„VW Transporter, Bulli & Co. – Die ersten 60 Jahre“ im Delius Klasing Verlag



Der von vielen liebevoll „Bulli“ genannte VW Transporter ist bis heute eine klassenlose Ikone im Automobilbau. 55 Jahre nach seinem Start lief 2004 bereits das zehnmillionste Exemplar vom Band. Er ist mehr als ein gewöhnliches Fortbewegungsmittel auf vier Rädern oder Nutzfahrzeug. Seine Varianten und Einsatzbereiche sind so vielfältig wie bei keinem anderen Fahrzeug. Weltweit wird die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit des seit 60 Jahren produzierten Bestsellers geschätzt. So verwundert es nicht, dass zuerst ein englischer Verlag zum 60. Geburtstag des Transporters 2009 ein Kompendium zur Geschichte dieses Automobils vom Prototyp bis zur Serienreife und von allen fünf Generationen herausbrachte. Der Bielefelder Delius Klasing Verlag veröffentlicht nun das reichlich bebilderte und informative Werk unter dem Titel „VW Transporter, Bulli & Co.“ in deutscher Sprache. Auf 400 Seiten werden alle Varianten seit 1949 bis zur neuesten Generation des T5 in Wort und Bild ausführlich präsentiert. Nie zuvor gab es ein so umfassendes Werk über die Geschichte des legendären VW-Transporters. Es ist ein neues Standardwerk für Automobilhistoriker, Sammler und Fans.

Zunächst als einfaches Arbeitspferd, Transporter für mehrere Personen oder Campingbus entworfen, ist der Bulli inzwischen zur Legende geworden. Begleitet wird die Transporter-Geschichte von einer einzigartigen Auswahl seltener bislang unveröffentlichter Archivbilder aus der umfangreichen Pressefotosammlung im Wolfsburger Archiv. Darüber hinaus verwenden die Autoren Fotos und Grafiken aus Broschüren und Prospekten, die bei den Händlern auslagen. Darunter sind auch die Campingversionen von unabhängigen Firmen. Erstmals in den Nachkriegsjahren verrichtete der Transporter seine nützlichen Dienste. Für Polizei und Feuerwehr, als Krankenwagen, Tiertransporter, Baustellenfahrzeug oder sogar als rollendes Fotolabor war er ein idealer Kompromiss zwischen PKW und LKW. Viele historische Fotos präsentieren ihn in allen möglichen Lebenslagen und auf zeitgenössischen Werbekampagnen aus aller Welt. Dazu liefern die fundierten Texte das nötige Wissen über die Entwicklung, gespickt mit technischen Details, Produktionsprinzipien, Modell-Chroniken und Werksdokumentationen.

Als Ergebnis ihrer Recherchen in der Wolfsburger VW-Zentrale präsentieren die Autoren eine überraschend neue Interpretation der Geschichte des Transporters. Eigens für dieses Buch aus Reden und Pressemitteilungen recherchierte Zitate brachten einige erstaunliche Erkenntnisse zutage. So spielte der erste VW-Generaldirektor Heinrich Nordhoff eine größere Rolle als bisher angenommen bei der Entwicklung des ersten Transporters mit der geteilten sowie der zweiten Generation mit der ungeteilten Frontscheibe. Er leistete ähnliche Pionierarbeit wie Ferdinand Porsche beim VW Käfer. Ein besonderes Augenmerk haben die Autoren auf ältere Generationen der Modellpalette gelegt, deren Wert heute höher liegt als der ursprüngliche Preis oder sogar höher als der Preis für viele neue Modelle. Ausführlich werden die Modelle der ersten beiden Generation vorgestellt, gebaut als Prototypen seit 1949, mit den ursprünglich geplanten Bauformen als Liefer- und Pritschenwagen sowie der wachsenden Anzahl an Sonderausführungen und Spezialmodellen. Die erste Generation erfuhr 1955 eine Überholung und wurde 1967 von der zweiten Generation T2 ersetzt. Die dritte Generation kam im Sommer 1979 auf den Markt. Damals war der Übergang von luft- zu wassergekühlten Motoren schon so weit fortgeschritten, dass der Käfer als weiterer Verkaufsschlager von VW allmählich ins Hintertreffen geriet. Die vierte Generation war ein Produkt der 1990er-Jahre. Sie hatte erstmals einen Frontmotor und löste damit das Problem, dass das Transportgut an der Hintertür über den großen Heckmotor gehoben werden musste. Trotz des etwas kleineren Laderaumes wegen der großen Frontscheibe und des Motorblocks vorne schaffte Volkswagen den nahtlosen Übergang durch eine optische Ähnlichkeit trotz technischer Verschiedenheit. Die aktuelle fünfte Generation zeigt selbst beim einfachsten Arbeitsmodell einen gewissen Luxus und erweist sich durch den Fahrkomfort wie in einem PKW als idealer Familientransporter. Ab jetzt übernimmt Volkswagen selbst die Produktion des California Camper, weil der bisherige Produzent Westfalia von der Daimler Gruppe übernommen wurde. Wegen der Bedeutung des VW-Transporters als Wohnmobil berichten die Autoren in einem eigenen Kapitel „Der Kult um den Campingbus“ ausführlich über die vielen Auf- und Umbauten von VW und anderen Firmen. Die sehr akribische Recherche der Autoren nicht nur in den firmeneigenen Archiven macht aus dem opulenten und repräsentativen Band eine wahre Festschrift zum 60. Jubiläum des VW-Transporters, der weltweit neben dem Käfer eines der erfolgreichsten Automobile ist. (Johannes Kösegi)

Richard Copping, Brian Screaton: VW Transporter, Bulli & Co. – Die ersten 60 Jahre; 400 Seiten, 220 Farbfotos, 235 S/W Fotos, 156 farbige Abbildungen, Delius Klasing Verlag; ISBN 978-3-7688-3363-9; Preis 49,90 Euro

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