Endymion – Phorten der Zeit

Erstellt am: Dezember 21st, 2007

Raul wird auf Hyperion zum Tode verurteilt und obwohl er sich weigert die Kruziform anzunehmen, die eine Auferstehung ermöglicht, erwacht er nach seiner Hinrichtung wieder und bekommt einen undurchführbar erscheinenden Auftrag. Er soll ein Mädchen retten, dass bald aus einem der Zeitgräber herauskommen soll. Eine Unzahl von Soldaten und den unbesiegbar erscheinenden Schweizer Gardisten des Vatikan warten unter dem Befehl des Priester-Capitäns de Soya ebenfalls auf dieses Mädchen um sie für die Kirche gefangen zu nehmen. Doch als es so weit ist, erscheint ein alter Mythos auf der Bildfläche und die Flucht von Raul, dem blauhäutigen Androiden A.Bettik und dem Mädchen Aenea vor er allmächtigen Kirche und dem geheimnisvollen TechnoCore beginnt.

Lange nach „Hyperion“ beginnt diese Geschichte erneut auf diesem Planeten in diesem Zukunftsszenario von Dan Simmons. Es ist der erste Teil dieser Geschichte, der zweite Band sollte gerade erschienen sein oder demnächst heraus kommen. Wem Hyperion gefallen hat, wird auch von diesem Buch begeistert sein. Simmons erzählt seine Geschichte wieder innerhalb dieses komplexen Universums und lässt die Geschichte im ersten Band zu einem vorläufigen Abschluss kommen. Es ist Sciene Fiction von der besseren Sorte der Space Operas mit originellen Ideen und, wie man es von Simmons gewohnt ist, spannend geschrieben.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Endymion – Phorten der Zeit
Autor: Dan Simmons
Verlag: Goldmann
Seiten: 669
ISBN: 3442433517

Schweinsgalopp

Erstellt am: Dezember 21st, 2007

Auf der Scheibenwelt besucht der Schneevater am Silvesterabend die Häuser mit Kindern durch den Schornstein und hinterlässt ihnen Geschenke in dafür aufgehängten Socken. Doch diese Jahr ist er plötzlich nicht verfügbar und Tod muss als seine Aushilfe agieren. Tods Enkelin Susanne und die Zauberer in der unsichtbaren Universität werden ebenfalls in die Geschichte um den verschwundenen Schneevater hineingezogen. Und ein selbst für einen Assassinen unheimlicher bezahlter Mörder namens Kaffeetrinken treibt auch sein Unwesen.

Ein typischer Scheibenweltroman, gut wie gewohnt. Leider scheint es mit der Übersetzung wieder nicht ganz hingehauen zu haben. Der Witz um das Wortspiel mit dem Namen „Kaffeetrinken“ ist mir verborgen geblieben Und im Klappentext ist mir das erste Mal das Wort „Großtochter“ anstatt „Enkelin“ begegnet.

Leseprobe:
„Nein getrunken hat er bestimmt nicht. Äh … ich schätze, ich sollte es dir besser sagen. Mein Opa ist Tod.“

„Oh, das tut mir leid.“

„Ich meine Tod.“

„Wie bitte?“

„Tod. Du weißt schon … der Tod.“

„Äh … schwarzer Kapuzenmantel …“

„… Sense, weißes Pferd, Knochen … ja. Tod.“

„Ich möchte nur ganz sicher gehen, das richtig zu verstehen“, sagte der o Gott in sehr vernünftigem Tonfall. „Dein Großvater ist der Tod, und du glaubst, dass er sich seltsam verhält?“

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Schweinsgalopp
Autor: Terry Pratchett
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 382
ISBN: 3442416310

Der Aufbruch zu den Sternen

Erstellt am: Dezember 21st, 2007

Der Detektiv Elijah Baily lebt auf der Erde, wo der Großteil der Menschen in riesigen, überdachten Städten lebt. Er hat in der Vergangenheit schon einige Male mit Spacern zu tun gehabt, Menschen die vor Jahrhunderten den Weltraum besiedelt und sich angepasst und schließlich von der Erde losgesagt haben.

Darum wird er von der wichtigsten Spacer-Welt, Aurora um Hilfe gebeten, weil dort ein Roboter „getötet“ wurde. Dieser Roboter war einer von nur zwei existierenden, äußerlich menschenähnlichen Robotern. Der zweite ist Daneel, der bei früheren Ermittlungen Bailys dessen Partner war.

