Merian Ägypten
Erstellt am: Januar 10th, 2008Das alte Ägypten hat viele Herrscher gehabt. Als einzige Pharaonin regierte Hatschepsut, die für sich in Anspruch nehmen kann, dass sie keine Kriege geführt und ihrem Volk zu Reichtum und Wohlstand verholfen hat. Mit Kleopatra, der Geliebten Julius Cäsars und Marc Antons, versank das Reich der alten Ägypter. Doch seine Götter und Pharaonen faszinieren nach wie vor. Und so ist es eigentlich kein Wunder, dass eine Kreuzfahrt auf dem Nil, – die in dem neuen Merianheft von Margot Weber fesselnd und kenntnisreich beschrieben wird, während Guido Mangold prächtige Fotos dazu beigesteuert hat – sich nach wie vor bei Touristen großer Beliebtheit erfreut, da diese Fahrt mitten ins Herz einer magischen Kultur führt, zu den Göttern vom Nil, nach Theben, der grandiosen Totenstadt, und zum Tempel Ramses II. von Abu Simbel. Auch ein Besuch im 3300 Jahre alten mächtigen und erhabenen Tempel von Karnak, einem mystischen Ort und einer heiligen Stätte der Pharaonen, und bei den Pyramiden von Giza, dem einzigen noch existierenden Weltwunder der Antike, dürfen nicht fehlen.
Heute drängen sich sechzig Millionen Menschen auf einem schmalen Streifen am Nil und erfüllen das Land, insbesondere die Hauptstadt Kairo, mit Lärm und Lebendigkeit. Arabien und Afrika, Moloch und Idyll in einem sind hier anzutreffen, schreibt Andreas Altmann. Herzlichkeit und Gastfreundschaft seien für Ägypter so selbstverständlich wie die Wasserpfeife im Café, heißt es an einer Stelle im Merianheft. Nichts symbolisiere die Gelassenheit der aufgeregten Großstadt Kairo so sehr wie das Kaffeehaus.
Doch wie sicher ist Ägypten? fragt sich mancher, wenn er eine Reise dorthin plant. Ägypten sei ein sicheres Reiseland, versichern die Autoren. Die Gefahr terroristischer Anschläge sei eher gering. Übergriffe auf Ausländer – mit Ausnahme von Taschendiebstählen etwa im Kairoer Basar Khan Al-Khalili – kommen kaum vor. Um Urlaubern das Gefühl von Sicherheit zu geben, ist die Polizeipräsenz vor Sehenswürdigkeiten wie den Pyramiden von Giza außergewöhnlich stark. Zudem haben seit den Attentaten in Luxor und Kairo 1997 die islamistischen Extremisten den Rückhalt in der Bevölkerung nahezu völlig verloren. Fast jeder Ägypter verurteilt Gewalt gegen Urlauber. Dennoch dürfen zwischen Luxor und Rotem Meer Touristenbusse nur im Konvoi und mit Polizeieskorte fahren.
Das Heft enthält wieder einmal viele Reisetipps, nicht nur hinsichtlich Sicherheit. Die Merian-Autoren verraten typische Leckerbissen, aber auch, wie man sich als Gast im fremden Land verhält. Frauen sollten keine kurzen Röcke oder ärmellosen Shirts tragen, Männer keine Shorts. Unter dem Stichwort Landeskunde erfährt man, dass die Arabische Republik Ägypten, wie das Land offiziell heißt, zentralistisch organisiert ist und vom Präsidenten Hosni Mubarak regiert wird, ferner wo die Beduinen, Berber und Nubier leben, dass der Islam die Staatsreligion ist, zu der sich etwa 90 Prozent der Einwohner bekennen, während die Kopten die christliche Minderheit bilden.
