Der Weg nach Kinvale
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Inos, Prinzessin und einzige Thronerbin, wird von ihrem Vater Holindarn, den König des entlegenen, unwirtlichen aber unabhängigen Krasnegar, in die noble Stadt Kinvale im mächtigen Impere geschickt um die höfischen Gebräuche und vielleicht einen würdigen Ehemann kennen zulernen.
Ihr Jugendfreund Rap stammt aus einfachen Verhältnissen und entdeckt während des harten Winters außergewöhnliche Fähigkeiten an sich. Nach und nach stellt sich heraus, dass er seine Umgebung auf magische Weise erkunden kann und einen starken Einfluss auf Pferde und Hunde hat. Doch die anderen Menschen gehen auf Distanz zu ihm und selbst alte Freunde wenden sich von ihm ab.
Nur ein Fremder namens Andor sucht seine Freundschaft und überredet ihn eines Tage mit ihm in der Süden aufzubrechen, um der Prinzessin die Nachricht über eine zunehmend schlimmer werdende Krankheit ihres Vaters zu überbringen. Doch die Dinge nehmen einen ungünstigen Verlauf als Andor von Rap sein magisches “Wort” erfahren will und dieser aber nichts von einem “Wort” weiß.
Obwohl die Geschichte nur etwas zäh in Gang kommt, beginnt sie den Leser irgendwann in ihren Bann zu ziehen und ihn nicht mehr loszulassen. Und auch das Ende des Buches kann man nicht als solches bezeichnen, denn es bricht ziemlich heftig mitten in der Handlung ab. Die “Pandemia Saga” beginnt also vielversprechend und scheint eine der lesenswerten Fantasy-Epen zu sein.
Der Schauplatz Pandemia bietet zwar nichts neues oder besonders originelles als Fantasy-Welt, so bevölkern Drachen, Zauberer und der irdischen Historie entlehnte Kulturen mit für das Genre typischen Bezeichnungen, wie Kobolde, Elfen, Zwerge usw. ihre Oberfläche, aber die Geschichte, die vor diesem Hintergrund erzählt wird, ist durchaus spannend, manchmal dezent humorvoll und damit gute Unterhaltungsliteratur.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Die zweite Haut
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Martin Stillwater ist erfolgreicher Krimi-Autor, glücklich verheiratet und hat zwei Töchter. Eines Abends ist er für sieben Minuten während er auf ein Diktierband spricht komplett weggetreten und kann sich danach nicht an diese kurze Zeit erinnern. Auf dem Band hört er, dass er ununterbrochen “Ich muss, ich muss …” gesagt hat.
In Kansas City ist zur gleichen Zeit ein ungewöhnlicher Killer dabei einen Auftrag zu erfüllen. Er hat keinen Namen, keine Erinnerungen und kein Gewissen. Doch ganz unerwartet fühlt er sich plötzlich von einem bestimmten Ort fast magisch angezogen und er macht sich, seine Spuren möglichst gründlich verwischend und immer wieder “Ich muss, ich muss …” vor sich hin murmelnd, auf die Reise. Denn er ist auf der Suche nach seinem verloren geglaubten Leben, und meint es sei das Leben und die Familie von Martin Stillwater.
Seine geheimnisvollen Auftraggeber entdecken bald, dass etwas schief gelaufen ist und heften sich an seine Fersen.
Der Killer findet das Haus Martins, dringt dort ein und es kommt zur ersten Konfrontation zwischen den Beiden. Martin übersteht sie knapp und flieht mit seiner Familie, den unbeirrbaren, unheimlichen und übermenschlichen Killer auf den Fersen, nachdem er bei der Polizei keine ausreichende Hilfe bekommt.
Der Roman ist ein typischer Koontz. Eine Durchschnittsfamilie wird in die Machenschaften einer übermächtigen und geheimen Organisation hineingezogen und muss flüchten. Wie immer lässt sich Koontz lang und breit über den Untergang der Gesellschaft durch die schier allgegenwärtige Kriminalität, die geringen Strafen und die korrupten Politiker aus. Nur der sonst in seinen Romanen allgegenwärtige Hund fehlt in “Die zweite Haut”.
