Dinosaurier

Erstellt am: Januar 29th, 2008

Eine absolute Augenweide: Verdienterweise gekürt als „Wissenschaftsbuch des Jahres in der Kategorie Perspektive“ – Das sachkundigste Buch für junge Leser.
Die Welt der Dinos wird lebendig, wenn der Triceratops sein gewaltiges Maul aus dem Buch schnappen lässt und der mächtige Allosaurus dazu die Zähne fletscht. Spielerisch vermittelt dieses Sachbuch alles Wissenswerte über die Giganten der Vergangenheit. Dabei sorgen Zieh- und Schiebe-Effekte auf jeder Doppelseite für verblüffende Überraschungen. Gänsehaut garantiert!

Nur sieben Doppelseiten, aber die haben es tierisch gut in sich: Die erste präsentiert ein prächtiges Biotop: die Erde vor etwa 200 Millionen Jahren, mit dem 28 Meter langen Diplodocus und dem schreckenserregenden Stegosaurus. Eine faltbare Zeittafel gibt einen groben Überblick über Trias, Jura und Kreidezeit. Und ein Dreh am seitlichen Papprad zeigt den Wandel der Erdoberfläche.

Das Buch überrascht mit grandioser optischer Aufmachung und ist sehr, sehr abwechslungsreich. Durch die Möglichkeit auf fast allen Seiten an einem „Strip“ zu ziehen passiert recht viel im Buch, außerdem klappt auf so mancher Seite noch ein „Dino“ heraus. Geeignet für sprachlich fitte Kinder, sind die Definitionen bisweilen recht schwierig.

Wer hätte das gedacht: Entgegen der landläufigen Meinung, alle Echsen des Mesozoikums (Erdmittelalter“) wären Dinosaurier gewesen, werden nur Reptilien mit ganz bestimmten Eigenschaften als „Dinosaurier“ bezeichnet. Diese Eigenschaften hat David NORMAN recht übersichtlich aufgelistet. Bei dem Wort „Dinosaurier“ handelt es sich jedoch um keinen exakt wissenschaftlichen Klassifizierungsbegriff, sondern um eine Zusammenfassung zweier großer Ordnungen der Archosauria („Herrscherreptilien“) – nämlich der der Ornithischia und der der Saurischia. Die beiden anderen Ordnungen, die ebenfalls zu den Archosauria gezählt werden, sind die Pterosaurier (Flugechsen) und die Crocodilia (Krokodile); sie werden jedoch nicht „Dinosaurier“ genannt. (Jean Lüdeke)

2006. 16 S. m. zahlr. farb. u. aufklappb. Illustr. 29 cm
Verlag: ARS EDITION
ISBN: 9783760749051
Produktart: Kinderbuch

Hippokratische Gesichter – Todesgeschichten

Erstellt am: Januar 23rd, 2008

„Hippokratische Gesichter“ ist ein sechs Kurzgeschichten umfassendes Buch. Wie in der Horror-Branche üblich, geht es um Leben und Tod, wobei der Tod natürlich im Vordergrund steht. Er kommt in jeder Geschichte andersgesichtig daher.

Die Armen Toten
Ein Dichter starb offiziell an Selbstmord. Seine Obsession war das Erfinden und Erleiden exquisiter Qualen, wenn auch allem Anschein nach zunächst eher in seiner abnormen Phantasie oder Giftgetränkten Drogenräuschen. Wie weit der Dichter auch immer gegangen sein mag, es genügte ihm nicht. Ihm verlangte nach neuartigen Sensationen der Schmerzlust.

Das Sandmädchen
Erzählt die nächtlichen Erlebnisse eines sechzehnjährigen blinden Mädchens vor einer schwierigen Operation. In vier aufeinander folgenden Nächten steht ein Sandmädchen an ihrem Bett und befreit sie von ihrer Blindheit.

Kettensägen- Boogie
Der Streit um das Sorgerecht für sein Kind zerrüttet die Nerven eines Vaters und lässt ihn zur Kettensäge greifen.

H
Auf die Toilette eines Rasthofes verschlägt es einen Lehrer, der gerade die von ihm geschwängerte Schülerin ins Jenseits befördert hat. Dort muss er erfahren, dass die Hölle nicht nur eine Pforte hat. Das H steht in diesem Fall nicht für Herrentoilette, sondern für Hölle.

Der Verfolgte
Ein ehemaliger Fremdenlegionär erzählt von seiner Begegnung mit einem Soldaten und seiner Nemesis, die ihn unbeirrbar verfolgte, lange nach dem er die Grenzen zwischen Leben und Tod überquert hatte.