So reist er nach Aurora und beginnt seine Arbeit, wobei ihm überraschend viele alte Bekannte begegnen. Nur der Robotroniker Dr. Fastolfe besitzt das nötige Wissen, um einen Roboter auf die Art zu deaktivieren, wie es in diesem Fall geschehen ist. Auch er selbst behauptet das überzeugend, bestreitet jedoch ebenso unmissverständlich, die Tat begangen zu haben.

Wie jeder Roman Asimovs mit Baily als Hauptfigur, ist auch „Der Aufbruch zu den Sternen“ eine Mischung aus Krimi und Science Fiction. In diesem Fall überwiegt die Krimihandlung sogar eher stärker als üblich, was nicht unbedingt ein Nachteil ist.

Die Dialoge neigen manchmal etwas zur Weitschweifigkeit, aber der ausgezeichnete und originelle Schluss entschädigen den Leser für diese schlimmstenfalls kleine Schwäche reichlich.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at.

Titel: Der Aufbruch zu den Sternen
Autor: Isaac Asimov
Verlag: Heyne
Seiten: 556
ISBN: 3453127684

Kopfüber in die Kissen

Erstellt am: Dezember 20th, 2007

Lady Emma Wells-Finch, eine Britin, ist nach Amerika gekommen um ihren guten Ruf zu verlieren. Eigentlich nichts leichter als das denkt sie sich, wäre da nicht ihre Begleitung, Kenny Traveler. Der berühmte Golfspieler und Playboy (nicht zu verwechseln mit den Playboy Produkten) ist gerade von seiner Lieblingssportart suspendiert worden und um wieder Golf spielen zu können, muss er sich tadellos benehmen. Ein ungleicheres Paar kann es also gar nicht geben.

Kenny bringt mit seiner langsamen und gemächlichen Art Lady Emma fast um den Verstand, während er von ihrer Angewohnheit immer die Führung übernehmen zu wollen, fast in den Wahnsinn getrieben wird. Der Beginn ihrer Bekanntschaft steht unter einem denkbar ungünstigen Stern, vor allem da Kenny Emma nicht die Wahrheit sagt wer er ist. Und bald schon macht er ihr das Angebot ihr persönlicher Callboy zu werden. Lady Emma die dringend etwas tun muss um ihren guten Ruf zu ruinieren, willigt ein.

Es kommt jedoch alles ganz anders, als Emma im letzten Moment herausfindet, das Kenny sich mit ihr lediglich amüsieren will. Von da an sind Missverständnisse, verfängliche Situationen und haarsträubende Situationen an der Tagesordnung. Können beide eine Lösung für ihre Probleme finden und trotzdem miteinander glücklich werden?

Auch hier beweißt Susan Elizabeth Phillips ihr Schreibtalent, allerdings hat mich der Roman nicht so begeistert wie frühere SEP Romane. Die langsame Art des Helden hat mich beim Lesen selber fast in den Wahnsinn getrieben da ich ihm am liebsten ständig einen Schubs gegeben und gesagt hätte: Mensch komm in die Gänge 😉

Kritik geschrieben von IW, Herausgeberin von „Die Romantische Bücherecke“ (http://www.die-buecherecke.de)

Titel: Kopfüber in die Kissen
Autor: Susan Elizabeth Phillips
Verlag: Goldmann / Blanvalet
Seiten: 400
ISBN: 3442352983

Der Seewolf

Erstellt am: Dezember 20th, 2007

Nach einem Schiffsunglück treibt der Literaturkritiker Humphrey von Weyden im eiskalten Meer und wird im letzten Moment von einem Robbenfäger gerettet. Kaum ist er wieder zu sich gekommen, muss er bestürzt erfahren, dass sich der Kapitän des Schiffes aus einer Laune heraus entschlossen hat, ihn nicht an Land zu bringen sondern als Besatzungsmitglied mit auf die Reise zu nehmen. Dieser Kapitän namens Wolf Larsen herrscht durch Brutalität und seine gewaltige Körperkraft über die großteils aus ebenso brutalen Männern bestehende Mannschaft. An Bord herrscht ständig eine überaus gewalttätige Atmosphäre und es kommt immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Humphrey wird dem kleinen, dürren aber durch und durch bösartigen Schiffskoch als Küchenhilfe zur Seite gestellt und muss ständig dessen üble Launen ertragen. Während es an Bord zu immer größere Spannungen zwischen Teilen der Mannschaft und Larsen kommt, die in wiederholte erfolglose Anschläge auf sein Leben ausarten, beginnt der Koch Humphrey immer stärker zu bedrohen und dieser fürchtet ernsthaft um sein Leben.

