„Grundwissen Jägerprüfung“ im Kosmos Verlag



Neuausgabe des bewährten Standardlehrbuchs zum Jagdschein

Jedes Jahr müssen etwa 10.000 Jagdscheinanwärter eine unglaubliche Stoffmenge in ihrem Gedächtnis speichern, um die Jägerscheinprüfung bestehen zu können. Dieses „Grüne Abitur“ besteht aus einem schriftlichen Teil, meist ein Multi-Choice-Test, praktischen Übungen mit der Waffe und einer mündlichen Prüfung. Viele Kandidaten versprechen sich von einer nicht immer billigen Jagdschule eine gute Vorbereitung. Doch um ein gutes Lehrbuch werden auch sie nicht herumkommen. Seit Jahren gilt „Grundwissen Jägerprüfung“ von Siegried Seibt als Standardwerk. Von ihm ist jetzt im Kosmos-Verlag eine aktualisierte und erweiterte Neuausgabe erschienen. Reich illustriert mit Farbfotos, Grafiken und Schautafeln wird auf 550 Seiten in kompakter und verständlicher Form alles erklärt, was man für die Jagdscheinprüfung wissen muss. Siegfried Seibt ist seit langem hauptberuflich in der Jungjägerausbildung und jagdlichen Weiterbildung tätig. Der Wildmeister (DJV) betreibt mehrere Jagdschulen und hat Tausende von Jagdscheinanwärtern und Jägern aus- und fortgebildet. Die kurzen, leicht verständlichen Texte, Übersichtstabellen sowie zahlreiche Fotos und hilfreiche Illustrationen garantieren einen schnellen Lernerfolg und ermöglichen eine punktgenaue Prüfungsvorbereitung. Denn das Stoffgebiet ist umfangreich und wurde in den zurückliegenden Jahrzehnten immer wieder um neue Fächer erweitert und mit neuen Erkenntnissen befrachtet, so dass ältere Jäger nicht ohne weiteres die aktuelle Prüfung bestehen würden. Aber das ist der Geist der Zeit und trifft auch auf Ärzte oder Führerscheininhaber zu, die Wissensfülle wird immer größer, das menschliche Gehirn aber nicht.

So kann man Siegfried Seibt dankbar sein, dass er dieses Standardwerk „durchforstet“ hat und nur das wirklich Wichtige in einer übersichtlichen Darstellung und in ansprechender Gestaltung präsentiert. Als Mann der Praxis weiß er, wo es erfahrungsgemäß die größten Schwierigkeiten gibt, was somit ausführlicher erklärt werden muss. Aber nicht nur für angehende Jäger zum Vorbereiten oder erfahrene Weidmänner zum Auffrischen ihres Wissens ist das Buch geeignet. Jeder Naturliebhaber, der sich gerne im Freien bewegt und wissen möchte, was er sieht oder hört, kann vieles lernen. Zum Beispiel, wie man sich richtig verhält, um die Umwelt zu erhalten und nicht zu zerstören. Für die professionellen oder ehrenamtlichen Jäger gilt es, die Wildbestände nachhaltig zu sichern. Daneben ist die Jagd auch ein Kulturgut des Menschen, das ihm seit Urzeiten das Überleben sichert. „Grundwissen Jägerprüfung“ will vorurteilsfrei über die Komplexität der Materie informieren und die Zusammenhänge herstellen. Denn oft ist es beim Lernen auf eine Prüfung so, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Aber ein richtiger Jäger soll später nicht nur das auswendig gelernte Wissen anwenden können, sondern auch eine menschliche Reife haben. Als verantwortungsbewusster Anwalt des Wildes betreibt er aktiven Naturschutz, wenn er sein Handwerk richtig versteht.

