Das Bild – Rose Madder
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Rose Daniels ist mit einem Polizisten verheiratet und ihre Ehe ist die Hölle. Die schweren Misshandlungen gehen so weit, dass sie eines Tages sogar ihr ungeborenes Kind verliert. Schließlich flieht sie von ihrem Mann, setzt sich in einen Überlandbus und fährt in eine weit entfernte Stadt. Dort findet sie Aufnahme in einem Frauenhaus und langsam in ein normales Leben zurück. Als sie bei einem Pfandleiher den Wert ihres Eherings herausfinden will, entdeckt sie dort ein Bild, das sie seltsam anzieht. Sie bekommt es im Tausch gegen ihren Ring und hängt es in ihrer neuen kleinen Wohnung auf.
Doch Norman, ihr Mann hat sie nicht vergessen und verfolgt mühsam aber immer erfolgreicher ihre Spur. Rose bekommt einen gut bezahlten Job angeboten und lernt einen sympathischen jungen Mann kennen, aber das Bild in ihrer Wohnung entwickelt seltsame Phänomene.
Schließlich taucht Norman in der Stadt auf und verliert bei der Suche nach ihr jede Zurückhaltung und zunehmen seinen Verstand. Die Situation eskaliert zunehmend und treibt auf ein aberwitziges Finale zu.
In der ersten Hälfte des Romans passiert ziemlich wenig und selbst der brillante Geschichtenerzähler King schaffte es hier nicht immer, Längen zu vermeiden. Erst ungefähr ab der Mitte kommt die Geschichte durch das verstärkte Auftauchen übersinnlicher Aspekte in Schwung um gegen das Ende immer mehr an Spannung und Tempo zu gewinnen. Nur im letzten Kapitel geht es wieder ruhiger zu.
Es ist wohl kaum das beste Buch von King aber trotzdem durchaus lesenswert. Wer nur seine Horrorromane kennt, wird aber möglicherweise enttäuscht sein. Obwohl auch in “Das Bild” übersinnliches eine Rolle spielt, spielt sich der Großteil der Handlung in einem mehr oder weniger normalen Umfeld ab und auch der “Horror” entstammt einem zwar nicht ganz normalen, aber durchaus realistischen Menschen.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Bilder um 11
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Eine Gruppe Ökoterroristen besetzen gewaltsam einen kleinen TV-Sender um eine Abstimmung über ein Umweltthema in ihrem Sinn zu beeinflussen. Sie lassen alle dort anwesenden Personen bis auf den Nachrichtensprecher Toby Inman, den Sportansager Carl Mendozza, die Wetterfee Heather Blake und den Leiter des Senders, Eddie Franker, frei. Als sie einige Male auf Sendzung gehen, werden zwar die sie belagernden Ordnungshüter immer erregter, aber manche der Geißeln findet zum Teil Gefallen an der öffentlichen Aufmerksamkeit und den emporschnellenden Zuschauerquoten.
Als die Abstimmung in ihrem Sinne gelaufen ist und sie bis dahin eine Erstürmung des Senders mit allen möglichen Tricks verhindern konnten, sieht alles nach einem glücklichen Ausgang aus. Doch der Chef der Terroristen überrascht alle mit zusätzlichen, weitergehenden Forderungen und die Besetzung wird weitergeführt.
Damit rufen die Terroristen aber mächtigere und gewitztere Kontrahenten auf den Plan als die örtlichen Polizeibehörden es waren. Und langsam beginnen sich auch unter den Terroristen verschiedene Fraktionen zu bilden.
Obwohl das Buch bei Heyne als Science Fiction geführt wird, ist es eindeutig ein Medienthriller mit weniger Unwahrscheinlichkeiten als viele andere Romane aus diesem Genre.
Wie in einem Kammerspiel spielt sich die immer wieder überraschende Wendungen nehmende Handlung fast ausschließlich als sich oft wechselnde Konflikte zwischen den Protagonisten ab. Und deren Persönlichkeiten sind sehr überzeugend beschrieben.
