Zu blaue Augen



Wer nicht mehr arbeitet, bekommt heute Rente. Es handelt sich um ein Einkommen, welches ab einem bestimmten Alter ohne Gegenleistung zur Auszahlung gelangt. Der Rente kommen allerdings noch weitere Bedeutungen zu, wie allein anhand der Rente beziehungsweise der Grundherrschaft deutlich wird. Zudem gibt es die Rente in der Kapitalanlage, der Volkswirtschaftslehre, der Finanzmathematik und in Form der ökonomischen Rente. Im Vordergrund steht hier jedoch Hannah, die schon lange ein ruhiges Leben genießen könnte. Sie geht allerdings andere Wege, als manche es vielleicht von älteren Frauen erwarten.

Die Einleitung im Allgemeinen

Zitat Anfang „Fünf Frauen und ein Dichter“ oder wie man der Tyrannei die Stirn bietet. Zitat Ende

Hannah Jona hat das Alter von 77 Jahren erreicht. Doch ist sie eine Frau, die einer Vital-Infusion gleichkommt. Allerdings stellt sich die Frage, wie sie nachts in eine Diskothek kommt. Schließlich verbringt sie den Tag im Rollstuhl. Außerdem gestaltet sich das Leben von Hannah’s Töchtern auch nicht so einfach. Ihr Leben ist von Sehnsucht nach der Liebe und dem Leben gekennzeichnet. Zudem gibt es noch Untermieter Rafi. Von ihm weiß keiner, ob er das erfunden hat oder ob er wirklich Dichter ist.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Das kannte sie nun schon zur Genüge. Schließlich wiederholte sich die Geschichte mit den Beschmierungen ständig. In der Nacht war es wieder so weit. Daher zog sich Johanna die Gummistiefel an. Danach ging sie auf die Straße und schleppte den Gartenschlauch während dessen mit. Dann begann sie damit, die Wand naßzuspritzen. In der Zwischenzeit bemerkte sie einen Mann, der sich auf der anderen Straßenseite befand. Mit ihm wollte sie nicht reden, selbst dann wenn er sie ansprach. Der etwa eigentümliche Slogan an den Bratzlawer Chassiden verschwand durch das Wasser von der Wand. Seit einiger Zeit waren die in dem Haus lebende Frau sowie ihre Töchter an das Geschmiere gewöhnt. Zwischen der Familie mit ihrem Grundstück und der verwahrlosten Region gab es gerade eine Trennung von zehn Zentimeter Stein. Hinter der Mauer sahen die Bilder nicht gerade erfreulich aus. Fast hatte es den Anschein, als würde die Straße mit ihrem dreckigen Händen nach dem Haus greifen würde. In der ganzen Zeit war das Wesen der Frauen jedoch von Gelassenheit gekennzeichnet. Das was etwas weiter von ihnen entfernt geschah, interessierte sie nicht wirklich. Mittlerweile richteten viele Augen sich auf das Haus und nicht nur die des Fremden. Allerdings verbargen dicke Brillengläser die Augen, so dass am Blick nichts zu erkennen war. Im ersten Stock hingen an der Leine drei rote Blusen. Bedeutungsvoll war insbesondere die Zahl drei, die eine eindrucksvolle Rolle spielt. Schließlich galt die 3 im Hinblick auf den bösen Blick als ein erprobtes Mittel.

Etwas später kommt Rafi ins Spiel, der es schafft, in das Leben der Familie einzutreten. Es hatte zwar einen kleinen Disput innerhalb der Familie gegeben. Doch dann stellte eine der Frauen fest, dass es Freitag sei. Daher gingen alle nach oben in ihre jeweils eigene Wohnung. Auch Rafi, der vermeintliche Dichter, geht nach oben. Er ist einfach froh, dass man ihm die Rolle eines Dichters abnimmt und nicht hinter seine Fassade schaut.

Mehr zur Autorin

Mira Magén hat das Buch geschrieben. Das Licht der Welt erblickte die Autorin im israelischen Kfar Saba. Bis heute ist sie mit dieser Welt mit ihrer ostjüdischen und orthodoxen Ausprägung verbunden. Allerdings verraten Stationen aus ihrer Biografie noch eine andere Seite von ihr. Deutlich wird eine in ihr herrschende Revolte. Dem Studium der Soziologie und Psychologie folgten Ehe und Kinder. Alle fünf Jahre trat sie einen neuen Beruf an. So war sie als Lehrerin ebenso tätigkeit wie als Sekretärin und als Krankenschwester. Danach tätigte sie den Sprung zur Schriftstellerin und erhielt mehrfach Auszeichnungen für ihre Arbeit. Sie besitzt einen ähnlich hohen Bekanntheitsgrad wie Zuruya Shalev. Zu Hause ist Mira Magén in Jerusalem. Ihre Poetik-Vorlesungen sind viel beachtet. Einer ihrer Vorlesungsorte ist die Hebräische Universität Jerusalem.

Zuständig für die Übersetzung ist Anne Birkenhauer. Sie studierte einst Judaistik und Germanistik. In Jerusalem ist sie seit 1989 zu Hause. Im Rahmen ihrer Arbeit übersetzt sie Werke von Autoren wie Ya’akov, Shabtai, Aharoz Appelfield und Don Pagis. Gemeinsam mit David Grossmann erhielt sie im Jahr 2010 in Form des Internationalen Literaturpreises die erste Auszeichnung. In den Jahren 2011 und 2016 folgten der Jane Scatcherd Preis und der Paul Celan Preis.

Fazit

Bereits auf der Rückseite ist eine erste Wertung zu lesen. Demnach handelt es sich um eine Lektüre, die zum einen ergreifend wirkt. Zum anderen ist es ein Werk, das von normalen Menschen erzählt. Das verleiht dem Buch wiederum sympathische Seiten. Schließlich steht mit Hannah eine Frau im Mittelpunkt, die sich selbst mit über 70 Jahren noch nicht vom Leben so leicht einfangen lässt. Hannah bringt einen zudem zum Schmunzeln, wenn sie leicht angeheitert aus einer Bar kommt. Doch Hannah und auch die anderen Frauen zeigen noch weitere menschliche Schwächen, die die Geschichte lesenswert machen. Sie sind allerdings auch lernfähig und überzeugen dabei mit einem unglaublichen Eifer. (Marina Teuscher)

Abgelegt unter Aktuelle Erscheinungen

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