Flexibel ist nicht genug



Das unspektakuläre Softcover-Büchlein hat es in sich. Der Titel lässt zwar ein konservatives Pamphlet eines Unternehmers erwarten, der zusätzlich zu flexiblen Arbeitszeiten von seinen Lohnsklaven deutlich unangenehmere Dinge einfordern möchte, aber dieser Eindruck täuscht völlig. Vielmehr ist das Buch eine Sammlung verschiedener hochkarätiger Essays, die besonders durch die hochgradige Praxisverzahnung nicht nur interessant zu lesen sind, sondern auch für viele Personalabteilungen einen interessanten, strukturierten und vor allem gut durchdachten Einblick in aktuelle Arbeitszeitmodelle. Nach einem Überblick über momentan in der Praxis gängige Arbeitszeitmodelle (die über die klassische Teilzeitarbeit bis hin zu neueren Modellen wie Telearbeit Sabbaticals einen vollständigen Eindruck macht) folgt bereits im zweiten Kapitel die Kernaussage: Flexibel bedeutet nämlich noch lange nicht effizient. Ein unzureichend gesteuertes flexibles System endet in Blut, Schweiß und Tränen. Im weiteren werden die Teilaspekte wie die Kennzahlenanalyse zur Erfolgsermittlung, Trends in der Teilzeitarbeit, mitarbeiterorientierte Personalpolitik und Beschäftigungsabbau contra Teilzeitarbeit näher beleuchtet. Die vergleichsweise kurzen kapiteleinführenden Texte der Autorin werden danach durch längere Beiträge aus den Personalabteilungen verschiedener Firmen praktisch aufgewertet. Unter den teilnehmenden Firmen finden sich auch illustre Namen wie BASF, Deutsche Lufthansa oder die Fraport AG, die mit verschiedenen Arbeitszeitmodellen experimentiert haben und ihre Ergebnisse in dichten Beiträgen zusammenfassen.

Querleser werden die durchdachte und logische Struktur des Buches sowie die zahlreichen Abbildungen und optisch hervorgehobenen Zusammenfassungen schätzen, wer die Zeit hat, sich intensiver mit den Inhalten auseinanderzusetzen, wird eine ganze Reihe Impulse und Anregungen mitnehmen können. Der für ein Taschenbuch recht hohe Preis von 79 DM sollte Interessenten auf keinen Fall abschrecken – die Investition lohnt sich. Schließlich kann das Buch durchaus als reichhaltige Quelle für akademische Arbeiten herhalten. Und das ist heutzutage auf dem Fachbüchermarkt ja alles andere als selbstverständlich. (Tim Kaiser)
 
Titel: Flexibel ist nicht genug
Autor: Angela Fauth- Herkner
Verlag: Datakontekt
Seiten: 344
ISBN: 3895772062

Abgelegt unter Sachbuch und Ratgeber

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