Komplett neu erarbeitete Auflage des Duden-Ratgebers „Wie schreibt man wissenschaftliche Arbeiten?“



Auf dem Büchermarkt gibt es sehr viele Ratgeber zum Verfassen wissenschaftlicher Texte. Viele davon ergießen sich in prosaischen Ausschweifungen oder sind für besondere Disziplinen wie Sozial- oder Ingenieurwissenschaften verfasst. Studenten aller Fakultäten, die sich kurz und knapp informieren wollen, wie eine Seminararbeit, Diplomarbeit oder eine Promotion von der Planung bis zur Abgabe zu erstellen ist, sind mit dem Duden-Ratgeber „Wie schreibt man wissenschaftliche Arbeiten?“ bestens informiert. Die Autorin Dr. Ulrike Pospiech ist Linguistin, Sprach- und Schreibdidaktikerin und leitet seit 1996 die Schreibwerkstatt an der Universität Duisburg-Essen.

Vielen Studierenden fällt es schwer, wissenschaftliche Texte zu verfassen. Sie wünschen sich eine Schreibberatung, die es an deutschen Universitäten kaum gibt. Hiermit sind keine Ghostwriter gemeint, derer sich Politiker gerne bedienen, denn neben einem MdB macht sich auch ein Dr. vor dem Namen auf einer Visitenkarte ganz gut. In dem Duden-Ratgeber geht es um die Eigenleistung eines Akademikers, wobei die neueste Auflage einen besonderen Schwerpunkt auf den Schreibprozess selbst legt. Denn das Schreiben im Kontext von Wissenschaft und Universität ist nicht immer leicht. So wird zunächst einmal der Begriff „wissenschaftliches Schreiben“ näher definiert. Dazu gehört, die Forschungslage genau zu kennen und mit Blick auf ein fachliches Erkenntnisinteresse Texte anderer zu verarbeiten. Für den Prozess wissenschaftlicher Textproduktion sind zunächst die Materialbeschaffung und -auswertung wichtig. Ausführlich geht die Autorin auf die sieben Etappen des wissenschaftlichen Schreibens ein. Zunächst gilt es sich zu orientieren und das Wesentliche herauszufiltern. Dazu bedarf es vieler Literaturrecherche im Umfeld des Themas der Arbeit. Als nächstes folgt die Vorbereitung des Textes durch Recherchieren und Exzerpieren. Anschließend wird das Material strukturiert und der Text durch Gliederung geplant. Nachdem die Rohfassung formuliert ist, erfolgen eine Überarbeitung und schließlich Korrektur des Textes. Verschiedene Textformen stellen unterschiedliche Anforderungen. Neben Haus- und Abschlussarbeiten gibt es als Leistungs- und Prüfungsnachweise andere Textsorten wie Protokolle, Exzerpte, Rezensionen, annotierte Bibliografien, Portfolios, (Praktikums-)Berichte, Essays oder Abschlussklausuren, die mit nützlichen Beispielen vorgestellt werden.

Bei der Planung größerer Arbeiten lohnt es sich, als Denkwerkzeug ein Logbuch zu führen. Hierin soll Erlebtes und Beobachtetes festgehalten und verarbeitet werden. Mit Datum versehen enthält es in chronologischer Reihenfolge Grundannahmen, Einfälle, Überlegungen, Fragen, Zweifel, Enttäuschungen, Schlussfolgerungen und Entscheidungen. Der ideale Rechercheweg führt anschließend über eine Mindmap mit der Struktur des Themengebietes, verschiedenen Bereichen und Komponenten sowie die Zusammenhänge zwischen ihnen. Um einen Überblick zu gewinnen, bietet sich das orientierende Lesen in folgender Reihenfolge an: Enzyklopädie, Fachlexikon, Handbuch, Einführung, Monografie, Sammelband und Fachzeitschrift. Eventuell kann danach eine zweite Mindmap erstellt werden, um anschließend das Thema einzugrenzen und ein Exposé zu schreiben. Bei der Literaturrecherche empfiehlt sich das Schneeballsystem, um sich so einen Überblick über Bezüge zu verwandten Themen zu verschaffen. Die bibliografischen Daten der gelesenen Literatur sollten gleich richtig gespeichert werden, um sich später unnötige Arbeit zu ersparen. Eine große Hilfe sind strategische Ratschläge zum effektiven wissenschaftlichen Lesen, das sich vom Lesen eines Unterhaltungsromans oder einer Illustrierte deutlich unterscheidet.

Weitere Kapitel des nützlichen Ratgebers beschäftigen sich mit der sinnvollen Gliederung des Textes und der richtigen Zitierweise. Außerdem gibt es nützliche Tipps, wie man gekonnt präzise, flüssige und verständliche Texte formuliert. Schließlich wird gezeigt, wie die Rohfassung gegliedert, editiert und redigiert wird. Beim Korrekturlesen sollten alle Tipp- und Grammatikfehler korrigiert werden. Ein nützliches Glossar am Ende stellt noch einmal die wichtigsten Schlüsselbegriffe von a. a. O. bis Zitierregeln und die Seitenzahl ihrer Erwähnung im Buch dar.

Fazit: Der Klassiker aus der Dudenredaktion richtet sich an Einsteiger und Fortgeschrittene im Wissenschaftsbetrieb, die zugleich eine strukturierte Einführung und ein einfach zu nutzendes Nachschlagewerk suchen. Dabei werden zahlreiche Fragen beantwortet. Was zeichnet eine gute Recherche aus? Was sind Exposés und Exzerpte? Wie wird gegliedert und zitiert? Der Ratgeber geht nicht nur auf große Abschlussarbeiten ein, sondern behandelt auch Seminararbeiten, Protokolle oder Klausuren. In den Kapiteln über das Schreiben finden die Leser Antworten auf die Frage, wie man sein Material zu einem schlüssigen, lesefreundlichen Text verdichtet. Das Buch stellt Schreibtechniken und Formulierungshilfen vor und warnt vor Fallen wie übermäßigem Fachchinesisch. Kapitel zur Textkorrektur, zum Layout und zu Abkürzungen stellen sicher, dass die Arbeit auch formal einwandfrei wird. Die erfahrene Autorin Dr. Ulrike Pospiech kennt die Praxis einer Universitäts-Schreibwerkstatt und gibt Ratschläge, wie man Schreibblockaden überwindet und in sieben Etappen eine überzeugende schriftliche Arbeit verfasst. (Johannes Kösegi)

Duden-Ratgeber „Wie schreibt man wissenschaftliche Arbeiten?“; 192 Seiten; ISBN 978-3-411-74711-5; 12,99 Euro

Abgelegt unter Aktuelle Erscheinungen

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