Bei Gesprächen mit dem Kapitän stellt Humphrey fest, dass dieser nicht nur über schier übermenschliche Kraft verfügt, sondern auch überdurchschnittlich intelligent ist und sich selbst eine beachtliche Bildung angeeignet hat. Im Gegensatz zum den an Moral, die Unsterblichkeit der Seele und das Gute im Menschen glaubenden Schöngeist Humphrey vertritt mit fesselnden Argumenten Larson eine Weltanschauung von fressen und gefressen werden in der berechtigterweise nur der Starke überlebt.

Nachdem Larsen bei einen Angriff eines großen Teils der Mannschaft nur knapp die Überhand behielt, erreichen sie schließlich die Robbenfanggebiete. Die schwere und lebensgefährliche Arbeit fordert das Leben einiger Besatzungsmitglieder. Als sich zwei Männer aus dem Staub machen, stoßen sie bei deren Verfolgung auf ein Rettungsboot mit drei Männern und einer Frau an Bord. Deren Gegenwart erhöht die Spannungen auf dem Schiff noch mehr, als dies ohnehin der Fall war.

Die Handlung dieser klassischen Abenteuergeschichte wird vielen aus der legendären Verfilmung für das deutsche Fernsehen bekannt sein. Doch im Vergleich ist das Buch eher enttäuschend. Die Geschichte der Jugend der beiden Hauptfiguren in der Verfilmung kommt im Buch nicht vor und auch sonst findet sich wenig, wo das Buch der Verfilmung deutlich überlegen ist, wie das sonst fast immer der Fall ist.

Die Qualität des Romans liegt in erster Linie in der Auseinandersetzung zwischen den beiden denkbar unterschiedlichen Hauptcharakteren und der Schilderung der gewalttätigen Gesellschaft an Bord des Schiffes. Hier versteht es der Autor eine überaus dichte Atmosphäre zu erzeugen und die Spannung von Höhepunkt zu Höhepunkt zu treiben. Ungefähr ab der Mitte mit dem Auftauchen der Frau verfällt der Roman immer mehr zu einer schwachen und klischeehaften Beziehungsgeschichte.

Aber allein die erste Hälfte macht das Buch zu einer hervorragenden Abenteuergeschichte und absolut lesenswert. Nur wer die Fernsehverfilmung kennt, sollte sich das Buch sparen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Der Seewolf
Autor: Jack London
Verlag: Fischer
Seiten: 378
ISBN: 3596101409

Die Prophetin

Erstellt am: Dezember 20th, 2007

Die Archäologin Catherine Alexander findet Schriftrollen im Nahen Osten, die vermutlich von frühen Christen stammen. Da sie fürchtet, die ägyptische Regierung würde sie ihr wegnehmen und unter Verschluss halten, macht sie sich mit ihrem Fund aus dem Staub. Aber auch ein sehr reicher und mächtiger Privatsammler hat von dem Fund erfahren, und versucht auch an die Papyrusbücher heranzukommen. Dabei ist er in der Wahl der Mittel nicht wählerisch. Das Internet spielt bei der Informationsbeschaffung von Catherine und der Verfolgung eine wichtige Rolle. Als Catherine nach Unterstützung sucht, zieht sie ihren besten Freund in das gefährliche Spiel. Aber sie bekommt auch unerwartete Hilfe.

Die Handlung geht flott und zügig voran. Es wird nie langweilig beim Lesen, weil ständig Hochspannung herrscht. Ein guter Thriller. Nur die Auflösung bezüglich des Inhalts der alten Schriften hat mich wegen ihrer Banalität schwer enttäuscht.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Die Prophetin
Autor: Barbara Wood
Verlag: Fischer
Seiten: 637
ISBN: 3596137519

Der Herr der Ringe

Erstellt am: Dezember 20th, 2007

Es ist schon eine Weile vergangen, seit meiner ersten Bekanntschaft mit Tolkiens Romantrilogie „Der Herr der Ringe“.

Seitdem habe ich die Bücher immer mal wieder hervorgenommen, um darin zu schmökern, mich in eine andere Realität zu begeben, zu träumen und mit meinen Gedanken in fremden, unbekannten Welten herumzustromern. Die drei Bände gehören wohl zu den meistgelesenen Exemplaren meines Bücherschrankes. Und nicht nur ich hatte daran meine Freude, auch mein Mann, meine Kinder und unzählige Freunde und Bekannte haben sie mit Begeisterung verschlungen.