Fesselnd ist das kurze Porträt des ägyptischen Literaturnobelpreisträgers Nagib Machfus und die Porträts von acht Frauen, die ihren Weg in der ägyptischen Männergesellschaft gefunden haben, wie die islamische Rechtsgelehrte Souad Saleh oder die feministische Islamistin Heba Ezzat. (Ursula Homann)
Titel: Merian Ägypten
Autor: MERIAN-Redaktion
Verlag: Gräfe und Unzer
Seiten: 146
ISBN: 3774266085
Kanada(West) und Alaska
Erstellt am: Januar 10th, 2008Der Reiseführer bietet eine Fülle von Informationen über Land, Leute und Natur von Kanada und Alaska. Dank seiner vielen eingestreuten Anekdoten ist er nicht nur gut lesbar, sondern wirkt auch sehr lebendig. Der offenkundig nordamerikaerfahrene Autor vermittelt dem Leser historische und geologisch fundierte Daten, er nennt Unterkunftsmöglichkeiten und Verkehrsverbindungen und macht auch Tourenvorschläge, bei denen Naturerlebnisse im Vordergrund stehen. Selbst aktuelle Ereignisse wie das verheerende Tankerunglück mit dem Riesentanker “Exxon Valdez” im April 1989 werden nicht verschwiegen. Der Band, ausgestattet mit vielen ansprechenden Fotos, zahlreichen Kartenskizzen, weiterführenden Literaturhinweisen und praktischen Angaben, die vom Angeln über Bekleidung, Trinkgelder bis hin zu Zahlungsmitteln reichen, dürfte jedem Reiselustigen, der sich als Reiseziel den Westen von Kanada und Alaska ausgesucht hat, eine wertvolle Hilfe sein.
Titel: Kanada(West) und Alaska
Autor: Joe Bentfeld
Verlag: Hayit
Seiten: 440
ISBN: 3934434231
Merian Schottland
Erstellt am: Januar 10th, 2008Schottland wurde bekannt durch viele Klischees: durch Männer in Karo-Röcken, Dudelsackpfeifer, durch ausgeprägte Sparsamkeit, durch Nessie im Loch, wilde Sagen und rothaarige Menschen. Die Autoren des Merianheftes halten sich jedoch bei diesen Schablonen nicht lange auf. Sie berichten von den Highlands, den inneren und äußeren Hebriden, von mächtigen Burgen und Stadtlandschaften, von Edinburgh, einer Hochburg der Kultur, und Glasgow, einer schrillen, geschichtsträchtigen Stadt mit Schottlands einziger U-Bahn, sowie von den Impressionen einer Rundreise, die sie immer wieder ans Meer führte. Natur gibt es hier im Überfluss, mitunter reiht sich ein See, Loch wie es in Schottland heißt, an den anderen. Fährt man mit der Bahn durch das Land, so bieten Berge, Flüsse und Moore oft grandiose Aussichten. Aber auch die zahlreichen Pubs, gekennzeichnet durch Billard und Pint, wo man sich durch die schottischen Single Malts trinken kann, sind nicht zu verachten. Von neuen Filmem, Regisseuren und Schauspielern, die spätestens seit dem Film “Trainspotting” Weltgeltung erlangten, ist die Rede, ebenso von der Urheberin der Pottermania, Joanne K.Rowling, die die ersten Abenteuer ihres Helden in den Cafés von Edinburgh skizzierte und heute überall wie ein Pop-Star gefeiert wird.
Schottland geht auch in anderer Hinsicht mit der Zeit. Nach dem Niedergang der traditionellen Wirtschaft setzt es heute auf den Zukunftsmarkt Biotechnologie. Immerhin wurde das Roslin-Institut, das zu den führenden Forschungseinrichtungen dieser Branche gehört, berühmt mit dem Klon-Schaf Dolly.
