Parasit

Erstellt am: Dezember 20th, 2007

Als plötzlich einige Bewohner einer kleinen Stadt mitten in den USA durchdrehen und ihre Mitbewohner auf sehr grauenvolle Art und Weise töten, schwant noch niemanden wirklich Böses. Doch bereits wenig später findet der Polizist Jake heraus, was die wahre Ursache dafür ist, warum sich die Leichenhalle immer mehr füllt und das Grauen Einzug hält…

Dabei sah am Anfang alles nach der Tat eines verrückten Sexverbrechers aus: Als die sehr attraktive Celia mit ihrem Fahrrad unterwegs ist und plötzlich von einem Lieferwagen von der Fahrbahn abgedrängt wird, drängt sich sofort der Verdacht auf, dass eine Vergewaltigung geplant war. Doch der Fahrer des Lieferwagens kommt bei diesem Unfall ums Leben, während irgendjemand aus dem Wagen flüchten kann. Der Polizist Jake nimmt sofort die Verfolgung auf, muss aber leider bei einer abgelegenen Raststätte unverrichteter Dinge seine Suche abbrechen. Die beiden neuen Besitzer der Raststätte kann er aber immerhin überreden, im Interesse ihrer eigenen Sicherheit nicht die Nacht in dem Gebäude zu verbringen. Doch als die beiden dann doch noch in der selben Nacht zurückkehren, nimmt das Grauen seinen Lauf, denn nicht irgendjemand konnte aus dem Lieferwagen flüchten, sondern irgendetwas…

Richard Laymon, der nach seinem Tod im Februar 2001 eine treue Leserschar und eine Bibliographie von mehr als 30 Romanen zurücklässt, konnte mit Romanen wie „Im Zeichen des Bösen“ sein Können unter Beweis stellen, Horror, Atmosphäre und ausufernde Gewalt stimmig zu vereinen. Doch bei „Parasit“ blitzt sein Können nur an einigen Stellen hervor, denn detaillierte Gewaltbeschreibungen ohne die dazu passende Atmosphäre rufen allenfalls Ekel hervor, was eines der am leichtesten zu erzeugenden Gefühle ist. Ebenso leicht ist Langeweile zu erzeugen, die man beim Lesen des Buches zwar selten verspürt, doch ein großer Wurf ist „Parasit“ sicherlich nicht, allenfalls solides Mittelmaß eines talentierten Handwerkers. Laymon hat aber bereits wesentliche bessere Bücher geschrieben, worauf sich wohl auch Stephen Kings vielzitierter Kommentar bezieht, der auch diesmal wieder einen prominenten Platz auf dem Umschlag gefunden hat: „Wer sich Laymon entgehen lässt, verpasst einen Hochgenuss.“ Und wie Joe R. Landsdale, dessen Kurzgeschichte „Die Nacht, in der sie den Horrorfilm verpassten“ zu einem der meistgenanntesten Vertretern des Splatterpunk-Genres gehört und darüber hinaus auch noch sozialkritische Aspekte beinhaltet, zu folgender Aussage kam, ist mir schleierhaft: „Parasit ist eines der gemeinsten, ekligsten und verrücktesten Bücher, die ich jemals gelesen habe.“ Die Moral von der Geschichte lautet schlicht und ergreifend: Auch wenn sich anerkannte und über fast jeden Zweifel erhabene Autoren lobend über einen Autor bzw. sein Buch äußern, kann es trotzdem nur Mittelmaß sein.

Fazit: „Parasit“ von Richard Laymon ist ein solide geschriebener Horrorschocker, der aber Kennern des Genres kaum neue Impulse geben wird und auch im Gesamtwerk von Laymon nur einen Platz im Mittelfeld einnehmen kann. Kein unbedingtes Muss, aber für den heftig-deftigen Lesespaß zwischendurch allemal passabel.