Die Geschichte spielt in Mittelerde, einer fiktiven Welt, die bevölkert ist von seltsamen Wesen. Hobbits, die nur halb so groß sind wie wir Menschen, feengleiche Elben, Zwerge, Zauberer, Drachen, böse Orks, noch bösere Geister und so manch andere Gestalten sind dort anzutreffen.

Frodo, ein Hobbit, gelangt in den Besitz eines mächtigen Zauberringes. Da dieser Ring von Sauron, dem finstersten aller Wesen geschaffen wurde, wohnen ihm zerstörerische Kräfte inne und deshalb muß der Ring vernichtet werden. Diese Aufgabe, die Frodo zuwächst, erscheint fast unmöglich zu bewältigen. Begleitet von 3 weiteren Hobbits, sowie von Elben, Menschen – auch diese gibt es in Mittelerde-, Zwergen und Gandalf, dem Zauberer, tritt der Halbling die gefahrvolle Reise ins Land Mordor, das Reich des Bösen an, wo allein der Ring zerstört werden kann. Natürlich versuchen alle Mächte der Finsternis dies zu verhindern und so müssen die Gefährten nicht nur gegen Gollum, den Vorbesitzer des Ringes – eine Mischung aus Kriechtier, Insekt und Hobbit -, sondern auch gegen Orks, Trolle, Balrogs, schwarze Reiter, fliegende Geister, Riesenspinnen und andere Kreaturen kämpfen.

Schließlich, nach verlustreichen Kriegen und einem entbehrungsreichen Marsch, den Frodo allein mit seinem Diener Sam durch das Land Mordor unternimmt, siegt das Gute und auf die Bewohner von Mittelerde wartet eine glückliche Ära.

Dieses umfangreiche Werk ist ein wundervolles Märchen. Es entführt in eine Welt voller Fantasie und lädt ein zum Besuch nie gekannter Gegenden. Tolkien entwirft ein komplettes Universum und entwickelt hierfür nicht nur die entsprechende Religion und Mythologie sondern auch eine genaue Geografie und sogar eine gut durchdachte eigene Sprache. Wenn man sich wirklich auf die Geschichte einlässt kann man ganz darin versinken und völlig vergessen, dass man sich in Wahrheit im Lande von Finanzämtern, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Rentenanpassungsgesetzen, im Zeitalter von Atomkraftwerken, Computern und Globalisierung befindet.

In den letzten Jahren hat Tolkien viele Nachahmer gefunden. Wer kennt nicht unendlichen Regalmeter in den Bücherläden, gefüllt mit zahllosen Fantasyromanen, -geschichten, -erzählungen und -spielen? Doch nicht ein einziger von all‘ den vielen Autoren hat auch nur annähernd jene Meisterschaft erreicht, mit der Tolkien zu fesseln vermag.

Selbst wer Fantasyromane eigentlich nicht mag, sollte den „Herrn der Ringe“ lesen, denn dieser Klassiker ist einfach gut.

Kritik geschrieben von Eva Behrens, Herausgeberin von „Evas Leseland“.

Titel: Der Herr der Ringe
Autor: John Ronald Reuel Tolkien
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 1100
ISBN: 3608935444

Meister der Dimensionen

Erstellt am: Dezember 20th, 2007

Robert Wolff stößt bei der Besichtigung eines Hauses auf ein Tor in eine fremde, unbekannte Welt. Dort sieht er einen Mann, der ihm ein silbernes Horn zuwirft. Da er jeden Moment überrascht werden kann, versteckt er es schnell. Nachts bricht er in das Haus ein und dringt mit Hilfe des Hornes in die Fremde Welt ein.

Dort trifft er auf eine von phantastischen Geschöpfen bevölkertes Paradies und wird durch die dort vorgefundene Nahrung wieder zum jungen, kräftigen Mann. Mit der Zeit findet es heraus, daß die Bewohner zwar ein dem Vergnügen gewidmetes Leben führen, aber sonst keinerlei Ambitionen zu haben scheinen. Auch von einem geheimnisvollen, scheinbar allmächtigen Herrn über diese, anscheinend künstlich geschaffenen Welt erfährt er.

Gerade als er sich mit einer der Bewohnerrinnen näher anfreundet, wird er von einer Horde fürchterlicher Wesen angegriffen. Er kann vorerst knapp entkommen, doch schließlich überwältigen sie ihn, bemächtigen sich des Mädchens und des Horns und lassen ihn in einer ausweglosen Situation zurück. Ein anderer Bewohner dieser seltsamen Welt rettet ihn und er macht sich an die Verfolgung einen riesigen Berg hinauf.

