„Die Kosmos-Kanarenflora“ präsentiert die Pflanzenschätze der Kanarischen Inseln



Viele der über eine Million deutschen Kurzurlauber besuchen die Kanarischen Inseln wegen der Sonne und Strände. Durch den demographischen Wandel gibt es aber eine wachsende Zahl von deutschen Senioren, die als Residenten zum Überwintern oder sogar das ganze Jahr über den ewigen Frühling genießen wollen. Dabei gibt es reichlich Gelegenheit, die Inseln ausgiebig zu erkunden. Abseits der Strandkörbe und Hotelfestungen wird eine grandiose Landschaft mit einer ungewöhnlichen Pflanzenwelt geboten. Schon Alexander von Humboldt bewunderte und beschrieb vor über 200 Jahren die einzigartige Natur der kanarischen Inselwelt. Über 2100 Pflanzenarten gibt es hier, von denen fast 700 nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen. Für alle Urlauber und Residenten, die sich für diese einzigartige Natur interessieren und mehr darüber erfahren wollen, ist der neue Naturführer „Die Kosmos-Kanarenflora“ eine unverzichtbare Hilfe. Die beiden Autoren haben bereits mehrere erfolgreiche Naturführer veröffentlicht. Professor Peter Schönfelder lehrt Geobotanik an der Universität Regensburg, seine Frau Ingrid ist studierte Pharmazeutin. Das Format des Buches ist optimal gewählt. Es ist groß genug, um die über 1000 Fotos und Illustrationen wirken zu lassen und handlich genug, um auf Erkundungstour in jede Tasche zu passen. In der völlig neu bearbeiteten dritten Auflage wurden zahlreiche neue Pflanzen ergänzt, denn immer noch entdecken Wissenschaftler jedes Jahr neue, zuvor nie gesehene Arten. Eine Einführung zum Gebrauch des Buches zeigt den Schlüssel zur Bestimmung der Pflanzenfamilien, nach dem das Buch eingeteilt ist. Wer noch tiefer in das Wissen um die Kanarenflora einsteigen möchte, bekommt eine ausführliche Literaturliste und wichtige Internetadressen geboten.

Für Botaniker bietet die kanarische Flora auf engstem Raum eine Vielfalt wie ein Kontinent im Kleinen. Die Vegetation reicht vom halbwüstenartigen Sukkulentenbusch und den immergrünen Lorbeerwäldern der nebelfeuchten Bergwaldstufe der Nordseiten bis zu den Teideginster-Gebüschen im Hochgebirge. Für die Wissenschaft ist interessant, dass von über 2000 Arten und Unterarten ein Drittel endemisch ist. Sie kommen oft nur auf einer oder mehreren Inseln, manche sogar nur in einer kleinen Region vor. Nicht zu unrecht werden die Kanaren deshalb als Galapagos-Inseln der Botaniker bezeichnet. „Normalen“ Urlaubern, die kaum aus ihren klimatisierten Hotels herauskommen, entgeht somit viel. Doch selbst im Hotelgarten kann man auf viele attraktive tropische und subtropische Zierpflanzen aus allen Erdteilen stoßen. Aber erst bei Exkursionen am besten zu Fuß auf alten Eselspfaden oder durch wilde Barrancos kann man die Eigenarten der kanarischen Flora kennenzulernen. Oft sind hier die „wilden“ Verwandten der Pflanzen anzutreffen, die zuhause im Wintergarten oder auf der Terrasse stehen, wie etwa der Weihnachtsstern.

Die Autoren haben eine immense Erfahrung, denn bereits seit über 40 Jahren bereisen sie regelmäßig alle Kanareninseln. Ein besonders Anliegen ist ihnen, mit diesem Buch neben dem Kennenlernen auch zum Schutz dieser einmaligen Pflanzenwelt beizutragen. Der fortschreitende Tourismus mit einem Raubbau an der Natur durch Hotelanlagen immer weiter im Landesinneren wird zu einer wachsenden Gefahr für die Natur. Vor dem Artenteil, der über 1000 Arten und 60 tropische Ziergehölze mit Fotos und systematischen Beschreibungen vorstellt, gibt es eine ausführliche Einführung mit Informationen zu Geologie, Klima und Entstehungsgeschichte der Kanarenflora. Die Vegetationsstufen sind eingeteilt nach Küstenvegetation, Sukkulentenbusch, termophile Buschwälder, Lorbeerwälder, Kanarenkiefernwälder und um den Teide besondere Arten wie Teideginster, außerdem werden Nutz- und Zierpflanzen vorgestellt. Für Pflanzenliebhaber und Hobbybotaniker, die nur einmal oder kurz Gelegenheit haben, die Kanaren zu besuchen, sei Teneriffa empfohlen. Hier gibt es vermutlich die größte Artenvielfalt. Die Faszination könnte jedoch so groß werden, dass eine Reise nicht ausreicht, um auch nur das Wichtigste gesehen zu haben. (Johannes Kösegi)

Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die Kosmos-Kanarenflora; 320 Seiten; 922 Farbfotos; 111 SW-Illustrationen; Kosmos Verlag, Stuttgart; ISBN 978-3-440-12607-3; 34,99 Euro

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