Leider wird die musische und künstlerische Seite Schottlands in dem Merian-Heft sträflich vernachlässigt. Es hätte der Redaktion wohl angestanden, wenn sie auch der schottischen Dichtung und der schottischen Malerei, zu denen immerhin weltberühmte Leute gehören wie Robert Burns, Sir Walter Scott, Robert Louis Stevenson sowie Allan Ramsay, Henry Raeburn, William Mc Taggart, eigene Kapitel gewidmet hätte. (Ursula Homann)
Titel: Merian Schottland
Autor: MERIAN-Redaktion
Verlag: Gräfe und Unzer
Seiten: 146
ISBN: 3774266077
MERIAN extra – Das neue Ruhrgebiet
Erstellt am: Januar 9th, 2008In einem Sonderheft der Reihe Merian wird das Ruhrgebiet, der “Pott”, porträtiert – als dynamisches, kreatives und innovatives Kerngebiet deutscher Zukunftsentwürfe. In Wort und Bild stellen Autoren und Fotografen eine der vielfältigsten deutschen Landschaften zwischen Kamener Kreuz und Rhein, zwischen Emscher und Ruhr vor.
Lange Zeit war dieses Gebiet das Land von Kohle, Stahl und Bier. 150 Jahre lang wurde im Revier Kohle gefördert und Stahl gekocht. Doch plötzlich war der größte Schatz des Ruhrgebiets, die Steinkohle, nichts mehr wert. Heute ist das Ruhrgebiet Testfeld für neue Energien, für Brennstoffzelle, Solarstrom und Internet aus der Steckdose. Wandel und Wende sind hier im vollen Gange. Längst sind die Abraumhalden grün und der Himmel über der Ruhr wieder blau geworden. Die Kids freilich kennen den Kampf um den Erhalt der Arbeitersiedlung nur noch aus Erzählungen
An vielen Orten heißt es nun “Kunst statt Kohle”, wie etwa in der Kokerei Zollverein in Essen. Gasometer verwandelten sich in gigantische Kunstcontainer, Ja, man kann sagen, dass an der Ruhr die vitalste und kompakteste Kunstszene der Welt blüht. Während der ehemalige Bauernhof Haus Ripshorst bei Oberhausen mittlerweile in ein Infozentrum des Emscher Landschaftparks umgewandelt wurde, steht das Wasserkraftwerk Hohenstein bei Witten unter Denkmalschutz. Aus Stahlwerken wurden Landschaftsparks von herber Schönheit, aus Zechen Abenteuerspielplätze. Wo sich bis 1985 das Thyssen-Hüttenwerk Meiderich befand, ist inzwischen ein Landschaftspark entstanden. Zudem entwickelte sich das Revier zu einer gewaltigen Stadtlandschaft. Statt des Kohlenpotts lebt die Ruhrstadt, eine Metropole ganz eigener Art. Aufbruchstimmung herrscht auch im Duisburger Getreidehafen. Hier mausert sich der alte marode Umschlagplatz zu einem attraktiven, vielseitigen Quartier. Aber als Tatort hat Duisburg ebenfalls Karriere gemacht – dank Schimanski, der manchmal Kopf und Kragen riskierte, um die Verbrecher und Räuber hinter Schloss und Riegel zu bringen. In der Tat, die Bereitschaft, die Gegenwart zu meistern, war offensichtlich überall vorhanden, so dass wohl nirgendwo industrielle Altlasten intelligenter bewältigt wurden als hier. Kein Wunder, dass die Autoren und Fotografen dieses Heftes ins Schwärmen geraten, auch angesichts der Arena “Auf Schalke”, dem modernsten Fußball-Stadion Europas. Geblieben ist jedoch die saftige Sprache der Bewohner, die die Dinge beim Namen nennt, und die Ruhr, die sich auf ihrem 217 Kilometer langen Weg durch idyllische Landschaften schlängelt. In den dreißiger Jahren wurde sie bei Essen zum Baldeneysee gestaut, sehr zur Freude von Wassersportlern und Erholung Suchenden, während hoch über dem See die pompöse Villa Hügel der Krupps thront. (Ursula Homann)