Wieder gerät er in Gefangenschaft. Dieses mal ist es eine Art Harpie, die über zahlreiche riesige Adler herrscht und den Herrscher der Welt abgrundtief hasst. Mit Hilfe eines anderen, wortgewandten Gefangenen kann Wolff sie davon überzeugen, dass er selbst hinter Häschern des Herrn her ist und dadurch wieder in Freiheit gelangen. Zusammen mit diesem Mann, dessen Name Kickaha ist und der sich auf dieser seltsamen Welt sehr gut auszukennen scheint, macht er sich wieder an die ursprüngliche Verfolgung. Von seinem neuen Freund erfährt Wolff, dass diese Welt wie eine mehrstöckige Torte beschaffen ist, der Paradiesgarten war die unterste Ebene, als nächste erreichen sie eine Ebene, die der amerikanischen Prärie vor Ankunft der Weißen ähnelt. Manche dort lebende Geschöpfe gab es auf der Erde aber bestenfalls in Legenden.

Ähnlich wie im „Flußwelt“-Zyklus hat Farmer hier einen Fantasyroman mit Science Fiction-Hintergrund geschrieben. Ein Mensch gerät in eine phantastische, von legendären Wesen bevölkerte Welt, die von einem fremden, technisch weit höher entwickeltem Volk geschaffen worden ist. Im Grunde ist es aber ein reiner Fantasyroman. Die Haupthandlung besteht aus einer für dieses Genre so typischen Reise durch eine märchenhafte Welt mit wunderlichen Geschöpfen und seltsamen Gegenständen um schlussendlich den Oberbösewicht zu besiegen. Die Protagonisten sind ebenso durchschnittlich und mit relativ wenig Überraschungen ausgestattet wie die Geschichte selbst. Zu seiner Entstehungszeit waren diese Gleise aber noch nicht so ausgefahren und die Idee noch innovativ. Für den heutigen Leser bleibt dank der Erzählkunst des Autors noch immer ein überdurchschnittlicher Fantasyroman.

Das Buch hat übrigens ein richtiges Ende, obwohl noch vier Fortsetzungen folgen.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Meister der Dimensionen
Autor: Philip José Farmer
Verlag: Knaur
Seiten: 288
ISBN: 3426605112

Die Opferung

Erstellt am: Dezember 20th, 2007

David Williams und sein 7-jähriger Sohn Danny reisen in das kleine Dorf Bonchurch auf der Isle of Wight. Aus akuter Geldnot hat David den Auftrag angenommen, dass Fortyfoot-Haus, eine Villa aus dem 19. Jahrhundert zu renovieren. In der ersten Nacht werden beide von merkwürdigen Geräuschen geweckt. David geht den Geräuschen nach und entdeckt auf dem Dachboden eine „Riesenratte“. Noch ahnt er nicht dass es sich um Brown Jenkin handelt, und der ist weitaus schlimmer, als Ratten es je sein können. Auf der Suche nach einem Rattenfänger, trifft David auf Harry. Dieser hat einiges über das Fortyfoot-Haus zu berichten. Vor langer Zeit war es einmal ein Waisenhaus, gebaut um armen Waisen aus dem Londoner East End ein Leben am Meer zu ermöglichen. Nach dem Tod des Erbauers starben innerhalb zwei Wochen alle Waisenkinder. Niemand fand heraus, was mit ihnen geschehen war. Harry kommt grauenvoll zu Tode, als er den Dachboden betritt, um Brown Jenkin in die Falle zu locken.

David findet heraus dass das Haus, in zwei Zeiten gleichzeitig existiert. Durch eine Klapptür zum Dachboden gelangt er in das Jahr 1888. Dort trifft er dann persönlich auf Brown Jenkin und kommt so dem Geheimnis der Villa, dass älter ist als die Menschheit und dessen Schrecken seine Vorstellungskraft übersteigt, näher. Wieder zurück in der Gegenwart hat David den Eindruck das erlebte sei reine Halluzination gewesen. Bald schon sieht er sich in eine Kette unheimlicher Ereignisse verwickelt.

