Neue Duden-Ratgeber „Geschäftskorrespondenz“, „Stilsicher schreiben“ und „Rhetorik“



Neben den allseits bekannten Wörterbüchern hat der Mannheimer Duden-Verlag viele nützlicher Ratgeber in seinem Programm. In der Reihe „Duden Praxis“ sind jetzt als Erstauflagen drei Bände erschienen, die für viele eine kompetente Hilfe im Geschäfts- und Privatleben sind: „Geschäftskorrespondenz“, „Stilsicher schreiben“ und „Rhetorik“. In einem gut lesbaren und unterhaltsamen Stil werden hier wichtige Tipps gegeben, wie man sich überzeugend und professionell präsentiert, ein Geschäftsschreiben verständlich und korrekt formuliert, einen sprachlich überzeugenden Vortrag hält oder die zu einem bestimmten Anlass passenden Worte findet.

Duden Praxis – Geschäftskorrespondenz
Im Vordergrund eines guten Geschäftsbriefes steht heute die Verständlichkeit, nicht mehr nur die Etikette wie früher. Das Schreiben soll einfach und verständlich, sinnvoll gegliedert, prägnant formuliert und äußerlich ansprechend gestaltet sein. Viele praktische Beispiele demonstrieren dieses so genannte „Hamburger Verständlichkeitskonzept“ genauer. Gestelzte Formulierungen wie „Außerachtlassung“, „betreffs“, „in Anbetracht“, die gerne in Behördenbriefen vorkommen, gilt es zu vermeiden. Statt „auf diese Art und Weise“ wird einfach „so“, statt „in Rechnung stellen“ nur „berechnen“ geschrieben. Wie bei vielen Dingen in Deutschland wird auch bei Geschäftsbriefen alles in DIN-Normen geregelt. Ein ausführliches Kapitel gibt Aufschluss darüber, welche Abkürzungen man wann verwendet, wo genau Absender, Adresse und Bankverbindungen auf einem Briefbogen platziert werden und wie die korrekte Anrede lautet. So ist heute statt des altehrwürdigen „Sehr geehrte Frau…“ schon öfters „Liebe Frau…“ oder „Hallo, Frau…“ zu sehen, sofern es sich bei der Frau nicht gerade um eine hochrangige Behördenvertreterin handelt. Beim E-Mail-Verkehr sollte man nicht in den lockeren kumpelhaften Ton verfallen, wenn es um geschäftliche Dinge geht. Neben den allgemeinen Erklärungen mit vielen Beispielen machen etwa zwei Drittel des Buches über 400 fertig formulierte Musterbriefe aus. Nach einem allgemeinen Briefbogenmuster folgen Ablehnungen von Bestellungen, Abmahnungen, verschiedene Absagen im richtigen scheinbar glaubwürdigen Ton, Anfragen, Angebote, Auftragsbestätigungen, Begleitschreiben, Bestellungen, Bitten und Anträge, Dankschreiben, Eingangsbestätigungen, Einladungen mit möglichst individueller Ansprache, Entschuldigungen, Genesungswünsche, Glückwünsche zu verschiedenen Anlässen mit Zitaten bekannter Schriftsteller, Hotelbuchungen, Kondolenzschreiben (handschriftlich, nicht per E-Mail), Kündigungen, Mahnungen, Nachrufe, Rechnungen, Reklamationen, Versandanzeigen, Voranfragen, Werbebriefe, Widerrufe von Bestellungen, Zahlungsbestätigungen und Zwischenbescheide. Einige Beispiele der Korrespondenz innerhalb eines Unternehmens zeigen, wie Notizen, Rundschreiben, Berichte und Protokolle gelingen. Für die Presseabteilung gibt es Tipps, was beim Verfassen von Presseinformationen oder Gegendarstellungen zu beachten ist und was in eine Pressemappe gehört. Abschließend werden soziale Netzwerke wie Twitter und das Formulieren von Stellenanzeigen dargestellt. Für den globalisierten Geschäftsverkehr sind die wichtigsten Texte und Textbausteine auch in englischer, französischer und spanischer Sprache dargestellt.

