Neuerscheinung „Der große historische Weltatlas“ bei Bertelsmann wissenmedia



Geschichte als eine Erzählung vom Vergangenen und entstanden aus dem Interesse an der Gegenwart und möglicher Ableitungen für die Zukunft übt auch außerhalb von akademischen Seminaren für viele eine große Faszination aus. Wer sich für Geschichte interessiert wird neben filmischen Dokumentationen aus neuerer Zeit und (populär)wissenschaftlichen Büchern auch gerne historische Atlanten zu Rate ziehen. Denn nur hier wird anschaulich, was noch so viele Worte nicht beschreiben können. Was wissen wir über die Menschen in der Bronzezeit? Wozu führten Friede und Wohlstand im Mandschu-Reich? Wo liegen die wichtigsten historischen Stätten des Alten Ägypten? Auf welcher Route marschierte Alexander der Große bei der Eroberung des Perserreiches? Wo verlief der Limes? Wie veränderten sich die im Lauf der Jahrhunderte die Grenzen der Europäischen Staaten? Wann und in welchen Gebieten verbreitete sich die Reformation? Wer kämpfte und siegte bei der Schlacht auf dem Lechfeld? Seit wann beherrschten Europa und Nordamerika den Welthandel? Diese und viele weitere Fragen sollte ein guter Geschichtsatlas beantworten können.

Bisher brauchte man historische Literatur und einen Atlas getrennt, um sich umfassend informieren zu können. Mit dem neuen großen historischen Weltatlas von Bertelsmann wissenmedia ist nun ein Hybridprodukt erschienen, das außer innovativen Karten auch dazu passende Erläuterungen in spannend geschriebenen Texten liefert. So werden in der Zusammenschau die großen historischen Zusammenhänge wie entwicklungsspezifische Details leicht nachvollziehbar. Das opulente Werk wiegt stolze dreieinhalb Kilogramm und misst 27,3 x 35,5 cm. Für die Lektüre unterwegs ist es somit nicht geeignet, auch passt es höchstens quergestellt in ein normales Bücherregal. Doch dieser Nachteil ist leicht aufgewogen mit der einzigartigen Druckqualität und dem Detailreichtum der mehr als 180 in modernster Digitaltechnik erstellten großformatigen Karten. Die von renommierten Wissenschaftlern geschriebenen Texte werden außerdem durch 400 Fotos und Abbildungen illustriert. Die historische Beschreibung beginnt hier früher als in anderen Geschichtsbüchern bereits vor sieben Millionen Jahren mit den Ursprüngen der Menschheit. Sechs Großkapitel markieren einschneidende Epochen. Das erste Kapitel „Von der Urgeschichte bis zur Antike“ reicht von den Kulturen im Nahen Osten über Afrika und Europa bis zu den ersten Hochkulturen Südamerikas. Die Antike beschreibt die Zeit von 500 vor bis 600 nach Christus und hat im Zentrum die griechischen und römischen Weltreiche. Eurasien wurde damals von Kelten, Germanen, Slawen und Steppennomaden bevölkert. Die Welt des Mittelalters dauert von 600 bis zur Eroberung Amerikas durch Columbus im Jahre 1492. Die nächsten Kapitel behandeln die Zeit bis zur amerikanischen Unabhängigkeit 1783, das 19. Jahrhundert und schließlich das 20. Jahrhundert bis heute.

Die einheitliche Gliederung des Buches ist eine große Hilfe, in einer speziellen Epoche oder Region etwas zu finden. Auf allen Seiten ist unten zur schnellen Orientierung eine Zeitleiste, auf der man simultane Ereignisse in verschiedenen Gegenden oder zu wichtigen Themen wie Politik, Kultur oder Religion erfahren kann. In jedem Großkapitel zeigen zunächst Weltkarten die soziale und politische Entwicklung. Regionalkarten vermitteln dann einen Überblick über für die jeweilige Zeit wichtige Gegenden. In einer dritten Vergrößerungsstufe folgen detaillierte Deutschlandkarten. Die sind nicht nur wichtig, weil es sich um einen Atlas für den deutschsprachigen Markt handelt. Denn kein anderes Land der Welt kennt seit dem Mittelalter eine größere Vielgestaltigkeit und Zerrissenheit in den Regional- und Staatszugehörigkeiten, sodass die historischen Deutschlandkarten über Jahrhunderte wie Flickenteppiche aussehen. Die Folgen sind im typisch deutschen Föderalismus und einer weit differenzierten kulturellen Ausprägung bis heute zu spüren. So kommt man in jeder Epoche schnell wie mit einem Zoomobjektiv von der Welt als Ganzem über bestimmte Regionen – etwa Europa, Asien, Afrika – bis nach Deutschland und findet schnell die gesuchten Informationen. Zusätzlich dient ein ausführliches Register am Ende zur schnellen Stichwortsuche. In unregelmäßigen Abständen gibt es Sonder-Doppelseiten, die in einer essayistischen Spurensuche in Wort und Bild über die Geschichte der Kartographie von der Himmelsscheibe von Nebra bis zur Satellitenfotografie berichten. (Johannes Kösegi)

Der große historische Weltatlas – Von der Urgeschichte bis zur Gegenwart; Bertelsmann wissenmedia GmbH; Format: 27,4 x 35,5 cm; 400 Seiten; ca. 400 Abbildungen; mehr als 180 Karten; ISBN 978-3-577-14389-9; Preis 49,95 Euro

Abgelegt unter Sachbuch und Ratgeber

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