Merian, Elsaß

Erstellt am: Januar 8th, 2008

Als Urlaubsziel ist das Elsass in Frankreich und in Deutschland gleichermaßen beliebt. Warum das so ist, führt uns das attraktiv aufgemachte Merian-Heft anschaulich vor Augen. Das Elsass, l’Alsace, gilt als Hochburg gallischer Lebensart, als allseits geschätztes Schlaraffenland der Gourmets und Weinkenner und als multikulturelle Region im Herzen Europas. Das war nicht immer so. Einst war das Elsass der deutsch-französische Zankapfel in der Geschichte. Soldatenfriedhöfe, auf denen Tausende von Opfern beider Weltkriege ruhen, und die Bunker der legendären Maginot-Linie erinnern heute noch an die einstige deutsch-französische Feindschaft. Jetzt jedoch ist der Wall der Maginot-Linie Touristenattraktion, und überall erwartet uns ein schönes freundliches Land mit klappernden Störchen, die dort sogar überwintern, und kleinen verträumten Dörfern, in denen Geranien blühen und deren Bewohner wie in Zeitlupe leben. Die Autoren des Merian-Heftes haben einen beeindruckenden Bilderbogen entworfen von einem liebenswerten Gebiet mit einem reich gedeckten Tisch und gelassener Lebensart. Dazwischen findet man ein Interview mit dem international bekannten Parade-Elsässer Toni Ungerer. Dieser, engagiertes Enfant terrible und bekennender Elsässer, äußert sich über sein zwiespältiges Verhältnis zu seiner Heimat, über elsässische Identität und elsässische Empfindlichkeit. Die Elsässer seien, sagt Ungerer und schließt sich selbst mit ein, empfindlich wie Schnecken. “Wir haben vier Augen, zwei deutsche und zwei französische.”

Prächtige Bilder gibt es auch von Straßburg zu betrachten, von seinem großartigen Münster mit seinen eindrucksvollen Figuren und von dem imposanten Glaspalast der Europa-Parlamentarier, der zwischen den biederen Wohnhäusern wie ein Fremdkörper wirkt. Colmar wiederum wurde berühmt durch den Isenheimer Altar von Matthias Grünewald. Doch beachtenswert sind auch Colmars schmucke Fachwerkhäuser. Und was gibt es im Heft über das Elsaß sonst noch zu sehen? Die Vogesen, das Winzerdorf Gueberschwihr und die Elsässer Weinstraße, die Besuchern viele Gelegenheiten bietet, die edlen Tropfen der Region zu kosten: elsässische Rieslinge, Sylvaner, Gewürztraminer und Crémants. Ferner wird der Leser vertraut gemacht mit der Arbeit der Lachszüchter und mit dem Elässserditsch, einem fränkisch-alemanischen Dialekt, der eine überraschende Nähe zum Jiddischen aufweist und in manchen Gegenden noch lebendig ist.

Das Heft enthält außerdem Tipps für Museumsbesuche, für Übernachtungen, für den Urlaub in Berggasthöfen mit rustikalem Charme, fürs Essen und Einkaufen. Die letzten Seiten informieren über Landesdaten und Geschichte und bieten brauchbares Kartenmaterial über das Elsass sowie einen Stadtplan von Straßburg für die Tasche. (Ursula Homann)

Titel: Merian, Elsaß
Autor: Merian
Verlag: Gräfe und Unzer Verlag
Seiten: 140
ISBN: 3774265097