Der enge Handlungsraum und die ziemlich große Seitenzahl führt aber in diesem Fall nicht zu der geringsten Langatmigkeit. Ohne großartige Verschwörungstheorien herhalten müssen, liefert das Buch gleichzeitig einen kritischen Standpunkt und einen spannungsreichen Lesestoff.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Der Fall Charles Dexter Ward
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Der junge Charles Dexter Ward stößt bei seinen Nachforschungen über seine Familie auf den geheimnisvollen Joseph Curwen. Das Andenken an diesen unheimlichen Mann ist fast völlig ausgetilgt worden und Ward kann nur in mühevoller Kleinarbeit Stück für Stück aus der Vergangenheit erfahren. Sein Vorfahre scheint sich sehr intensiv mit Okkultismus beschäftigt haben, und Ward ist von dieser Persönlichkeit immer stärker fasziniert und beginnt selbst mit dem Studium der Geheimwissenschaften. Sein immer eigenartigeres Verhalten beunruhigt seine Familie und ihre Ängste sind nicht unbegründet. Mit steigendem Wissen wird auch die Gefahr durch die fürchterlichen Mächte für Ward immer größer, die er neugierig anzurufen versucht.
Lovecraft ist eine der Kultfiguren um Horrorgenre und Vorbild für viele heutige Autoren. Sein berühmter, die Schrecken meist nur andeutender, nie gänzlich beschreibender Stil schafft eine überaus passende Atmosphäre. Alle seine Geschichten haben einen gemeinsamen, von ihm geschaffenen mystischen Hintergrund der von zahlreichen, späteren Autoren weiter verwendet worden ist und auch den Hintergrund für ein Rollenspielsystem bildet. Manche Dinge daraus, wie das berüchtigte Necronomicon, geistern als werden von manchen Esoterikern noch heute für geheimnisumwitterte Realität gehalten.
“Der Fall Charles Dexter Ward” ist sein einziger Roman und wurde erst nach seinem Tod erstmals in “Weird Tales” veröffentlicht. Sonst schreib er nur Kurzgeschichten und Erzählungen. Für jeden, der Lovecraft noch nicht kennt, ist der Roman ein guter Einstieg in sein Werk. Nach diesem Buch lässt man den Autor entweder links liegen, oder man liest jede erreichbare Geschichte von ihm. Die zweit Möglichkeit wird zweifellos häufiger eintreffen.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Das Joch der Zyklopen
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Eriador steht unter der grausamen Herrschaft des Hexerkönigs Grünspatz als der Graf von Bedwyrdrin, Gahris Bedwyr Besuch von einem seiner Häscher bekommt. Seinem jüngeren Sohn Luthien wird bei einem Schaukampf in der Arena zu Ehren des Gastes befohlen, seinen Gegner und Freund zu töten. Als er sich weigert, wird dieser von einem Zykopen, der dem Gast als Leibwächter dient mit einer Armbrust ermordet. Als sein Vater nicht wagt, dagegen aufzubegehren, tötet Luthien den Zyklopen und flieht.
Auf der Flucht trifft er auf den Dieb Oliver deBurrows und hilft diesem aus einer Notlage. Nachdem sie ihren Verfolgern oft nur knapp entkommen können, geraten sie in einen ausweglos erscheinenden Hinterhalt. Doch ein Zauberer ermöglicht ihnen die Flucht und verlangt als Dank eine scheinbar nicht allzu schwierige Gegenleistung. Diese stellt sich aber als nicht so leicht heraus, und die beiden Kameraden entkommen nur knapp dem Tod.
Daraufhin reisen sie in die Stadt Montfort und beginnen eine Laufbahn als Diebe. Als sie durch ihren Erfolg langsam zur Berühmtheit werden, wird auch der Herrscher von Montfort, der Herzog und alte Hexenmeister Morkney auf sie aufmerksam …
Durchschnittliche Fantasy, unterhaltsam ohne wirklich zu beeindrucken.
Die Hintergrundgeschichte besteht aus einem etwas zurechtgebogenen, mittelalterlichen Schottland mit allen üblichen Fantasygeschöpfen besetzt. Es fehlen weder Elfen, Zwerge, Zauberer und Drachen noch die dazugehörigen Helden.