Schon die ersten Zeilen enthalten eine Andeutung auf den Schrecken, der sich langsam aber sicher steigert und bald darauf vom Leser Besitz ergreift. Nach ersten kleinen Ungereimtheiten, Entdeckungen und Erscheinungen steigt die Spannung Stück für Stück Dabei geht es oft sehr blutrünstig zu. Immer beschreibt der Autor diese Szenen völlig skrupellos. Mit angenehmer Gänsehaut ist es nicht getan. Masterton schafft es wirkliche Atmosphäre zu schaffen und über den Schluss seiner Geschichte hinaus die Spannung zu wahren.

Seit 1976 mit „ Der Manitou“ sein erster Horrorroman erschien, ist Graham Masterton (geb. 1946) in vielen Ländern der Welt ein gefeierter Bestsellerautor.

Masterton zählt zu den erfolgreichsten und besten Schriftstellern des phantastischen Genres und wurde mit Preisen überhäuft.

In „Die Opferung „zollt Masterton seinem literarischen Vorbild H. P. Lovecraft Tribut: Der Roman baut auf Lovecrafts Novelle „The Dream In the Witch-House“ auf. Masterton entwickelte aus den Ideen des Altmeisters ganz neue, überzeugende Varianten zum so genannten Cthulh-Mythos. (Silvia Dunker)

Titel: Die Opferung
Autor: Graham Masterton
Verlag: Festa Verlag
Seiten: 287
ISBN: 3935822049

The Deep End – Trügerische Stille

Erstellt am: Dezember 20th, 2007

Sie gehörte zu einer der Lieblingsautorinnen von Alfred Hitchcock, doch trotzdem ist ihr Roman „The Blank Wall“ in Deutschland nahezu unbekannt und ihren Namen kennen auch nur wenige. Dabei war Elisabeth Sanxay Holding eine der führenden Krimiautorinnen ihrer Zeit und veröffentlichte bis zu ihrem Tod 1955 mehr als zwei Dutzend Romane und zahlreiche Kurzgeschichten. Raimond Chandler sagte einmal über sie: „Elisabeth Sanxay Holding ist eine Meisterin des Spannungsromans. Ihre Charaktere sind wunderbar, und sie schreibt mit einer inneren Ruhe, die unwiderstehlich ist.“

All diese von Chandler genannten Eigenschaften treffen auch auf „The Blank Wall“ zu. Doch ihr fesselnder Psychothriller wird aber wohl jetzt, in der zweiten Verfilmung, hoffentlich die gewünschte Aufmerksamkeit finden. 1949 wurde der Roman bereits schon einmal von Max Ophüls verfilmt und 2001 noch einmal unter dem Titel „The Deep End – Trügerische Stille“. Die Verfilmung ist mit Tilda Swinton in der Hauptrolle hervorragend besetzt und könnte vielleicht verhindern, dass die erneute Publikation ihres Romans nur als ein Teil der Merchandisingkette begriffen wird. Denn dazu ist die Geschichte, die Holding erzählt, viel zu spannend geraten:

Die heile und zufriedene Welt einer zweifachen Mutter und Hausfrau gerät über Nacht aus den Fugen, denn als sie am Morgen zum Schwimmen gehen will, entdeckt sie die Leiche eines Mannes. Dabei handelt es sich um den selben Mann, den sie tags zuvor gewarnt hat, seine Finger von ihrer minderjährigen Tochter zu lassen. Jetzt liegt er tot in ihrem Schuppen und alle Anzeichen deuten auf einen Mord hin. Jetzt gerät die ehemals so unbesorgte Frau in einen Zwiespalt, denn ihre Idylle will sie um keinen Preis der Welt gefährden. Deshalb beschließt sie, die Leiche verschwinden zu lassen, doch schon bald tauchen die ersten Komplikationen auf…

Holding bezieht ihre Spannung weniger aus den äußeren Umständen als vielmehr aus dem inneren Disput der Protagonisten, die durch die Ereignisse vollkommen überfordert ist, und das alles gelingt ihr mit Bravour. Eine beinah nervenzerreißende Spannung entwickelt sich, da der Charakter der Hauptakteurin so aufgebaut ist, dass man unweigerlich mitfiebern und Daumen drücken muss.

Fazit: „The Deep End – Trügerische Stille“ verdient die Aufmerksamkeit der treuen Fanschar von Psychothrillern und bietet auch für diejenigen, die den Film gesehen haben, noch genügend Überraschungen, die eine Lektüre rechtfertigen. (Tino Hahn)

Titel: The Deep End – Trügerische Stille
Autor: Elisabeth Sanxay Holding
Verlag: Heyne Verlag
Seiten: 254
ISBN: 3453212401

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