Das Lexikon der Idole

Erstellt am: Januar 8th, 2008

Der Begriff ‚Idol’ wird heute oftmals sehr schnell angewandt und verliert dadurch ein wenig an der Qualität, die ihm früher oftmals inne wohnte. Deshalb taten die Verfasser von „Das Lexikon der Idole“ gut daran, als erstes die Bezeichnung ‚Idol’ zu definieren. Laut ihrer Definition ist ein Idol ein Mensch, der zu einem Archetypen wurde – Synonym für ein ganzes Genre oder eine ganze Zeit. Dermaßen gewappnet, ist es nicht verwunderlich, dass man bei der Lektüre des Lexikons weder auf vermeintliche Idole der heutigen Zeit stößt wie z.B. Stefan Raab oder Zlatko, da sie oftmals nur ein Nischenbeliebtheit besitzen oder sich selbst schnell ins Abseits manövrieren. Vielmehr finden sich wirkliche Idole wie Albert Einstein oder Mahatma Gandhi, die einen wirklichen Archetypen-Status haben. Jeder der Biographien erstreckt sich über mindestens drei Seiten und bietet sehr viele wissenswerte und detailliert recherchierte Informationen, die das Lexikon zu einer wahren Lesefreunde machen. Man erfährt unter anderem, dass Charlie Chaplins Leiche von Ganoven gestohlen wurde, um ein Lösegeld zu erpressen oder dass auf Fidel Castro ein Anschlag mit einem tuberkuloseinfizierten Taucheranzug verübt wurde. Castro kann auch ausgezeichnet als Beispiel dafür dienen, dass die Autoren Michael Völkel und Karsten Weyershausen nicht vorbehaltlos glorifizieren, sondern objektiv auch die Schattenseiten beleuchten.

Natürlich kann kein Lexikon den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, aber der geneigte Leser wird positiv überrascht sein, dass ein wirklich sehr weit gefasstes Spektrum sehr umfangreich abgedeckt wird. Egal, ob Kunst, Wissenschaft, Politik, Kultur oder Kunst: Aus jedem Bereich sind viele herausragende Personen mit umfangreicher Biographie und lesenswerten Anekdoten zu finden. Auch der fast immer geglückte Versuch, den Menschen hinter dem Mythos sichtbar zu machen, ist ein weiteres Argument für eine klare Kaufempfehlung.

Fazit: „Das Lexikon der Idole“ ist eine lohnenswerte Anschaffung für alle, die über kurze, kompakte und dennoch detaillierte Biographien von Menschen verfügen möchten, die entscheidenden Einfluss auf Genres oder sogar ganze Generationen hatten. Auch ohne konkretes Interesse lädt das Lexikon immer wieder zum Schmökern ein.

Titel: Das Lexikon der Idole
Autor: Michael Völkel, Karsten Weyershausen
Verlag: Lexikon Imprint Verlag
Seiten: 377
ISBN: 3896025007

Merian, Brasilien

Erstellt am: Januar 8th, 2008

Kaum ein Volk kann Leiden so wenig leiden wie die Brasilianer. Wie aber wird es mit Tragödien und Katastrophen fertig? Mit Singsang und Tanz wie etwa bei dem Tod eines beliebten Showmasters? Seinem Sarg liefen nämlich Tausende von Trauergästen tanzend und singend hinterher und feierten das Leben.

Alles darf der Brasilianer sein, nur nicht chato, das heißt langweilig und humorlos sein. Für alles im Leben findet der Brasilianer einen Dreh, um die Gesetze zu umgehen. Als beispielsweise die Anschnallpflicht eingeführt wurde, verkauften Händler in Rio T-Shirts mit aufgemaltem Sicherheitsgurt. Glaubt doch der Brasilianer, dass Gott ein Brasilianer sei. “Deus é brasileiro” ist eine in Brasilien häufig zu hörende Redensart, in der Stolz und Größenwahn mitschwingen, die aber zugleich auch eine Liebeserklärung ist an ein Land, dessen maßlose Schönheit vom Amazonas im Norden bis zu den Pampas-Steppen im Süden reicht und wo auf dem Corcovado der steinerne Christus über Rio wacht.

Im Nordosten Brasiliens zeugen barocke Bauwerke wie das Convento Sao Francisco in Olinda von früherem Reichtum. Das riesige Sumpfland wiederum im Grenzgebiet zu Bolivien und Paraquay gehört mit mehr Fischarten als in Europa und mehr Vogelarten als in den USA zu den artenreichsten Naturreservaten der Welt während im Zentrum Südamerikas der Pantanal liegt – ein riesiges Sumpfgebiet und das aufregendste Naturreservat des Kontinents mit vielen wilden Tieren.

