Präsentieren auf Englisch

Erstellt am: Juli 11th, 2008

Woran liegt es, dass Amerikaner die besseren Präsentationen halten? Mit lässiger Haltung, Sicherheit und unterhaltsamer Lockerheit und einer klaren Konzentration auf das Wesentliche fesseln amerikanische Präsentatoren das Publikum auf eine Art und Weise, die vielen deutschsprachigen Vortragenden Neid ins Gesicht zaubert. Worin liegen ihre Geheimnisse und worin liegen die Unterschiede in der Technik?

„Präsentieren auf Englisch“ widmet sich all diesen Fragen und will beweisen, dass es keine Frage der Abstammung ist, sondern einzig und allein von drei Fakten abhängig:
Überzeugender Auftritt, treffende Formulierungen und klare Visualisierung. Bis zur perfekten Präsentation ist es allerdings ein weiter Weg, der bei Autor Mario Klarer 123 Seiten dauert. Bei diesem Umfang bietet er einen Komplettüberblick über wichtige Aspekte der Präsentationstechnik im Allgemeinen und des Vortragens in englischer Sprache und im Speziellen. Sogenannte „goldene Regeln“ für Aufbau, Redewendungen und Formulierungen sollen Sicherheit beim Erstellen einer eigenen Präsentation geben, laden allerdings eher zum Schubladen-Denken ein als zum innovativen Arbeiten. Englische Sprachmodule mit Fallbeispielen bieten Unterstützung bei der praktischen Umsetzung, aber auch hier gilt, dass man sich nicht in Versuchung führen lassen sollte, sondern eigene Gedanken und Ideen mit einfließen lassen sollte.

Leider wird in dem Buch nicht explizit darauf eingegangen, wie man all die Besonderheiten einer auf englisch gehaltenen Präsentation auch bei deutschsprachigen einsetzen kann. Der Leser ist also auf sich selbst angewiesen, wenn er „Präsentieren auf Englisch“ primär als Inspirationsquelle nutzen möchte. Zwar geht ein Extra-Kapitel auf die genannte Problemstellung ein, doch die dort genannten Informationen und Ansätze sind insgesamt zu vage, als dass sie sich konkret in die Praxis umsetzen lassen würden ohne manuellen Feinschliff.

Checklisten an den passenden Stellen erleichtern die Überprüfung des soeben Gelesenen und unterstützen den Leser bei der anschließenden Erstellung einer eigenen Präsentation. Gleichzeitig nimmt „Präsentieren auf Englisch“ auch ein wenig von der Angst, eine Präsentation in einer anderen Sprache als der Muttersprache zu halten.

Fazit: „Präsentieren auf Englisch“ entzaubert die Präsentationstechnik, die vielen Amerikanern so scheinbar mühelos von der Hand geht und macht sie für jeden verfügbar, der eine Präsentation auf englisch halten muss. (Tino Hahn)

Titel: Präsentieren auf Englisch
Autor: Mario Klarer
Verlag: Ueberreuter Wirtschaft
Seiten: 123
ISBN: 3706408120

Lila Kühe leben länger

Erstellt am: Juli 11th, 2008

Ohne Public Relations kann selbst das beste Produkt nur sehr schlecht verkauft werden oder das Firmenimage aufpoliert werden. PR ist ein integraler Bestandteil der Kommunikation eines Unternehmens nach außen und gerade deshalb sollte man dort sein Bestes geben. Doch woran soll man sich ein Beispiel nehmen?