Hippokratische Gesichter
Der Polizeifotograf Paine endete am Galgen, nachdem ihn ein Gericht schuldig gesprochen hatte, mehr als fünfzig Morde verübt zu haben, um die im Todeskampf verzerrten Gesichter seiner Opfer fotografisch zu dokumentieren.

Kurzgeschichten leben davon, mit wenigen Sätzen eine dichte Atmosphäre zu schaffen und den Leser bis zum Ende zu fesseln, das meist einen überraschenden Höhepunkt aufweist. Malte S. Sembten gelingt dies hervorragend.

Jede Todesgeschichte geht unter die Haut, ohne das es bewusst wird, bis es zu spät ist. (Silvia Dunker)

Titel: Hippokratische Gesichter – Todesgeschichten
Autor: Malte Schulz-Sembten
Verlag: Edition Metzgerstein
Seiten: 126
ISBN: 3935822138

Todestag

Erstellt am: Januar 23rd, 2008

Am 25. Oktober ist die Stunde von Kain Zwaifel – so sein „Kriegername“ – gekommen: Während einer Wahlkundgebung auf dem Berliner Gendarmenmarkt erschießt er den Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Widerstandslos lässt sich der bis dato Unbescholtene festnehmen und gesteht freimütig die Tat.

An Händen und Füßen gefesselt wird er in den Verhörraum geführt und auf dem einzigen fest mit dem Boden verankerten Stuhl platziert. Bei der anschließenden dramatischen Vernehmung durch einen kurz vor der Pensionierung stehenden Ermittler und einen Psychologen dreht sich alles um die Weltanschauung des Kanzler-Mörders, seine Prophezeiungen, Thesen und seine Liebe zu einem Mädchen, das in einer anderen Stadt lebt.

Ja, er wolle, dass der 25. Oktober als Todestag der deutschen Pseudodemokratie in die Geschichtsbücher einginge und seine Tat als verantwortliches Handeln verstanden würde. Nein, ein Verrückter sei er ebenso wenig wie ein Anarchist, sondern ein Demokrat, der gegen die Trägheit der Masse kämpfe und gerne ohne Unrechtsbewusstsein auf die Welt gekommen wäre. Ja, er sei davon überzeugt, dass ein Bürgerkrieg bevorstehe und eine Fußball-Weltmeisterschaft ein Akt weltumspannender Basisdemokratie ist.

„Todestag“ von Tobias O. Meißner ist wahrlich kein Politthriller über einen fiktiven Angriff auf den Bundeskanzler, sondern vielmehr das aufrüttelnde Protokoll eines Verhörs und eine unerbittliche Untersuchung des öffentlich-staatlichen Hier und Jetzt. Der spannende Verhörroman belässt dabei den Leser nicht nur in der Rolle des Lesers, sondern rückt ihn unweigerlich auch in die des Richters.

Der 34-jährige Tobias O. Meißner schloss sein Studium der Kommunikations-Wissenschaften mit M.A. ab. Er wohnt seit seinem zweiten Lebensjahr in Berlin, davon seit nunmehr 12 Jahren im Norden des Bezirks Neukölln. Seit 1997 pendelt er beruflich quasi zwischen zwei Welten – ist jeweils für ein halbes Jahr als Fabrikarbeiter tätig und widmet sich in den restlichen sechs Monaten der Schriftstellerei. Sein erster Roman „Starfish Rules“ erschien 1997, sein neuestes Werk trägt den Titel „Neverwake“ und ist ebenfalls bei Eichborn.Berlin erschienen. (Ensa Maurer)

Titel: Todestag
Autor: Tobias O. Meißner
Verlag: Eichborn Verlag
Seiten: 152
ISBN: 3821806893

Die zweite Haut

Erstellt am: Januar 23rd, 2008

Martin Stillwater ist erfolgreicher Krimi-Autor, glücklich verheiratet und hat zwei Töchter. Eines Abends ist er für sieben Minuten während er auf ein Diktierband spricht komplett weggetreten und kann sich danach nicht an diese kurze Zeit erinnern. Auf dem Band hört er, dass er ununterbrochen „Ich muss, ich muss …“ gesagt hat.