Aber sonst ist es ein durchaus gelungenes Stück spannungsgeladener Unterhaltung mit den gewohnt hervorragenden Beschreibung der Persönlichkeiten, vor allem von originellen Bösewichten. Vor allem die den Großteil des Buches einnehmende Verfolgung der Familie durch den irrwitzigen Killer hält den Leser ziemlich in Atem.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Die nackte Sonne
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Zuletzt ist “Die nackte Sonne” auf deutsch zusammen mit “Die Stahlhöhlen” unter dem Titel “Die Stahlhöhlen” (ISBN: 3-453-12767-6) erschienen.
Auf der von Menschen vor Jahrhunderte koloniealisierten Welt Solaria ist ein Mord passiert. Da Solaria eine extrem niedrige Bevölkerung hat, wo jede Person absolut abgeschieden von den anderen lebt, gab es dort fast niemals Verbrechen und außer einem Sicherheitschef auch keine Polizei.
Weil der Erdenmensch Elijah Baley sich bei den Außenweltlern einen guten Ruf erworben hat, wird er zur Aufklärung des Mordes von der Erde angefordert. Als Vertreter der Außenweltler wird ihm der ihm schon gut bekannte Roboter Daneel Olivaw zur Seite gestellt, wobei den Solariern die Tatsache verheimlicht wird, dass er ein Roboter ist.
Auf Solaria stellt sich heraus, dass es schon eine Hauptverdächtige gibt, der man aber die Tat mangels Tatwaffe noch nicht nachweisen kann. Es ist die Frau des Ermordeten, weil bei den Solariern sich nur Eheleute persönlich begegnen. Doch Baley hat so seine Zweifel, und nachdem bald nach seiner Ankunft ein weiterer Mord geschieht, beginnt er mit seinen für die Solarier extrem ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden.
Der zweite Roman Asimovs mit dem Detektiv Baley als Hauptperson. Wieder ein Science Fiction Krimi, und sogar noch besser als “Die Stahlhöhlen”. Asimov nutzt die Möglichkeit, eine fremde Gesellschaft zu beschreiben, überaus vorteilhaft aus. Viel seiner Kollegen aus dem SF-Genre schaffen es selbst mittel Aliengesellschaften nicht, den Leser einen ebenso interessanten aber auch fremdartigen Entwurf einer Zivilisation zu liefern. Vor allem kupfert er nicht, wie viele andere, historische oder exotische Gesellschaftsformen auf der Erde ab. Dazu kommen noch seine Stärken beim Beschreiben von Persönlichkeiten und die gelungene Krimihandlung.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Robot Roderick
Erstellt am: Januar 2nd, 2008In der kleinen Universität von Minnetonka bekommt die Computerabteilung den Auftrag für den Bau eines Roboters von der NASA. Doch nach einiger Zeit wird ihnen die Unterstützung entzogen und sie müssen versuchen, das nötige Geld von der Universität selbst zu bekommen. Der wichtigste Mann bei der Entwicklung ist Dan Sonnenschein, und er befürchtet die Zerstörung des Roboters. Um das zu verhindern schafft er ihn bei einem Ehepaar in Sicherheit. Doch diese kümmern sich wenig um ihn und so wird er später von einem älteren Ehepaar adoptiert.
Nach einigen Turbulenzen, wie einer Entführung durch Zigeuner, kommt er in eine Schule. Und damit beginnen die Schwierigkeiten erst so richtig.
Sladek benutzt seine Robotergeschichte um der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten. Dabei ist er nicht nur äußerst scharfsichtig sondern auch von bissigem Witz. Der Roman gehört wohl zum humorvollsten, was je im Genre der Science Fiction geschrieben wurde. Dabei zeigt Sladek ein hohes, literarisches Niveau und eine fast schon an Bösartigkeit grenzende Menschenkenntnis. Ob er die Rivalitäten an einer Universität aufs Korn nimmt oder seinen Roboter einen katholischen Priester mit seiner Logik schier in den Wahnsinn treibt, immer bringt er seine Kritik mit Überzeichnung und skurrilen Typen auf den Punkt. Sein Humor hat eine große Spanne. Von der simplen, aber immer gut platzierten Pointe bis zum auf den ersten Blick schwer sichtbaren, hintergründigen Humor findet sich bei ihm so ziemlich das ganze Spektrum. Mit einigen Wortspielen hatte der Übersetzter seine liebe Mühe und konnte nur auf eine Erklärung in Fußnoten zurückgreifen.