Titel: Parasit
Autor: Richard Laymon
Verlag: Festa Verlag
Seiten: 320
ISBN: 3935822081

Moderne Horrorautoren 2

Erstellt am: Dezember 20th, 2007

Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts war definitiv das Genre des Serienkillers, und deshalb verwundert es nicht, dass sich der renommierte amerikanische Phantastik-Kenner S.T. Joshi diesmal auch einem der Väter des Serienkiller-Genres annimmt: Thomas Harris, der Autor von „Das Schweigen der Lämmer“, „Roter Drache“ und „Hannibal“ hat maßgeblichen Einfluss darauf gehabt, dass speziell im zweiten Drittel der 90er Jahre ein wahrer Serienkiller-Hype einsetzte. Grund genug für Joshi, Harris’ Werke einer eingehenden und kontroversen Analyse zu unterziehen. Joshi ist schon seit jeher dafür bekannt, allgemein renommierte Autoren zu sezieren und ihnen mittelmäßige literarische Fähigkeiten und fehlende Allgemeinbildung zu attestieren, während er seine persönlichen Favoriten gegen jede Kritik verteidigt. So ist es auch bei Harris: Er wirft dem Autoren vor, in seinem Erstlingswerk „Schwarzer Sonntag“ eine alberne Grundidee entworfen zu haben, die aber leider mittlerweile von der Realität noch überboten wurde und deshalb wurde eindrucksvoll bewiesen, dass die Idee ganz und gar nicht albern war, sondern jederzeit schreckliche Realität werden kann: In „Schwarzer Sonntag“ wollen Terroristen einen mit Sprengstoff gefüllten Zeppelin über einem vollbesetzten Footballstadion zur Explosion bringen.

Weiterhin kritisiert Joshi, dass ihn die Romane von Harris nicht in Schrecken versetzen können, da es sich dabei nicht um reinrassige Horror-Romane handelt. Doch ob der Schrecken dadurch nicht noch stärker wird, interessiert Joshi nicht. Auch die explizite Darstellung von Gewalt stößt bei Joshi auf Ablehnung, so dass man seine Ausführungen auf jeden Fall objektiv lesen sollte, denn sie beinhalten eine wahre Vielzahl an interessanten Argumentationen. Auch wenn man sicherlich des öfteren mit seinen Ansichten konträr gehen wird, sind sie immer sehr interessant zu lesen und man entdeckt oft Körner der Wahrheit daran. Auch Autoren wie Ramsey Campbell, Robert Bloch, Anne Rice, Bret Easton Ellis, Peter Straub, Thomas Ligotti und viele mehr werden im vorliegenden Werk „Moderne Horrorautoren 2“ eingehend unter die Lupe genommen und ihr Gesamtwerk analysiert und kritisiert. Joshis Ausführungen sind unbedingt lesenswert, auch wenn seine Aussagen definitiv polarisieren werden. Aber er trifft oft ins Schwarze oder man kann sich an seinen Argumenten und Ansichten sehr gut reiben. Auf jeden Fall bietet er viel Diskussionsstoff für Fans und Literaturinteressierte.

Fazit: „Moderne Horrorautoren 2“ ist eine weitere Essay-Sammlung von S.T. Joshi, der einmal mehr renommierte und beliebte Horrorautoren seziert und ihr Gesamtwerk mal mehr, mal weniger würdigend analysiert. Kontroverser und sehr unterhaltsamer Lesestoff ist garantiert und sollte jedem ernsthaften Fan dringend ans Herz gelegt werden! (Tino Hahn)

Titel: Moderne Horrorautoren 2
Autor: S.T. Joshi
Verlag: Festa Verlag
Seiten: 254
ISBN: 3935822022

Ruhig Blut!

Erstellt am: Dezember 14th, 2007

In Lancre wird die Namensgebung der neugeborenen Tochter von König Verence und Königin Magrat gefeiert. Unglücklicherweise hat der König auch eine Vampirfamilie dazu eingeladen und diese schicken sich an, die Macht über das kleine Königreich zu übernehmen. Doch in Lancre wohnen auch die drei Hexen Agnes, Nanny Ogg und Oma Wetterwachs.

