Mediennutzung – Mediaforschung, Medienfunktionen, Nutzungsmuster



Wie und warum nutzen Menschen Medien? Was sagen Auflagenzahlen, Reichweiten und Einschaltquoten aus? Welche Interessen bestimmen die angewandte Medienforschung und welche Fehlerquellen gibt es?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich „Mediennutzung – Mediaforschung, Medienfunktionen, Nutzungsmuster“, erschienen bei der UVK Verlagsgesellschaft. Autor Michael Meyen, der als Lehrbeauftragter für Kommunikationswissenschaft an den Universitäten Leipzig und Halle-Wittenberg tätig ist, gibt auf 235 Seiten Antworten auf die eingangs erwähnten Fragen. Mittels einer Erläuterung der theoretischen Ansätze der Mediennutzung gibt Meyen auch weniger in die Materie involvierten Lesern die Möglichkeit, seinen Ausführungen in den weiteren Kapiteln zu folgen.

In einem sehr interessanten Kapitel darüber, wie die Reichweite von Medien gemessen wird, gibt der Autor einen tieferen Einblick darin, wie man sich in dem Dschungel aus Zahlen, der sich aus den verschiedenen Ergebnisse ergibt, nicht hoffnungslos verfängt, sondern die richtigen Schlüsse daraus zieht. Anhand von dem realen Leben entnommenen Beispielen wird die Wichtigkeit von Mediaforschung verdeutlicht: So wird z.B. erklärt, wie es dem Burda-Verlag gelang, 1993 „Focus“ auf den Markt zu bringen und dort zu etablieren. Durch Zielgruppenbefragungen wurde sichtbar, welche Kritikpunkte die Leser an dem Monopolmagazin „Spiegel“ hatten: Viele wünschten sich verständlichere und übersichtliche Themen, Fairness und Artikel, in denen Nachricht und Meinung klar getrennt ist. Mit diesen Fakten ausgestattet, konnte der Burda-Verlag sein neues Magazin am Markt etablieren und was noch viel mehr verwunderte: Die genaue Vorgehensweise wurde veröffentlicht, was allerdings nur mit den Besonderheiten am deutschen Nachrichtenmagazinmarkt zu erklären ist, denn aller Voraussicht nach wird es so schnell keinen weiteren Neustart geben. Mittels dieses Beispiel illustriert Meyen sehr deutlich, wie wichtig Mediaforschung sein kann und auch in den später folgenden Kapiteln zu Verbreitung und Nutzung der Medien und Medienbewertung bringt er ähnlich gelungene Beispiele, die plastisch vor Augen führen, wie die Theorie sich in der Praxis auswirkt. Dies trägt einen großen Teil dazu bei, warum „Mediennutzung“ trotz des schwer verdaulichen Themas ein angenehm leicht zu lesendes und nur selten mit Fachausdrücken gespicktes Fachbuch geworden ist, welches allen Beschäftigten in der Medienbranche und an der Materie interessierten Lesern wärmstens ans Herz gelegt werden kann.

Für weiterführende Studien bietet das Literaturregister genügend Quellen, ein Abkürzungsverzeichnis sorgt für die nötige Klarheit: Sogar Begriffe wie FAZ oder NDR werden in ihrer ausgeschriebenen Form aufgeführt und machen noch einmal deutlich, dass auch absolute Laien auf dem Gebiet nicht als ungebetene Gäste betrachtet werden. (Tino Hahn)

Titel: Mediennutzung – Mediaforschung, Medienfunktionen, Nutzungsmuster
Autor: Michael Meyen
Verlag: UVK Verlagsgesellschaft
Seiten: 235
ISBN: 3896693166

Abgelegt unter Wirtschaft und Soziales

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