Autorin Claudia Cornelsen wüsste auf diese Frage sicherlich eine Antwort, hat sie doch das Sachbuch „Lila Kühe leben länger“ verfasst, welches sich vornehmlich mit sogenannten PR-Gags beschäftigt. Für das bunte Sammelsurium an vermeintlichen PR-Gags, welches die Autorin zusammengetragen hat, ist allerdings eine gehörige Portion Humor notwendig, teilweise auch Zynismus. Denn der Mord an John F. Kennedy oder der Unfalltod von Prinzessin Diana werden von Cornelsen recht unverblümt als die Krone der Selbstdarstellung verstanden. Spätestens an dieser Stelle hören die teilweise recht unterhaltsamen Anekdoten und kleinen Informationshäppchen dann auf, geschmackvoll zu sein. Auch vorher verdirbt man sich den Magen schon an den häufig auftretenden Rechtschreibfehlern, die darauf hindeuten, dass ein nachlässiger oder gar kein Lektor Korrektur gelesen hat. Und mit den aalglatten und auf Hochglanz polierten PR-Geschichtchen wird sich kaum jemand identifizieren können, denn zu sehr sind sie auf den reinen Erfolg bedacht. Bei genauerer Betrachtung merkt man nur zu oft, dass manche Karriere oder manches Erfolgprodukt doch nur das Ergebnis sorgfältiger Planung ist und die Anekdoten bekommen einen bigotten Beigeschmack. Und auch die häufig gezogenen Vergleiche der Autorin wirken unpassend bzw. dürften nicht auf Einverständnis bei den Verglichenen stoßen. Trotz dieser vielen erkennbaren Mängel, die ohne weiteres auszubügeln wären, lässt sich „Lila Kühe leben länger“ angenehm lesen und lädt auch ab und an zum Schmunzeln ein. Diejenigen allerdings, die ein ernsthaftes Wirtschaftsbuch mit konstruktiven Anregungen für den eigenen PR-Erfolg gesucht haben, werden mehr als enttäuscht sein.

Fazit: „Lila Kühe leben länger“ hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck: Viele Fehler und grobe Schnitzer verärgern den Leser, die Lektüre ist aber dennoch unterhaltsam. Letztendlich nutzbringend ist das Buch aber nicht, sondern nur eine Anekdotensammlung mit scheinheiligem Anstrich. (Tino Hahn)

Titel: Lila Kühe leben länger
Autor: Claudia
Verlag:
Seiten: 251
ISBN: 3706408287

Wer wagt, gewinnt

Erstellt am: Juli 9th, 2008

Vielen jungen und innovativen Unternehmern fehlt es nicht an einer zündenden Idee und der nötigen Einsatzbereitschaft, sondern schlicht und einfach am fehlenden Kapital oder den nötigen Kontakten, um die fehlenden liquiden Mittel zu besorgen. Doch sollte man jetzt resignieren und den Kopf in den Sand stecken und eine gute Idee aufgeben, die dann wahrscheinlich bereits kurze Zeit später von jemand anders verwirklicht wird, der über Vitamin B oder unbegrenzte finanzielle Mittel verfügt? Das wäre definitiv der falsche Weg und „Wer wagt, gewinnt“ zeigt, wie man es richtig machen kann. Ausgehend von der These, dass man mit kreativen und ungewöhnlichen Methoden für große Aufmerksamkeit und den nötigen Publicityrummel sorgen kann, weist das Buch in 13 konkreten Schritten auf, wie man sich oder sein Produkt in das Interesse der Öffentlichkeit rücken kann. Dabei kann Autor Ray Simon mit vielen Anekdoten von berühmten Persönlichkeiten aufwarten, die konkret zeigen, dass alles möglich ist mit einer frechen Idee. Als besonders eindrucksvoll bleibt die Erwähnung einer Hiphopband im Gedächtnis, die ihr Logo auf Gehwege sprühten und es mit dem Finger auf schmutzige LKW-Planen schmierten, die daraufhin als mobile und vor allen Dingen kostenlose Werbetafeln fungierten. Innerhalb kürzester Zeit schafften sie es auf diese Weise zu einer der fünf meist verkauften CDs in den USA. Selbstverständlich nennt das Buch auch eine Vielzahl von Beispielen, die funktionierten, ohne sich die Hände schmutzig zu machen im wahrsten Sinne des Wortes. Der berufliche Werdegang von Barbra Streisand, Andy Warhol und Orson Welles dient ebenso als Anekdote wie Harrison Ford, Elton John oder Martin Luther King. Verquickt mit konkreten Hinweisen und Ratschlägen, wie man aus diesen Vorbildern eigene Ideen entwickeln kann und was man dabei beachten muss, entwickelt sich „Wer wagt, gewinnt“ zu einem erfrischend neuartigen und ausgezeichnet aufgemachten Marketingbuch der etwas anderen Art. Eine unbedingte Empfehlung für all diejenigen, deren Werbeetat nur wenig mehr als die Anschaffung dieses Buches von Ueberreuter Wirtschaft zulässt.