Die immense Stoffmenge ist in 13 Kapitel aufgeteilt, wobei Wildtierkunde und Waffenkunde den größten Raum einnehmen. Aber auch ohne das für viele juristisch ungeübte Kandidaten schwierige Jagdrecht geht es nicht. Schließlich droht bei Verstößen die Gefahr, dass der mühsam erreichte Jagdschein wieder entzogen wird. Paragraphen aus vielen Gesetzeswerken müssen beherrscht werden, neben dem Bundesjagdgesetz und den Landesjagdgesetzen Waffenrecht, Bürgerliches Gesetzbuch, Tierschutzgesetz und neue EU-Lebensmittel-Hygiene-Vorschriften. Ein Jäger muss genau wissen, wo er wann und wie jagen darf, um sich unnötigen Ärger zu ersparen. Die Wildtierkunde ist auch für Jäger mit der Kamera und für interessierte Naturbeobachter interessant. Dazu gehört die Kenntnis der wichtigsten Vertreter des Haar- und Federwildes. Das Haarwild lässt sich aufteilen in Schalenwild (Paarhufer wie Rotwild, Rehwild, Gamswild, Schwarzwild), Marder, Katzen, Hunde, Kleinbären, Hasenartige und Nagetiere. Unerlässlich ist für einen Jäger ähnlich einem Arzt eine spezifische Fachsprache, ohne die eine einfache Verständigung untereinander nicht möglich ist. Bei allen Tierarten sind Informationskästen mit den entsprechenden Fachausdrücken eingefügt. So ist beim Rotwild ein Spießer ein Hirsch mit nur zwei Spießen im Geweih, mit Querfall ist das Zwerchfell gemeint, mit Windfang die Nase und mit Kammer die Brusthöhle. Neben äußeren Unterscheidungen sollten auch die Spurbilder der wichtigsten Säugetiere bekannt sein. Beim Federwild geht es um Morphologie, Anatomie und Verhalten vor allem der wilden Vögel wie Tauben, Hühner, Greifvögel, Möwen oder Wildenten. Auch hier gibt es Spezialausdrücke wie etwa Gescheide für Gedärm oder Reihzeit für Paarungszeit. Im Kapitel „Praktischer Jagdbetrieb“ geht es um die Weidgerechtigkeit, das jägerliche Brauchtum, verschiedene Jagdarten, das Verhalten im Revier und die Behandlung des erlegten Wildes. Größere Jagden werden selten ohne speziell abgerichtete Jagdhunde auskommen. Deshalb muss ein Jäger von der Ausbildung und Zucht bis zur Prüfung dieser wichtigen Wegbegleiter einiges wissen. Die Biologie der Pflanzen nimmt bei weitem nicht den Umfang wie die der Tiere ein, dennoch gehören der Land- und Waldbau mit den Bodenarten, verschiedenen Bäumen des Waldes sowie die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutzpflanzen zum Grundwissen des Jägers, denn er jagt später in Wald und Feld. Für die Hege und Pflege ist das Vorbeugen von Wild- und Jagdschäden bedeutend. Dass sich ein seriöser Jäger für den Naturschutz einsetzt und die besonders geschützten Tiere und Pflanzen kennt, ist eine Selbstverständlichkeit. Auch die Wildkrankheiten, ihre Gefahren und Gegenmaßnahmen sind wichtig. Wegen der Gefahr und Verantwortung nimmt das Kapitel „Waffenkunde“ einen großen Raum im Lehrbuch ein. Viele Details aller Arten von Schusswaffen und Kalten Waffen müssen für die Prüfung beherrscht werden, auch solche, die später nie zum Einsatz kommen. Neben der Munition gehören auch Ferngläser und Beobachtungs-Spektive in dieses Kapitel. Richtige Wildhege und Wildfütterung sorgen für einen artenreichen, angepassten und gesunden Wildbestand mit der möglichen Vermeidung von Wildschäden. Dazu gilt es zu wissen, welche Tierarten wie gefüttert werden. Schließlich lernt man im Kapitel „Wildbewirtschaftung“ die Jagd- und Schonzeiten wie Abschlusspläne.

Ein besonderes Extra ist das letzte Kapitel „Lernstrategien – Erfolgreich und stressfrei durch die Jägerprüfung“, das auch als Hilfe für andere Prüfungen etwa im Studium nützlich ist. Einige Prüfungsfragen kann man zum Selbsttest beantworten. Allerdings sind die Anforderungen in schriftlicher Prüfung, Schießprüfung und mündlicher Prüfung in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. Der Fragenpool variiert von 500 bis 2000 Fragen, bei den Multi-Choice-Tests gibt es entweder eine oder mehrere richtige Antworten. Die Adressen der wichtigsten Behörden und Verbände und nützlich weiterführende Literatur im Anhang lassen keine Wünsche mehr offen. (Johannes Kösegi)

Siegfried Seibt: Grundwissen Jägerprüfung; 550 Seiten; Kosmos Verlag; ISBN 978-3-440-12530-4; 24,95 Euro

Abgelegt unter Sachbuch und Ratgeber

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