Gebrauchsanweisung für Tschechien
Der Tschechische Schriftsteller Jiri Grusa, leider ist kein “Hatschek” im normalen Zeichensatz – der Name spricht sich “Jirschi Gruscha”, wurde 1970 mit Berufsverbot belegt, musste zeitweise ins Gefängnis und reiste 1980 nach Deutschland aus. Nach dem Ende des Kommunismus in seinem Heimatland wurde er Botschafter in Deutschland, Minister in Tschechien und ab 1998 tschechischer Botschafter in Österreich.
In dem relativ schmalen Buch bringt er uns Land, Menschen, Geschichte, Literatur, Sprache und sonst noch einiges aus seinem Heimatland in der Form eines plaudernden, oft weit vom Thema abschweifenden Reiseführers näher. Als Schwerpunkt hat er Persönlichkeiten aus der tschechischen Geschichte, an deren Beispiel er uns die Mentalität der Tschechen näher bringen will und die Eigenheiten und Bedeutungen der Sprache mit dem selben Ziel gewählt. Letzteres wurde mir bei der Kompaktheit des Buches fast ein wenig zu oft eingestreut und unterbricht manchmal etwas den lockeren, erzählerischen Stil. Aber das ist sicher Geschmackssache.
Der Autor hätte mit dem Thema hätte sicher ein mindestens doppelt so dickes Buch schreiben können, und es hätte dabei eher gewonnen. Aber auch so ist es eine kurzweilige und unterhaltsame Lektüre, selbst wenn sich der Leser nicht besonders für das beschriebene Land interessiert. Sollte das aber des Fall sein, ist das Buch fast als Pflichtlektüre zu empfehlen.
Kritik wurde geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von www.buchkritik.at
Titel: Gebrauchsanweisung für Tschechien
Autor: Jiri Grusa
Verlag: Piper
Seiten: 291
ISBN: 3492039839
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