Fazit: „Wer wagt, gewinnt“ zaubert neuen Wind in verkrustete Marketingansichten. Teilweise erinnert das Buch zwar eher an einen Ratgeber für Guerillamarketing, doch durch entscheidende Unterschiede kann man das Buch ohne Bedenken jederzeit empfehlen. Die Lektüre macht obendrein dank des erfrischenden Schreibstils und der vielen Anekdoten jede Menge Spass. (Tino Hahn)

Titel: Wer wagt, gewinnt
Autor: Ray Simon
Verlag: Ueberreuter Wirtschaft
Seiten: 256
ISBN: 3706408171

Die Macht der Rhetorik

Erstellt am: Juli 8th, 2008

Die allgemeine Kommunikationsqualität bestimmt viele Aspekte unseres Lebens und kann die Qualität entscheiden anheben. Nicht zuletzt werden dadurch Zufriedenheit, Lebensglück und der berufliche Erfolg bestimmt. Und gerade im beruflichen Bereich sollte man öfters so reden, als ob es um das eigene Leben gehen würde – denn genaugenommen geht es um nichts anderes! Dabei ist es in höchstem Maße entscheidend, wie Sie ihre Qualitäten präsentieren, Beziehungen und Partnerschaften aufbauen und Konflikte schlichten und schließlich ganz lösen. Wer sich besser verkaufen kann, bringt es wesentlich weiter!
Rhetorik-Coach, Berater und Mental-Coach Roman Braun gibt Ihnen mit „Die Macht der Rhetorik“ ein wertvolles Werkzeug in die Hand, durch dessen Lektüre sie ihre Sprachkompetenz drastisch steigern können. Auf dem Umschlag ist John F. Kennedy abgebildet, dessen Fähigkeiten zu begeisternden Reden immer wieder als positives Beispiel genannt werden. Um auch weniger Begabte Redner zu motivieren und zu schulen, bezieht der Autor das geballte Rhetorik Know-how der letzten 2500 Jahre in seine Buch ein: Von den Ausführungen Aristoteles bis hin zur Hypno-Rhetorik. Hypno-Rhetorik ist eine Rhetorik-Technik, die den Zuhörer beinahe hypnotisieren soll und dadurch eine besonders suggestive Wirkung erzielt. Dabei geht der Autor sowohl auf die theoretischen Hintergründe dieser Technik ein und widmet sich auch der praktischen Umsetzung an stets leicht nachvollziehbaren und praktischen Beispielen.

Vielen Texten stehen leicht verständliche Metaphern und Allegorien voran, die den Inhalt oder die zu vermittelnden Kenntnisse treffend darstellen und demonstrieren.
Im Anhang des Buches findet sich ein Passwort, mit dem man auf der Homepage des Autors Zutritt zu weiteren Übungen und Formblättern hat, die hervorragend zu Übungszwecken geeignet sind.

Ärgerlich sind lediglich die etwas schlampige Umsetzung des Buches, in das sich immer wieder Rechtschreibfehler und reine Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen haben, die beim sorgfältigen Korrekturlesen eigentlich ins Auge fallen sollten. Diese Fehler stören zwar nicht bei der Verständnis der durchgehend leicht und kompetent geschriebenen Texte, wirken aber nicht sehr homogen. Teilweise sorgen sie auch für unfreiwillige Komik, wenn dem angehenden Rhetorikgenie etwa geraten wird, anerkannte Autoritäten wie Sigmund Freud, Albert Einstein oder Paul Watzlawick in seine Reden einzubauen, die jedem bekannt sein sollten. Haben Sie jetzt bei dem Namen Paul Watzlawick auch die Stirn gerunzelt? Dann teilen Sie wohl ebenfalls nicht die Ansicht des Autors über Personen, die wirklich jeder kennen sollte 😉
Doch diese kleineren Unzulänglichkeiten verderben nicht den profunden Gesamteindruck, den „Die Macht der Rhetorik“ hinterlässt!

