Frauen an der Spree



„Berlin ist eine Reise wert“ – dieser Slogan ist so alt wie wahr. Ebenfalls belegbar ist, dass es in der Hauptstadt mehr Brücken als in Venedig gibt. Über die kann man schlendern oder fahren, und wer sie unterqueren will, kann dies an Bord zahlreicher Ausflugsschiffe auf Spree und Landwehrkanal tun.

Bereits seit 1987 veranstaltet die Berliner Geschichtswerkstatt historische Dampferfahrten, die unter dem Motto „Frauengeschichte(n)“ stehen. Das Buch „Frauen an der Spree – Ein Spaziergang durch die Geschichte“ dokumentiert das für diese Schiffstouren Gesammelte und Recherchierte und eröffnet einen neuen Blick auf die Historie der Stadt sowie Errungenschaften, die auf dem Zutun mutiger, engagierter Frauen fußen. Sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und durch sie Verbindungen zur Gegenwart herzustellen, ist Absicht des Buches, das einerseits aus Einzel-Porträts besteht und andererseits die Entwicklung ganzer Berufsgruppen nachzeichnet.

So erfährt man vom Leben und Wirken der Lina Morgenstern, die wahrlich als legitime Vorgängerin von Jenny de la Torre, der 1997 mit dem Bundesverdienstkreuz gekürten Obdachlosen-Ärztin, bezeichnet werden kann. Man blickt hinter die Fassaden zweier Häuser in der Straße Siegmundhof, die die Schriftstellerinnen Nelly Sachs und Gabriele Tergit beherbergten. Auch der „Privatklinik weiblicher Ärzte“, die sich 1931 an der Stelle des heutigen Hauses der Kulturen der Welt befand, ist eines der 47 Kapitel gewidmet. Ebenso Bettina von Arnim, den Künstlerinnen des Berliner Ensembles, den Frauen in der Volkskammer und der lesbischen Subkultur, die von 1900 bis 1933 ihre Blütezeit hatte.

„Frauen an der Spree – Ein Spaziergang durch die Geschichte“ ist eine Fundgrube feministischer Hintergrundinformationen und spannender Porträts wegweisender Frauen. Ebenfalls im „be.bra verlag“ veröffentlichten die Herausgeberinnen im Jahr 2000 ihre Dokumentation „Den Frauen nach – Ein Spaziergang am Landwehrkanal“. (Ensa Maurer)

Titel: Frauen an der Spree
Autor: Cornelia Carstens, Stefanie Höver
Verlag: be.bra verlag berlin.brandenburg
Seiten: 128
ISBN: 3930863499

Abgelegt unter Kultur und Geschichte

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