Als Agnes und Nanny Ogg die Gefahr erkennen, wollen sie Oma Wetterwachs zu Hilfe holen. Doch diese hat sich gerade diesen ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht um unangekündigt zu verschwinden. Die Beiden machen sich zusammen mit der jungen Königin und ihrem Kind auf die Suche nach ihr.

Zur gleichen Zeit tauchen immer mehr seltsame Wesen in Lancre auf. Und auch Himmelwärts, ein junger Priester, der die Namengebung vornahm, wird in die Ereignisse verwickelt. Wo doch Hexen ein gesundes Misstrauen gegen Religion mit jeder Menge Scheiterhaufen in ihrer Vergangenheit haben. Und das bekommt er auch deutlich zu spüren.

Wieder ein Scheibenweltroman mit der drei Hexen in der Hauptrolle. „Ruhig Blut!“ ist Pratchett etwas besser als der Vorgänger „Heiße Hüpfer“ gelangen, kommt aber nicht an dessen Vorgänger „Fliegende Fetzen“ heran. Auch unter den Geschichten rund um die Hexen ist sie nicht unbedingt die Beste.

Aber eine wirkliche Enttäuschung erlebt man bei Pratchett kaum, wenn man nicht generell nichts mit seinem Humor anfangen kann. Ein durchschnittlicher Scheibenweltroman, und das sollte eigentlich schon ein Qualitätsmerkmal für sich sein.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Ruhig Blut!
Autor: Terry Pratchett
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 374
ISBN: 3442416523

Politik Macht Geld

Erstellt am: Dezember 13th, 2007

Die politische Klasse hat große Sorgfalt darauf verwendet, ihre tatsächlichen Einkünfte zu verschleiern. Hans Herbert von Arnim schlägt eine Schneise ins Dickicht der Politikereinkommen. Was von Arnim hier klar und deutlich aufdeckt, ist der bisher größtangelegte Versuch zur Irreführung der Öffentlichkeit.

In seinem Buch rechnet er die Nebeneinnahmen für Ministerpräsidenten, Minister und parlamentarische Staatssekretäre vor. Demnach erhält der bayerische Regierungschef Edmund Stoiber (CSU) jährlich neben seinem Amtsgehalt von etwa 323 000 DM noch einmal rund 208 000 DM oder 64 Prozent zusätzlich. Dieses „Schatteneinkommen“ bestehe aus der steuerfreien Kostenpauschale für Abgeordnete (55 200 DM jährlich), den gekürzten Abgeordnetendiäten (89 856 DM) sowie einer steuerfreien Aufwandsentschädigung (62 784 DM). Somit komme der Münchner Kabinettschef auf rund 531 000 DM. Die Einkünfte des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (SPD) – des zweiten Auftraggebers der Studie – bewegen sich in ähnlicher Höhe.

Da aber mehr als die Hälfte der insgesamt 183 Regierungsmitglieder in Bund und Ländern kein Abgeordnetenmandat und deshalb auch keinen Anspruch auf ein „Schatteneinkommen“ habe, führe dies zu „völlig willkürlichen, durch nichts zu rechtfertigenden Einkommensunterschieden“. Von Arnim geht davon aus, dass den steuerfreien Pauschalen kein wirklicher Aufwand entspreche.

Auch ohne intellektuelles Überfliegerdasein begreift man alles, was er schreibt, spätestens bei der zweiten Wiederholung. Obwohl durch die vielen „und nochmal Draufhinweise“ seine kaum kaschierte Wut über soviel Bodenlosigkeit gut herauskommt. (Silvia Dunker)

Titel: Politik Macht Geld
Autor: Hans Herbert von Arnim
Verlag: Knaur
Seiten: 278
ISBN: 3426775573

Milliardäre und ihre Erfolgsgeschichten

Erstellt am: Dezember 12th, 2007

„Milliardäre und ihre Erfolgsgeschichten“ ist ein umfassendes Werk, das die Strategien, Prinzipien und Taktiken der Superreichen aufdeckt und analysiert. Voll gepackt mit ausführlichen und konkreten Erfolgstipps der Geld-Giganten.

