ADAC Reisemagazin Burgenland – Wo Österreich schon fast wie Ungarn ist



Die neueste Ausgabe des zweimonatlich erscheinenden ADAC Reisemagazins stellt das östlichste Bundesland Österreichs vor. Hier kann man fast alle Klischees der Alpenrepublik vergessen. Es gibt keine hohen Berge und das Klima ist zentraleuropäisch mit heißen Sommern und kalten Wintern. Wer die Puszta-Romantik des benachbarten Ungarn mag, sich aber dennoch mit den Einheimischen auf Deutsch verständigen möchte, ist hier bestens aufgehoben. Das Magazin stellt auf informative und unterhaltsame Art die wichtigsten Fakten dieses teils hügeligen, teils flachen schmalen Landstrichs vor. Neben den wichtigsten Zahlen und Landkarten zeigt ein kleiner Sprachführer einige Übersetzungen des Burgenländer Dialekts, bei dem der „ui“-Laut eine wichtige Rolle spielt.

Bedingt durch das warme Klima gedeihen Getreide, Obst und Weinreben hier ideal. Zu Beginn werden stellvertretend einige Individualisten vorgestellt, ein Winzerkönig, die Obstkönigin, Wassersportler oder Künstler, die hier ihre (zweite) Heimat gefunden haben. Ein geschichtlicher Überblick erwähnt, dass das zweitjüngste österreichische Bundesland als Grenzregion über Jahrhunderte Durchzugsort fremder Völker war. Über Jahrhunderte gehörte die Region zu Ungarn, später in den Türkenkriegen wurden große Teile des Landes von den osmanischen Truppen verwüstet. Ab 1921 wird das Burgenland österreichisch und nach 1945 als Bundesland konstituiert. Weltgeschichte wird hier geschrieben, als die beiden Außenminister von Österreich und Ungarn am 27. Juni 1989 den Stacheldraht des Eisernen Vorhangs durchtrennen.

Besonders Kultur und Natur prägen bis heute die Gegend, weshalb viele Wiener gerne zum Wochenendurlaub zum Neusiedler See fahren. Im 17. Jahrhundert sind die Eszterházys die mächtigsten Herren im Nord- und Mittelburgenland. In Eisenstadt schaffen sie ein weit über die Grenzen des Landes hinaus wirkendes Kulturzentrum mit Musik (Joseph Haydn) und Baukunst. Deshalb gibt es auch die meisten Reisetipps zu Burgen und Schlössern, allen voran das Schloss in Eisenstadt. Für Musikfreunde seien die alljährlichen Festspiele auf der Seebühne in Mörbisch empfohlen, bei denen besonders die Operettenfreunde auf ihre Kosten kommen. In Franz Liszts Geburtshaus in Raiding ist ein Museum. Ihm zu Ehren wurde das Franz-Liszt-Festival gegründet. Die Akustik im neu erbauten Liszt-Konzerthaus ist so gut, dass zahlreiche Musiker hier ihre CDs aufnehmen. Pro Jahr bringt der Festivaltourismus 35 Millionen Euro ein, in diesem Jahr rechnet man mit 700.000 Kulturreisenden. In Lockenhaus gibt es seit Jahren ein hochkarätig besetztes Kammermusikfestival, das der weltbekannte Geiger Gidon Kremer gegründet hat. Als Kontrastprogramm wird Nickelsdorf beim Freiluft-Festival Nova Rock von mehr als 150.000 Fans von Heavy Metal über Rock bis Pop überrannt.

Der Neusiedler See eignet sich für Wassersportler aller Art. Er ist nur 1,50 tief und als Segelparadies bekannt. Aber auch Schwimmer und Angler fühlen sich hier wohl. Schließlich ist das flache Land im Seewinkel östlich des Neusiedlers Sees ideal für Radtouren oder Pferdekutschenfahrten. Auch Reiten, Golf, Kanufahren und Wandern sind dort sehr beliebt. Den Naturfreunden bietet sich in mehreren Nationalparks am See ein in Europa einmaliges Paradies mit vielen seltenen Wasservögeln. Rust ist bekannt für seine vielen Storchennester und lockt deshalb viele Schaulustige an. In der Grassteppe rund um den Neusiedler See leben südrussische Taranteln und Langhornrinder. Außerdem bringt das Burgenland auch Safran hervor, der sonst in Kaschmir und im Iran wächst. Auch eine völlig autonom lebende Gemeinde wird vorgestellt: Güssing versorgt sich mit erneuerbarer Energie aus Klee, Holz und Gras. In der nur 13.000 Einwohner zählenden Landeshauptstadt Eisenstadt ist Joseph Haydn überall gegenwärtig. Es gibt ein Haydn-Hotel, ein Haydn-Kräutergarten, Haydnbräu, das Haydn-Haus und die Haydn-Kirche genannte Bergkirche, wo der Meister bestattet ist. Von hier bietet sich ein hervorragender Rundblick auf den Neusiedler See und die Ebene.

Nicht zuletzt gibt es viele Tipps für Übernachtungsmöglichkeiten von den gut ausgestatteten Campingplätzen am Ufer des Neusiedler Sees über Winzerhöfe, Ferienwohnungen bis zu feinen Hotels. Spezielle Autotouren machen Vorschläge für Besichtigungen von Kirchen, Burgen, Schlössern und Museen. Ein Kapitel stellt den Weinliebhabern die Adressen von besonderen Weingütern vor. Neben den vielen großen Burgen bietet das Burgenland auch Hüpf-, Sand- und Kletterburgen, die sich besonders für einen Familienurlaub mit Kindern eignen. Im Kapitel „Heimatkunde“ finden sich Informationen und Tipps rund um Reiseplanung, Anfahrt, Klima, sowie allen wichtigen Adressen und Telefonnummern. Damit ist das Reisemagazin ein kompetenter Reisebegleiter mit Informationen, faszinierenden Reportagen mit hervorragenden Fotos. Es ist zum Preis von 7,80 Euro im Buchhandel, in den ADAC Geschäftsstellen, unter www.adac-reisemagazin.de und unter der Hotline 05241-947795 erhältlich. (Johannes Kösegi)

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