daß dieses ebenfalls bei der Aufgabe zerstört wird. U.S.Robot glaubt aber mit der Aufgabe fertig zu werden, ohne das das Rechnergehirn kaputt geht und damit die für die Raumfahrt nötigen Berechnungen zu bekommen und gleichzeitig einen Haufen Geld zu verdienen. Vorsichtig gehen sie ans Werk, doch die Probleme lassen Naturgemäß nicht lange auf sich warten.

Hier treten die eher witzigen Charaktere Donovan und Powell das erste Mal in einer Geschichte mit Dr.Calvin und dem restlichen Forscherteam zusammen auf. Eine locker erzählte Kurzstory mit einfallsreichen Hintergrund. Und natürlich spielen auch wieder die unvermeidlichen Robotergesetze eine Rolle…

Beweismaterial
Evidence
1946
37 Seiten

Der Kandidat für das Bürgermeisteramt, Stephen Byerley wird von seinen politischen Gegnern beschuldigt, ein Roboter zu sein. Um das zu beweisen, werden Dr. Calvin und Dr. Lanning von U.S.Robot mit einer Überprüfung beauftragt. Doch Byerley ist ein mit allen Wassern gewaschener Staatsanwalt und lässt sich nicht so leicht in die eine oder andere Richtung drängen, sondern nutzt die Situation schlussendlich für seine Zeile aus.

Eine gelungene Pointe macht diese Kurzgeschichte mit ihrem einfallsreichen Plot zu einer der Besten in „“Ich, der Robot““.

Der unvermeidliche Konflikt
The evitable Conflict
1950
34 Seiten

Die Welt ist unter einem Zentralkoordinator in vier Bereiche mit jeweils einem eigenen Koordinator und einem beratenden Superrechnergehirn aufgeteilt. Stephen Byerley ist dieser Zentralkoordinator und er sieht sich zwar kleinen, aber beunruhigenden Fehlleistungen der Rechengehirne gegenüber. Mit Hilfe von Dr. Calvin und einer Visite bei den vier Regionalkoordinatoren versucht er den Grund dafür herauszufinden.

Ein im Vergleich zu den anderen Kurzgeschichten in diesem Buch Durchschnittliche Geschichte mit eher schwachem Schluss.“

Die Kritik wurde geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Ich, der Robot
Autor: Isaac Asimov
Verlag: Heyne
Seiten: 263
ISBN: 3453127668