Fazit: „Die Macht der Rhetorik“ ist ein profunder Ratgeber für all diejenigen, die die Qualität ihrer Kommunikation steigern wollen. Dazu bedient sich Autor Roman Braun all jener Rhetorik-Theorien, die in den letzten 2500 Jahren maßgeblich an der Entwicklung der heutigen Rhetorik beteiligt waren. Kleinere Fehler im Detail stören, trüben die Qualität aber nicht maßgeblich. (Tino Hahn)

Titel: Die Macht der Rhetorik
Autor: Roman Braun
Verlag: Ueberreuter Wirtschaft
Seiten: 264
ISBN: 3706408015

Vergessen Sie alles über Rhetorik

Erstellt am: Juli 7th, 2008

Reden halten vor Publikum – Ein Gedanke, der in vielen von uns Unbehagen auslöst. Dabei ist doch gerade die Fähigkeit, Menschen im Gespräch und im Vortrag zu überzeugen, zu begeistern und auf seine Seite zu bringen, wichtiger als je zuvor.

Wie in anderen Bereichen hat auch in der Rhetorik ein rasanter Wertewandel stattgefunden. Regeln, die seit Jahrhunderten Bestand haben, sind überholt worden und zu Staub zerfallen. Methoden wie Übersichten am Anfang, Begrüßungen, Stilblüten und eloquent getrimmte Ausdrucksformen sind Altlasten aus vergangener Zeit.

Matthias Pöhm, nach eigenen Angaben der unbestreitbare Schlagfertigkeitstrainer Nummer 1 im deutschsprachigen Raum, hat jetzt seine gesammelten und komprimierten Erfahrungen in „Vergessen Sie alles über Rhetorik“ in schriftlicher Form gesammelt. Die Zielsetzung ist es, jeden die Rüstmittel an die Hand zu geben, mit deren Hilfe man mitreißend reden lernen kann. Dazu liefert das Buch handfeste Anleitungen, wie man sich mit einer einzigen Rede als Meinungsführer etablieren kann, wie Sie mit Gleichnissen ohne Umwege ins Gedächtnis Ihrer Zuhörer gelangen und noch viele weitere Tipps und Tricks, um sich langfristig als guter Redner etablieren zu können.

In seiner Einleitung erklärt Pöhm, dass auch er früher Probleme damit hatte, vor Leuten zu reden. Ob es ihm wirklich so ging oder ob es sich damit nur um eine psychologische Motivationssteigerung handelt, ist mehr als ungewiss, doch ihre Wirkung erfüllt die Einleitung auf jeden Fall. Frisch motiviert geht der ambitionierte Leser ans Werk, um sich mit der neuen Rhetorik anzufreunden, deren obere Maxime folgendermaßen lautet: Nur die Wirkung zählt! Dabei bleibt allerdings die hohe sprachliche Qualität auf der Strecke, denn an Stelle von eloquent formulierten Sentenzen treten klare und prägnante Sätze, die von jedem verstanden werden können. Dadurch wird klar, dass „Vergessen Sie alles über Rhetorik“ polarisieren wird, denn auf der einen Seite ist es natürlich äußerst wünschenswert, dass eine Rede von allen Zuhörern verstanden wird, doch auf der anderen Seite ist eine hohe sprachliche Qualität ebenso erwünscht. Pöhms Ratgeber wendet sich mit seinen Ausführungen also in erster Linie an all diejenigen, deren Rede möglichst klar, präzise und vor allen Dingen verständlich sein muss, z.B. auf Verkaufsveranstaltungen.