Titel: MERIAN extra Das neue Ruhrgebiet
Autor: MERIAN-Redaktion
Verlag: Gräfe und Unzer
Seiten: 144
ISBN: 3774266093
MERIAN Berlin
Erstellt am: Januar 9th, 2008Nach drei Jahren erscheint wieder ein MERIAN-Heft über Berlin, über eine Stadt, die sich mittlerweile erheblich gewandelt hat. Nachdem die Regierung hierhin ihren Sitz verlegt hat, entsteht im Regierungsviertel eine neue Pracht aus Glas und Stein. Fünf Millionen Besucher stiegen seit der Eröffnung im April 1999 in die Reichstagskuppel, die der Architekt Norman Foster mit 1200 Tonnen Glas und Stahl neu gestaltet und damit die Stadtsilhouette entscheidend verändert hat. Kein Wunder, dass das achte MERIAN Berlin-Heft umfangreicher ausgefallen ist als die anderen zuvor. (Die Ausgabe vom Dezember 1949 wird übrigens zurzeit schon für dreihundert Mark gehandelt.) Es enthält einen neuen Magazinteil mit einer Fülle von Tipps und Informationen, mit Adressen von Museen, Restaurants, Ausflugslokalen, Bars, Cafés, Kneipen, bunt gemischten Touren und erweist sich als brauchbarer Wegweiser durch die Stadt, die sich neu erfunden hat. Zumindest ist sie vergnügter geworden, genießerischer, internationaler im täglichen Taumel zwischen Euphorie und Ernüchterung. Mal ist sie Weltstadt, dann wieder Provinz – die Stadt an der Spree, die erst im 19.Jahrhundert zur Metropole wurde und dann gleich zum Mythos, durch Preußen, Weimar, Hitler und die DDR.
Heute ist zwischen Reichstag und neuem Bundeskanzleramt trotz Baustellen überall schon so etwas wie eine blühende Landschaft entstanden, obwohl die Schattenseiten nicht zu übersehen sind. Love-Parade und Grillplätze beispielsweise setzen dem Naturdenkmal Tiergarten im Sommer schwer zu.
Kreuzberg wiederum hat sich zu einem wahren Schmelztiegel der Kulturen entwickelt. Knapp eine halbe Million Ausländer lebt in Berlin. Fast jeder Dritte ist Türke. Auch andere zieht Berlin an, wie in den zwanziger Jahren: russische Glückssucher und Aussiedler, Schriftsteller und Verleger.
Früher lebten hier Alfred Döblin – man denke nur an seinen Roman “Berlin Alexanderplatz” -, Theodor Fontane, Erich Kästner, Joachim Ringelnatz, Claire Waldoff, Kurt Tucholsky und Alfred Kerr. Auch gegenwärtig ist Berlin wieder ein Zentrum der neuen deutschen Literatur. Bert Papenfuss, Katja Lange-Müller, Elke Naters, Jens Sparschuh und viele andere Autoren hat es hierhin gezogen. Sie alle werden in dem Heft vorgestellt, mit unterschiedlichen Texten. Zudem hat Berlin mehr als 170 Museen wie etwa das Pergamonmuseum mit dem gleichnamigen Altar sowie Schatz-Kammern und Kuriositäten-Kabinette und, nicht zu vergessen, die Sammlung von Heinz Berggruen zur Klassischen Moderne mit rund 170 Werken.