Eines der Meisterwerke der Science Fiction und auch für Leser, die sonst nichts aus dieser Literaturgattung lesen uneingeschränkt zu empfehlen.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Die Stahlhöhlen
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Zuletzt ist “Die Stahlhöhlen” auf deutsch zusammen mit “Die nackte Sonne” unter dem Titel “Die Stahlhöhlen” (ISBN: 3-453-12767-6) erschienen.
Auf der Erde leben die Menschen in riesigen, überdachten Städten. Nur die Spacers, menschliche Bewohner anderer Planeten, die sich schon seit langer Zeit von der Erde losgesagt haben, leben nach ihren eigenen Regeln in einer eigenen Ansiedlung. Als dort ein Mord passiert, werden die Terraner nervös, weil sie eine Intervention der militärisch weit überlegenen Spacer fürchten. Auf der Erde kommt es wegen Robotern immer wieder zu Unruhen, weil hier die Abneigung gegen sie als Arbeitsplatzkonkurrenten und auch sonst sehr stark ist. Die Spacer leben mit ihren Robotern friedlich und problemlos zusammen.
Der Polizeibeamte Ljie Baley soll den Mord in der Stadt der Spacer aufklären. Dazu bekommt er den sehr menschlich aussehenden Spacer-Roboter Daneel Olivaw zugeteilt, um auch im Bereich der irdischen Menschen ungehindert ermitteln zu können. Nach einigen Irrwegen, stoßen die Beiden auf eine der besonders roboterfeindlichen Traditionistenorganisationen als mögliche Hintermänner für den Mord. Aber bald stoßen sie auch auf Widerstand und Versuche, sie zu behindern.
Ein Science Fiction Krimi, der durchaus mit vielen traditionellen Krimis mithalten kann. Wie bei Asimov üblich, gibt es komplexe und interessante Protagonisten und eine ansprechende Handlung.
Besonders der frühe Asimov erweist sich als Optimist bezüglich der Anwendung von Technik durch die Menschen. Seine Robotergesetze werden sich wohl kaum in jeder zukünftigen KI finden, so es welche geben sollte, weil diese sicher zuerst für militärische Mittel hergestellt werden würden. Auch sind in einigen seiner früheren Werke einige, aus heutiger Sicht ziemlich danebenliegende Zukunftsvisionen, aber das ist bei Büchern aus den 50er Jahren wohl unvermeidlich.
“Die Stahlhöhlen” ist in jedem Fall ein Klassiker seines Genres und ein lesenswerter Roman auf jeden Fall.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Regulator
Erstellt am: Januar 2nd, 2008An einem schönen Sommertag in der Poplar Street im idyllischen Wentworth in Ohio taucht plötzlich ein etwas futuristisch aussehender Lieferwagen auf und seine Insassen erschießen scheinbar grundlos einen Zeitungsjungen und einen Hund. Bald nachdem die Bewohner und zufällig dort anwesende Personen sich etwas von dem ersten Schock erholt haben und vergeblich Hilfe mit dem plötzlich nicht mehr funktionierenden Telefon holen wollen, taucht der gleiche Wagen mit einigen ähnlich aussehenden Autos auf und es werden erneut Menschen erschossen. Nur die auch in der Poplar Street wohnende Audrey und ihr autistischer Neffe Seth erscheinen bei dem ausbrechenden Chaos nicht im Freien. In Nevada in der Nähe des Städtchens Desperation betreibt die Firma Deep Earth in der “China-Grube” genannten, oberirdischen Kupferabbaustätte und hat bei einer Sprengung den legendären Stollen “Rattelesnake Nummer eins” freigelegt. Seth ist mit seiner Familie auf einer Straße in der Nähe unterwegs und wird plötzlich von etwas unwiderstehlich in diesem alten Stollen angezogen. Er kann die Familie zu einem Besuch bei der Mine überreden und gelangt in einem unbeobachteten Augenblick für kurze Zeit in den alten Stollen. Bald darauf wird seine ganze Familie getötet und er kommt zu seiner Tante Audrey nach Ohio. Doch Seth hat “Tak”, ein uraltes und böses Wesen in sich und das Leben Audreys und ihres Mannes beginnt sich bald zu ändern.