Man sollte jetzt nicht alle Rhetorikregeln über Bord werfen, sondern die zahlreichen guten Anregungen und Anleitungen von Matthias Pöhm sorgfältig befolgen, denn in den letzten Jahren kam kaum neuer Wind in die Branche der Rhetorikbücher, doch „Vergessen Sie alles über Rhetorik“ wird einen wahren Wirbelwind entfachen und angestaubte Regeln einfach wegfegen. Doch als komplett neuer Rhetorikleitfaden ist das Buch nicht geeignet, lediglich als sehr gute Ergänzung.

Fazit: „Vergessen Sie alles über Rhetorik“ will verkrustete Rhetorik-Strukturen aufbrechen, doch das geht leider einher mit dem Verlust von Qualität. Als sehr gelungene Ergänzung zu bestehenden Rhetorikratgeber jedoch auf jeden Fall zu empfehlen. Auch für Leiter von Verkaufsveranstaltungen eine definitive Empfehlung. (Tino Hahn)

Titel: Vergessen Sie alles über Rhetorik
Autor: Matthias Pöhm
Verlag: MVG Verlag
Seiten: 222
ISBN: 347873231X

Das Kartell der Kassierer

Erstellt am: Juli 6th, 2008

Endlich als Taschenbuch verfügbar ist Oggers „Kartell der Kassierer“. Das Buch führte wochenlang die Spiegel-Bestsellerliste an, so dass sich eine Rezension eigentlich erübrigt. Nach den deutschen Managern hat Ogger die Banken zur Zielscheibe genauerer Recherchen gemacht. Per Zeitungsinserat suchte er Opfer dubioser Geschäftspraktiken, und die detaillierten Schilderungen lassen selbst gutgläubigen Zeitgenossen die Haare zu Berg stehen. Glaubt man Ogger, verfolgen die Banken das Ziel der Gewinnmaximierung nicht nur ohne Rücksicht auf menschliche und materielle Verluste, sie bewegen sich dabei zunehmend auch in legalen Grauzonen. Die Fakten sind größtenteils leider nicht recherchierbar, da Ogger in Fallbeispielen allerdings sowohl die Namen der Opfer als auch die beteiligten Banken nennt und offensichtlich keine Unterlassungsklagen vorliegen, kann den Berichten weitgehend Glauben geschenkt werden.

Ogger deckt auf, kritisiert und polemisiert gegen die weltweit einzige Branche, der es sowohl in Rezessionen als auch in Hochkonjunktur blendend geht. Leider entwickelt er einen möglichen Gegenentwurf nur äußerst halbherzig – zwar ist der Zorn auf die Kreditinstitute am Ende des Buches immens, aber was gegen die Missstände und Cowboy-Methoden getan werden kann, das weiß auch Ogger nicht. Dennoch ein mit Gewinn zu lesendes Buch mit anständig eingelöstem aufklärerischen Anspruch. (Tim Kaiser)

Titel: Das Kartell der Kassierer
Autor: Günter Ogger
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 320
ISBN: 342677514X

Wie und warum nutzen Menschen Medien? Was sagen Auflagenzahlen, Reichweiten und Einschaltquoten aus? Welche Interessen bestimmen die angewandte Medienforschung und welche Fehlerquellen gibt es?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich „Mediennutzung – Mediaforschung, Medienfunktionen, Nutzungsmuster“, erschienen bei der UVK Verlagsgesellschaft. Autor Michael Meyen, der als Lehrbeauftragter für Kommunikationswissenschaft an den Universitäten Leipzig und Halle-Wittenberg tätig ist, gibt auf 235 Seiten Antworten auf die eingangs erwähnten Fragen. Mittels einer Erläuterung der theoretischen Ansätze der Mediennutzung gibt Meyen auch weniger in die Materie involvierten Lesern die Möglichkeit, seinen Ausführungen in den weiteren Kapiteln zu folgen.

