„Es ist Zeit für eine Wende“ – Neue Wege für die Buchbranche beim Urheberrecht



Einen neuen Weg will die Buchbranche beim Urheberrecht gehen. Mit dieser Vorgabe eröffnete der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, die Buchtage Berlin 2012. „Es ist Zeit für eine Wende“, sagte Honnefelder. „Zum einen müssen wir unsere Position überprüfen. Zum anderen müssen wir den jetzigen Zeitpunkt nutzen, um mit denen ins Gespräch zu kommen, die Veränderungsbedarf beim Urheberrecht in Hinblick auf die digitalen Zeiten sehen.“ Der Börsenverein werde bis zur Frankfurter Buchmesse 2012 Grundlagen eines modernen Urheberrechts aus Sicht der Buchbranche erarbeiten.

Das Netz stelle ohne Zweifel eine neue Herausforderung für Kommunikation und kulturelle Entwicklung dar. „Deshalb müssen wir akzeptieren, dass das Urheberrecht zumindest in bestimmten Bereichen hinter der neuen Lebenswirklichkeit und den Gesetzen der Internetkommunikation zurück bleibt“, sagte der Vorsteher des Börsenvereins. In bestimmten Bereichen, wie der sozialen Kommunikation im Netz, könne es die Entfaltung von Kreativität eher hindern als fördern. Doch das könne nicht im Interesse der Buchbranche sein. „Als Kulturbranche sind wir aufgerufen, Rahmenbedingungen zu setzen, um dann Voraussetzungen zu schaffen, die für Entfaltung, Stimulierung und Fortentwicklung der Kreativität nötig sind“, so Honnefelder.

Honnefelder betonte: „Das Urheberrecht muss grundrechtlich geschützt bleiben.“ Es bilde die Existenzgrundlage derer, die ihre Arbeitskraft für eine immaterielle Leistung einsetzen und auf diese Weise wertvolle und unverzichtbare Beiträge zur Entwicklung unserer Gesellschaft erbringen. „Es gibt einen Kern des Urheberrechts, der für uns unantastbar ist und der auch gegen Piraterie durchgesetzt werden muss“, so Honnefelder. „Dort aber, wo wir Potenzial sehen, um gerade im Netz mehr für unseren kulturellen Auftrag tun zu können, müssen wir auch bereit sein zu Korrekturen am Urheberrecht.“

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist die Interessenvertretung der deutschen Buchhändler, Zwischenbuchhändler, Antiquare und Verleger gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit. Gegründet wurde er 1825. Im Zentrum seiner Arbeit steht das Engagement für den Erhalt der Buchpreisbindung und für ein faires Urheberrecht. Der Kultur- und Wirtschaftsverband veranstaltet die Frankfurter Buchmesse, vergibt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie den Deutschen Buchpreis und engagiert sich in der Leseförderung.

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