Duden Praxis – Stilsicher schreiben
Dieser Band ist für alle wichtig, die aus Berufsgründen, im Ehrenamt oder als Hobby gerne schreiben. Ausnahmen des hier vorgestellten Schreibstils sind Schriftsteller belletristischer Texte, denn wegen der Freiheit der Kunst gibt es für sie keine Vorschriften. Wie man die gefürchtete Angst vor dem „weißen Blatt“ verliert, ist dabei nur eine Einstiegsfrage. Wer aus welchen Gründen auch immer Texte verfassen will oder muss, sei es ein Brief an den Vermieter, eine Einladung zur Mitgliedsversammlung des Turnvereins, einen Zeitungsartikel über die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr oder einen Behördenbrief, der wird hier mit vielen anschaulichen Beispielen zu einem stilsicheren Schreibstil geführt. Nach der Lektüre weiß er verständlich und prägnant zu formulieren, die richtigen Worte für besondere Anlässe zu finden und die typischen Fehler zu vermeiden. Dann ist der Hauptzweck eines guten Textes erfüllt, den Leser zu erreichen. Nur er ist entscheidend und nach ihm richtet sich die Wortwahl. So kann ein wissenschaftlicher Text unter Fachkollegen mit Fremdwörtern gespickt sein, nicht jedoch ein Artikel in einer Tageszeitung. Es gibt jedoch Fremdwörter, die so geläufig sind, dass eine Verdeutschung zu kompliziert wäre. Wer schreibt schon „sich mit anderen im Internet austauschen“ statt einfach „chatten“? Vorsicht ist geboten bei ähnlich klingenden Fremdwörtern wie real/reell oder praktisch/pragmatisch, deren falsche Anwendung leicht zu Missverständnissen führen kann. Oft sind es Kleinigkeiten, die einen stilvollen Text ausmachen. Füllwörter wie „eigentlich“ oder „praktisch“ kann man weglassen, ebenso unnötigen Wortballast mit Tautologien wie „persönliche Anwesenheit“ oder „besondere Extras“. Ähnliches gilt für Schreibtischwörter aus den Amtsstuben wie „ansonsten“, „bezüglich“ oder „vorbehaltlich“. Begriffe aus der Umgangssprache wie „quietschvergnügt“ oder „Schnickschnack“ hingegen können einen Text beleben. Beiläufig wird einem bei der Lektüre des Bandes in Erinnerung an den Deutschunterricht vieles aus der Grammatik bewusst, das man bei seiner Muttersprache gar nicht bedenkt, weil es selbstverständlich ist. Die Regeln werden hier jedoch nicht trocken wie in einem Schulbuch vermittelt, sondern in lockerem Stil und mit vielen praktischen Beispielen. Mit kleinen Aufgaben an den Kapitelenden lässt sich überprüfen, ob man alles verstanden hat. Nach den Kapiteln über Wortwahl und Satzbau folgen noch einige sprachliche Stolpersteine wie der doppelten Verneinung, der falschen Verwendung des Dativs statt des Genitivs oder der Gebrauch des Konjunktivs in der indirekten Rede.