Andere denken, wenn von Brasilien die Rede ist, an Sao Paulo, die maß- und uferlose Stadt. Walter Saller, der als freier Autor in Berlin lebt und schon einige Male in Brasilien war, glaubt, dass Sao Paulo der biblischen Idee von Babel sehr nahe kommt. Für den Autor Jens Glüsing war dagegen die Recherche ein Heimspiel. Wohnt er doch schon seit zehn Jahren in Rio. Er wiederum beschreibt Freiheiten und Rituale der Sonnensucher aus eigener Erfahrung. In Brasilien ist auch der von vielen Lesern als Sinnsucher und Sinnstifter hoch geschätzte Schriftsteller Paulo Coelho zu Hause. Zu seinen Lesern gehören sowohl Madonna als auch Bill Clinton, Shimon Peres und der iranische Präsident Chatami. Aber auch Pelé ist in der ganzen Welt bekannt. Der Ball, mit dem er sein 1000.Tor schoss, liegt heute im größten Fußballstadion der Welt, im Maracana-Stadion.

Brasilien ist ein reiches und zugleich armes Land. Seine Rohstoffe wie Zucker, Gold und Kaffee machten es groß. Seine Politiker jedoch brachten es an den Rand des Ruins. Von all diesen Dingen erzählt das farbenprächtige, unterhaltsame MERIAN-Heft und vermittelt wie immer wertvolle Tipps. (Ursula Homann)

Titel: Merian, Brasilien
Autor: MERIAN-Redaktion
Verlag: Gräfe und Unzer
Seiten: 130
ISBN: 3774267014

Papa, was ist ein Fremder?

Erstellt am: Januar 7th, 2008

Sehr empfehlenswert ist das Buch von Tahar Ben Jelloun. Er lebt als einer der führenden Intellektuellen des Maghreb in Paris. Sein Herkunftsland ist Marokko. Er hatte selbst unter der Verfolgung extremistischer Islamisten zu leiden und weiß, was es heißt, verfolgt zu sein.

In seinem Buch werden auf detaillierte Fragen seiner ca. 12jährigen Tochter Antworten gefunden, was das Fremdsein ausmacht und warum Menschen Abneigung gegen Fremde empfinden. Das bezieht sich auf die Hautfarbe, die Andersartigkeit in Kleidung, Habitus, Lebensformen, Religion und auf die Angst vor dem Andersseinüberhaupt. Die Antworten sind einfach und verständlich, ebenso wie die Fragen einer 12-Jährigen.

Vorurteile werden auf diese Weise aufgezeigt und die Absurdität (aber auch die Ursache für diese Ängste !) wird anschaulich. Es ist ein aufklärerisches und weises Buch, das viel zur Überwindung von Fremdenfeindlichkeit beitragen kann. Außerdem ist beispielhaft und liebenswert, wie ausführlich, geduldig und nachdenklich der Vater auf die Fragen seiner Tochter eingeht. (CB)

Titel: Papa, was ist ein Fremder?
Autor: Tahar BenJelloun
Verlag: Rowohlt
Seiten: 109
ISBN: 3871343722

Das geht doch nicht! (Reihe Hanser)

Erstellt am: Januar 7th, 2008

Den Satz “Das geht doch nicht!” hört die Kleine, deren Vornamen man leider nicht erfährt, immer nur von anderen, in ihrem Wortschatz findet er hingegen nicht statt. Für sie geht einfach alles – vor allem, wenn es mit handwerklichem Können zu tun hat.

Sie hat sich schon von klein auf leidenschaftlich mit Holz beschäftigt, hat gehämmert und gesägt und gefräst. Mal zum Leidwesen ihrer Eltern und Geschwister, mal aber auch zu deren Freude. Als sie ausgerechnet kurz vor Weihnachten ihr spektakulärstes Projekt in Angriff nimmt, das Mobiliar samt Tannenbaum aus dem Wohnzimmer zerrt und der Familie fortan den Zugang zu ihrem Allerheiligsten verwehrt, schlagen Leidwesen und Freude allerdings in Entsetzen um. Doch das kann sie nicht wirklich beeindrucken. Emsig werkelt sie hinter verschlossenen Türen weiter und unterbricht ihr Treiben nur, um kurz etwas zu essen.

