„Die Jägerprüfung in Frage und Antwort“ als Neuauflage im Kosmos-Verlag



Etwa 3000 Beispielfragen als Vorbereitung für das „Grüne Abitur“ – Parallelen zum Medizinstudium

Etwa 10.000 Jagdscheinanwärter müssen jedes Jahr eine unglaubliche Stoffmenge in ihrem Gedächtnis speichern, wenn sie die Jägerscheinprüfung bestehen wollen. Das „Grüne Abitur“ besteht aus einem schriftlichen Teil, einem Multiple-Choice-Test wie bei den Medizinern, praktischen Übungen und einer mündlichen Prüfung. Nicht zuletzt aufgrund der immer komplexer werdenden rechtlichen und fachlichen Fragestellungen sind die Durchfallquoten hoch. Jagdschulen sind eine nicht immer billige Möglichkeit für eine gute Vorbereitung. Aber auch sie können kein gutes Lehrbuch ersetzen. Seit Jahren gilt „Grundwissen Jägerprüfung“ von Siegfried Seibt, einem seit Jahrzehnten in Aus- und Weiterbildung erfahrenen DJV-Wildmeister, im Kosmos-Verlag als Standardlehrbuch. Zusätzlich erscheint jetzt vom selben Autor als ideale Ergänzung eine vollständig neu bearbeitete Ausgabe von „Die Jägerprüfung in Frage und Antwort“ mit einer noch größeren Benutzerfreundlichkeit. Durch die föderative Gesetzgebung in Deutschland hat jedes Bundesland ein eigenes Jagdrecht. Auch die Prüfungen sind unterschiedlich. So gibt es bei den Multiple-Choice-Fragen entweder nur eine richtige Lösung zum Ankreuzen oder mehrere Möglichkeiten. Weil das Buch nicht in 16 verschiedenen Ausgaben erscheinen kann, hat Seibt Fragen aus allen Bundesländern gewählt und sie nach lerndidaktischen Gesichtspunkten geordnet. Die Fragen sind unter Zusammenfassung thematischer Einheiten in sechs große Kapitel gegliedert: 1) Jagdrecht, 2) Wildkunde, Wildkrankheiten, Wildhege, 3) Jagdbetrieb und Hundewesen, 4) Wald- und Landbau, Wild- und Jagdschaden, 5) Naturschutz und 6) Waffenkunde. Im Lehrbuch ist die Aufteilung teilweise etwas anders. Dennoch erlauben Auswahl und Zusammenfassung der Kapitel ein schnelles Nacharbeiten im Lehrbuch, um eventuelle Lücken zu füllen. Zur Prüfung muss dann ohnehin alles beherrscht werden, unabhängig davon, in welchem Kapitel es steht. Innerhalb der Kapitel sind die Fragen wie auch bei der Prüfung gemischt. Vor allem im Fach Jagdrecht gibt es Unterschiede in den einzelnen Bundesländern. Hierzu gibt es Basisfragen, die an allen Ländern Gültigkeit haben. Länderspezifische Besonderheiten sind eigens vermerkt, zum Beispiel, dass in Rheinland-Pfalz Schrot für den Fangschuss auf Schalenwild erlaubt ist oder nicht mehr zwischen Hoch- und Niederwild unterschieden wird. Bei allen der rund 3000 Musterfragen sind richtige Einfach- oder Mehrfachantworten möglich. Fehlende Kreuze bei einer Mehrfachantwort werden als falsch gewertet. Das erschwert die Aufgabe, steigert aber den Lernerfolg und ist Praxis in vielen Bundesländern.

Der erfahrene Wildmeister Seibt gibt wichtige Lerntipps, die auch für Medizinstudenten nützlich sind, die in ihren zwei großen Prüfungen bei einer wahrscheinlich noch größeren Stoffmenge die Kreuze an der richtigen Stelle setzen müssen. Bei einigen tückischen Fragen gilt es, auf Verneinungen zu achten, um nicht in eine Falle zu tappen: „Welche nicht dem Jagdrecht unterliegende Vogelart ist nicht geschützt?“ Man sollte das Pensum in Lerneinheiten von etwa 100 Fragen aufteilen. Beim Vergleich mit den Musterlösungen am Ende sollte man auffällig markieren, was man nicht wusste. Nach und nach werden dann immer wieder die falsch beantworteten Fragen durchgegangen, bis alles beherrscht wird. Wie den angehenden Ärzten wird auch hier etwas „Mut zur Lücke“ empfohlen. Die Fehlerquote sollte dabei unter zehn Prozent liegen. Zur Auswertung lassen sich die Seiten mit den Lösungen leicht heraustrennen. Die Wissenslücken sollten im Lehrbuch nochmals nachgelesen und gelernt werden. Schließlich geht es um das Verständnis der Materie und nicht um sinnloses Auswendiglernen von Fragen und Antworten. Denn Jäger und Ärzte üben verantwortungsvolle Tätigkeiten aus. Treffen die Mediziner oft Entscheidungen, bei denen es um Leben oder Tod geht, sollen die Jäger einen angepassten Wildbestand aller heimischen Arten erhalten. Dabei müssen sie vielen Ansprüche für das Gemeinwohl genügen: Forst-, Land- und Fischereiwirtschaft, Naturschutz und erholungssuchende Bevölkerung. Der erfahrene Jagdpädagoge Siegfried Seibt bietet mit seinen zwei Standardwerken eine sichere Vorbereitung auf die Jagdprüfung und die Überprüfung des Lernfortschritts. (Johannes Kösegi)

Siegfried Seibt: Die Jägerprüfung in Frage und Antwort; 272 Seiten; Kosmos-Verlag Stuttgart; ISBN 978-3-440-13040-7; 19,95 Euro

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