„Die Fischerprüfung“ im Kosmos-Verlag vollständig aktualisiert und in modernem Layout



Die FischerprüfungDas Standardwerk mit Prüfungsfragen und Antworten.

Für viele alltagsgestresste Zeitgenossen bietet eine Angeltour frühmorgens an einem stillen See mit dampfenden Nebelschwaden den idealen Ausgleich. Im Urlaub im Ausland ist dieses Vergnügen meist ohne größere Formalitäten möglich. Doch in unserer überreglementierten Heimat kommt man nicht um einen Fischereischein herum, wenn man sich Probleme mit den Behörden oder schlimmstenfalls Bußgelder ersparen will. Voraussetzung für einen Angelschein ist eine bestandene Fischerprüfung. Das Standardwerk „Die Fischerprüfung“ im Kosmos Verlag als ideale Hilfe wurde vollständig aktualisiert und gefällt durch ein modernes Layout mit vielen Farbfotos und Zeichnungen. Der Autor Lothar Witt ist nicht nur ein erfahrener und leidenschaftlicher Angler, sondern auch langjähriger Lehrgangsleiter für die Fischerprüfung im Landessportfischerverband Niedersachsen und weiß daher genau, worauf es ankommt.

Jedes Jahr gibt es in Deutschland etwa 25.000 Angler in spe, die sich intensiv mit den Prüfungsthemen auseinandersetzen (müssen). Sie sind die primäre Zielgruppe dieses nützlichen Buches, das aber weit mehr als die Vorbereitung auf die Fischerprüfung zu bieten hat. Es ist ebenso ein Nachschlagewerk für erfahrene Angler und klärt allgemein auf über Ökologie, Naturschutz und rechtliche Probleme, die jeder verantwortungsbewusste Angler kennen sollte. So macht die Vorbereitung auf die Hürde Fischerprüfung nebenbei viel Spaß und lässt auch den Sinn des Erlernten erkennen. Neben dem detaillierten Wissen zu Ausrüstung und Fischkunde sollte ein Angler zunächst einmal verstehen, dass er mit seinem Handeln Eingriffe in die Natur vornimmt. Nur wenn er die Lebenszusammenhänge im und am Wasser richtig kennt, kann er negative Einflüsse auf dieses empfindliche Ökosystem verhindern. Dazu muss er zunächst die Fische mit ihren Anpassungserscheinungen an mehr oder weniger festgelegte Lebensbedingungen kennen. So wird zunächst in der allgemeinen Fischkunde der Körperbau, die Sinnesorgane und die Inneren Organe der Fische vorgestellt. In unseren heimischen Gewässern gehören dazu vor allem Knochenfische wie Karpfen, Barsche, Hechte, Zander, Forellen, Aale und Störe. Knorpelfische wie Haie und Rochen werden einem Fischer in deutschen Binnen- und Küstengewässern dagegen kaum an den Haken gehen. Problematisch für unsere Fische sind allgemein die Verschmutzung der Gewässer und die globale Erwärmung, die Veränderungen der Lebensräume nach sich ziehen. Den Wasserlebewesen bleibt durch zu schnelle Veränderungen nicht ausreichend Zeit, um sich an neue Gegebenheiten anzupassen. Hier sind alle Angler und Berufsfischer gefordert, neben dem Fischfang die Hege und Pflege nicht zu vernachlässigen. Dazu sind Kenntnisse über Körperbau, Sinnesorgane, Verhaltensweisen, Fortpflanzung, Nahrung, Krankheiten und Lebensraum der Fische notwendig.

In der speziellen Fischkunde gilt es, die Fische zu erkennen und sich ihre Namen einzuprägen. Das ist nicht immer einfach, denn es kann leicht zu Verwechslungen kommen, etwa zwischen Aland, Döbel und Häsling. Ein Angler sollte die verschiedenen Arten schnell an bestimmten äußeren Merkmalen erkennen. Dazu gehört viel Erfahrung, die man erst im Laufe eines längeren Anglerlebens bekommt. Besonders hingewiesen wird auf Fische, bei denen über längere Zeit eine Bestandsgefährdung festgestellt wurde. Sie werden in einer „Roten Liste für gefährdete Wirbeltiere in Deutschland“ geführt. Neben den Fischarten werden auch hierzulande anzutreffende Krebse und Krabben erwähnt. Die Kapitel über Gerätekunde und Gesetzeskunde beschränken sich auf die zum waidgerechten Angeln notwendigen Kenntnisse. Zu den Geräten gehören Ruten, Rollen, Schnüre, Haken, Posen, Wirbel und Kunstköder sowie Hilfsmittel wie Unterfangkescher oder Hakenlöser. Mehrere fachgerechte Anglerknoten werden durch Zeichnungen erklärt. Im Kapitel Gesetzeskunde werden formale Dinge wie Fischerprüfung, Fischereischein, Erlaubnisschein, Rechte und Pflichten, verbotene Fangmethoden (Gifte, Betäubungsmittel, Harpunen, Schusswaffen, Speere), Hälterung, Netze und Reusen erklärt. Schonzeiten und Mindestmaße sind in den einzelnen Bundesländern teilweise unterschiedlich. Themen wie Betretungsrecht, Schonbezirke und Meldepflicht bei Fischsterben werden ebenso erwähnt wie die Küstenfischerei, für die besondere Regeln gelten.