Ein Roman den man ohne weiteres lesen kann, aber nicht unbedingt gelesen haben muß.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at.
Heiße Hüpfer
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Ridcully, der Erzkanzler der Unsichtbaren Universität und die anderen Magier stranden durch unglückliche Umstände und Ungeschicklichkeit auf einer weit entfernte Insel. Zu allem Unglück stellt sich noch heraus, dass sie sich viele tausend Jahre in der Vergangenheit befinden. Und ihre Anwesenheit bleibt nicht ohne Folgen auf die Zukunft.
In der Gegenwart ist der wenig talentierte Zauberer Ricewind auf dem kaum bekannten Kontinent IcksIcksIcksIcks gestrandet und kämpft mit den dort vorherrschenden, widrigen Lebensumständen. Das Land ist sehr trocken, mit zahlreichen, oft giftigen Insekten und Kriechtieren bewohnt und beheimatet auch ein Tier das etwa wie ein zu großer Hase mit überdimensionalen Schwanz und großen, sprungfreudigen Hinterbeinen ausgestattet ist. Ausgerechnet dieser Ricewind soll die von den Zauberern in der Vergangenheit verursachten Probleme wieder beseitigen. Damit beginnt für ihn eine abenteuerliche Reise, bei der ihm oft ein sonderbares Känguruh aus der Patsche hilft.
Die Zauberer und, seit längerer Zeit, wieder einmal der vom Pech verfolgte Ricewind sind die Hauptfiguren in dieser Parodie über Australien. “Heiße Hüpfer” ist ein durchschnittlicher Scheibenweltroman von Pratchett und erreicht nicht die Qualität des Vorgängers “Fliegende Fetzen”. Aber bei Pratchett ist selbst durchschnittliches noch unterhaltsam genug um den Leser nicht zu enttäuschen. Pratchett-Fans werden das Buch vermutlich in jedem Fall lesen aber für jene, die noch nichts von ihm kennen, sind andere empfehlenswerter.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
Imagica
Erstellt am: Januar 2nd, 2008Charlie Eastbrook hetzt seiner Frau Judith einen Killer auf den Hals, weil sie sich von ihm getrennt hat. Doch bald darauf bereut er diesen Schritt und bittet den ehemaligen Liebhaber Judiths, John Furie Zacharias Judith zu warnen. Der Lebemann und verhinderte Maler Zacharias kommt gerade zurecht, um einen Anschlag zu verhindern. Als er den Killer verfolgt, kommt es zu einer seltsamen kurzen Begegnung zwischen Verfolger und Flüchtenden. Judith will aber von Zacharias nichts wissen und er kehrt zurück. Wieder trifft er auf den seltsamen Killer namens Pie’oh’pah und wird von ihm auf eine Reise in das wundersame Imagica mitgenommen. Auch Judith hat inzwischen von dieser ungewöhnlichen Welt erfahren und reist nach vielen Verwicklungen mit dem zwielichtigen Dowd ebenfalls dort hin. Und damit beginnt für Beide eine Zeit der Wunder …
Ein umfangreiches Fantasy-Epos mit zahlreichen Protagonisten. Barker vermischt gekonnt typische Mysteryelemente mit Fantasy und macht eine packende und trotz des Umfanges des Buches niemals langweilige Geschichte daraus. Wobei vor allem seine Beschreibung der Figuren und der komplexe Hintergrund ausgezeichnet beschrieben werden. Obwohl er auch eine Reise, das klassische Element der Fantasy für die Beschreibung einer fremden Welt und ihrer Bewohner benutzt, ist es keine der üblichen Tolkien-Nachahmungen mit ihren üblichen, mittelalterlichen Welten. Eine Menge guter Ideen werden mit gekonntem Schreibstil zu einer umfangreichen aber schlüssigen Geschichte verwoben. Nur manchmal hat sich der Autor etwas zuviel mit der modernen Esoterik beschäftigt, und man merkt es manchmal etwas zu deutlich. Die beste Geschichte, die ich bisher von Barker gelesen hab und reichlich ausgezeichneter Lesestoff für vergleichsweise wenig Geld.
Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at
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