Der Weg nach Kinvale

Inos, Prinzessin und einzige Thronerbin, wird von ihrem Vater Holindarn, den König des entlegenen, unwirtlichen aber unabhängigen Krasnegar, in die noble Stadt Kinvale im mächtigen Impere geschickt um die höfischen Gebräuche und vielleicht einen würdigen Ehemann kennen zulernen.

Ihr Jugendfreund Rap stammt aus einfachen Verhältnissen und entdeckt während des harten Winters außergewöhnliche Fähigkeiten an sich. Nach und nach stellt sich heraus, dass er seine Umgebung auf magische Weise erkunden kann und einen starken Einfluss auf Pferde und Hunde hat. Doch die anderen Menschen gehen auf Distanz zu ihm und selbst alte Freunde wenden sich von ihm ab.

Nur ein Fremder namens Andor sucht seine Freundschaft und überredet ihn eines Tage mit ihm in der Süden aufzubrechen, um der Prinzessin die Nachricht über eine zunehmend schlimmer werdende Krankheit ihres Vaters zu überbringen. Doch die Dinge nehmen einen ungünstigen Verlauf als Andor von Rap sein magisches „Wort“ erfahren will und dieser aber nichts von einem „Wort“ weiß.

Obwohl die Geschichte nur etwas zäh in Gang kommt, beginnt sie den Leser irgendwann in ihren Bann zu ziehen und ihn nicht mehr loszulassen. Und auch das Ende des Buches kann man nicht als solches bezeichnen, denn es bricht ziemlich heftig mitten in der Handlung ab. Die „Pandemia Saga“ beginnt also vielversprechend und scheint eine der lesenswerten Fantasy-Epen zu sein.

Der Schauplatz Pandemia bietet zwar nichts neues oder besonders originelles als Fantasy-Welt, so bevölkern Drachen, Zauberer und der irdischen Historie entlehnte Kulturen mit für das Genre typischen Bezeichnungen, wie Kobolde, Elfen, Zwerge usw. ihre Oberfläche, aber die Geschichte, die vor diesem Hintergrund erzählt wird, ist durchaus spannend, manchmal dezent humorvoll und damit gute Unterhaltungsliteratur.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at