In Kansas City ist zur gleichen Zeit ein ungewöhnlicher Killer dabei einen Auftrag zu erfüllen. Er hat keinen Namen, keine Erinnerungen und kein Gewissen. Doch ganz unerwartet fühlt er sich plötzlich von einem bestimmten Ort fast magisch angezogen und er macht sich, seine Spuren möglichst gründlich verwischend und immer wieder „Ich muss, ich muss …“ vor sich hin murmelnd, auf die Reise. Denn er ist auf der Suche nach seinem verloren geglaubten Leben, und meint es sei das Leben und die Familie von Martin Stillwater.

Seine geheimnisvollen Auftraggeber entdecken bald, dass etwas schief gelaufen ist und heften sich an seine Fersen.

Der Killer findet das Haus Martins, dringt dort ein und es kommt zur ersten Konfrontation zwischen den Beiden. Martin übersteht sie knapp und flieht mit seiner Familie, den unbeirrbaren, unheimlichen und übermenschlichen Killer auf den Fersen, nachdem er bei der Polizei keine ausreichende Hilfe bekommt.

Der Roman ist ein typischer Koontz. Eine Durchschnittsfamilie wird in die Machenschaften einer übermächtigen und geheimen Organisation hineingezogen und muss flüchten. Wie immer lässt sich Koontz lang und breit über den Untergang der Gesellschaft durch die schier allgegenwärtige Kriminalität, die geringen Strafen und die korrupten Politiker aus. Nur der sonst in seinen Romanen allgegenwärtige Hund fehlt in „Die zweite Haut“.

Aber sonst ist es ein durchaus gelungenes Stück spannungsgeladener Unterhaltung mit den gewohnt hervorragenden Beschreibung der Persönlichkeiten, vor allem von originellen Bösewichten. Vor allem die den Großteil des Buches einnehmende Verfolgung der Familie durch den irrwitzigen Killer hält den Leser ziemlich in Atem.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Die zweite Haut
Autor: Dean Koontz
Verlag: Heyne
Seiten: 447
ISBN: 3453092007

Die Stahlhöhlen

Erstellt am: Januar 23rd, 2008

Zuletzt ist „Die Stahlhöhlen“ auf deutsch zusammen mit „Die nackte Sonne“ unter dem Titel „Die Stahlhöhlen“ (ISBN: 3-453-12767-6) erschienen.

Auf der Erde leben die Menschen in riesigen, überdachten Städten. Nur die Spacers, menschliche Bewohner anderer Planeten, die sich schon seit langer Zeit von der Erde losgesagt haben, leben nach ihren eigenen Regeln in einer eigenen Ansiedlung. Als dort ein Mord passiert, werden die Terraner nervös, weil sie eine Intervention der militärisch weit überlegenen Spacer fürchten. Auf der Erde kommt es wegen Robotern immer wieder zu Unruhen, weil hier die Abneigung gegen sie als Arbeitsplatzkonkurrenten und auch sonst sehr stark ist. Die Spacer leben mit ihren Robotern friedlich und problemlos zusammen.

Der Polizeibeamte Ljie Baley soll den Mord in der Stadt der Spacer aufklären. Dazu bekommt er den sehr menschlich aussehenden Spacer-Roboter Daneel Olivaw zugeteilt, um auch im Bereich der irdischen Menschen ungehindert ermitteln zu können. Nach einigen Irrwegen, stoßen die Beiden auf eine der besonders roboterfeindlichen Traditionistenorganisationen als mögliche Hintermänner für den Mord. Aber bald stoßen sie auch auf Widerstand und Versuche, sie zu behindern.

Ein Science Fiction Krimi, der durchaus mit vielen traditionellen Krimis mithalten kann. Wie bei Asimov üblich, gibt es komplexe und interessante Protagonisten und eine ansprechende Handlung.

Besonders der frühe Asimov erweist sich als Optimist bezüglich der Anwendung von Technik durch die Menschen. Seine Robotergesetze werden sich wohl kaum in jeder zukünftigen KI finden, so es welche geben sollte, weil diese sicher zuerst für militärische Mittel hergestellt werden würden. Auch sind in einigen seiner früheren Werke einige, aus heutiger Sicht ziemlich danebenliegende Zukunftsvisionen, aber das ist bei Büchern aus den 50er Jahren wohl unvermeidlich.