Reichtum ist das Produkt der Arbeit und nicht ein Geschenk des Glücks. Diese These belegt Martin S. Fridson, mit der Lebensbeschreibung von 14 Milliardären. Es geht ihm dabei nicht um Heldengeschichten, sondern um Psychogramme von Siegern, Strategien und Erfolgstaktiken. Fridson bietet sieben Rezepte an, mit denen die 14 Vorbilder zu ihrem Supererfolg gekommen sind. Die erste der grundlegenden Strategien lautet: „Haben Sie Mut zum Risiko!“

Anhand der Geschäftsmethoden von H. L. Hunt und J. Kluge wird gezeigt, wie Spielernaturen zwar auf Wachstum gesetzt, sich aber immer eine Hintertür offen gehalten und von der „Hebelwirkung geschickter Finanzierung“ profitiert haben.

Ross Perot und Sam Walton haben auf „unternehmerische Innovation“ geschworen, indem sie die besten Methoden anderer kopierten und dann kombinierten. John D. Rockefeller sen. und Bill Gates orientierten sich an der Direktive: „Sichern Sie sich den größten Marktanteil!“ Einfallsreichtum und Hartnäckigkeit seien bei beiden Unternehmern die Schlüssel zum Erfolg gewesen. Wayne Huizenga handelte gemäß der Devise: „Fusionieren Sie mit anderen Konzernen!“. „Steigen Sie günstig ein!“ führte die drei Börsianer J. Paul Getty, Laurence Tisch und Warren Buffett zu Reichtum und Ansehen. Sie alle halten sich an die denkbar einfachste Formel: billig kaufen, teuer verkaufen. Kirk Kerkorian, Carl Icahn und Phil Anschutz handelten nach der Devise „auf Wachstum setzen“, wozu natürlich auch der richtige Riecher gehört.

In den beiden folgenden Kapiteln: „Investieren Sie in politische Macht!“ und „Trotzen Sie den Gewerkschaften!“ werden schließlich Strategien vorgestellt, die alle 14 Milliardäre mit Erfolg beherzigt haben. Fridson vermittelt den Eindruck, als seien Wahlspenden, Beeinflussung von Politikern und das Austricksen der Gewerkschaften unverzichtbar für die Anhäufung von Reichtum.

Das letzte Kapitel fordert den Leser mit den Worten „Jetzt sind Sie am Zuge!“ auf, die entwickelten Strategien und Prinzipien zu beherzigen und reich zu werden. Typisch amerikanisch wird prophezeit: „Hier und jetzt können Sie die geschilderten Methoden der Milliardäre anwenden und mehr Erfolg haben, als Sie sich je hätten träumen lassen.“ Dieses Handbuch des Erfolgs wirft einen Blick auf die Karrieren, die Methoden, die Gedanken und Verhaltensweisen von Selfmade-Milliardären, um die gemeinsamen Hintergründe ihres Erfolgs herauszuarbeiten und darzustellen. Jedes Kapital ergründet eine spezielle Strategie und belebt diese durch ausführliche und praxisnahe Profile früherer und aktueller Selfmade-Milliardäre.

Die persönlichen Erfolgsstrategien und faszinierenden Einblicke in die Welt der Superreichen werden alle interessieren, die sich auch nur im entferntesten für die Themen Geld, Erfolg und „Big Business“ interessieren. (Silvia Dunker)

Titel: Milliardäre und ihre Erfolgsgeschichten
Autor: Martin S. Fridson
Verlag: Böresenverlag
Seiten: 376
ISBN: 3930851458