In einem sehr interessanten Kapitel darüber, wie die Reichweite von Medien gemessen wird, gibt der Autor einen tieferen Einblick darin, wie man sich in dem Dschungel aus Zahlen, der sich aus den verschiedenen Ergebnisse ergibt, nicht hoffnungslos verfängt, sondern die richtigen Schlüsse daraus zieht. Anhand von dem realen Leben entnommenen Beispielen wird die Wichtigkeit von Mediaforschung verdeutlicht: So wird z.B. erklärt, wie es dem Burda-Verlag gelang, 1993 „Focus“ auf den Markt zu bringen und dort zu etablieren. Durch Zielgruppenbefragungen wurde sichtbar, welche Kritikpunkte die Leser an dem Monopolmagazin „Spiegel“ hatten: Viele wünschten sich verständlichere und übersichtliche Themen, Fairness und Artikel, in denen Nachricht und Meinung klar getrennt ist. Mit diesen Fakten ausgestattet, konnte der Burda-Verlag sein neues Magazin am Markt etablieren und was noch viel mehr verwunderte: Die genaue Vorgehensweise wurde veröffentlicht, was allerdings nur mit den Besonderheiten am deutschen Nachrichtenmagazinmarkt zu erklären ist, denn aller Voraussicht nach wird es so schnell keinen weiteren Neustart geben. Mittels dieses Beispiel illustriert Meyen sehr deutlich, wie wichtig Mediaforschung sein kann und auch in den später folgenden Kapiteln zu Verbreitung und Nutzung der Medien und Medienbewertung bringt er ähnlich gelungene Beispiele, die plastisch vor Augen führen, wie die Theorie sich in der Praxis auswirkt. Dies trägt einen großen Teil dazu bei, warum „Mediennutzung“ trotz des schwer verdaulichen Themas ein angenehm leicht zu lesendes und nur selten mit Fachausdrücken gespicktes Fachbuch geworden ist, welches allen Beschäftigten in der Medienbranche und an der Materie interessierten Lesern wärmstens ans Herz gelegt werden kann.

Für weiterführende Studien bietet das Literaturregister genügend Quellen, ein Abkürzungsverzeichnis sorgt für die nötige Klarheit: Sogar Begriffe wie FAZ oder NDR werden in ihrer ausgeschriebenen Form aufgeführt und machen noch einmal deutlich, dass auch absolute Laien auf dem Gebiet nicht als ungebetene Gäste betrachtet werden. (Tino Hahn)

Titel: Mediennutzung – Mediaforschung, Medienfunktionen, Nutzungsmuster
Autor: Michael Meyen
Verlag: UVK Verlagsgesellschaft
Seiten: 235
ISBN: 3896693166

PC & Datenschutz

Erstellt am: Juli 4th, 2008

Einen guten Eindruck macht das Buch „PC & Datenschutz“ aus dem Hause DATAKONTEXT. Durch den fortwährenden Einsatz von PC, Netzwerk & Co. steht der Aspekt Sicherheit allen voran. Die Intensität der Rechnernutzung steigt stetig an. Folge ist ein höheres Risiko für Datenschutz und -sicherung. Die Autoren Sebastian Dworatschek, Alfred Büllesbach und Hans-Dietrich Koch sprechen Hersteller, Vertreiber, Führungskräfte und Betriebsräte direkt an, um sie mit dem Buch „PC & Datenschutz“ über Risiken und Sicherheitskonzepte zu informieren. Im ersten Teil des Buches wird der Wandel der Informations- und Kommunikationstechnologie noch einmal verfolgt. Unterschiedliche Technologien, wie Client / Server und Internet / Intranet werden behandelt. Dazu kommen Kommunikationswege und Übertragungsnetze, die einen großen Teil der Angriffsfläche in internen Rechnernetzwerken ausmachen. Ist das Grundlagenwissen bekannt oder bereits gelesen, geht es in die Theorie, zum Bundesdatenschutzgesetz und den Wechselwirkungen von Recht und Informationstechnologie. Die unterschiedlichen Gesetze und Rechtsarten, wie Teledienstegesetz, Staatsvertrag über Mediendienste, Urheberrecht oder digitale Signatur werden auf Ihre Anwendung im Bereich des IT-Sektors analysiert. Der zweite große Teil handelt von arbeitsorganisatorischen und technischen Risiken. Hier überprüfen Dworatschek & Co. in wie weit beispielsweise eigenentwickelte Software, Computerviren oder das Internet eine Herausforderung an den Datenschutz stellt. Darüber hinaus werden Konzepte aufgestellt, die schon beim Kauf eines Rechners wirken und grobe Sicherheitslücken gar nicht erst zulassen. Das Buch „Personal Computer & Datenschutz“ ist ein Ratgeber, der sich neben theoretischen Ansätzen auch mit der Praxis, wie z. B. Hardwarekauf und Firewalls befasst. Die Autoren geben Analysehilfen und stellen Maßnahmenkataloge auf, auf denen Firmen sich stützen können.