Stephen King hat mit den Romanen “Desperation” und “Regulator” zwei Bücher aus dem selben Grundstoff geschrieben. Für “Regulator” hat er für diesen Zweck sein altes Pseudonym “Richard Bachman” noch einmal benutzt. Beide Romane sind in etwa dem gleichen Stil geschrieben und haben eine eher actionlastige Handlung. Sie sind aber verschieden genug, dass es nicht im Geringsten stört, wenn man vorher das jeweils Andere gelesen hat. Wem Kings typische Horrorromane wie “Es” oder “Tommynockers” gefallen haben, wird auch in “Desperation” und “Regulator” bestens bedient.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von www.buchkritik.at
Im Reich der Dinosaurier
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Edgar Rice Burroughs (1875-1950) schrieb den fantastischen Roman „Im Reich der Dinosaurier“ bereits im Jahr 1917. Erstmals publiziert wurde das Werk 1924. Nach Tarzan gilt es als sein bestes Werk, von vielen Kritikern gelobt.
Zu Beginn dieser Geschichte findet der Erzähler ein Manuskript in einer Flasche. Er sagt: Lesen Sie eine Seite, und in spätestens zwei Minuten werden Sie mich vergessen haben. Das ist ein Versprechen, das Burroughs hält.
Erstmals in deutscher Sprache erzählt er die seltsamen und furchtbaren Erlebnisse Bowen Tylers. Während des ersten Weltkrieges wird er auf einem Passagierdampfer von einem deutschen U-Boot angegriffen. Das Schiff sinkt. Ein englischer Schlepper rettet die Überlebenden. Darunter Tyler und ein Teil der Dampfercrew. Mit Hilfe der Besatzung des Schleppers bringt er das deutsche U-Boot unter sein Kommando. Der gefangene deutsche U-Bootkommandant sabotiert bei jeder Gelegenheit den von Bowens errechneten Kurs. Bis sie sich tief im Südpazifik befinden, weitab von der Möglichkeit in einen Kanal zurückzukehren.
Magnetisch angezogen hält das U-Boot Kurs auf eine Insel. Caprona – Eine Insel in keiner Karte verzeichnet und seit zweihundert Jahren vergessen.
Sie erreichen das innere der Insel über einen unterirdischen Fluss. Tayler hätte sich nie träumen lassen das seine Reise in einem Land endet, wo selbst die Zeit gefangen ist. Es ist ein Platz in dem die Entwicklung eine umgekehrte Umdrehung genommen hat. Sie treffen auf Arten seltsamer und prähistorischer Tiere, Wassermonster und gigantischer Flugreptilien.
Die Crew zieht über den Fluss auf die andere Seite Capronas. Plötzlich verändert sich Flora und Fauna. Aus Reptilien werden räuberische Säugetiere. Anstatt Meilen zu überqueren , durchqueren sie Epochen.
Das Buch will verschlungen werden. Schon nach den ersten Zeilen, wird der Leser von der so wahnsinnigen, fantasiesprudelnden Geschichte gefesselt. Man muss auch nicht unbedingt Fantasy-Fan sein, um einfach eine wirklich gute Geschichte einer fabelhaften Mikrowelt zumögen. (Silvia Dunker / PF)
Mummenschanz
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Das Phantom der Oper auf der Scheibenwelt mit der hoffnungsvollen jungen Opernsängerin Agnes und den Hexen Oma Wetterwachs und Nanny Ogg als Hauptpersonen. Im Opernhaus von Ankh-Morpork, der bekanntesten und ungewöhnlichsten Stadt auf der Scheibenwelt, passieren einige “Zwischenfälle”. Der Geist des Opernhauses soll angeblich dahinterstecken. Die nicht nur vom Stimmumfang gewichtige junge Agnes hat gerade eine Stellung dort bekommen, doch Oma Wetterwachs und Nanny Ogg haben auch Pläne mit ihr. Dann gibt’s da noch eine Werkatze, nur umgekehrt.
Wieder ein Scheibenweltroman von Pratchett, unterhaltsam und wie immer randvoll mit seinem typischen Humor.
Eine kurze Leseprobe:
Die Kutsche hielt an. Nanny sah zum Kutscher auf und lächelte unschuldig.
“Guten Morgen, werter Herr!”
Der Mann bedachte sie mit einem furchtsamen und vor allem argwöhnischen Blick. “Ist es wirklich ein guter Morgen?”
“Wir würden gerne nach Lancre reisen, aber unglücklicherweise sind wir derzeit indisponiert, in finanzieller Hinsicht, meine ich.”
“Seid ihr das?”
“Als Hexen hätten wir die Möglichkeit, auf andere Weise zu bezahlen. Zum Beispiel könnten wir dich von den kleinen Beschwerden befreien, die du vielleicht hast.”