Auch das kürzlich eröffnete Jüdische Museum wird ausführlich gewürdigt. Sein Direktor Michael Blumenthal äußert sich in einem eigenen Beitrag über den spektakulären Bau des Museums, über das neue Berlin und die unsichtbare Mauer zwischen deutschen Nichtjuden und Juden. Das Museum soll, das jedenfalls wünscht sich sein Leiter, dazu beitragen, die Toleranz gegenüber Minderheiten zu fördern sowie die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Vor der Vertreibung und Auslöschung war die jüdische Gemeinde Berlins mit 173000 Mitgliedern die fünftgrößte der Welt. Zurzeit hat sie ungefähr 12000 Mitglieder – wie damals wird es sicher nie wieder sein. Heute zeugt vor allem der Jüdische Friedhof in Weißensee, der mit etwa 400000 Quadratmetern der größte erhaltene jüdische Friedhof Europas ist, von der einstigen Blüte der jüdischen Kultur, die der deutschen so viel Glanz und Ansehen mitverschafft hat. (Ursula Homann)
Titel: MERIAN Berlin
Autor: MERIAN Redaktion
Verlag: Gräfe und Unzer
Seiten: 234
ISBN: 3774266093
MERIAN Ligurien
Erstellt am: Januar 9th, 2008Ligurien ist reich, schön, verrückt und abenteuerlich. Reich durch die Stadt Genua, die in der Renaissance eine bedeutende Welt-, See- und Handelsmacht war. Noch heute ist Genua ein Ort extremer Kontraste, eine Stadt, in der van Dyck in vier Jahren seine schönsten Bilder malte – diese erzählen von Genuas Granden mehr als viele Worte – und in der der geniale Architekt Renzo Piano zu Hause ist. Reisende machen um Genua oft einen Bogen und ahnen nicht, was ihnen entgeht, nämlich die aufregendste Altstadt Westeuropas, mit Gassen voller Leben und Geschichte.
Schön sind Liguriens Steilhänge über dem Meer und die Dörfer, die sich an den Fels krallen. Verrückt wird der Streifen am Mittelmeer, wenn San Remo an der italienischen Riviera, wo seit 1951 die Stars gemacht werden, sich einmal im Jahr beim Schlagerfestival als Diva der Popkultur feiert und ganz Italien die Show geniesst.
Den Stempel des Abenteuerlichen wiederum erhält Liguren durch mehr als viertausend Finnwale, die im Mittelmeer leben und die sich im Sommer vor der Küste sammeln. Leider werden sie zunehmend durch DDT aus Afrika bedroht.
Fremde fanden in diesem Landstrich Italiens schon früh ihr Arkadien. “Die Lage ist ganz und gar ungewöhnlich”, befand der englische Kaufmann Thomas Hanbury, als er 1867 bei Ventimiglia einen verfallenden Palazzo entdeckte. Er kaufte, restaurierte und ließ um die Villa Hanbury einen Garten anlegen, der Weltruhm erlangte. Über die zwei Gesichter Liguriens, das Meer und die Berge, schreibt der deutsche Schriftsteller Hans-Josef Ortheil, der viele Jahre in Italien gelebt hat und sich hier wohl auskennt. Als Ortheil einmal Italo Calvino fragte, in welcher Region eigentlich seine Geschichten spielten, erhielt er zur Antwort: “An der Zauberküste Liguriens”.
Aber die Zeit ist auch hier nicht stehen geblieben. Vor zehn Jahren war zum Beispiel Varese Ligure ein Hinterlanddorf, abgelegen, rückständig und vergessen. Der Bürgermeister machte den Ort zum Zukunftsmodell, das heute wieder Menschen anzieht.
