Ein Vater gibt nicht auf. Die Geschichte eines gebrauchten Mannes



Georg, der schwäbische Mittvierziger mit griechischem Pass, und Uschi, die siebzehn Jahre jüngere rheinische Frohnatur, lernen sich in einer Kneipe kennen. Alles andere als spontan, sondern mit der Devise „Bloß nichts überstürzen!“ kommen sie schließlich vom platonischen Pfad ab und werden zu einem Paar.

Schon bald ufern Streitpunkte, die mit einem Mehr an Toleranz und Respekt in seichtere Bahnen hätten gelenkt werden können, zu strapaziösen Grundsatzdebatten aus. Doch ungeachtet dieser Warnsignale bittet Georg sein „Kleines“, ihn zu heiraten. Sie sagt „Ja“ und empfängt ihn nach seiner Rückkehr aus Costa Rica mit dem Bedürfnis, eine gemeinsame Lebensplanung aufzustellen, wissen zu wollen ‚wohin wir gehören und was aus uns wird‘ und wie er, der freischaffende Kunstmaler, ihrer beider Lebensunterhalt zu verdienen gedenke. Auch die Frage, wie er sich seine Rolle als Vater vorstelle, lässt nicht lange auf sich warten. Aus lauter Angst, dass sie ausrasten würde, würde er seine Gedanken zu diesem Thema vor ihr ausbreiten, antwortet er mit der Gegenfrage, wie sie es sich denn mit einem Kind von ihm vorstelle.

Zehn Tage nach ihrem ersten gemeinsamen Jahreswechsel bestätigt ein Test den Verdacht, dass sie schwanger sein könnte. Für Entspannung im Miteinander sorgt dieser Umstand freilich nicht, viel mehr verschärft er gar die Auseinandersetzungen, die Machtkämpfe und die offensichtlichen Unvereinbarkeiten beider. Drei Wochen nach dem errechneten Geburtstermin kommt Maria zur Welt, und schon wenig später ereilen den jungen Vater erste Ahnungen, ‚dass etwas Furchtbares geschehen werde‘.

Ein erbarmungsloses Zerren um das Kind und ein Kampf mit ungleichen Mitteln beginnt.

Eindringlich und aus einer Perspektive, die auch heute noch gern übersehen wird, schildert Karin Jäckel in ihrem ebenso wichtigen wie polarisierenden Buch „Ein Vater gibt nicht auf“ den Leidensweg einer unheilvollen Beziehung aus der sich scheinbar zwangsläufig ein Krieg entwickelt – der zweier Elternteile um den gemeinsamen Spross. Sie beschreibt die Erlebnisse und Wünsche aus der höchstpersönlichen Sicht des um seine Pflichten und Rechte am unehelichen Kind streitenden Vaters, der während des langen zermürbenden Prozesses nicht nur vieler Illusionen sowie seines Gerichtigkeitsempfindens beraubt wird, sondern auch beruflich und finanziell an seine Grenzen gelangt. „Ein Vater gibt nicht auf“ dokumentiert mit einem mutigen Blick auf unpopuläre Details die gängige – zwischen Ignoranz und Zynismus schwankende – Praxis deutscher Anwälte, Jugendämter und Gerichte nebst der Macht der Mütter.

Karin Jäckel wurde 1948 geboren, wohnt in Oberkirch/Schwarzwald, ist seit 1971 verheiratet und hat drei Söhne. Sie studierte Germanistik, Sprecherziehung und Kunstgeschichte und promovierte 1975. Sieben Jahre später veröffentlichte sie ihr erstes Buch. Bislang sind von ihr 66 Titel – Kinder- und Jugendbücher, Ratgeber und sozialkritische Bücher – bei verschiedenen Verlagen erschienen. (Ensa Maurer)
 
Titel: Ein Vater gibt nicht auf. Die Geschichte eines gebrauchten Mannes
Autor: Karin Jäckel
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Seiten: 317
ISBN: 3499606925

Abgelegt unter Wirtschaft und Soziales

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