Linux – Just for Fun



Mehr durch Zufall als durch Absicht revolutionierte der junge Finne Linus Torvalds 1991 die Computerwelt: Vergeblich suchte Torvalds nach einem Betriebssystem, das seinen hohen Ansprüchen gerecht werden konnte, doch seine Suche war vergebens. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als sich selber sein gewünschtes Betriebssystem zu programmieren und LINUX wurde geboren. 10 Jahre später läuft LINUX auf über 12 Millionen Rechnern weltweit und das sowohl im Anwender- als auch im Serverbereich und Torvalds wurde vom jungen Computerfreak zur Symbolgestalt in der Open Source-Szene.
In einer Mischung aus Selbstportrait und Biographie erzählt Linus Torvalds zusammen mit David Diamond in „Just for Fun – Wie ein Freak die Computerwelt revolutionierte“ von seinem Leben und natürlich speziell von LINUX. Das Vorwort stammt von Dirk Hohndel, einem Vorstandsmitglied der SuSe Linux AG, die entscheidend von Torvalds’ Produkt profitiert haben, entsprechend glorreich fällt das Vorwort dann auch aus.
Das Endergebnis der Bemühungen von Torvalds und Diamond ist ein sehr gut geschriebenes, die Materie sehr gut erhellendes und gleichzeitig lustig und spannend zu lesendes Buch geworden. Schon allein der Untertitel des 1. Kapitels „Sex, Krieg und Linux“ zeigt den Sinn des Lebens auf eine Art und Weise, wie er wohl nur Linux-Freaks vorkommen mag. Zu Anfang beschreibt Torvalds sein Leben als Kind, was sich zwar nicht gravierend vom Leben anderer Kinder unterschied, doch anstelle heimlich Playboy unter der Bettdecke zu lesen, sprang Torvalds immer sofort wieder zurück an seinen Computer, sobald es Schlafenszeit war. Außerdem war es für ihn ein großes Vergnügen, auf dem VIC-20 Computer seines Großvaters die ersten selbstgeschriebenen Programme zu entwickeln, die quasi den Grundstein für seine spätere Begeisterung legten. Im weiteren Verlauf seines Selbstporträts gehen Torvalds und Diamond dann stärker auf die Wirkung von Linux ein, das wie eine Bombe auf dem Computermarkt einschlug: Plötzlich waren sogar Giganten wie Microsoft beeindruckt von einem Produkt, das nicht ihrem Haus entsprang und eine turbulente Zeit begann, von der Torvalds süffisant und zwischen Ironie und Sarkasmus pendelnd erzählt. Dadurch ist „Just for Fun“ die Biographie eines computerbesessenen Teenagers geworden, dessen Entwicklung zum Mann gleichzeitig mit der Entwicklung seiner Schöpfung zu einem der respektiertesten Betriebssysteme der Welt stattgefunden hat. Viele wissenswerte Informationen und Dutzende von lustigen und bizarren Anekdoten reichern das Buch zusätzlich an und machen das Lesen zu einem wahren Genuss.

Fazit: „Just for Fun“ ist ein herrliches Selbstportrait des Mannes, der das Betriebssystem mit dem Pinguin als Markenzeichen geschaffen hat. Interessant und sehr unterhaltsam geschrieben ist es sehr lesenswert für alle, die sich für Biographien als auch die große, weite Computerwelt und die daraus resultierenden Wunderkinder interessieren. (Tino Hahn)

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