„Die Stahlhöhlen“ ist in jedem Fall ein Klassiker seines Genres und ein lesenswerter Roman auf jeden Fall.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Titel: Die Stahlhöhlen
Autor: Isaac Asimov
Verlag: Heyne
ISBN: 3453127676

Regulator

Erstellt am: Januar 23rd, 2008

An einem schönen Sommertag in der Poplar Street im idyllischen Wentworth in Ohio taucht plötzlich ein etwas futuristisch aussehender Lieferwagen auf und seine Insassen erschießen scheinbar grundlos einen Zeitungsjungen und einen Hund. Bald nachdem die Bewohner und zufällig dort anwesende Personen sich etwas von dem ersten Schock erholt haben und vergeblich Hilfe mit dem plötzlich nicht mehr funktionierenden Telefon holen wollen, taucht der gleiche Wagen mit einigen ähnlich aussehenden Autos auf und es werden erneut Menschen erschossen. Nur die auch in der Poplar Street wohnende Audrey und ihr autistischer Neffe Seth erscheinen bei dem ausbrechenden Chaos nicht im Freien. In Nevada in der Nähe des Städtchens Desperation betreibt die Firma Deep Earth in der „China-Grube“ genannten, oberirdischen Kupferabbaustätte und hat bei einer Sprengung den legendären Stollen „Rattelesnake Nummer eins“ freigelegt. Seth ist mit seiner Familie auf einer Straße in der Nähe unterwegs und wird plötzlich von etwas unwiderstehlich in diesem alten Stollen angezogen. Er kann die Familie zu einem Besuch bei der Mine überreden und gelangt in einem unbeobachteten Augenblick für kurze Zeit in den alten Stollen. Bald darauf wird seine ganze Familie getötet und er kommt zu seiner Tante Audrey nach Ohio. Doch Seth hat „Tak“, ein uraltes und böses Wesen in sich und das Leben Audreys und ihres Mannes beginnt sich bald zu ändern.

Stephen King hat mit den Romanen „Desperation“ und „Regulator“ zwei Bücher aus dem selben Grundstoff geschrieben. Für „Regulator“ hat er für diesen Zweck sein altes Pseudonym „Richard Bachman“ noch einmal benutzt. Beide Romane sind in etwa dem gleichen Stil geschrieben und haben eine eher actionlastige Handlung. Sie sind aber verschieden genug, dass es nicht im Geringsten stört, wenn man vorher das jeweils Andere gelesen hat. Wem Kings typische Horrorromane wie „Es“ oder „Tommynockers“ gefallen haben, wird auch in „Desperation“ und „Regulator“ bestens bedient.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von www.buchkritik.at

Titel: Regulator
Autor: Richard Bachman
Verlag: Heyne
Seiten: 441
ISBN: 3453129601

Larry Brent: Im Kabinett des Grauens

Erstellt am: Januar 22nd, 2008

Eine Garantie für Hochspannung und Klasse sind die Romane von Jürgen Grasmück, alias Dan Shocker. Dan Shocker gilt als Meister der phantastischen Literatur. Sein Romanheld Larry Brent erfreut sich noch immer großer Beliebtheit. Außergewöhnliche Vorfälle auf der ganzen Welt füllen die X-Akten der PSA. PSA steht für „Psychoanalytische Spezialabteilung“, deren bester Kämpfer ist Larry Brent, auch bekannt unter X-RAY-3.

Die Grusel-Serie Dan Shockers wurde zum 30jährigem Jubiläum neu aufgearbeitet. Doch den Neuauflagen fehlt es kein bisschen an Horror und Spannung zu den Romanen aus dem Jahre 1968. „Im Kabinett des Grauens“ lautet der Titel des ersten Bandes um Larry Brent, Iwan Kunaritschew und der PSA. Die unerschrockenen Kämpfer werden überall dort eingesetzt, wo die herkömmlichen Mittel der Polizei versagen. So auch im ersten Band der erfolgsversprechenden Remakes.

Frankreich: in der Gegend von Maurs sprechen die Menschen von Vampiren. Alles Unsinn, so der Hauptkommissar. Doch eines Tages findet man eine Leiche. Eine Leiche mit Bisswunden am Hals. Auch andere Bewohner des Ortes klagen. Sie sind erschöpft, müde, ausgelaugt. Die Vorfälle können durch die örtliche Polizei nicht mehr kontrolliert werden. Ein Geheimagent, kein anderer als Henry Parker (X-RAY-18) der PSA übernimmt den Fall.

Schon auf den ersten Seiten beginnt Spannung pur. Der Leser ist gefesselt von der faszinierenden Schreibweise und detaillierten Darstellung des Autors. Verschiedene andere Grusel- und Horror-Serien können es nicht mit Larry Brent aufnehmen. Shocker stellt die Situationen und Geschehnisse äußerst Detailgetreu dar. Sein Schreibstil ist fesselnd und zwingt zum Weiterlesen.