Aktien Einsteiger Buch

Erstellt am: Dezember 12th, 2007

Seitdem vor einigen Jahren mit der Telekom-Aktie in Deutschland ein erneuter Aktienboom begann und auch der „kleine“ Privatanleger plötzlich Interesse an spekulativeren Anlagemöglichkeiten hatte, haben auch Autoren diesen Markt für sich entdeckt. Dutzende von Ratgebern und Einsteigerbüchern zum Thema Aktien tummeln sich auf dem Buchmarkt und haben jetzt mit Stefan Horns „Aktien Einsteiger Buch“ einen ernstzunehmenden Konkurrenten bekommen: Der Diplom-Betriebswirt und Autor leitet seit Anfang 1999 den Bereich Finanzierung und Steuer sparende Geldanlagen im Finanz-Institut Lahnstein. Dieser Berufszweig dürfte zumindest den Visitenkarten-Designer vor ernste Probleme gestellt haben, doch die Kompetenz des Autors wird dadurch unterstrichen.

Der Name des Buches ist diesmal wirklich Programm und das auf den ersten Blick staubtrockene Thema wird durch einen anschaulichen und angenehm zu lesenden Schreibstil vermittelt. Einige der Passagen sind vielleicht etwas zu optimistisch und subjektiv ausgefallen, aber generell hat der Autor recht, wenn er immer wieder betont, dass man langfristig mit Aktien nicht verlieren kann. Ob er mit dieser Binsenweisheit allerdings TelDaFax-Aktionäre besänftigen kann, will ich mal dahingestellt lassen…

Nach einigen Hinweisen auf die Fehler und Risiken, die beim Aktienhandel lauern und einer Einführung in die Welt der Aktie beschäftigt sich das Buch damit, was man tun muss, um überhaupt wirklich reich mit Aktien zu werden: Aktien kaufen & verkaufen!

Informativ, aber manchmal mit erhobenem Zeigefinger erklärt Stefan Horn ausführlich die Vorgehensweise beim Aktienkauf und –verkauf, zeigt mögliche Fehlerquellen und psychologische Schwächen auf und schafft es gleichzeitig, möglichst wenig Fachvokabular zu verwenden. Für alle Fremdwortfetischisten verspricht das Buch auf dem Klappentext ein umfangreiches Glossar, was sich aber leider mangels Masse nicht auffinden lässt. Dieser Fauxpas mindert den insgesamt guten Eindruck des Buches, sollte aber nicht allzu gravierend auf die Kaufentscheidung Einfluss haben.

Der „Neue Markt“ wird mit nur vier Seiten sehr knapp abgehandelt, was aber für ein „Aktien Einsteiger Buch“ eigentlich zu begrüßen ist, denn Neulinge im Aktiengeschäft sollten von Firmen, die ausschließlich am „Neuen Markt“ geführt werden, wahrscheinlich besser die Finger lassen!

Fazit:
„Aktien Einsteiger Buch“ ist ein empfehlenswertes Buch für Aktieneinsteiger und bietet wesentliche Informationen und Tipps, die ein böses Erwachen verhindern können. Wer nach Erklärungen zu Börsenfachvokabular sucht, wird durch das fehlende Glossar allerdings enttäuscht. (Tino Hahn)

Titel: Aktien Einsteiger Buch
Autor: Stefan Horn
Verlag: Börsenverlag
Seiten: 220
ISBN: 3930851520

Aktien Basics

Erstellt am: Dezember 12th, 2007

Locker, witzig und mit vielen Fakten, verschafft Johanna v. Rumohr einen Einblick in den Aktiendschungel. Um am Ende einen Durchblick zu haben wird das wichtigste erklärt und unwichtiges gnadenlos ignoriert.

Im ersten Kapitel geht es um die Aktie an sich. Ihre Bedeutung im juristischem, wirtschaftlichen und auch philosophischem Sinne.
Dem folgt eine nicht ganz ernst zunehmende Grundausstattung für Aktionäre. So wird unter anderem darauf hingewiesen wie wichtig Kaffee, Füller und Beruhigungstropfen im Aktiengeschäft sind. Von Aktien allgemein bis hin zu den hochriskanten Optionsscheinen sind fast alle an der Börse üblichen Begriffe im Buch zu finden.

