Christopher Many „Hinter dem Horizont links“ – Acht Jahre mit dem Land Rover um die Welt

Einfach in einen Offroader steigen, losfahren und das normale Leben zurücklassen, um die Welt kennen zu lernen – diesen Wunsch haben viele Menschen. Reisephilosoph Christopher Many gehört zu den wenigen, die ihn sich erfüllt haben. Sein aktuelles Buch „Hinter dem Horizont links“ lässt den Leser teilhaben an den Abenteuern seiner 100 Monate dauernden Weltreise – und wie er seine „große Liebe“ und neue Weggefährtin fand. Nicht nur für Menschen mit Fernweh ein besonderes Geschenk.

Direkt nach Sibirien und in die Mongolei, dann durch ganz Amerika bis nach Patagonien. Schließlich über Südafrika quer durch den Schwarzen Kontinent zurück an den Starnberger See. Christopher Many fuhr von 2002 bis 2010 in seinem rund 30 Jahre alten Land Rover, von ihm liebevoll „Matilda“ genannt, 200.000 Kilometer und bereiste dabei 100 Länder. Acht Jahre Genügsamkeit und Minimalismus, Großartigkeiten und Absonderlichkeiten, traumhafter Landschaften, kontrastreicher Kulturen, spannender menschlicher Begegnungen, Momente voller Glück und Leid, Genuss und Krankheit. Eben all’ das, was Weltreisenden unterwegs unweigerlich passiert.

Lesevergnügen mit Happy Ends
„Hinter dem Horizont links“ ist ein ungewöhnlicher Bericht einer außergewöhnlichen Reise, selbst für Weltenbummler. Ehrlich in der Auseinandersetzung mit dem Erlebten, authentisch der Stil. Nicht Überflüssiges, nichts Belangloses, stets voller Leidenschaft und Begeisterung. Eindeutig: ein absolutes Lesevergnügen. Auch wegen anrührender Geschichten, etwa wie die von Paddy, einem kranken Hund, den Many und sein Freund Rob aufnehmen – und dessen Leben retten!

Von der ersten Seite an zieht der in Tutzing/Oberbayern lebende Deutsch-Amerikaner den Leser in den Bann seiner Reiseerlebnisse. Die Erzählweise ist so dicht, dass man glaubt, auf dem Beifahrersitz zu sitzen und mit Many durch Wüsten, schier undurchdringliche Vegetation oder Kriegsgebiete zu fahren. Und Gottlob ist Many ein findiger Techniker, der sich zu helfen weiß, wenn der „Landy“ mal wieder streikt – am liebsten in der Pampa fernab jedweder Zivilisation und Werkstatt. Und sogar eine wunderschöne Love-Story beinhaltet das Buch, denn Many lernte unterwegs seine große Liebe kennen, Laura Pattara, ebenfalls eine passionierte Weltenbummlerin.

Mehr als ein typischer Reisebericht
Many ist ein mutiger Autor, der auch politische Themen anspricht und reflektiert. In Afrika etwa erlebt der umfassend gebildete Reisephilosoph, wie katastrophal sich eine nicht hinreichend durchdachte Entwicklungshilfe auswirkt. Er thematisiert den möglichen Zusammenhang von Rassenzugehörigkeit und Armut in Afrika, den Stellenwert der weiblichen Beschneidung bei den Massai, die Frage der Berechtigung eines israelischen Staats inmitten der arabischen Welt. Und so kommt es, dass „Hinter dem Horizont links“ mehr ist als ein Bericht einer Weltreise. Seinen Lesern ermöglicht der Autor, ihn auf seinen abenteuerreichen Etappen durch das aktuelle Weltgeschehen zu begleiten.

Kurzum, das Buch von Christopher Many gehört zu den besten Weltreise-Beschreibungen. Ideal geeignet für Menschen mit Fernweh. Aber auch diejenigen, die mehr über unsere Welt erfahren wollen, als die meisten Autoren, Hochglanzmagazine oder TV-Sendungen üblicherweise bieten, werden dieses Buch schätzen lernen. Wer noch ein passendes Geschenkbuch zu Weihnachten sucht, wird dem Beschenkten hiermit viel Freude bereiten.