Titel: PC & Datenschutz
Autor: Sebastian Dworatschek
Verlag: Datakontext
Seiten: 236
ISBN: 3895771236

Wer richtig kommuniziert wird reich

Erstellt am: Juli 4th, 2008

Für viele Bereiche unseren Lebens mag der einfache Sinnspruch „Bescheidenheit ist eine Zier“ Geltung haben, doch gerade im PR-Bereich gilt das genaue Gegenteil: Ohne öffentliche Aufmerksamkeit gelingt es kaum einen Unternehmen, sein Produkt erfolgreich zu vermarkten. Public Relations gehören zu den wichtigsten Stützpfeilern in jedem Unternehmen, aber auch Einzelpersonen können durch geschickte Öffentlichkeitsarbeit viel für ihr positives Image tun, wie es z.B. Verona Feldbusch sehr erfolgreich demonstriert hat: Innerhalb kurzer Zeit konnte sie ihr negatives Image dermaßen wandeln, dass sie jetzt in Umfragen als eine der intelligentesten Frauen Deutschlands bezeichnet wird.

Dieses Beispiel zeigt allerdings auch, wie gefährlich PR sein kann, denn auch gezielte Falschinformationen können dadurch verbreitet werden, aber auf diese Gefahr weist Autor Klaus J. Stöhlker in seinem Buch „Wer richtig kommuniziert wird reich – PR als Schlüssel zum Erfolg“ leider nur sehr unzureichend hin. Dadurch verwirrt er den Leser, denn ich möchte hier dem Autor keinerlei Klischee- und Schemadenken unterstellen, doch schon in seinem Vorwort ist die Rede von „lautstarken und selbstbewussten Amerikanern, herrischen Deutschen, charmanten Österreichern und schlauen Schweizern“. Und wenn dann ein paar Sätze weiter Tony Blair, Gerhard Schröder, Jürgen Schrempp, Jörg Haider und Adolf Ogis als „Great Communicators“ bezeichnet werden, ohne auf die Intention der Genannten einzugehen, dann scheint mir Stöhlker von der Eloquenz einzelner Personen geblendet zu sein, ohne die dahinter liegenden Gefahren erkennen zu können.

Wenn ein paar Seiten weiter dann die These geäußert wird, dass dissidente Minderheiten der herrschenden Mehrheitsmeinung zu einer demokratischen Legitimation verhelfen, weil die abweichende Meinung geduldet und deshalb das dominierende Bild richtig und gerecht sein muss, dann kann man bestenfalls noch verwundert den Kopf schütteln. Abgesehen von diesem moralischen und politischen Fauxpas, bei denen der Leser selbst entscheiden muss, welche Bedeutung er ihnen beimisst, kann das Buch jedoch durch seine Fachkompetenz überzeugen:

In sieben Kapiteln auf insgesamt 255 Seiten erzählt Stöhlker detailliert und mit viel Fachwissen von den Klippen, die es auf dem Weg zur erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit zu umschiffen gilt. Dabei liegt sein Augenmerk auch auf der virtuellen Kommunikation, der in den nächsten Jahren eine noch wesentlich größere Bedeutung zuteil werden wird. In den weiteren Kapiteln beschäftigt sich der Autor mit Kommunikation als Umsatz-Generator, Strategien und Planung der Public Relations und der Psychologie der erfolgreichen Kommunikation. Weitere Schwerpunkte legt Stöhlker außerdem auf die verschiedenen PR-Instrumente und liefert mit einer Praxis-Beschreibung und Erläuterungen zur Krisenprävention und Krisenmanagement hilfreiche Unterstützung für die praktische Umsetzung. Checklisten für verschiedene Krisenszenarien runden das gute Erscheinungsbild ab, lediglich die teilweise unklaren Aussagen, die sich leicht missverstehen lassen, werfen ein sehr schlechtes Licht auf „Wer richtig kommuniziert wird reich“.

Deshalb kann ich das Buch als gut geschriebenes und kompetentes Werk zum Thema PR nicht uneingeschränkt empfehlen. (Tino Hahn)

Titel: Wer richtig kommuniziert wird reich
Autor: Klaus J. Stöhlker
Verlag: Ueberreuter Wirtschaftsverlag
Seiten: 255
ISBN: 9783706407649

xDSL – Eine Einführung

Erstellt am: Juli 3rd, 2008

Die Anwendungen den neuen Medien sind noch immer recht beschränkt. Die Leitungskapazitäten sind teilweise zu gering. Wahre Geschwindigkeit ist nicht erreichbar. Alles soll sich ändern, denn DSL, der neue Breitbanddienst wird zu erschwinglichen Preisen eingeführt.

Thomas Starr, John Cioffi und Peter Silvermann sind die führenden Sachverständigen auf dem Gebiet der DSL-Protokolle. In ihrem Buch „xDSL – Eine Einführung“ vermitteln sie alle wichtigen Informationen des DSL-Standards. Die Merkmale von Übertragungsleitungen, Modulations- und Kodiermethoden, sowie Netzschichten und –architekturen sind ein Thema in diesem Buch.

Zum allgemeinen Verständnis trägt das erste Kapitel bei. Hier werden die DSL-Grundlagen klar und präzise erklärt. Neben einem Glossar mit dem wichtigsten Fachbegriffen erfährt der Leser alles über Reichweiten, Übertragungsraten und Alternativen des Breitbanddienstes.

Technisches Verständnis wird benötigt. Starr, Cioffi und Silvermann sind mehr als nur Autoren. Sie sind die Entwickler des DSL-Standards. Technische Grundlagen setzen sie voraus. Neben einer Übersicht und Erklärung aller vorhandenen DSL-Typen (HDSL, ADSL, IDSL, etc.) wird das Übertragungsverfahren mittels Twisted-Pair erläutert. Nicht nur die Infrastruktur wird untersucht. Besonders intensiv besprechen die Autoren Störungen und Nebengeräusche in den Leitungen. Vergleiche mit anderen Medien werden gezogen (Fiber-to-the-Home, Koax-Hybridlösungen, Satellitendienste, Drahtlose Netze).

Die verschiedenen existierenden Übertragungsverfahren, darunter Duplexübertragungsverfahren sind im Detail aufgeführt. Eine komplexe Anleitung digitaler Übertragungsmethoden führt über die technische Datenautobahn mit Leitungscodes, Grenzwerten und Kapazitäten.

Weitere Themen sind:

– Intersymbol-Interferenz, Entzerrung und DMT
– Initialisierung, Taktgabe und Leistung
– Netzverwaltung
– ADSL: Protokolle, Übertragungskonvergenzen

Das Buch ist ein technisches Referenzwerk. Es behandelt die technischen Grundlagen der Breitbanddienste xDSL (ISDN, HDSL, ADSL und VDSL). Einsteiger sollten den Titel nicht falsch verstehen. Das Buch unterstütz auf keinem Fall beim Kauf eines schnellen Internetdienstes. Vielmehr stellt es eine gelungene technische Referenz dar.

Titel: xDSL – Eine Einführung
Autor: Thomas Starr, John Cioffi, Peter Silvermann
Verlag: Addison-Wesley
Seiten: 521
ISBN: 3827315743

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