Der Kutscher runzelte die Stirn. “Ich befördere euch nicht kostenlos, ihr alten Schachteln. Und ich habe keine kleinen Beschwerden.”
Oma trat vor.
“Möchtest du vielleicht einige große bekommen?” fragte sie.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Ein Sandkorn am Himmel
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Zuletzt ist “Ein Sandkorn am Himmel” auf deutsch zusammen mit “Sterne wie Staub” und “Ströme im All” unter dem Titel “Die Größe des Imperiums” (ISBN: 3-453-12771-4) erschienen.
Wegen einer kaum bemerkten Unregelmäßigkeit in einem Labor für Kernforschung wird der Schneider Joseph Schwartz aus dem Jahr 1949 Hunderttausende Jahre in die Zukunft transportiert. In dieser Zeit haben die Menschen unzählige Planeten in der Galaxis besiedelt und leben unter der Führung eines Galaktischen Imperiums. Die Erde selbst ist radioaktiv verseucht, aber trotzdem von Menschen bewohnt. Allerdings ist diese Erde aufgrund der ungünstigen Umstände ein in jeder Beziehung unterentwickelter Planet und die Erdenmenschen werden von der Bewohnern anderer Welten zutiefst verachtet. Kaum jemand glaubt noch daran, dass die Menschen sich auf der Erde entwickelt haben.
Der Archäologe Bel Arvardan ist einer der wenigen und reist deshalb zur Erde, um Beweise dafür zu finden. Dort trifft er im Laufe der Handlung auf den Physiker Affret Shekt und dessen Tochter Pola, in die er sich verliebt. Auch auf Schwartz treffen sie irgendwann und kommen hinter das Geheimnis einer gewaltigen Verschwörung.
Asimovs Stärken liegen in der Beschreibung facettenreicher Persönlichkeiten und Gesellschaftsformen. Seine Utopien sind eher unglaubwürdig, erst recht bei seinen frühen Werken. Die Entwicklung der Menschheit sowohl in technischer als auch in gesellschaftlicher Hinsicht innerhalb hunderttausender Jahre erscheint doch sehr unrealistisch.
Trotzdem “funktionieren” die Geschichten, selbst wenn eine Grundannahme so falsch sind wie in “Ein Sandkorn am Himmel” das existieren einer menschlichen Zivilisation auf einer radioaktiv verseuchten Erde.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at.
Wild Cards
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Erde mit einem sonderbaren Virus verseucht. Außerirdische haben sie als großes Versuchslabor missbraucht. Durch den Virus werden manche Menschen zu grotesken Wesen und werden “Joker” genannt. Andere bekommen außergewöhnliche Fähigkeiten, wie sie von Superhelden aus den Comics bekannt sind und werden als “Asse” bezeichnet. Es dauert nicht allzu lange, bis sich die Menschen wohl oder übel an diese Absonderlichkeiten gewöhnt haben.
Einige Angehörige außerirdischer Zivilisationen leben ebenfalls auf der Erde und versuchen meist so gut es geht zu helfen. Als ein mächtiges Wesen aus dem All, die Schwarmmutter, die Erde angreift, haben sie und die Menschheit mit Unterstützung der Asse alle Hände voll zu tun um sich zu erwehren. Es war jedoch erst ein erster Vorstoß und den sich in Sicherheit wiegenden Menschen steht noch einiges bevor. Vor allem, weil die Schwarmmutter Anhänger unter den Menschen hat.
Diese Serie wird von verschiedenen Autoren geschrieben, es ist eine sogenannte “Shared World-Serie” Das Zusammenwirken von George R. R. Martin, Melinda M. Snodgrass, Victor Milán, Pat Cadigan, Walter Jon Williams und John J. Miller hat sich in diesem Fall sehr günstig auf den Roman ausgewirkt. Die Geschichte entwickelt sich spannend fort und wimmelt von gut ausgearbeiteten, interessanten Protagonisten. Keine Science Fiction mit Tiefgang aber rundum gelungene Unterhaltung.
Wie am Originaltitel zu sehen ist, hat der Heyne-Verlag ein in Deutschland beliebtes Mittel zu Gewinnsteigerung angewandt und jedes Buch in zwei Teile veröffentlicht. Das deutsche Wild Cards IV ist der zweite Teil von Wild Cards II im Original.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Weitere Buchbesprechungen im Lesertreff: