„Das große Vornamenlexikon“ neu bei Brockhaus – Erstmals unter der Regie von Bertelsmann



Brockhaus Vornamen Lexikon 2012Nicht nur für junge Eltern und solche, die es bald werden, ist „Das große Vornamenlexikon“ von Brockhaus geeignet. Als Nachschlagewerk mindert es die Qual der Wahl bei der Namensfindung und liefert auf über 400 Seiten fundierte und ausführliche Informationen über Herkunft und Bedeutung von 11.000 Vornamen. Erstmals entstand dieses Standardwerk unter Regie des Bertelsmann-Verlages, der bekanntlich Brockhaus übernommen hat. Zuletzt war im Mannheimer Duden-Verlag ein ähnliches Lexikon erschienen. Auch für diese Neubearbeitung wurden wieder viele neue Namen aus fremden Kulturkreisen aufgenommen. So bekommen sowohl Eltern Anregungen für die Namensgebung Ihrer Kinder als auch Schulkinder die Bedeutung der Namen ihrer Klassenkameraden aus Einwandererfamilien. Auf Fotos mit bekannten Namensträgern wurde im Gegensatz zum Duden verzichtet. Dafür gibt es interessante Infografiken mit beliebten Namen in verschiedenen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Skandinavien, Osteuropa, Spanien, Portugal, USA und Asien) und Informationen, wie sich die Vorlieben der Eltern in den letzten 100 Jahren gewandelt haben. Außerdem sind beliebte religiöse, germanische und friesische Namen aufgelistet sowie Vornamen berühmter Menschen aus Politik, Literatur, Film, Theater, Musik und Bildender Kunst. Anders als in ähnlichen Nachschlagewerken sind in diesem Brockhaus-Lexikon die Vornamen von Mädchen und Jungen getrennt alphabetisch aufgelistet.

Das Lexikon klärt für jeden Vornamen, aus welcher Sprache er stammt, über welche andere Sprache er vermittelt wurde, seit wann er bei uns gebräuchlich ist und was er bedeutet. Darüber hinaus enthält das Nachschlagewerk die wichtigsten Entsprechungen der verzeichneten Vornamen in anderen Sprachen, zum Beispiel im Englischen, Italienischen oder Russischen (Eliza, Elisabetta oder auch Liska). Auch Kose- und Kurzformen wie Kolja (Nikolai) oder Sascha (Alexander) sind erwähnt. Bevor man sich endgültig für einen Namen entscheidet, lohnt sich die Lektüre des Essays der Oldenburger Professorin Astrid Kaiser. Sie erklärt den Wandel der Vornamen im Lauf der Zeit. Durch die temporären Modenamen kann man oft auf das Alter einer Person schließen. Dies wird deutlich, wenn man die Vornamenranglisten der verschiedenen Jahrzehnte miteinander vergleicht. Heute gibt es auch soziale Dimensionen, die oft unbewusst die Namensvergabe beeinflussen. Auffallend ist außerdem, dass Namensvorlieben in wenigen Jahren auftauchen und wieder verschwinden können. Einige Namen entstehen aus dem „Nichts“, andere tauchen zyklisch immer wieder auf, so etwa Anna. Jahrzehnteranglisten belegen beliebte Namen, so Ursula, Ilse, Hans und Günther in den 1920er, Karin, Renate, Hans, Klaus und Peter in den 1940er, Angelika, Monika, Peter und Michael in den 1950er, Thomas, Sabine, Susanne und Michael in den 1960er Jahren. Ab 1990 wurden Anna, Julia, Jan und Jakob modern, und ab 2000 gelten Anna, Lea, Lukas und Leon als besonders chic. Alle diese Trends zeigen, dass die Namensvergabe keine freie Entscheidung der Eltern ist, sondern geprägt wird von kulturellen Moden und subkulturellen Prozesse, die sich oft unbewusst abspielen. Kritisch kann es werden, wenn bestimmte Vornamen besonderen sozialen Schichten zugewiesen werden und Lehrer damit ein geringeres Leistungsvermögen oder Verhaltensauffälligkeiten verbinden. Hier gilt es, Vorurteile besonders bei Grundschulpädagogen abzubauen, um nicht dauerhafte Schäden bei den Kindern zu hinterlassen. Dieses nützliche Nachschlagewerk dient somit außer werdenden Eltern allen, die sich für die Namensforschung allgemein interessieren. Ein umfassendes Literaturverzeichnis hilft dazu bei der weiterführenden Recherche. (Johannes Kösegi)

Brockhaus – Das große Vornamenlexikon; ‚F. A. Brockhaus/wissenmedia, Gütersloh, 416 Seiten; ISBN 978-3-577-09057-5; Preis 14,95 Euro

Abgelegt unter Aktuelle Erscheinungen

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