Das Lexikon der Idole

Der Begriff ‚Idol’ wird heute oftmals sehr schnell angewandt und verliert dadurch ein wenig an der Qualität, die ihm früher oftmals inne wohnte. Deshalb taten die Verfasser von „Das Lexikon der Idole“ gut daran, als erstes die Bezeichnung ‚Idol’ zu definieren. Laut ihrer Definition ist ein Idol ein Mensch, der zu einem Archetypen wurde – Synonym für ein ganzes Genre oder eine ganze Zeit. Dermaßen gewappnet, ist es nicht verwunderlich, dass man bei der Lektüre des Lexikons weder auf vermeintliche Idole der heutigen Zeit stößt wie z.B. Stefan Raab oder Zlatko, da sie oftmals nur ein Nischenbeliebtheit besitzen oder sich selbst schnell ins Abseits manövrieren. Vielmehr finden sich wirkliche Idole wie Albert Einstein oder Mahatma Gandhi, die einen wirklichen Archetypen-Status haben. Jeder der Biographien erstreckt sich über mindestens drei Seiten und bietet sehr viele wissenswerte und detailliert recherchierte Informationen, die das Lexikon zu einer wahren Lesefreunde machen. Man erfährt unter anderem, dass Charlie Chaplins Leiche von Ganoven gestohlen wurde, um ein Lösegeld zu erpressen oder dass auf Fidel Castro ein Anschlag mit einem tuberkuloseinfizierten Taucheranzug verübt wurde. Castro kann auch ausgezeichnet als Beispiel dafür dienen, dass die Autoren Michael Völkel und Karsten Weyershausen nicht vorbehaltlos glorifizieren, sondern objektiv auch die Schattenseiten beleuchten.

Natürlich kann kein Lexikon den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, aber der geneigte Leser wird positiv überrascht sein, dass ein wirklich sehr weit gefasstes Spektrum sehr umfangreich abgedeckt wird. Egal, ob Kunst, Wissenschaft, Politik, Kultur oder Kunst: Aus jedem Bereich sind viele herausragende Personen mit umfangreicher Biographie und lesenswerten Anekdoten zu finden. Auch der fast immer geglückte Versuch, den Menschen hinter dem Mythos sichtbar zu machen, ist ein weiteres Argument für eine klare Kaufempfehlung.

Fazit: „Das Lexikon der Idole“ ist eine lohnenswerte Anschaffung für alle, die über kurze, kompakte und dennoch detaillierte Biographien von Menschen verfügen möchten, die entscheidenden Einfluss auf Genres oder sogar ganze Generationen hatten. Auch ohne konkretes Interesse lädt das Lexikon immer wieder zum Schmökern ein.

Titel: Das Lexikon der Idole
Autor: Michael Völkel, Karsten Weyershausen
Verlag: Lexikon Imprint Verlag
Seiten: 377
ISBN: 3896025007