Als ihr Werk vollbracht und sie frisch gebadet ist, ruft sie die ganze Familie zur Bescherung ins Wohnzimmer. Die trauen ihren Augen nicht, staunen, sind überwältigt, gerührt und sogar stolz – obwohl das Wohnzimmer nicht mehr zu gebrauchen ist, denn in ihm steht ein riesiges, hölzernes …

Mit “Das geht doch nicht!” ist es Brigitte Schär gelungen, eine außergewöhnliche Geschichte um ein verrücktes, mutiges, selbstbewusstes kleines Mädchen zu spinnen, das an Pippi Langstrumpf erinnert, aber doch ganz anders ist. Schließlich hat sie – im Gegensatz zu Pippi – eine Familie. Eine, die die Kleine so sein lässt, wie sie ist.

Brigitte Schär, die 1958 geborene Autorin von “Das geht doch nicht!”, lebt in Zürich und erhielt 1995 für diese Geschichte den Schweizer Jugendbuchpreis. Jacky Gleich, die den Text bebilderte, wurde 1964 geboren und studierte an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg. Sie erstellte zahlreiche Trickfilme und ist heute als freie Illustratorin tätig. (Ensa Maurer)

Titel: Das geht doch nicht! (Reihe Hanser)
Autor: Jacky Gleich, Brigitte Schär
Verlag: dtv
Seiten: 23
ISBN: 3423620358

Alles klar?!

Erstellt am: Januar 7th, 2008

Gitta Gurke und Kalle Bohne sind Detektive und stecken auch in “Alles klar?!” wieder bis zu den Ohren in Arbeit. Neue Aufträge, bei denen ihr ganzer Spürsinn erforderlich ist, prasseln nur so auf sie herab:

Wer steckt hinter dem Kaviarschmuggel?
Wer hat eines von drei Dinosaurier-Eiern aus dem Naturkundemuseum geklaut?
Was passiert allnächtlich auf Schloss Krötenfuß?
Wer hat Spiro Findlers Erfindung, eine automatische Hundezahnreinigungsmaschine, böswillig zerstört?
Hat Lora, die Tänzerin des Zirkus Fledervieh, wirklich einen Liebesbrief gestohlen?
Und was macht Kalle Bohne so sicher, dass Frau Möttling, die behauptet, den Bankraub beobachtet zu haben, lügt?

Mit “Alles klar?!” hat Jürg Obrist die Fortsetzung seines Erfolgstitels “Klarer Fall?!” vorgelegt. Seine kleinen, originellen Geschichten um die beiden Meisterschnüffler Gurke und Bohne weisen den Lesern die richtige Spur, doch erst mit Hilfe der Bilder, die man sich sehr genau ansehen sollte, lassen sich die tückischen aber lösbaren Fälle klären.

Der Schweizer Jürg Obrist, 1947 geboren, absolvierte nebst einer Ausbildung zum Retucheur die Fachklasse Fotografie an der Kunstgewerbeschule Zürich. Heute beliefert er etliche Kinder- und Jugendzeitschriften mit seinen Illustrationen und gestaltet Bilder- sowie Kinderbücher. (Ensa Maurer)

Titel: Alles klar?!
Autor: Jürg Obrist
Verlag: dtv junior
Seiten: 94
ISBN: 3423706120

Harry Potter und der Feuerkelch

Erstellt am: Januar 7th, 2008

Erneut zieht uns Harry Potter, die Romanfigur von Joanne K. Rowling in seinen Bann. Rowling erfreut Jung und Alt mit der Geschichte um Zauberer und Magier. Der vierte Roman „Harry Potter und der Feuerkelch“ setzt die Geschichte mit atemberaubender Spannung fort.

Harry ist in den Ferien bei den Dursleys, in der Welt der Muggels. Zauberer und Hexen bezeichnen Menschen als Muggel. Sein Freund Ron lädt ihn ein, mit seiner Familie die Weltmeisterschaft im Quidditch, dem Sport der Zaubererwelt, zu besuchen. Dort geschieht das unfassbare. Die Anhänger des gefürchteten Lord Voldemort raffen sich auf und versetzen alle in Angst und Schrecken.