Ruhig ist es an der Riviera dagegen im Winter, wenn auf Menschenheere die Menschenleere folgt und aus Touristen Gäste werden. Auch in Camogli, einst als Seefahrerstadt so bedeutend wie Genua und einer der schönsten Küstenorte an der Levante, kehrt im Winter der Alltag ein. Das Heft besticht wie fast alle Merian-Hefte durch fundierte Texte und schöne Bilder. Es enthält Angaben zu Unterkünften, Restaurants, Freizeitangeboten sowie einen handlichen Stadtplan von Genua, den man bequem in die Tasche stecken kann. (Ursula Homann)
Titel: MERIAN Ligurien
Autor: MERIAN-Redaktion
Verlag: Gräfe und Unzer
Seiten: 154
ISBN: 3774266107
MERIAN-Thailand
Erstellt am: Januar 9th, 2008Mit seiner neuen Thailand-Ausgabe porträtiert die Merian-Redaktion eines der spannendsten und attraktivsten Ziele Asiens. Das Heft zeigt den Weg zu Traumstränden, bezaubernden Inseln – allein vierzig Trauminseln des Ang Thong Marine National Park sind fast alle unbewohnt – und einer nahezu unberührten Natur. Wer sich wie Robinson fühlen will, die wohldosierte Erotik eines Luxushotels sucht oder den besten Platz, um abzutauchen, wird in Thailand fündig. Vorgestellt wird ein Land mit einer extrascharfen Küche und einer vielfältigen, von Traditionen geprägten Alltagskultur. Der renommierte Autor Ian Buruma beschreibt die Stadt Bangkok. Andere Reporter und Fotografen berichten in Wort und Bild vom touristisch kaum erschlossenen Norden, von den letzten Naturvölkern Südostasiens, von der harten Schule des Thai-Boxens und von alten Königsstädten. Einige begleiteten sogar eine Tanz- und Musik-Show auf ihrer Tournee über die Dörfer. Der Leser wird mit der Frage konfrontiert, ob ein deutscher Mann mit einer thailändischen Ehefrau glücklich werden könne? In einer repräsentativen Merian-Umfrage antworteten 78 Prozent mit “Ja”. Viele, die die Überemanzipation deutscher Frauen erschreckt und verunsichert, suchen sich lieber ein Thai-Frau. Man erfährt viele interessante Einzelheiten, zum Beispiel, dass die ersten “Siamesischen-Zwillinge” in der Medizingeschichte 1811 in Mae Klong in Zentralthailand zur Welt kamen, dass es noch 1970 in Bangkok kaum Gebäude mit mehr als sechs Stockwerken gab – heute sind es schon über tausend – und dass Thailand seinen eigenen Weg geht zwischen östlicher und westlicher Zivilisation. Die Frömmigkeit Thailands ist tief in der Mentalität verankert, doch die Kehrseite: Frauen gelten als religiös unrein. Die Professorin Chatsumarn Kabilsingh ist Thailands einzige Novizin. Sie trägt sogar eine Robe. Allein dafür könnte sie verhaftet werden – wegen Blasphemie. Nachtschwärmer kommen in Bangkok voll auf ihre Kosten, ebenso Golfsportler. Sie können nämlich in Thailand zwischen zwei Dutzend Weltklasse-Plätzen wählen. Berichte über Trekking-Touren, die Kunst der Seidenweber sowie über den modernen Buddhismus werden ergänzt durch ein neu entwickeltes Service-Magazin mit vielen Adressen und nützlichen Informationen. (Ursula Homann)
Titel: MERIAN-Thailand
Autor: MERIAN-Redaktion
Verlag: Jahreszeiten Verlag
Seiten: 146
ISBN: 3774266123
MERIAN Köln
Erstellt am: Januar 9th, 2008Köln, Deutschlands viertgrößte Weltstadt, hat seit fast 2000 Jahren Stadtrechte, länger als andere Metropolen. Somit rauscht bei Kilometer 688 der Rhein, der oft besungene Schicksalsstrom, den weder Vaterlandsmythen noch Chemieabwässer umbringen konnten, an zweitausend Jahren Geschichte vorüber. Aber nicht nur vom Rhein, auch von dem alles überragenden Kölner Dom wird der Reisende gleich am Bahnhof empfangen. Mit seinen 43 Metern hohen Gewölben hat er die höchsten Gewölbe aller je vollendeten gotischen Kathedralen, wobei die Fensterfläche größer ist als der Boden. Der Dom, dessen Längsschiff erst 1863 nach fast dreihundert Jahren Baustopp fertig wurde, bestimmt das Kölner Panorama. Er ist “göttlich von oben bis unten”, schreibt Tina Stommel im neuen Merianheft Köln, und “überraschend im Detail.”