„Im Kabinett des Grauens“ kommt für Fans mit einem extra Bonus daher. Die nummerierte Sammlerausgabe ist mit einem Autogrammeindruck von Dan Shocker versehen.

Titel: Larry Brent: Im Kabinett des Grauens
Autor: Dan Shocker
Verlag: Blitz Verlag
Seiten: 352
ISBN: 3932171802

Die Richter

Erstellt am: Januar 22nd, 2008

Ein düster-dramatisches Geschehen eröffnet sich dem Leser bei der Lektüre dieses Romans von Elie Wiesel.
Auf einem Flug von New York nach Tel Aviv muß der Pilot während heftiger wetterbedingter Turbulenzen in Connecticut zwischenlanden. Da an einen Weiterflug nicht zu denken ist, werden die Reisenden zu verschiedenen privaten Unterkünften gebracht. Fünf von den Passagieren, vier Männer und eine Frau, geraten in ein Privatquartier zu einem Gastgeber, der entweder verrückt, sadistisch oder beides zugleich zu sein scheint. Er gibt sich sehr bald als „Richter“ aus, der mit ihnen ein „Spiel“ spielen wolle. Am nächsten Morgen würde einer von ihnen zum Tode verurteilt werden. Die Reisenden sollten mit der Darstellung ihrer Lebengeschichte begründen,warum gerade sie dieses Urteil aufgrund der eigenen Lebensgeschichte nicht treffen dürfe, weil sie noch Wichtiges in ihrem eigenen Leben zu beenden oder zu erledigen hätten.

Nach einigem Hin und Her, bei der die Passagiere Auswege überlegen, machen sie schlußendlich mit bei diesem makaberen Spiel.
Wie durch ein Brennglas hindurch erfährt der Leser nun Einzelheiten aus dem Leben der einzelnen Protagonisten. Aus der Situation ist es verständlich, daß nur die dringensten und bedrängensten Erfahrungen erinnert werden. Die Unterschiedlichkeit der Lebensbechreibungen macht die Vielfalt des Lebens erfahrbar.
Beklemmend bleibt, daß die erinnerten Lebensgeschichten , außer dem seltenen Glück , viel Unglück, Lug und Trug beinhalten. Daß niemand ohne das Eingeständnis auch vieler unguter Seiten bei sich selber auskommt, was den Leser animiert, auch der eigenen Lebenserinnerung nachzugehen.
Ein wenig erinnert das ganze Spiel an Sartre und seine Stücke, in denen das menschliche Unvermögen ebenfalls seinen Ausdruck findet.

Ich vermute , daß Elie Wiesel seine Erfahrungen mit dem Holocaust in seinen Schriften bearbeitet hat. Sein Leben war so entscheidend von diesen Erlebnissen geprägt, daß es für ihn sicher kein Schreiben ohne die Erinnerungen und Plagen an eine grausame Zeit mit grausamen Menschen gibt.

Das Buch ist gut geschrieben, auch spannend, aber zugleich so beklemmend, daß ich mit dem Weiterlesen gelegentlich gezögert habe. (Claudine Borries)

Titel: Die Richter
Autor: Elie Wiesel
Verlag: Lübbe
Seiten: 251
ISBN: 3785715242

Spiel des Verderbens

Erstellt am: Januar 21st, 2008

Clive Barker verfügt über die einzigartige Gabe Menschen zu fesseln. Er fesselt nicht nur Menschen in seinen Romanen, sondern auch die Leser mit seinen Romanen. Ein typisches Beispiel dafür ist das Buch „Spiel des Verderbens“. Der Roman ist im BLITZ Verlag, Edition Metzengerstein erschienen. Das Label ist bekannt für fantastische Romane, die bis in das Genre Horror reichen.

Von Horror ist in Barkers Roman nicht viel zu spüren, zumindest nicht zu Beginn. Die Geschichte spielt in Russland, während des Krieges. Im Vordergrund steht ein Dieb und ein Kartenspieler. Bei haben eins gemeinsam. Sie spielen um ihr Leben gern. Genau aus diesem Grund spürt der Kartenspieler Mamoulian, er selbst bezeichnet sich später im Roman als der Letzte Europäer, den Dieb auf. Die Wetteinsätze sind hoch, oft wird um das eigene Leben gespielt.

