Dolce Vita



Wer die italienische Küche liebt, ist mit diesem Buch gut bedient. Es enthält viele recht unterhaltsame, wenn auch unterschiedliche Geschichten – etliche von ihnen sind bereits erschienenen Publikationen entnommen – , in sich denen mehr oder weniger alles um Speisen und Rezepte aus Italien dreht.

In Iris Finckensteins „Antipasti“ beispielsweise merkt Antonia bei einer leckeren italienischen Mahlzeit, dass sie zu Jochen, den sie eigentlich heiraten wollte, und seiner Familie nicht passt und verabschiedet sich rechtzeitig, bevor es zu spät ist.

Alice Vollenweider, die einst ihre Dissertation über den Einfluss der italienischen und französischen Kochkunst auf die Sprache verfasste, hat gleich mehrere kleine Erzählungen beigesteuert, in denen sie nebenbei noch Rezepte verrät, die leicht nachzukochen sind. Herbert Rosendorfer wiederum hat das Kochbuch eines Anarchisten unter die Lupe genommen. In diesem sind sogar die Getränke in revolutionäre und reaktionäre eingeteilt. Offensichtlich gilt dem Anarchisten alles, was nicht schmeckt, als revolutionär. Dass der Kaiserschmarren den Gipfel reaktionärer Küchenpraxis darstellt, versteht sich fast von selbst. Von Massimo Marcotullio werden wir belehrt, dass Mortadella nicht gleich Mortadella ist. Gabriele Martina Haak verrät uns dagegen „die Erotik des Parmaschinkens“.

Die Schlemmergeschichten führen die Leser von Venetien über die Lombardei, Emilia Romagna, Umbrien, Toskana, Latium, Abruzzen bis nach Apulien und Sizilien.

Die Lektüre sei all jenen empfohlen, deren bevorzugtes Urlaubsland Italien ist, die Freude am guten Essen und am Leben haben und gerne kleine vergnügliche, nicht allzu anstrengende Geschichten lesen. (Ursula Homann)

Titel: Dolce Vita
Autor: Petra Neumann(Hrsg.)
Verlag: Knaur Verlag
Seiten: 314
ISBN: 3426618486

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