Gekennzeichnet ist die Stadt ferner durch Karneval und katholische Prozessionen und ist gleichzeitig ein katholisches Idyll mit Starallüren, geprägt von liberalen Bürgern mit Mutterwitz, Offenheit und etwas Größenwahn. Allerdings droht das katholische Milieu zu schwinden. Auch wenn immer noch im Kölner Bistum 30 000 Messdiener ehrenamtlich tätig sind, so verliert es doch täglich dreißig Katholiken durch Austritt.
Selbst vor dem Rheinland hat die Globalisierung nicht Halt gemacht, wie man aus dem Heft weiter erfährt. In den Kölner Bars fließt nämlich nicht mehr bloß Kölsch, sondern auch die Konkurrenz aus Düsseldorf: Altbier. Doch – das sei an dieser Stelle noch vermerkt – der Kölner ist derartig gesellig, dass er einzeln gar nicht vorkommt.
Köln ist außerdem eine Kunstmetropole, in der sich Galerien häufen wie sonst nur in New York. Das Wallraf-Richartz-Museum dürfte allen bekannt sein: Ferdinand Franz Wallraff gab die Bilder, Johann Heinrich Richartz das erste Haus. Heute beherbergt das vierte Haus die dort inzwischen angesammelte Kunst. Auch das Museum Ludwig hat Weltrang. Hier führt Kaspar König eine bedeutende Sammlung ins 21.Jahrhundert, während sein Bruder Walther die Literatur dazu besorgt.
Die leichtere Muse hat in Köln ebenfalls ein Zuhause gefunden. Mit der Lindenstraße und mit Videoclips fing es an. Heute ist Köln die Drehscheibe der Soaps, Serien und Shows. Der Fernseh-Hype zieht tausende Jugendliche an, die beim Sender VIVA und anderswo eine lässige Karriere suchen. Viele werden vom Schulhof weggecastet und arbeiten als Einsteiger und Einsteigerinnen nicht selten 12 Stunden täglich gratis.
Zudem möchte Köln nur zu gerne die Haupstadt eines Silicon Valley der Gentechnik werden. Aber Reibereien mit den Mitbewerbern Düsseldorf und Aachen haben bisher das große Start-up verhindert.
Wussten Sie übrigens schon, dass Köln die Hauptstadt der Homosexuellen ist und nicht Berlin? An keinem anderen Ort treten Schwule und Lesben offener und selbstbewusster auf. Im Service-Teil erfährt man, dass sich in Köln eine neue Hotelszene etabliert hat – Coole Designhotels wie das Hopper St.Antonius setzen selbstbewusste Akzente – und dass die “Rievkooche mit Biss”, die deftige rheinische Küche, trotz ihres seltsamen Namens gut verdaulich ist. (Ursula Homann)
Titel: MERIAN Köln
Autor: MERIAN-Redaktion
Verlag: Jahreszeiten-Verlag
Seiten: 146
ISBN: 3774267030
MERIAN Sardinien
Erstellt am: Januar 9th, 2008Das Heft macht mit kurzen Skizzen über Höhepunkte, Geschichte, Sprache, Landschaft Sardiniens, der zweitgrößten Insel Italiens, vertraut, die, wie die Sage berichtet, aus einem Haufen Gestrüpp, Geröll und verkrüppelten Olivenbäumen entstanden ist, den Gott nach der Schöpfung in seinem Lieblingsland Italien entdeckt, zusammengekehrt und ins Meer geworfen haben soll. Nach der Erkenntnis der Geologen allerdings hat sich die Insel, zusammen mit Korsika, erst vor 65 Millionen Jahren vom Festland gelöst. In den vergangenen Jahrhunderten haben die Nuraghier, Römer, Spanier und andere Völker auf der Insel ihre Spuren hinterlassen.
Heute ist Sardinien ein Mosaik wechselnder Welten. “Schweigende Buchten, Täler mit Tamarisken, purpurrote Felsklippen, pastorale Wiesen und kilometerlange Dünen. Dazu ein Mittelmeer in allen Farben des Himmels”. Nicht nur Textbeiträge, auch eingefügte malerische Bilder zeigen dies sehr deutlich.