In Hogwards, der Akademie für Zauberei und Magie löst dieses Ereignis Besorgnis aus. In diesem Jahr ist das „Trimagische Turnier“ geplant. Es treffen sich Schüler aus den drei großen Zauberschulen, um gegeneinander anzutreten und ihr Können unter Beweis zu stellen.

Die Vermutung liegt nahe, dass der dunkle Lord durch seine Anhänger, die Todesser, diese Gelegenheit ausnutzt, um seine ganze Macht zurückzuerlangen.

Dem Buch fehlt nichts im Vergleich zu seinen Vorgängern. Die Spannung, die Geschichte und die fesselnde Schreibweise zwingen zum Weiterlesen. Auf 800 Seiten erfährt der Leser alles über Harry Potter, seine Freunde Ron und Hermine und die Zauberakademie Hogwards.

Rowling setzt die Geschichte erfolgsversprechend fort. Ihre Schreibweise versetzt den Leser beim Lesen in die Kindheit zurück. Der lockere Stil, ursprünglich als Kinderbuch gedacht, fasziniert sowohl Erwachsene, als auch Jugendliche. Die ausführlichen Beschreibungen setzen sich direkt in Bilder um. Harry, Ron und Hermine, aber auch Albus Dumbledore kann man sich genau vorstellen. Man sieht Harry quasi beim Quidditch-Spiel auf dem Besen fliegen.

Voller Spannung kann man nur auf den fünften Teil von Rowlings erfolgreichen Zauberlehrling warten. (Patrick Fiekers)

Titel: Harry Potter und der Feuerkelch
Autor: Joanne K. Rowling
Verlag: Carlsen Verlag
Seiten: 766

Meer ohne Grenzen

Erstellt am: Januar 7th, 2008

Nachdem eine Meuterei auf der Bounty ausgebrochen ist, werden ihr Kapitän Bligh und seine Gefolgsleute auf einem kleinen Schiff ausgesetzt. Unter unvorstellbaren Entbehrungen treten sie die Reise zu einem weit entfernten Stützpunkt der Holländer an.

Währenddessen fangen die Meuterer auf einer kleinen, unbekannten Insel in der Südsee ein neues Leben an, nachdem sie einige Eingeborene, vor allem Frauen von Thaiti mitgenommen haben. Doch bald kommt es zu Streitereien und auch ernsthaften Konflikten unter ihnen.

Beim weniger bekannten zweiten Teil von “Die Meuterei auf der Bounty” geht’s im ersten, deutlich schwächeren Teil 76 Seiten lang um die beschwerliche Reise von Bligh und seinen Leuten. Die Schilderung des tragischen Scheiterns der Ansiedlung der Meuterer auf einer einsamen Insel ist deutlich besser und durch diesen längeren Teil loht sich auch das Lesen des Buches.

Kritik geschrieben von Alfred Ohswald, Herausgeber von Buchkritik.at

Neun Leben für den Zauberer

Erstellt am: Januar 7th, 2008

Nach Harry Potter war zu erwarten, dass die Kinderwelt weitere Zauberer und Hexen geboten bekommt. „Die Welt des Chrestomanci. Neun Leben für den Zauberer“ ist ein solcher Roman. Der Kinderroman von Diana Wynne Jones ist ebenfalls im Carlsen Verlag erschienen.

Das Buch handelt von Gwendolen und Eric Chant. Gwendolen ist mit ihren jungen Jahren schon eine mächtige Hexe. Sie besitzt erstaunliche Zauberkraft, sehr zum Ärger von Eric, der mit Spitznamen Cat genannt wird. Er besitzt nämlich keine Zauberkraft.

Die beiden Geschwister leben bei Mrs. Sharps, einer nicht sehr erfolgreichen Hexe. Die Eltern von Gwendolen und Cat sind früh ums Leben gekommen. Auf einer Schiffsfahrt kam es zum Unglück; nur Gwendolen und Cat überlebten. Schuldgefühle treiben den Bürgermeister dazu, für Lebensmittel, Kleidung und Geld zu sorgen. Doch dies ändert sich von ein auf den anderen Tag.