Duden Praxis – Rhetorik
Fast jeder kommt im Laufe seines Lebens einmal in die Lage, eine Rede halten zu müssen, sei es zum Vereinsjubiläum, am Grab eines Freundes, bei der Hochzeit der Tochter, zur Präsentation einer neuen Werbekampagne oder vor einer Elternversammlung. Nicht jeder hat die Gabe, spontan und mit viel Witz und Engagement eine begeisternde oder ergreifende Stegreifrede zu halten, die je nach Situation bewegt, informiert oder motiviert. Wem dies nicht angeboren ist und wer sich dennoch zum Redner entwickeln will, kann die notwendigen Feinheiten erlernen. Ausgenommen sind hier nur Juristen und Pastoren, für deren spezifische Redekunst es Fachliteratur gibt. Mangelnde rhetorische Begabung kann durch Übung ersetzt und fehlendes Wissen durch Weiterbildung erworben werden. Zunächst wird ausführlich vorgestellt, wie eine gute Rede vorbereitet und ausgearbeitet wird. Die Hauptziele sind, einen gegebenen Zeitrahmen einzuhalten, zu unterhalten und informieren und bereits in der Einleitung die Aufmerksamkeit und Sympathie des Publikums zu gewinnen. Der Schluss einer Rede bleibt am besten in Erinnerung, deshalb gilt ihm besondere Aufmerksamkeit. Ausführlich wird auf die Redestrategie eingegangen. Bereits Sokrates, der große Philosoph der griechischen Antike, weist auf die Bedeutung einer logischen Beweisführung und einer schlüssigen Argumentationskette hin. Ein guter Rhetoriker versteht auch, seine Zuhörer mit wohldosiert eingesetztem Redeschmuck zu fesseln. Viele Beispiele für die Wortspiele aus der griechisch-römischen Redekunst von Anapher bis Zeugma geben Anregungen hierzu. Da wörtlich abgelesene Reden die Zuhörer langweilen, ist ein gut ausgefeiltes Redemanuskript ebenso entscheidend für eine gute Rede wie der ständige Blickkontakt zum Publikum. Durch rhetorische Fragen kann der Redner eine Art Dialog mit dem Auditorium führen, der seine Ausführungen belebt. Einige rhetorische Kniffe wie die Blamiertaktik oder Wortspieltaktik mit Beispielen regen dazu an, ihren Einsatz zu üben. Wichtig sind auch eine angenehme Stimme und die richtige Körpersprache des Redners. Sogar „Pannenkommentare“ werden angeführt, falls einmal etwas Unvorhergesehenes passiert. Und wer noch Nachholbedarf in Schlagfertigkeit braucht, bekommt sie mit den „Textbausteinen zum Würzen einer Rede“. Eine besondere Art des mündlichen Vortrags ist die Präsentation mit dem Einsatz visueller Medien, sei es ein Referat in der Schule, im Studium oder das Vorstellen der neuen Werbekampagne vor der Geschäftsleitung. Als Resümee gibt es zehn rhetorische Fallstricke und rhetorische „Todsünden“. Etwas mehr als die Hälfte des Buches machen zahlreiche Musterreden aus. Sie bieten mit ihren Textbausteinen eine gute Basis als Anregung für verschiedene Anlässe: Klassentreffen, Geburtstag, Bürgerversammlung, Kindergarten-Einweihung, Hochzeit, Konfirmation, Abitur, Beerdigung, Dank, Sportverein, Seniorenclub, Elternversammlung, Parteiversammlung, Meisterfeier, Abiturfeier, Bürgerversammlung, Tag der offenen Tür, Musikfestival und Straßeneinweihung. (Johannes Kösegi)

Duden Praxis – Geschäftskorrespondenz; ISBN 978-3-411-74211-0; 320 Seiten
Duden Praxis – Stilsicher schreiben; ISBN 978-3-411-74461-9; 192 Seiten
Duden Praxis – Rhetorik; ISBN 978-3-411-74221-9; 220 Seiten
Jeweils 1. Auflage; Preis je 12,95 Euro

Als E-Books im Downloadshop erhältlich unter www.duden-downloadshop.de

Abgelegt unter Lexika und Allgemeines

Einen Kommentar schreiben

Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.



DigitalVD.de News-Reader zum kostenlosen Download DigitalVD.de News-Reader

Der DigitalVD.de News-Reader ist eine kostenlose Software mit der Neuheiten aus der DVD- und Heimkino-Szene automatisch auf dem eigenen PC gelesen werden knnen. Ihr werdet kostenlos und automatisch rund um die Themen Film und Heimkino auf dem Laufenden gehalten.

[Beschreibung und Download]