Lars Kepler – Der Sandmann



Schwedische Autoren haben in der Vergangenheit bereits mit zahlreichen Kriminalromanen auf sich aufmerksam gemacht. Daher hat sich die Bezeichnung Schwedenkrimi inzwischen eingebürgert. Diese Krimis haben schon deshalb eine besondere Bedeutung erlangt, weil nicht allein eine Tat im Mittelpunkt steht. Vielmehr erfolgt auch ein kritische Blick auf ein Thema des gesellschaftlichen Lebens. Auf die unterschiedlichsten Bereiche der Gesellschaft trifft im Zusammenhang mit ihrer Arbeit Joona Linna als Kommissar. Jetzt hat Lars Kepler der Polizistin mit „Der Sandmann“ den vierten Fall veröffentlicht.

Die Einleitung im Allgemeinen

Im Mittelpunkt steht eines Nachts eine Eisenbahnbrücke. Dort ist der vom Meer heranwehende Schnee zu spüren. Ein junger Mann läuft gerade über die Brücke. Bleich ist das Gesicht und die Jeanshose besonders schwer. Schließlich ist diese an einigen Stellen blutig. Natürlich tauchen Fragen auf, was mit dem Mann passiert ist. Da kommt heraus, dass es bei dem jungen Mann um ein Entführungsopfer handelt. Verantwortlich soll der Serienmörder Jurek Walter sein. Es gibt jedoch nur ein Problem und das lautet Isolationshaft. In der befindet sich Jurek Walter seit einiger Zeit. Daraus zieht Joanna Linna ihre eigenen Schlüsse. Es muss noch einen Komplizen geben. Ansonsten wäre es nicht möglich gewesen, dass der junge Mann so lange überleben konnte. Allerdings wurde damals auch die Schwester des jungen Mannes entführt. Das bedeutet, es läuft die Zeit, so dass schnellstens geklärt werden muss, wo die Schwester abgeblieben ist. Es gäbe einen Weg, um mehr Informationen zu erfahren.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Nach einigen einleitenden Worten fällt der Blick zunächst in den Sicherheitstrackt der Gerichtspsychiatrie im Löwenströmischen Krankenhaus. Dort fängt ein neuer Arzt an, hinter dem sich gerade ein schweres Stahltor schließt. Nach dem Verhallen von einem Echo wird es Anders Rönn schon mulmig. Schließlich beginnt heute sein Dienst im Sicherheitstrakt. Es handelt sich um einen streng isolierten Bunker. Seit 13 Jahren befindet sich dort Jurek Walter. Seinerzeit lautete das Urteil auf Sicherheitsverwahrung in der Psychiatrie. Diesen Patienten wird Anders noch kennen lernen. Derzeit ist ihm nur die Diagnose bekannt: Unspezifische Schizophrenie beziehungsweise chaotisches Denken – wiederkehrende akute psychotische Zustände mit bizarren und sehr gewaltsamen Zügen. Nun hat er die Sicherheitsbarrieren durchquert und wird im Personalraum auf Oberarzt Roland Brolin treffen. Dieser weist ihn daraufhin, was im Fall von Jurek Walter zu tun ist. Schließlich handelt es sich um den schlimmsten LKW-Fahrer aller Zeiten. Allerdings ist dies der Öffentlichkeit nicht bekannt, da die Akten des Falles geheim sind. Zudem hat die Öffentlichkeit nie etwas vom Prozessverfahren gehört. Nun will sich Roland mit Anders zu Jurek Walter begeben. Dabei wird Anders darauf hingewiesen, dass bei diesem Besuch Vorsicht walten sollte. Während dessen dachte er darüber nach, was für ein Glücksfall diese Stelle für ihn war. Schließlich braucht er nur 20 Minuten bis nach Hause. Das war ihm doch wichtig, da es neben seiner Frau Petra noch Tochter Agnes gibt. Sie leidet unter einem autistischen Syndrom und hat es im Kindergarten nicht einfach.

Nun hat er zusammen mit dem Oberarzt die letzte Sicherheitsbarriere durchquert und befindet sich in der Nähe der drei Isolationszimmer. Allerdings wird nur einer dieser Räume benutzt. Es ist gerade an der Zeit, dass Jurek Walter seine Spritze bekommt. Etwas später stellen die beiden Ärzte fest, dass er die Scheibe angehaucht hat und dort das Wort Joona steht. Die Ärzte fragen sich natürlich, was das zu bedeuten hat. Sie ahnen noch nicht, dass es sich um den Namen eines Kommissars handelt. Nachdem die Spritze scheinbar wirkt, betritt Anders den Raum und macht sich auf die Suche nach Gegenständen. Das beschriebene Messer kann er sogar finden und soll dieses durch die Luke herausgeben. Etwas verblüfft kommt er der Bitte nach und möchte am liebsten sofort raus. Doch gelingt ihm das erst nach einer gefühlten Ewigkeit, wobei es nicht einmal Brolin ist, der ihm die Tür öffnet.

Weitere Bücher des Autoren Lars Kepler

Der Hypnotiseur

Paganinis Fluch

Flammenkinder

Ich jage Dich

Fazit

Erneut hat es Lars Kepler geschafft, einen Nr. 1 Thriller zu schaffen, die ihren Titel zu Recht trägt. Deutlich wird dies bereits an der Szenerie, als Anders Rönn mit Jurek in dessen Zimmer zusammen ist. Mysteriös  wird es dann, als er raus will, jedoch nicht raus kommt. Das dann folgende Gespräche macht bereits an dieser Stelle die Brisanz des Falles deutlich. Es geht mit solchen Situationen im Laufe der Geschichte weiter. Es erwartet Joona eine Situation, bei der er sich aus der Gefangenschaft befreien muss. Im Mittelpunkt steht natürlich auch der junge Mann, der dann selber noch seinen Namen nennt. Die Geschichte eskaliert noch an mehreren Stellen. Sehr schön zeigt sich allerdings noch die andere Seite der Schwedenkrimis, die miteiner gewissen Gesellschaftskritik daher kommt. Schließlich ist Jurek einfach so weggesperrt worden. Es sind nicht wenige Facetten, die das Buch spannend gestalten. Dazu trägt außerdem das Ende bei, dass eine gewisse mysteriöse Note hat, so dass Fragen offen bleiben. (Marina Teuscher)

Abgelegt unter Aktuelle Erscheinungen

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