Chrestomanci, ein geheimnisvoller Bekannter der Familie Chant, besucht Mrs. Sharp und lädt die Kinder auf sein Schloss ein. Hier sollen Sie leben und fürs Leben lernen. Hexenkunst, so denkt Gwendolen, steht auf dem Stundenplan. Schnell begreift sie, dass ihr Lehrer nichts anderes unterrichtet als allgemeine Schulfächer. Sie ärgert sich und spielt Chrestomanci zahlreiche Streicher, bis dieser die Konsequenzen daraus zieht. Er beraubt Gwendolen ihrer Zauberkraft.

Bereits beim Lesen der ersten Seiten bemerkt man die Ähnlichkeit zu den Harry Potter-Romanen. Die Autorin schreibt in einem ähnlich lockeren Stil, bedient sich sogar ähnlichen Beschreibungen und Ausdrücken. Vermutet man schon voreilig einen Abklatsch einer erfolgreichen Buchreihe, so ist man auf dem Holzweg. Bereits ab dem zweiten Kapitel ändert sich das Blatt.

Ein sehr interessantes Kinderbuch über Zauberer und Hexen. Wenn auch der Eindruck aufkommt, dass hier lediglich ein Nachahmer am Werk war, kann ich dies nur bestreiten. Das Buch ist unterhaltend und empfehlenswert. (Patrick Fiekers)

Titel: Neun Leben für den Zauberer
Autor: Diana Wynne Jones
Verlag: Carlsen Verlag
Seiten: 240
ISBN: 3551552118

Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Erstellt am: Januar 7th, 2008

Wer sich für Monster, Drachen und Tierwesen aus der Zauberwelt interessiert, sollte zu Harry Potters Lehrbuch „Phantastische Tierwesen & wo sie zu finden sind“ greifen. Der Nachdruck des Original-Buches von Harry aus Hogwarts dient einen wohltätigen Zweck. Joanne K. Rowling und Newt Scamander, ein erfolgreicher Zauberer und Mitarbeiter im Amt für Drachenforschung und Drachenzähmung, spenden sämtliche Einnahmen an Comic Relief, einer karikativen Einrichtung Großbritanniens.

Die ersten Seiten im Buch geben allgemeine Informationen über Tierwesen bekannt. Der Leser erfährt alles über die Einstufungen von „langweilig“ bis „bekannt als Zauberertöter“. Zudem werden die Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf Muggels (Wort für herkömmliche Menschen) erörtert. Oftmals deuten die Menschen Tierwesen als etwas völlig anderes. So erfahren wir, dass ein Franziskaner-Mönch einen Jarvey als Frettchen bezeichnet hat.

Somit sind wir bereits beim eigentlichen Teil des Buches, dem Lexikon für diese Tierwesen. Der Autor beschreibt unterschiedliche Tierwesen, dazu gehören Drachen, Schlangen, wie der Basilisk, aber auch der Hyppogreif, ein fliegendes Tier oder der Grindeloh. Alle Tiere werden mit der jeweiligen Gefahrenklasse angegeben.

Mit diesem Buch hält man ein Original-Buch von Harry Potter aus seiner Zeit in Hogwarts in den Händen. Da es sich um eine Kopie des Buches von Harry handelt, sind einige Seiten mit Bemerkungen und Schmierereien versehen.

Fazit:
Das Buch vermittelt unterhaltend das Lehrmaterial an der Schule für Zauberei (Hogwarts). Erstaunlicher und durchaus erfreulich allerdings ist, dass die Autorin Joanne K. Rowling sämtliche Einnahmen einem Fond für die ärmsten Kinder in den ärmsten Ländern der Welt zur Verfügung stellt. (Patrick Fiekers)

Titel: Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
Autor: Newt Scamander, Joanne K. Rowling
Verlag: Carlsen Verlag
Seiten: 96
ISBN: 3551553068

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