An der Ostküste hat man Pinien an vielen Stränden zum Schutz der Dünen gegen den Wind gepflanzt. Die Hauptattraktion der Costa Verde sind Wanderdünen. Hier gibt es Sand, so weit das Auge reicht. An anderen Stellen bieten Berge und Burgen einen weiten Blick über Land und Meer, über Boote, Palmen und bröckelnde Palazzi.
Was die steinerne Insel so paradiesisch macht, das sind immer wieder kehrende Eichenwälder, Wiesen mit Zistrosen, Weideland, enge Talsohlen und einsame Buchten. Viele Aufsätze laden zu Entdeckungstouren förmlich ein. Damit es jedoch nicht beim äußeren Eindruck bleibt, lese man auch den Bericht des sardischen Schriftstellers Marcello Fois über Wesen und Sitten seiner Landsleute und die Macht überlieferter Feindbilder. In der Tat, was im ewigen Kampf ums Überleben begann, erschüttert noch heute die Hirtengesellschaft der sardischen Bergwelt: die Blutrache. Nach dem Prinzip des Ausgleichs wird jeder Verrat, jede Beleidigung proportional vergolten. Zwar tritt die Polizei bei jeder Bluttat in Aktion, doch die Lebenden wollen ihre Angelegenheit lieber selbst regeln. (Ursula Homann)
Titel: MERIAN Sardinien
Autor: MERIAN-Redaktion
Verlag: Jahreszeiten Verlag
Seiten: 130
ISBN: 3774267049
MERIAN Spaniens Norden
Erstellt am: Januar 9th, 2008Das neue Merianheft zeigt in Wort und Bild, beredt und anschaulich, dass es viele gute Gründe gibt, nach Spaniens Norden zu pilgern, einer dieser Gründe ist das Guggenheim-Museum in Bilbao, die Höhle von Altamira – auch wenn man heute nur noch ihre originalgetreue Nachbildung betrachten kann -, die Kathedrale von Santiago de Compostela, die römische Stadtmauer von Lugo sowie viele, viele andere landschaftliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten.
Wer will, kann Nordspanien auf dem Jakobsweg, dem berühmtesten aller Pilgerwege durchqueren, oder in die Picos de Europa, in das knapp 3000 Meter hohe Gebirge in diesem Landstrich, reisen.
Zweitausend Kilometer Felsenküste und Strände, frisches atlantisches Klima und kraftvolle Ursprünglichkeit erwarten den Reisenden in den Regionen Galicien, Asturien, Kantabrien und im Baskenland. Letzteres ist allerdings ein Land, das immer noch keinen Frieden gefunden hat, weil die ETA weiterhin für Unruhe sorgt und nicht selten terroristische Anschläge ausübt – “im Namen der Freiheit”.
Wie immer vermittelt das Merianheft neben vielen nützlichen Informationen auch geschichtliches Wissen. So erfährt man zum Beispiel, dass in den Bergen von Asturien vor 1300 Jahren die Reconquista, die Rückeroberung Spaniens von den Mauren begannn. Inzwischen ist Spaniens grüner Norden jedoch aus der Abgeschiedenheit erwacht. Während in den Bergen Wölfe heulen, feiert sich in den Metropolen die Kultur. Bilbao, bis vor kurzem noch eine wenig anziehende Industriestadt, besitzt heute dank Architekt Frank O.Gehry das aufregendste Museum der Welt. San Sebastián wiederum hat sich längst zu einem kosmopolitischen Seebad entwickelt. Es soll den schönsten Stadtstrand Spaniens besitzen und eine baskische Küche, die als die beste des Landes gilt. (Ursula Homann)
Titel: MERIAN Spaniens Norden
Autor: MERIAN-Redaktion
Verlag: Jahreszeiten Verlag
Seiten: 134
ISBN: 3774267022
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