Der Leser findet Antworten auf zahlreiche Fragen, so zum Beispiel diese:
Wie „funktioniert“ eine Aktie als Anlageprodukt?
Welche Varianten gibt es (Stammaktien, Vorzugsaktien, Belegschaftsaktien etc.)?
Wie sehen Unternehmensform und Rechtsstellung einer Aktiengesellschaft aus?
Was bestimmt den Kurs einer Aktie?
Wie ist der faktische Ablauf im Umgang mit Aktien?
Was versteht man unter Dividendenausschüttung?
Wie laufen Kauf- und Verkauforders bei Bank und Börse?
Welche Anlagestrategien gibt es?
Wie verhält es sich mit dem Risiko?
Was bewegt den Aktienkurs nach oben und wie erkenne ich das rechtzeitig?
Aktien-Tipps gibt Johanna v. Rumohr nicht, auch keine „mal-eben-in-5-Minuten-zur-ersten-Million“-Anleitung. Im Gegenteil, mit Köpfchen und Spaß selber Kompetenzen erwerben und das auf eine unkomplizierte verständliche Art ist das Ziel dieses Buches.
So kann jeder selber rausfinden, welche Aktie er kaufen sollte und welche Aktienstrategie zu ihm und seinem Leben passt.

Zum Schluss gibt es dann noch „Die Handzeichen der Börsianer“ erklärt anhand einer Fotocollage. Ein Buch zum Nachschlagen, zum schmökern, zum schmunzeln und natürlich zum schnell schlau-werden. Für jeden der Lust hat, ein gewiefter Aktienprofi zu werden, eine erste gute Anlage. (Silvia Dunker)

Titel: Aktien Basics
Autor: Johanna v. Rumohr
Verlag: Gräfe und Unzer
Seiten: 144
ISBN: 3774200130

Alan Greenspan : Die Macht der Worte

Erstellt am: Dezember 12th, 2007

Geld regiert die Welt – das beweist auch die außergewöhnliche Karriere von Alan Greenspan, die von den Autoren Sicilia und Cruikshank beschrieben wird. Greenspan, langjähriger Chef der US-amerikanischen Notenbank zählt zu den einflussreichsten Kennern des internationalen und amerikanischen Marktes. Geradezu unheimlich ist manchen Zeitgenossen seine Treffsicherheit, wenn es um Prognosen für Marktentwicklungen geht. Beunruhigt dürfte auch die EU sein, da Greenspan dem Euro eine kurze und schmähliche Zukunft vorausgesagt hat.

Die Autoren haben aus ihrem Buch glücklicherweise keine Biographie gemacht, sondern sich zielsicher auf die Eigenschaften konzentriert, die Greenspan sowohl für die Finanzwelt als auch das politische Parkett interessant machen. „Der Pate der Wall Street“ gehört zu den gleichermaßen geschätzten und gefürchteten TopTen der Wirtschaftspolitik.

Ob Sozialreform, Bildungsreform oder Umstrukturierung Russlands: Greenspans Analysen gelten als unbestechlich und richtungsweisend. Was er sagt, kann Entwicklungen beeinflussen und Märkte bewegen. Das erklärt auch den Untertitel des Buches, „Die Macht der Worte“.

Wer Interesse an zukünftigen Entwicklungen des Wirtschaftsmarktes, der Börsen und des Bankensystems hat, kann hier eine Menge lernen, wobei die Zitate und Texte Greenspans durch die Autoren nach Unterthemen zusammengefasst und um Erläuterungen ergänzt wurden. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Greenspan zumindest in bezug auf den Euro geirrt hat. (SK)

Titel: Alan Greenspan : Die Macht der Worte
Autor: David B. Sicilia, Jeffrey L. Cruikshank
Verlag: Börsenverlag
Seiten: 352
ISBN: 3898430138

Jesse Livermore – Geschichte der Börsenlegende

Erstellt am: Dezember 12th, 2007

Sein Name ist für jeden wahren Börsianer ein Begriff: Jesse Livermore, genannt „König der Spekulanten“. Sein Einfluss und seine Macht waren zwischenzeitlich derart groß, dass man sogar munkelte, er sei persönlich für den großen Börsencrash von 1929 verantwortlich gewesen.