Szenenwechsel. Der Leser befindet sich in einem Gefängnis wieder. Auch hier wird man mit einem Dieb konfrontiert: Marty Strauss. Der Gedanke an seine lebenslange Haft wird in kürzester Zeit weggeblasen, denn Joe Whitehead, ein sehr reicher Mann, sucht einen Leibwächter. Einen Leibwächter fürs Leben, ein Leben eingezäunt auf einem prächtigen Grundstück. Strauss sagt zu. Schon bald merkt er, was auf dem Anwesen Whiteheads vorgeht. Blut, Gewalt und Liebe begegnen ihm. Doch Whitehead steht dem Tod nahe. Wird Marty die Freiheit geschenkt?

Spannung erwartet den Leser bereits bei den ersten Zeilen. Verärgerung kommt bezüglich der Szenenwechsel gerade zu Beginn des Romans auf, doch für Aufklärung ist gesorgt. Obwohl man den eigentlichen Teil auf dem Anwesen Joe Whiteheads vermutet, ist das große Finale weitaus verblüffender.

Den Leser erwartet ein Roman im Stile Barkers. Doch aufgepasst, denn Barkers Fantasie kennt keine Grenzen. Der Leser erlebt erotische Liebesszenen, Perversion bis hin zu gewalttätigen Blutbaden und brutalen Übergriffen. Dieser Satz soll nicht als Abschreckung dienen, sondern die perfekte Kombination Barkers ausdrücken.

Fazit:
Wer Clive Barker kennt, erhält einen weiteren tollen Roman, der den Erfindungsreichtum dieses Autors eindruckvoll beschreibt. Als Neuling dieses Genres ist das Buch ebenso empfehlenswert.

Titel: Spiel des Verderbens
Autor: Clive Barker
Verlag: BLITZ Verlag
Seiten: 432
ISBN: 3898400433

Blutzoll

Erstellt am: Januar 21st, 2008

Vicki Nelson war mit Leib und Seele Polizistin, aber sie musste ihre Job aufgeben, nachdem man bei ihr eine Krankheit feststellte, die nicht heilbar ist und die dazu führt, das man erblindet. Also hat sie sich als Privatdetektivin selbstständig gemacht. Und ausgerechnet sie muss den ersten Toten in dieser grauenvollen Mordserie finden, die Toronto in Atem halten wird. Einem jungen Mann wurde die Kehle rausgerissen und die Polizisten die zum Tatort kommen, sind ausgerechnet ihre alten Kollegen von der Mordkommision, allen voran Mike Celluci, mit dem sie mehr als nur eine berufliche Beziehung verband. Vickis Neugier ist geweckt, aber Mike warnt sie ausdrücklich davor sich einzumischen, und immerhin arbeitet sie nicht mehr bei der Polizei.

Als jedoch die Freundin des Toten zu ihr kommt und ihr Geld dafür bietet, damit sie aufklärt, wer oder was für den Tod des jungen Mannes verantwortlich ist, hat Vicki sehr wohl einen Grund, sich von nun an in die Morduntersuchung einzumischen. Und bald stellt sich heraus, das nur ein übernatürliches Wesen für diese grauenvollen Taten verantwortlich sein muss, die Zeitungen sprechen nach weiteren Morden von einem Vampir, denn alle aufgefundenen Leichen waren blutleer. Aber gibt es Vampire wirklich?

Während Vicki noch nach rationalen Erklärungen sucht macht ein gewisser Henry Fitzroy sich auf die Suche nach dem Wesen. Für ihn ist klar, es kann sich nur im einen Vampir in der Phase seiner Umwandlung handeln kann der keine Führung durch einen erfahrenen Vampir genießt, dann ist man nur von seinem Blutdurst getrieben und denkt nicht an die Risiken die für einen Vampir mit der Nahrungsaufnahme verbunden sind. Henry ist seit 450 Jahren ein Untoter, der ein friedliches Dasein in Toronto führt, welches er jetzt jedoch gefährdet sieht.

Eine nachtblinde Heldin, ein Liebesromane schreibender Vampir und ein jähzorniger Polizist, hier hat Tanya Huff ein wirklich ungewöhnliches Trio geschaffen, was dem Leser geradezu an das Buch fesselt. „Blutzoll“ ist der erste Teil einer Serie um die Privatdetektivin Vicki Nelson. Hoffen wir das die anderen Romane auch übersetzt werden.

Kritik geschrieben von Isolde Wehr, Herausgeberin der romantischen Bücherecke und Moments

Titel: Blutzoll
Autor: Tanya Huff
Verlag: Feder und Schwert
Seiten: 296
ISBN: 3931612716

Weitere Buchbesprechungen im Lesertreff:

1 2 3 4 5 6 7 8 ... 11 12 » weiter