Ratgeber „Depressionen überwinden“ von der Stiftung Warentest in aktualisierter Neuauflage – Niemals aufgeben!



Depressionen überwindenEtwa jeder Zehnte in Deutschland leidet, oft unerkannt, unter Depressionen. Für die Betroffenen wird das Leben durch typische Symptome wie Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit zur Qual. Ohne Hilfe von außen ist eine Überwindung dieser schweren Phase oft nicht möglich. Der Bestseller-Ratgeber „Depressionen überwinden“ von Günter Niklewski und Rose Riecke-Niklewski, herausgegeben von der Stiftung Warentest, will allen Betroffenen und den ihnen Nahestehenden Aufklärung und Hilfestellung über die Krankheit und ihre je nach Ausprägung möglichen Behandlungsmöglichkeiten geben. In der aktualisierten 6. Auflage sind die neuesten Erkenntnisse der Forschung integriert. Auf über 300 Seiten gibt es wertvolle Informationen zu Krankheit und Therapiemöglichkeiten und im Serviceteil nützliche Adressen von wichtigen Organisationen und Empfehlungen für weiterführende Literatur.

Depressionen, wozu manche Therapeuten auch das Erschöpfungssyndrom „Burn-out“ zählen, gehören in unserer gestressten Leistungsgesellschaft zu den häufigsten psychischen Störungen im Erwachsenenalter. Rund 15 Prozent der deutschen Bevölkerung erkranken während ihres Lebens mindestens einmal an einer Depression. Weil mit ihnen auch viele Angehörige, Freunde, Bekannte, Kollegen, Lehrer, Schüler, Arbeitnehmer oder Arbeitgeber betroffen sind, wird fast jeder einmal direkt oder indirekt mit diesem Krankheitsbild in Berührung gekommen sein. Somit ist dieser Ratgeber nützlich für alle. Seine Hauptbotschaften sind, dass jeder von uns einmal von einer Depression getroffen werden kann, dass die Krankheit jedoch durch viele Behandlungsmethoden eine gute Prognose hat. Denn fast jede Depression geht wieder vorbei, worauf der Untertitel des Buches „Niemals aufgeben!“ hinweist. Zum Erreichen bester Behandlungsaussichten gehört jedoch eine aktive Mithilfe des Patienten, der dafür gut informiert sein muss. Dazu kann der Ratgeber der Stiftung Warentest einen großen Anteil leisten.

Ein Kurzratgeber zu Beginn ist besonders für akut Betroffene als Einstieg geeignet. In einer Zusammenfassung mit den wichtigsten Fakten und Zusammenhängen soll er seine Krankheit besser verstehen, was eine wichtige Voraussetzung für deren Überwindung ist. Die Lektüre des ganzen Buches wäre für Menschen, die an einer Depression leiden, eine Überforderung. Denn mangelnde Konzentrationsfähigkeit und das Nachlassen der Merkfähigkeit gehören zu den wesentlichen Symptomen der Krankheit. Ein kleiner Test soll klären, ob man wirklich an einer Depression leidet oder ob es nur eine zeitweilige Erschöpfung ist, die meist von alleine wieder verschwindet.

Es gibt verschiedene Modelle zur Entstehung von Depressionen, wobei sowohl psychische als auch biologische Faktoren beteiligt sind. Die Behandlungsaussichten sind gut, jedoch weniger als die Hälfte nutzen professionelle Hilfe. Das ist beunruhigend, denn unbehandelt kann eine Depression ein Jahr, in schweren Fällen sogar mehrere Jahre, dauern. In dieser langen Leidenszeit ist das private und soziale, das familiäre und das berufliche Leben des Betroffenen und seines Umfeldes ziemlich gestört. Außerdem beträgt die Sterblichkeitsrate durch Suizid bei einer unbehandelten schweren Depression etwa 10 bis 15 Prozent. Der erste Schritt, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist immer am schwersten. Erste Anlaufstellen können Vertrauenspersonen, der Hausarzt, ein Psychiater oder Psychotherapeut sein. Wer zunächst anonym beraten werden möchte, kann sich auch an die Telefonseelsorge wenden. Externe Hilfe ist besonders nötig, wenn man schon mehrere Wochen ununterbrochen deprimiert ist, den Alltag nur mit größter Anstrengung meistern kann oder häufig über den Tod nachdenkt. Diese Gedanken sind Symptome einer behandelbaren Krankheit. Zunächst ist eine genaue Diagnose erforderlich. Dies ist am besten möglich, wenn der Patient aktiv mitarbeitet. Dazu soll er für sich vor dem Arztbesuch einige Fragen zu psychischen und körperlichen Beschwerden beantworten. Ausführlich geht der Ratgeber auf die verschiedenen Formen der Depression ein. Eine körperliche Untersuchung kann ausschließen, dass die Depression das Symptom einer anderen Erkrankung ist. Aufgrund der Diagnose wird ein Behandlungsplan erstellt. Der Arzt entscheidet, welche Therapie am besten helfen kann. Ausführlich wird über die Behandlung mit Medikamenten und verschiedene Formen der Psychotherapie eingegangen. Bei einer Psychotherapie, die nicht von heute auf morgen hilft, ist besonders das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient entscheidend. Für manche Unterformen der Depression gibt es spezielle Heilungsmethoden wie Lichttherapie bei Winterdepression. Viele Depressive können durch eine gesunde und vollwertige Ernährung und Bewegung selbst zur Linderung ihres Leidens beitragen. Das gilt besonders für die Zeit danach zur Stabilisierung des Normalzustandes und Vorbeugung von gewöhnlichen kurzfristigen Stimmungstiefs, die bei jedem immer wieder auftreten können. (Johannes Kösegi)

Günter Niklewski, Rose Riecke-Niklewski: Depressionen überwinden; 6. überarbeitete Auflage; Stiftung Warentest Berlin; 320 Seiten; ISBN: 978-3-86851-132-1; Preis 19,90 Euro

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