In dem wichtigen Kapitel „Gewässerkunde und Naturschutz“ wird das Wasser als ein Lebensraum im Zusammenhang mit Klima, Boden, Pflanzen, Tieren und menschlichen Einflüssen dargestellt. Zu spätes oder inkonsequentes Handeln hat bereits viele Pflanzen und Tiere am und im Wasser an den Rand des Aussterbens gebracht. Da Fische nur ein Teil dieses Ökosystems sind, muss der Angler auch den Nahrungskreislauf, Wasserkreislauf und dessen Zusammenhänge mit dem Klima verstehen. Auch die Kenntnis von Sauerstoffgehalt, Temperatur und Säuregraden von Gewässern sowie von Bakterien, Pflanzen und Tieren wie Würmern, Insekten, Kleinkrebsen, Lurche, Kriechtieren und Vögeln und Säugetieren wie Bisam und Wasserratte ist für einen Angler wichtig. Schließlich muss er über verschiedene Gewässertypen und -regionen (künstliche Fließgewässer, stehende Gewässer) sowie die Hege und Pflege der Gewässer bescheid wissen.

Eine große Stärke von Lothar Witts Standardwerk ist der Fragenkatalog mit 493 Originalfragen zur Fischerprüfung, der etwa ein Drittel des Buches ausmacht. Wie in der Jäger- und Medizinerprüfung sind es Mutiple-Choice-Fragen, hier mit nur drei Alternativen (Jäger vier, Mediziner fünf), was die Angelegenheit etwas erleichtert. Hiermit lässt sich das erlernte Wissen testen und mit den Antworten am Ende vergleichen. Die Kapiteleinteilung ist identisch mit den Buchkapiteln, sodass sich eventuelle Lücken nach und nach schließen lassen. Ein Spezialkapitel ist der hohen Kunst des Fliegenfischens gewidmet. Diese auch Flugangeln genannte sportliche Art verlangt vom Angler ein erhebliches Maß an körperlicher Fitness. Ständiges Waten im Fließgewässer, ein sicherer Stand, unermüdliches Werfen mit der Fliege, eine gute Beobachtungsgabe zum Erkennen steigender Fische sowie ein gutes Reaktionsvermögen sind dafür erforderlich und demonstrieren idealerweise Einklang und Verbundenheit mit der Natur. Das Flugangeln zählt zu den schonendsten Methoden des Angelns, weil der Fisch meist in der vorderen Maulpartie gehakt wird. Die dazu nötigen speziellen Geräte (Rute, Fliegenrollen, Fliegenschnüre, Fliegenvorfächer, Fliegen, Fliegenfischerzubehör) werden ausführlich vorgestellt.

Fazit: Bevor man in Deutschland dem Hobby Angeln nachgehen kann, gilt es die Hürde der Fischerprüfung erfolgreich zu nehmen. Der erfahrene Lehrgangsleiter Lothar Witt hat das Standardwerk zur Prüfungsvorbereitung vollständig aktualisiert. Ein neues zeitgemäßes Layout sorgt für eine bessere Übersichtlichkeit und Lesbarkeit. Schritt für Schritt bietet „Die Fischerprüfung“ einen Lehrgang zur Prüfung. Neben Fisch- und Gerätekunde, Naturschutz und Gewässerkunde sowie Gesetzeskunde enthält das Buch alle Prüfungsfragen samt Antworten und behandelt die Fliegenfischerei in einem gesonderten Kapitel. (Johannes Kösegi)

Lothar Witt: Die Fischerprüfung; Kosmos Verlag, Stuttgart; 352 Seiten; 500 Farbfotos, 10 Farb-Illustrationen, 9 SW-Fotos, 20 SW-Illustrationen; ISBN 978-3-440-13439-9; Preis 14,99 Euro

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