Das Kartell der Kassierer
Endlich als Taschenbuch verfügbar ist Oggers “Kartell der Kassierer”. Das Buch führte wochenlang die Spiegel-Bestsellerliste an, so dass sich eine Rezension eigentlich erübrigt. Nach den deutschen Managern hat Ogger die Banken zur Zielscheibe genauerer Recherchen gemacht. Per Zeitungsinserat suchte er Opfer dubioser Geschäftspraktiken, und die detaillierten Schilderungen lassen selbst gutgläubigen Zeitgenossen die Haare zu Berg stehen. Glaubt man Ogger, verfolgen die Banken das Ziel der Gewinnmaximierung nicht nur ohne Rücksicht auf menschliche und materielle Verluste, sie bewegen sich dabei zunehmend auch in legalen Grauzonen. Die Fakten sind größtenteils leider nicht recherchierbar, da Ogger in Fallbeispielen allerdings sowohl die Namen der Opfer als auch die beteiligten Banken nennt und offensichtlich keine Unterlassungsklagen vorliegen, kann den Berichten weitgehend Glauben geschenkt werden.
Ogger deckt auf, kritisiert und polemisiert gegen die weltweit einzige Branche, der es sowohl in Rezessionen als auch in Hochkonjunktur blendend geht. Leider entwickelt er einen möglichen Gegenentwurf nur äußerst halbherzig - zwar ist der Zorn auf die Kreditinstitute am Ende des Buches immens, aber was gegen die Missstände und Cowboy-Methoden getan werden kann, das weiß auch Ogger nicht. Dennoch ein mit Gewinn zu lesendes Buch mit anständig eingelöstem aufklärerischen Anspruch. (Tim Kaiser)
Titel: Das Kartell der Kassierer
Autor: Günter Ogger
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 320
ISBN: 342677514X
Abgelegt unter Wirtschaft und Soziales
