Der Schacht



Chicago ist die Hölle und da treffen sich Jonathan, Cruz und Jamaika. Aus unterschiedlichen Gründen auf der Flucht, durchleben die drei einen Alptraum in einem heruntergekommenen, unheimlichen Hotel. Das Kenilworth Arms.

Noch ahnen sie nicht welchen Trip dieses Gebäude durchlebt. Das Kenilworth Arms altert und erhält sich selbst. Seine Bewohner haben keine Ahnung, dass ihre eigene Verzweiflung ein Protein ist, das das Gebäude braucht um sich zu erhalten. Es nimmt die menschlichen Dramen nicht war, die sich innerhalb seines alternden Körpers abspielen. In den Räumen, Zimmern und Fluren ist schon immer Blut vergossen worden. Es ist in die Wände und die Teppichläufer geflossen.

Für die richtige Dosis sorgt ein Bandwurm, er hat das Haus in den Opiumrausch des Blutes eingeführt. So wie jemand mit Alzheimer eine klare Phase haben kann und sich mit Drogen zuschüttet, um der kommenden Agonie des Vergessens zu entgehen, so will auch das Kenilwoth Arms jetzt mehr von diesem Stoff, der es so wunderbar sorglos sein lässt.

Das Haus versucht, durch Drogen betäubt, das zu verwenden was es weiß oder sich noch vorstellen kann. Tief im Drogenrausch versunken hat es etwas, was man als einen Traum bezeichnen kann aus dem wohl keiner der Bewohner entkommen kann.

Dieser Roman über die Drogenszene, die in den Kellern von Chicagos Mietshäusern wuchert betäubt von der ersten bis zur letzten Seite. David J Schow prägte den Begriff „Splatterpunk“. Gemeint sind jene Geschichten von Autoren, denen es weniger auf die literarische Qualität ankommt, sondern mehr auf rohe Gewaltdarstellung. Splatterpunk ist ein Name für einen Trend, ein Begriff für Horror extrem, für das Grauen an sich, für die Abgründe der menschlichen Psyche und nicht zuletzt so sarkastisch, das es schon wieder zum lachen ist. Schow gehört wohl zweifelsohne zur ersten Garde zeitgenössischer Horrorautoren.

In Zeiten, in denen Große Verlage davor scheuen das Wörtchen „Horror“ auch nur ansatzweise in den Mund zunehmen, bietet der Blitz-Verlag diesen Roman für angemessene DM 29.80 an. (Silvia Dunker)

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