Richard Smitten hat sich der Legende um den „großen Bären der Wall Street“ gewidmet. Wie gelang es Livermore, sich aus ärmlichen Verhältnissen zu einem der reichsten Männer hochzuarbeiten? Welche Strategien und Ideen trieben ihn zum Erfolg – und was verursachte seinen Absturz, der im November 1940 mit einem Selbstmord endete?

Livermore beschäftigte sich schon als Jugendlicher mit der Börse, die ihn zunehmend faszinierte. Mit 15 tätigte er erste Geschäfte in den sogenannten Bucket Shops. Nach sieben Jahren Trading besaß er 1899 10.000 Dollar Einsatzkapital. Die folgenden Jahre waren Berg- und Talfahrten: Mal machte er unglaubliche Gewinne, dann war er von einem Tag auf den anderen pleite, wodurch u.a. 1901 seine erste Ehe das Zeitliches segnete.

Die Stärke von Smittens Buch ist sicher nicht geheimes Insiderwissen, das einem über Nacht Reichtümer bescheren könnten, vielmehr schafft er es, die Faszination der Börse, die nicht nur Livermore selbst, sondern auch viele seiner Zeitgenossen oft zum Verhängnis wurde, überspringen zu lassen. Livermore war kein Genie oder Glückskind, er war ein intensiver Beobachter und Analyst. Sein vorrangiges Ziel war das Lernen aus Fehlern – seiner eigenen und die der anderen.

Eine seiner Kernaussagen gibt einen Teil seines universellen Ansatzes recht gut wieder: „Die Wall Street ändert sich nicht, Gewinner und Verlierer wechseln, Aktien kommen und gehen, doch die Wall Street ändert sich nicht – weil sich die Menschen nicht ändern.“

Fazit: Kein Buch für diejenigen, die nach dem puren Geheimnis des Erfolges suchen, aber eines für jene, die sich für den Menschen Livermore interessieren und von seinen Erfahrungen und Ableitungen daraus profitieren möchten. (SK)

Titel: Jesse Livermore – Geschichte der Börsenlegende
Autor: Richard Smitten
Verlag: Börsenverlag
Seiten: 348
ISBN: 3898430146

Hinter der irdischen Bühne

Erstellt am: Dezember 11th, 2007

Nachdem Kickaha es zusammen mit Anana gelungen war die Schwarzen Scheller, die uralten Erzfeinde der Lords, zu schlagen, schaffte es der Letzte durch ein Dimensionstor zur Erde zu entkommen. Kickaha und Anana folgen ihm, werden aber dort bald von den Leuten des dortigen Lords, dem legendären Red Orc, entdeckt. Von nun an müssen sie versuchen, den letzten Schwarze Scheller auszuschalten und die sich sie verfolgenden Schergen Red Orcs und bald auch die Polizei vom Leibe zu halten.

Der vierte Teil setzt die Geschichte fort, die in „Lord der Sterne“ ihren Anfang nahm und wird erst im nächsten und letzten Band der Serie „Planet der schmelzenden Berge“ beendet. „Hinter der irdischen Bühne“ ist eher der schwächste Teil der gesamten Serie. Neben dem eher wenig originellen gut aussehenden, geschickten und mutigen Helden wirken auch die etwas peinlichen Klagen des Autors über Hippies, moderne Musik und die auch so heruntergekommene Welt in einem Science Fiction-Roman etwas deplaziert. Wie der Rest der Serie ist aber auch dieses Buch eine flüssig und spannend erzählte Abenteuergeschichte.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Hinter der irdischen Bühne
Autor: Philip José Farmer
Verlag: Knaur
Seiten: 256
ISBN: 3426605147

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